Preflop: Niedriges pp gegen mehrere Gegner und höheren raise

    • topoldboy
      topoldboy
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2005 Beiträge: 281
      Ich hatte nun schon öfter die Situation, dass ich preflop mit einem niedrigen pocket pair ein raise im "call 15"-Bereich gecallt habe und es danach dann ein raise gab, das über diesen Bereich hinausging.
      Folgende Frage stellt sich mir jetzt: Sollte man in diesen Fällen trotzdem callen, wenn es mehere caller gibt (und man die betting sequenz abschließt), und wenn ja, ab wievielen?
      Eine Rechnung wie "gegen einen Gegner call 15, gegen zwei Gegner call 7,5" wird ja wohl kaum aufgehen, weil man wohl seltenst zwei Gegner stackt...
      Soll man hier wieder auf die gute, alte "call 3"-Regel aus fixed limit zurückgreifen?

      Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung, bei dem ich mich hinterher geärgert habe:
      Party Poker
      Party Poker
      No Limit Holdem Ring game
      Blinds: $0.10/$0.25
      6 players
      Converter

      Stack sizes:
      UTG: $21.60
      UTG+1: $37.55
      CO: $17.40
      rudi_mentaer: $20.20
      SB: $25.25
      BB: $36.60

      Pre-flop: (6 players) rudi_mentaer is Button with 4:diamond: 4:club:
      UTG calls, UTG+1 calls, [color:#cc0000]CO raises to $1[/color], rudi_mentaer calls, [color:#cc0000]SB raises to $4.5[/color], BB folds, UTG calls, 2 folds, rudi_mentaer folds.

      Flop: T:spade: A:heart: 4:heart: ($11.5, 2 players)
      [color:#cc0000]SB bets $7[/color], UTG folds.
      Uncalled bets: $7 returned to SB.

      Results:
      Final pot: $11.5
  • 4 Antworten
    • Stargoose
      Stargoose
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 4.077
      Die Situation der Implied Odds ändert sich nicht wesentlich, wenn mehr Gegner hinzukommen. Prinzipiell hat man natürlich potentiell mehr Gegner, von denen man etwas gewinnen kann, aber auch mehr Gegner, die einen schlagen können. Zusätzlich agieren viele Gegner in Multiway Pots deutlich passiver als Heads Up. Alles in allem gleicht sich das meiner Erfahrung nach in etwa aus.

      Für die Praxis heißt das, ich würde die "Call 15 Regel" in Bezug auf den größten beteiligten Stack anwenden. Im Zweifelsfall gibt dann der Stack des Preflop Aggressors den Ausschlag.

      In Deinem Beispiel bleibt es aber einfach ein Fold. Du triffst in ca. 11% der Fälle am Flop ein Set oder besser. Wenn Du 100% dieser Fälle gewinnen würdest, und beide Gegner gegen Dich ihren Stack verlieren würden, hättest Du hier Implied Odds von 11.6:1. Du gewinnst aber gegen zwei Gegner nemals von beiden den vollen Stack, und verlierst auch hin und wieder die Hand, so daß die Implied Odds in Wirklichkeit hier wohl schelchter sind als die minimal erforderlichen 8:1 ...
    • Madzger
      Madzger
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2005 Beiträge: 915
      wenn der gegner <= 5% seines stacks bettet call, bei >=10% fold .. dazwischen geht beides, kann man noch andere faktoren einbeziehen
      so ungefähr spiel ich das eigtl., wird auch in PotLimit & NoLimit Poker empfohlen
    • skibbel
      skibbel
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.874
      Original von Stargoose
      Die Situation der Implied Odds ändert sich nicht wesentlich, wenn mehr Gegner hinzukommen.
      Die Wahrscheinlichkeit das einer eine Starke Hand macht ist doch bei mehreren Gegner höher => bessere implied Odds.
      Oder versteh ich da was falsch?
    • Stargoose
      Stargoose
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 4.077
      Original von skibbel
      Original von Stargoose
      Die Situation der Implied Odds ändert sich nicht wesentlich, wenn mehr Gegner hinzukommen.
      Die Wahrscheinlichkeit das einer eine Starke Hand macht ist doch bei mehreren Gegner höher => bessere implied Odds.
      Oder versteh ich da was falsch?
      Hab ich ja gesagt. Die Wahrscheinlichkeit ausbezahlt zu werden erhöht sich, aber auch die Wahrscheinlichkeit die Hand trotz Treffen des Sets zu verlieren.

      Implied Odds bedeutet ja: Aktuelle Pot Odds zuzüglich wahrscheinlicher zukünftiger Gewinn, abzüglich wahrscheinlicher zukünftiger Verluste ...