Spiegel Artiklel zum Thema Party Poker

    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.558
      Viel spass beim lesen...obwohl das ganze wohl ein bissi zu negativ dargestellt wird?
      nur leider fürchte ich, dass wir zu spät auf den zg aufgesprungen sind. ich denke, dass sich in kurzer zeit die anzahl der skilled player SEHR erhöhen wird zu leid unserer gewinne!:-/

      lest selbst:

      Zocken statt Studieren

      "Play now!" lockt die Internetseite PartyPoker.com - und immer mehr Studenten an US-Universitäten lassen Stifte und Lehrbücher fallen, um dieser Aufforderung zu folgen. So hat ein Student aus Princeton in wenigen Monaten 120.000 US-Dollar gewonnen. Und rasselte durchs Examen.

      Die Universität Princeton gehört zu den besten der Welt. Wer dort studiert, hat gute Chancen auf eine glanzvolle Karriere. Doch Michael Sandberg interessiert sich dafür nicht mehr besonders und betreibt sein Politikstudium allenfalls noch mit halber Kraft. Warum sollte er auch auf akademisches Wissen setzen, wenn er bequem vom Sessel aus Unmengen Geld "verdienen" kann?



      AP
      Studentin in Princeton: Für Poker-Fans steht die Eliteuni nicht an erster Stelle
      Seit dem letzten Herbst hat er beim Pokern 120.000 US-Dollar gewonnen: 30.000 davon in einem "richtigen" Casino in Atlantic City, 90.000 beim Online-Poker auf der Seite PartyPoker.com. Die "New York Times" (NYT), die über den jungen Poker-Freak berichtete, hat sich seine Kontoauszüge zeigen lassen - und nennt das, was zurzeit an vielen amerikanischen Hochschulen stattfindet, eine "Glücksspiel-Revolution".

      Denn Michael Sandberg steht mit seiner Passion keineswegs allein. Ein anderer Princeton-Student, so berichtet die NYT, habe beim virtuellen Blackjack im Netz innerhalb von zwei Stunden 11.000 Dollar gewonnen. Und bald darauf fast vollständig wieder verloren. Seit einigen Monaten laufen an immer mehr amerikanischen Universitäten Poker-Turniere - entweder offiziell von Studentengruppen der Uni organisiert oder privat.

      Schnelles Geld machen - wie Chris Moneymaker

      Die University of North Carolina zum Beispiel veranstaltete im vergangenen Herbst ihr erstes Turnier für 175 Teilnehmer. Die Nachfrage überstieg bei weitem das Angebot an Plätzen. An der University of Pennsylvania gibt es seit 2002 eine Poker Society. Ihr Chef Dan Kline sagt, dass sich für einen Poker-Wettbewerb mittlerweile durchschnittlich 500 Studenten anmelden - und zwar in der ersten halben Stunde der Anmeldefrist.



      AP
      Gewann die World Series of Poker 2003: Chris Moneymaker in Las Vegas
      Warum ist das Pokern - das echte wie das virtuelle - auf einmal so beliebt an Colleges und Universitäten in den USA? Die Entwicklung sei unter anderem auf das Fernsehen zurück zu führen, meint Elizabeth George vom North American Training Institute in Minnesota. Die Nonprofit-Organisation beschäftigt sich mit pathologischem Spielen und mit Spielsucht im Kindesalter. Junge Leute fühlten sich von Fernsehsendungen angezogen, die Poker-Superstars zeigen, sagte Elisabeth George der NYT.

      Der amerikanische Sender ESPN zeigt regelmäßig die "World Series of Poker", die aus normalen Bürgern (Poker)-Helden macht. Einer von diesen Helden ist Chris Moneymaker, er gewann bei der "Series" 2,5 Millionen Dollar, nachdem er sich auf einer Poker-Website für 40 Dollar eingeloggt hatte.

      Die Unis sind alarmiert, aber ratlos

      Durch Internetangebote ist der Zugang zum Poker-Spiel für Jugendliche und junge Erwachsene außerdem so leicht wie nie zuvor. Viele spielen eine Poker-Version namens "Texas Hold'em". Auf einer der Online-Poker-Websites loggen sie sich ein, bekommen einen virtuellen Spieltisch zugeteilt und spielen mit Tausenden Poker-Fans aus allen Erdteilen in einem virtuellen Casino. Dort können sie ganz reales Geld gewinnen oder verlieren.



      AP
      Es geht um Tausende von Dollars: Weltklasse-Spieler bei einem Pokerturnier in Connecticut
      Zwar sind die ersten Unis alarmiert und verbieten Poker-Wettbewerbe auf ihrem Campus. Die Universitätsverwaltung von Pennsylvania hat kürzlich ein Turnier abgesagt, für das Studenten bereits 2000 US-Dollar Preisgeld gesammelt hatten. Auch in den Mensen von Princeton sind Poker-Spiele mittlerweile verboten. Aber noch haben die amerikanischen Unis, die ansonsten präzise Verhaltensregeln und spezielles Personal für alle denkbaren Situationen und Probleme auf dem Campus bereithalten, kein Rezept gegen die zunehmende Spielsucht unter Studenten gefunden.

      Keith S. Whyte vom National Council of Problem Gambling vermisst bisher Hinweise der Universitäten zur Spielsucht - Broschüren nach dem Motto "Vorbeugung und Verantwortung", wie es sie auf jedem nordamerikanischen Campus zu Themen wie Alkohol, Drogen und sexueller Belästigung gibt.

      Die vielen Stunden, die Studenten an amerikanischen Unis mit Online-Pokern verbringen, bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Studienleistungen. Michael Sandberg, durchs Pokern reich gewordener Princeton-Student, ist durch sein letztes Examen gerasselt.

      Statt zu lernen saß er zehn Stunden vor dem Laptop, am virtuellen Poker-Tisch. Dass er vielleicht seinen Hochschulabschluss und seine berufliche Laufbahn gefährdet, ist ihm ziemlich egal. "Wenn ich ins Casino gehe, dann muss ich keinen Lebenslauf oder irgendwas vorzeigen", sagte er der "New York Times".


      http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,346499,00.html
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