Diskussion: "Sizing your preflop Raises" aus NL Hold'Em Theory and Practice vs Unsere Preflopraises

    • habi5586
      habi5586
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 1.532
      jo, mich würde mal interessieren, wie das die "Profis" bzw. höher spielenden Spieler von euch sehen.

      Ed Miller (und damit auch Sklansky) sagen, dass es Schwachsinn wäre immer ums selbe Preflop zu raisen, wie wir es hier mit 4BB + 1BB/Limper machen. Er schlägt vor, dass ganze zu Variieren und mal mit den besseren Karten mehr zu Raisen und auch schonmal weniger.
      Er geht natürlich von nem livetisch aus, an dem die Leute das Spiel wohl auch mehr beobachten, aus diesem Grunde kann es natürlich sein, dass seine Idee richtig ist, aber im Inet einfach überflüssig ist.

      Wie seht ihr das?
  • 4 Antworten
    • topoldboy
      topoldboy
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2005 Beiträge: 281
      Ich kenne die Argumentation nicht, die bei Miller und Sklansky dahinter steht, aber ich unterstelle mal, dass es um deception geht.
      Und die erreichst du mindestens genauso gut, wenn du aus jeder Position mit jeder Hand die 4BB+1/limper erhöhst.
    • betout
      betout
      Black
      Dabei seit: 06.02.2005 Beiträge: 2.478
      Es geht ihm eher darum, dass man - grob gesagt - in mit verschiedenen starthänden aus verschiedenen positionen unterschiedliche potgrößen bevorzugt.

      z.b. mit einem kleinen pocket pair möchte man einen großen pot am flop sehen, denn wenn man nicht trifft, folded man fast immer, aber wenn man trifft (meistens sein set), will man fast immer alle seine chips in den pot bekommen.
    • Charousek
      Charousek
      Bronze
      Dabei seit: 22.03.2005 Beiträge: 773
      Ich sehe das schon ein, was die beiden schreiben. Andere Spieler sehen das anders, Phil Gordon z.B. macht seine Preflop raises nur von der Position abhängig.

      Mit kleinen Pocketpairs größere Raises zu machen, so wie es in dem Buch beschrieben ist, klingt zumindest logisch. Die Fold Equity wird erhöht, gleichzeitig wird der Pot aufgebaut. Fragt sich nur ab welchem Limit das sinnvoll ist. Wenn mein Gegner TPTK trifft und ich ein Set, buste ich den auf 50 und 100 NL auch, ohne eine besonders große Preflopbet.
    • betandking
      betandking
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 2.125
      Ich kann die Argumentation von Sklansky auch nachvollziehen. Letztendlich ist diese Buch nicht für Spieler von Mirco- oder Minilimits gedacht.

      Es geht theoretisch sehr in die Tiefe, jedoch durchaus einleuchtend, inhaltlich dürften die gezeigten Taktiken und Instrumente sich erst bei sehr guten Spielern in höheren Limits bemerkbar machen.

      Gerade aber was das Onlinepoker betrifft denke ich, dass die meistens unter uns an mehreren Tischen gleichzeitig spielen und somit den Fokus für den ein oder anderen Tisch etwas verlieren. Trotzdem behalten wir an den Tischen den ein oder anderen im Auge, insbesonders was die "betting patterns" angeht. Leider kommt es in den höheren Limts seltener zu einem Showdown, so dass man die Preflop-Raises seiner Gegner manchmal schlecht einordnen kann, dennoch sieht man ab und an welche Karten aus welcher Position geraist werden und deren Betrag.

      Ein Vorteil der Standardraises von 4BB + 1BB/Limper hat den Vorteil, dass man auf Dauer schlecht eingeschätzt werden kann, dann man ja stets etwa um den gleichen Betrag erhöht gleich, ob man AA/22/TJs... auf den Hand hat. Natürlich spielt die Position hier auch eine Rolle...

      Falls ich meine Raises nach Sklansky/Miller mische, erreiche ich ßhnliches. Die Gegner können mich genauso schlecht einschätzen wie mit Standardraises, falls ich ab und an beim Showdown zeigen muss. Zusätzlich geht das Thema dieser "deception" noch weiter:

      Ich kann einerseits gezielt meine ganz starken Preflop Hände mit höheren Raises pushen und bekomme so, falls gewollt evtl. mehr Value oder Fold Equity, andererseits kann ich durch so auch "etwas" schlechtere Preflophände besonders stark machen. Das kommt aber auf die Position an und ob der Flop eine starke continuation bet erlaubt.

      Je nachdem ob vor mir schon ein paar Limper drinnen sind oder marginal geraist wurde, muss ich ja eh meinen (Re-) Raise anpassen, da schauen ich natürlich auch auf die Stacks, vielleicht will ich ja Preflop schon all-in pushen, was zwar selten vorkommt, vielleicht ist ja einer meiner "mates" schon committed.

      Im Ergebnis versuche ich schon mein Spiel so gut wie möglich zu variieren, dazu gehört für mich auch der Preflopraise. Da wird dann auch ab und an mal ein JJ gelimpt.

      Zuletzt steht auch in diesem Buch die Profitmaximierung und die diversen Instrumente dazu im Vordergrund. Die Preflopphase ist zwar nicht die Phase in der am meisten Geld gemacht wird, dennoch sollte man schauen, das auch hier der Profit maximiert wird. Deswegen ist auch der Preflopraise für mich eine situative Geschichte, an manchen Tischen werden eben auch höhere Raises cold-gecallt.

      gg