Der perfekte Poker-PC....

    • Muadib74
      Muadib74
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2008 Beiträge: 645
      Weil ich immer wieder Threads sehe in welchen die Leute gerne eine Kauf- und Configberatung zum perfekten Poker-PC hätten, hier mal meine 2Cents dazu.
      Meine Reputation? Ich bin IT'ler und Datenschatuzbeauftragter in nem mittelständischen Unternehmen

      Thema Hardware:

      Selbst Leute die MMTOP (Massive Multitable Online-Poker ;-) ) spielen, brauchen keinen High-End PC mit Quadcore-CPU und State-of-the_Art-GraKa.
      Ich denke 12 Tables auf dem Schrim sollten als simultane Anzeige reichen. 12 Tables einer Pokersoftware stellt jeder Mittelklasse-PC ohne Probleme und Hänger dar.
      Eine 2Ghz-CPU (echte 2 Ghz, SingleCore) sollte hier bereits viel Luft bieten (Generation Athlon XP3000+, also schon betagt...) Der CPU sollten 2GB Ram unter WinXP zur Seite stehen. Bei den derzeitigen Preisen sind 4GB auch nett, mehr bringt nichts unter XP.

      Wichtiger ist hier ein Monitor mit einer großen Fläche und großer Auflösung um die Tables alle anzeigen zu können. Je mehr Zoll und je mehr Pixel desto besser.
      Wer nicht aufs Geld schauen muss kauft was gefällt. Ansonsten darfs ein 22" TFT mit ner Auflösung im 1900er Bereich sein (is was für Leute mit scharfen Augen!)


      Thema Sicherheit:

      Pflicht:
      Antivirensoftware, immer frisch gepatched
      Firewall: ist so ne Sache

      Sicherheit ist Teils auch eine religiöse Frage. Vieles ist Vodoo und bei manchem muss man zwischen Pest und Cholera wählen.

      Regel Nummer 1: alle Passwörter, egal ob für die Pokersoftware, zum Bankingaccount oder Mailpostfach sollten nicht auf dem Rechner gespeichert werden. Die Gefahr des Auslesens ist zu groß.
      Ebenso sollten Passwörter sicher gewählt werden: lang, Sonderzeichen, Zahlen, keine Wörter die in Wörterbüchern (vorwärts/rückwärts) vorkommen. In Software verschlüsselte Passwörter (Windows, Firefox etc.) sind NICHT sicher.

      Regel Nummer 1 steht entgegen: Wer seine Passwörter nicht speichert und sie ständig eingeben muss ist bei Keyloggern gearscht.
      Stimmt. Aber wenn erst mal ein Keylogger auf dem System ist, nutzt einem das gespeicherte Passwort auch nichts mehr...
      Es ist durchaus legitim sich sehr komplizierte Passworte zu wählen und diese aufzuschreiben und im Schreibtisch zu lagern. Die Gefahr die von Leuten zu Hause ausgeht ist in der Regel als geringer einzuschätzen als die Gefahr eines Rechners der am Netz hängt.

      Regel Nummer 2:
      ist ein Rechner einmal von einem Virus, Rootkit, Trojaner, sonstwas befallen hilft konsequenterweise nur eins: Neuinstallation. Eine Bereinigung kann die Integrität eines Systems nicht wieder herstellen. Niemand kann mit 100%iger Sicherheit nachvollziehen was in einem kontaminierten System noch an Backdoors geöffnet wurde.

      Daher ist ein aktueller Virenscanner Pflicht. Zusätzlich zum fest installierten Virenscanner sollte man von Zeit zu Zeit Onlinescanner zum Gegencheck bemühen.

      Firewall: Eine religiöse Streitfrage. Gut konfiguriert und gepflegt eine sehr sinnvolle Sicherheitsergänzung. In der Regel öffnen unbedarfte Anwender aber bei lernfähigen Firewalls sämtliche Ports auf Anfrage (Anwendung X will ins Internet. Ja/Nein? --> wird meistens mit Ja quittiert, aus Bequemlichkeit und weil der Laie nicht weiß was SVCHOST eigentlich so macht...)
      Die Windowsfirewall sollte man ruhig anwerfen. Im Homebereich halte ich Router mit eingebauter Firewall für eine sehr sinnvolle Option. Softwarefirewalls auf einem Windowsrechner allgemein halte ich für eher fragwürdig.


      Regel Nummer 3: Pass auf was du im Netz treibst. Gib deine Daten nicht überall Preis. Lade nicht jeden Mist runter. Installiere Software zum Testen in einer alternativen Umgebung (Stichwort Virtualisierung). Arbeite nicht mit Adminrechten. Kurz: Sei Vernünftig (das ist quasi das äquivalente IT-Credo zum disziplinierten Poker... ;-) )
      Leider ist es heute durchaus möglich selbst mit höchster Sicherheitsstufe und vernünftigstem Verhalten sich Schadsoftware einzufangen. Das surfen auf eine unverdächtige Seite kann einem schon einen Virus/Trojaner/sontwas bescheren (Stichwort Drive-by).
      Regel Nummer 4 : Redundanz.
      Im Homebereich lässt sich über Sinn und Unsinn etwa eines Raid-1 (doppelte Datenhaltung) vortrefflich streiten. Die Daten die ich persönlich spiegele weil sie mir wichtig sind, sind Bilder und Dokumente. Sollte eine HDD abrauchen hab ich trotzdem noch die Babybilder meiner Tochter...
      Internetbanking, Pokersoftware etc. lässt sich nachinstallieren. Eine große hands-DB für etwa Pockertracker ist evtl. eine Sicherung wert.
      Genauso wichtig ist ein Image der Systempartition um im Zweifel zügig ein neues System aufzusetzen ohne 2 Tage Installationsmarathon hinlegen zu müssen.


      Fazit:
      Hardware ist zweitrangig.
      Sicherheit folgt Vernunft.
      Absolute Wahrheit gibt es nicht. Man muss sich immer auch fragen welcher Aufwand im Verhältnis zum angestrebten Schutzzweck steht.
      Der PC sollte nicht die Sicherheitszentrale darstellen. Das kann er nicht leisten. Der PC ist Schnittstelle zwischen Mensch und Software. Der Mensch sollte dabei für die Sicherheit die Verantwortung tragen.
  • 6 Antworten
    • BellyBusterStraight
      BellyBusterStraight
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2007 Beiträge: 701
      guter Post, vor allem das über die sicherheit fand ich interessant da ich mich da nicht wirklich gut auskenne ;)

      aber zur Hardware: Ich denke viele spieler vor allem auf den höheren stakes lass nicht nur pp oder was auch immer laufen, sondern parallel dazu noch Pokerace, Pokertracker, Grabem, GLH, Spadeeye und was weiß ich was
      Bin mir nicht sicher ob da nicht ein Dualcore oder so besser wär, ich selbst hab einen 3GH Prozessor und mein Pc schafft das öfter nicht alles, kann aber genausogut an dem 1GB ram liegen^^

      btw könntest du mir mal kuzr erklären wie man die Festplatte formatiert und Windows neu draufspielt?
      Habs letztens mal probiert, über Eingabeaufforderung gings net und mit der Recoverycd die ich hab auch net, Systemwiederherstellung reicht auch nicht wirklich weit zurück
      Brauch ich da spezielle Software?
    • TheOneAndOnlyMarkus
      TheOneAndOnlyMarkus
      Bronze
      Dabei seit: 20.02.2006 Beiträge: 3.784
      Das Thema Verschlüsselung sollte doch inzwischen durch sein oder? Software die richtig verschlüsselt ist sicher!
      Meine Reputation? Lernt denk ich jeder Informatikstudent =)
    • TylerD1
      TylerD1
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2007 Beiträge: 1.522
      Mich würde Intressieren was du von der Lösung Windows in eine Virtualmchine auf nem Linux system zu Instalieren hälst?
      Und dort dann ausschließlich Pokersoftware zu verwenden?
      Ab wann kann man von echter Paranoia sprechen und was sollte man umbedingt machen?
    • Muadib74
      Muadib74
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2008 Beiträge: 645
      Original von TheOneAndOnlyMarkus
      Das Thema Verschlüsselung sollte doch inzwischen durch sein oder? Software die richtig verschlüsselt ist sicher!
      Meine Reputation? Lernt denk ich jeder Informatikstudent =)
      Wie erwähnt ist einiges, speziell zum Thema Sicherheit unter Fachleuten eher eine religiöse Diskussion. Und inforamtionstheoretisch gibt es natürlich die "sicherere Software". Aber nichts von dem was der Otto-Normal-User als Standard-Software benutzt ist dem zuzuordnen. Ich spreche von passwortspeichernden Browsern, Passwortcontainern, Betriebssystempasswörtern etc. Ich spreche nicht von SAP oder dergleichen.
      Fakt: ein Passowrt in Firefox ist nicht sicher. Ein Windowspasswort (Standaloen-Rechner) ist nicht sicher. Und ich weiß nicht wie die Pokersoftwareanbieter arbeiten, aber ich glaube nicht das die Software/Loginpasswörter derart hohe Standards erfüllen.

      Aber wie in meinem Fazit erwähnt: Absolute Wahrheit gibt es nicht.
      Die größte Sicherheitsvorkehrung die sich treffen lässt ist Vernunft.
    • Muadib74
      Muadib74
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2008 Beiträge: 645
      Original von BellyBusterStraight
      guter Post, vor allem das über die sicherheit fand ich interessant da ich mich da nicht wirklich gut auskenne ;)

      aber zur Hardware: Ich denke viele spieler vor allem auf den höheren stakes lass nicht nur pp oder was auch immer laufen, sondern parallel dazu noch Pokerace, Pokertracker, Grabem, GLH, Spadeeye und was weiß ich was
      Bin mir nicht sicher ob da nicht ein Dualcore oder so besser wär, ich selbst hab einen 3GH Prozessor und mein Pc schafft das öfter nicht alles, kann aber genausogut an dem 1GB ram liegen^^

      btw könntest du mir mal kuzr erklären wie man die Festplatte formatiert und Windows neu draufspielt?
      Habs letztens mal probiert, über Eingabeaufforderung gings net und mit der Recoverycd die ich hab auch net, Systemwiederherstellung reicht auch nicht wirklich weit zurück
      Brauch ich da spezielle Software?
      1GB RAM? gönn dir was und bau noch eins (besser 3, gerade z.Z. sind die Preise sowas von im Keller!) rein. Du wirst staunen was das bringt. Eine Erweiterung von 100% RAM ist in der Regel spürbarer als eine Steigerung der Rechenleistung.

      Windows neu installieren: deine Recovery-CD sollte dir da eigentlich gute Dienste leisten. SOllte das nicht klappen wandle deine recovery CD in eine Full-CD um. Sprich: du kannst eine vollwertige InstallationsCD erstellen aus deiner "abgespeckten" Variante. Einschläige Seite wie heise.de/ct, winload.de und google helfen dir bei den Details.
    • Muadib74
      Muadib74
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2008 Beiträge: 645
      Original von TylerD1
      Mich würde Intressieren was du von der Lösung Windows in eine Virtualmchine auf nem Linux system zu Instalieren hälst?
      Und dort dann ausschließlich Pokersoftware zu verwenden?
      Ab wann kann man von echter Paranoia sprechen und was sollte man umbedingt machen?
      Vom Aspekt der Sicherheit her?
      Sehr gut wenn die vernünftige Verwendung beachtet wird. Auch ein virtualisiertes System kann ich mit Viren zukleistern...
      Der Schaden beschränkt sich dann eben auf die virtuelle Umgebung.

      Wenn du dort dann wirklich nur und ausschließlich pokerst, sollte das System für lange Zeit sehr sauber sein.
      Womit ich mich allerdings bisher noch nicht beschäftigt habe (ist für mich gerade aber auch sehr theoretisch): Wenn dein Wirtssystem (bei linux unwahrscheinlich aber nicht unmöglich) gekapert wird, kann man sich auch an den virtuellen Systemen zu schaffen machen...

      Als Paranoia würde ich betrachten ein extra Rechner mit eigener Inetleitung und Raid5 nur fürs Poker....
      Ich denke (und ich bitte zu beachten: auch meine Ansichten sind nur Meinungen!) man hat bereits sehr viel gewonnen wenn man sicher sein kann das sein System Integer ist und man keine Passwörter zu den Stellen speichert wo es ums Geld geht (Onlinebanking, Pokersoftware, Mailaccount)
      Das sind sicher 80% des Weges...