Was tun gegen das Tilten?

    • ameisenmann
      ameisenmann
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 2.787
      Bestimmt wurde das Thema schonmal behandelt und im Endeffekt muss jeder selber damit fertig werden, aber mich würden Erfahrungen von Leuten interessieren, die bestimmt schon schlimmeres als ich durchgemacht haben.

      Gestern hab ich bei NL5 zum zweiten mal 20,-$ verloren. Sonst waren alle Session gewinnbringend und ich hab insgesamt 80,-$ plus...

      Meistens sind es Situationen, wo ich auf einmal einen Stack verliere, das macht mich fertig, weil ich mir dann denke: "boah das wird so lange dauern, das wieder reinzuholen"...

      Gesten zb gleich am Anfang mit AA am flop gepusht, Gegner called und trifft im River den Flush (hatte KQo, sonst nix getroffen)...Oder halt diese Callingstations...Ich raise AQ, treffe mit Q Top Pair, im River kommt ein K und er zeigt mir K3...hat damit tatsächlich alle Value Bets gecalled. Ach, es gibt einfach zu viele Beispiele. Ich weiß, dass diese Leute für mich im Endeffekt profitabel sind, aber es zährt schon sehr an den nerven. Von den Donks, die einen mit Mist raisen, brauche ich erst gar net anfangen...

      Ich könnt auch immer nen Hals kriegen, wenn Typen nen VPIP von 60 haben und PFR von 15 oder so und bereits mit 15$ am Tisch sitzen, ich dann eine geile Hand gegen die bekomme und sie dann wieder voll ablucken...

      Auch wenn ich mir denke "Ok, straight weiter spielen", dann kommt das Tilt schleichend und ich verliere immer mehr, weil ich mir denke, dass ich wenigstens einen Teil wieder rausholen muss und länger spiele, als ich es eigentlich vor hatte...Die Fehler summieren sich einfach, weil die Tilt-Logik dann lautet "Je mehr Hände ich spiele, desto schneller kommt Geld rein"...Ich will ja eigentlich weiter spielen, weils ja Spaß macht, aber ich weiß auch, dass ich aufhören sollte, weil ich nicht mein A-Game liefern kann. Ist halt nur sehr deprimierend, ne Session ohne Gewinn zu beenden...

      Das Gute an so einem Tilt ist, dass es einem zu denken gibt und ich danach erstmal wieder sehr gut spiele. Alleine schon aus Angst vor noch größeren Verlusten. Bis zum nächsten Suck out.

      Wie geht ihr damit um und versucht, Verluste zu vermeiden? Hört ihr dann für den Tag auf oder versucht es später noch einmal? Besucht ihr die On-Tilt-Selbsthilfegruppe? Vielleicht kann ja auch jemand von seinen Blow-ups berichten, gegen die meine lächerlich erscheinen?
      Mich muntert es zb etwas auf, wenn ich daran denke, wie Ted Forrester beim High Stakes Poker mit nem set 2er gegen ein set 5er 100.000,-$ verloren und trotzdem noch gelächelt hat...
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    • Thorsten77
      Thorsten77
      Black
      Dabei seit: 28.05.2006 Beiträge: 12.896
      Einige Spieler setzen sich eine feste Buy-In-Verlustgrenze nach dem Motto "nach 3 BIs wird die Session immer beendet". Früher hab ich das auch gemacht. Heute beende ich meine Session wenn ich sehe, dass ich nicht mehr gut spiele. Zudem habe ich eine 3-"Fehler"-Regel: wenn ich innerhalb einer kurzen Zeitspanne drei Entscheidungen treffe, die sich als falsch (im Ergebnis) herausgestellt haben (calls als underdog, bluffs, etc.) höre ich auf. Teilweise kann es gut sein, dass die Spielweise gegen die Range richtig war (das analysiere ich am nächsten Tag im Session Review), aber so vermeide ich das Schönreden von irrationalen Entscheidungen in Tilt-Phasen.