+EV jeweils gegen Gegner vor und hinter uns ==> Gesamt +EV?

    • ChrisTheFish
      ChrisTheFish
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 450
      Ich wusste nicht so recht wie ich es ausdrücken sollte. Genausowenig wie ich ein passenderes Forum gefunden habe.

      Angenommen ich kann z.B. nach ORC +EV gegen die Gegner hinter uns spielen und +EV gegen die Gegner vor uns (laut stove ... ääh equilidingsbums).

      Ist dann das Gesamtergebnis immer auch +EV?
      Oder kann es passieren, dass wenn z.B. der Erwartungswert gegen die Gegner hinter und vor uns nur minimal ist, das der Gesamterwartungswert negativ wird?

      Es geht mir nur um den reinen Erwartungswert, Postflopentscheidungen jetzt mal außer acht gelassen.

      Ich habe mit stove mal einige Situationen durchgespielt und es müsste wohl stimmen, aber vielleicht waren es nicht die Richtigen.

      Kann man auch davon ausgehen, dass sobald ich gegen z.B. die Gegner vor uns stark + EV spielen kann, gegen die Gegner hinter uns aber minimal -EV, dass das Gesamtergebnis trotzdem -EV ist?

      Also sobald der EV gegen die Gegner vor oder hinter uns negativ ist, ist der Gesamterwartungswert negativ?
  • 10 Antworten
    • IngolPoker
      IngolPoker
      Black
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 10.472
      wenn der EV gegen die Gegner vorne und hinten positiv ist, ist selbstverständlich auch der gesamtEV positiv.
      Gleiches gilt für einen negativen EV.
      Und selbstverständlich musst du abwägen, wenn der EV z.b. gegen die Gegner vor dir +EV ist, gegen die gegner hinter dir aber -EV. Je nachdem was größer ist...
      Das führt dazu, dass du manche Steal-Hände foldest, weil schon jemand gelimpt hat, oder auch dazu, dass du mehr hände raist, wenn vor dir ein absoluter vollpfosten in die Hand eingestiegen ist ;) (isolation raise)
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.635
      Das Gesamtergebnis muss nicht immer positiv sein. Es gibt ja auch noch den Rake. Aber vom Prinzip her machst du mit +EV-Entscheidungen auf lange Sicht Gewinn. Auf kurze Sicht kann's auch mal daneben gehen. Das ist dann Varianz.
    • ChrisTheFish
      ChrisTheFish
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 450
      Interessant wie sich normale Spielweisen (Isolation Raise etc.) in der mathematischen Sicht wiederfinden.

      Machen wir mal ein paar Beispiele:

      1.
      Equity gegen Gegner vor uns: 0.55
      Equity gegen Gegner hinter uns: 0.48

      Das ist dann wohl spielbar, angenommen der Rake wäre bereits einberechnet worden bzw. wir würden ihn jetzt mal außer acht lassen?

      2.
      Equity gegen Gegner vor uns: 0.70
      Equity gegen Gegner hinter uns: 0.40

      Gegen den Gegner vor uns würde ich die Hand spielen. Gegen die Gegner die noch nach uns dran sind sieht das aber schlecht aus. Selbst wenn ich den Gegner vor uns isoliere, so wird doch im Durchschnitt der Gegner nach uns was besseres haben. Dann kann ich doch nicht vom ORC nach unten hin abweichen, oder doch?

      3.
      Equity gegen Gegner vor uns: 0.40
      Equity gegen Gegner hinter uns: 0.70

      Ich weiß, dass ich gegen die Gegner hinter uns vorne liege, liege aber schon gegen den Gegner vor uns hinten. Dadurch ist die Hand doch nicht spielbar, oder?

      Irgendwie habe ich Schwierigkeiten die rein intuitiv getroffenen Entscheidungen in dieses mathematische EV-Schema zu pressen ?(
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Original von IngolPoker
      wenn der EV gegen die Gegner vorne und hinten positiv ist, ist selbstverständlich auch der gesamtEV positiv.
      Gleiches gilt für einen negativen EV.
      So ein Quatsch:
      Beispiel AKo

      Gegen 1 Gegner vor dir mit 99 ist die Hand -EV (45,4% Equity)
      Gegen einen Gegner hinter dir mit 22 ist die Hand -EV (48% Equity)

      Gegen beide ist die Hand +EV (37,8%).

      Also 2x negativer EV und trotzdem ist gegen beide Gegner der EV positiv.
    • Skorpinus
      Skorpinus
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2005 Beiträge: 2.047
      Wenn es um einzelne Hände geht, dann kann man das nicht einfach übertragen
    • GadZ
      GadZ
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2005 Beiträge: 265
      Also eins sollte man hier mal sagen: über 50% Equity gegen Spieler 1 und über 50% Equity gegen Spieler 2 heißt NICHT, dass die Equity gegen beide über 33% liegt. Z.B. 22 vs random liegt bei knapp 51%, 22 vs random vs random aber nur bei knapp 31%.
    • ChrisTheFish
      ChrisTheFish
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 450
      Nun gut, also kann aus einem negativen Erwartungswert ein positiver werden.

      Kann es auch passieren, dass wenn ich jeweils gegen den Gegner vor und gegen den Gegner hinter mir einen positiven Erwartungswert habe, dieser in der Summe negativ wird?

      Also so wie in dem Beispiel von BigAndy, nur genau anders herum.
    • eplc
      eplc
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2005 Beiträge: 8.683
      Ja, z.B. so:

      Hand 0: 30.695% 30.58% 00.11% 2019989 7503.00 { 99 }
      Hand 1: 40.622% 40.51% 00.11% 2675709 7503.00 { AKs }
      Hand 2: 28.684% 28.57% 00.11% 1887157 7503.00 { QJs }

      Dabei solltest du aber nicht die Potsize vergessen. Meist ist der Pot groß genug, dass du immernoch +EV callen kannst.
    • ChrisTheFish
      ChrisTheFish
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 450
      Interessant. Ich hätte nie gedacht, dass man mit 99 noch 30% Equity hat. Schließlich braucht nur A,K,Q,J oder drei Karten in einen der AK/QJ Suits zu kommen.
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Original von ChrisTheFish
      Interessant. Ich hätte nie gedacht, dass man mit 99 noch 30% Equity hat. Schließlich braucht nur A,K,Q,J oder drei Karten in einen der AK/QJ Suits zu kommen.
      Und zu 18% kommt eine dritte Neun. Dann müssen AK/QJ schon mehr treffen als ein Paar.