Grundzüge Omaha

    • micpas1711
      micpas1711
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2005 Beiträge: 201
      Omaha

      Vorwort

      Omaha wird in zwei Varianten gespielt:

      - Omaha regulär (Nur die stärkste Hand gewinnt)
      - Omaha/8 (high and low)


      Ein Wort der Warnung vorweg. Bei Omaha gewinnen nur wirklich starke Hände. Häufig reichen two pair nicht aus, um den Pot zu gewinnen.
      Omaha ist mit Texas Hold'em eng verwandt. 5 Gemeinschaftskarten werden ausgelegt (Flop, Turn, River) und das Wertungsranking ist gleich. Auch die blinds werden wie beim Hold'em gebracht.
      Das ist es aber mit den Gemeinsamkeiten auch schon gewesen.

      Omaha spielen

      Wer Hold'em gut spielt, muss sich beim Omaha extrem konzentrieren. Es werden 4 (vier!) Startkarten ausgegeben. Von diesen 4 Startkarten muss man zwei verwenden. Nicht eine oder drei, sondern genau 2. Ich habe schon viele Hold'em-Spieler gesehen, welche mit Karo-As (ohne weiteres Karo in der Hand) und 4 Karo im Board meinten, sie hätten den Nutflush, das gibt jedes Mal ein schreckliches Erwachen. Um seine Hand zu bilden, müssen aber genau 2 der 4 eigenen Startkarten verwendet werden.
      Dadurch wird ein servierter Drilling (meistens) oder sogar ein Vierling (immer) zur sinnlosen Hand. Es ist mir bisher einmal passiert, dass ich 4 Asse in meiner Starthand hatte. Ich habe meine Bedenkzeit ausgeschöpft, um den Anblick zu genießen, aber spielbar ist diese Hand nicht.
      Man bedenke, dass an einem Fullring-table 40 Startkarten ausgegeben werden. Mit den 5 Boardkarten verbleiben lediglich 7 Karten im Deck. Wenn man einen Vierling auf der hand hält, gibt es lediglich die Möglichkeit, mit einem Drilling im Board, ein Full house zu machen, dass dann aber die zusätzliche Karte zu dem Drilling unterwegs ist, ist eine Möglichkeit von über 70% gegen mich. Also weg damit
      Dadurch, dass man 4 Startkarten erhält, hat man natürlich einige Möglichkeiten, eine starke Hand zu bilden. Ihr habt 6 Kombinationsmöglichkeiten, müsst aber immer daran denken, dass jeder Gegner eben auch diese 6 Kombinationsmöglichkeiten hat.
      Durch die 6 Kombinationsmöglichkeiten, kann man meist mehr Starthände spielen, als beim Hold'em, dafür ist man häufiger gezwungen, nach dem Flop seine Karten aufzugeben.

      Straights und Flushs sind beim Omaha relativ häufig zu sehen. Wenn man einen Flush trifft, so muss er hoch sein, mit 23s lässt sich kaum ein Blumentopf gewinnen und Geld zu invetieren, nur um zu sehen, dass man die zweitbeste Hand hat, bringt nur Verlust. Sobald im Board aber auch ein Pärchen liegt, steht man meistens gegen ein Full House. Natürlich kann man eine starke Hand wie einen guten Flush oder den höchstmöglichen Straight nicht gleich folden, aber man muss versuchen so billig wie möglich an den showdown zu kommen.

      Bevor Anfänger Omaha spielen, sollte man entweder zuhause einige Omaha-Blätter auslegen, oder lediglich um Spielgeld pokern. Wer sich unvorbereitet an reguläre Geldtische setzt, kann eigentlich nur verlieren. Man muss aus 9 Karten die beste Omaha-Hand herauslesen, was 60 Kombinationen entspricht. Gleichzeitig muss man aber auch die Kombinationen einkalkulieren, die meine Hand schlagen könnten. Habe ich zum Beispiel einen Straight von unten, 6,7 in der Hand und das Board beinhaltet 8,9,10, so würde mich eine Kombination 7,J und J,Q bezwingen. Aufgrund der 4 Startkarten, ist es meistens der Fall, dass mindestens ein Gegner eine höhere Straße getroffen hat.

      Der Pokersatz "fit or fold" (Ergänzen oder Aussteigen), trifft beim Omaha weit mehr zu, als beim Hold'em. Der Flop muss passen! Entweder habe ich nach dem Flop eine starke Hand oder zumindest einen Draw (mit vier Karten) auf die bestmögliche Hand, ansonsten muss ich meine Karten loslassen und Geld sparen.
      Ein Bluff mag beim Hold'em gelingen (locker und lässig sofort ein All-In), beim Omaha schmeisst man sein Geld mit einem Bluff dem Gegner in den Rachen. Ein Bluff gegen zwei Gegner, ist ein Bluff gegen 12 Startkombinationen, dass kann nicht gut gehen.
      Habt Ihr das Glück und macht am Flop oder Turn die bestmögliche Hand, dann bettet und raist ohne Gnade. Slowplay ist beim Omaha ein noch größerer Fehler, als beim Hold'em. Beim Hold'em mag es manchmal sinnvoll sein, um Geld von mehreren Gegnern in den Pot zu bekommen, beim Omaha hingegen ist aufgrund der vier Startkarten die Möglichkeit am River abgefangen zu werden wesentlich größer. Deswegen betten und raisen. Wenn der Gegner weitere Karten sehen will, so muss er anständig bezahlen oder er soll folden.
  • 10 Antworten
    • Publius
      Publius
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 1.339
      Danke für den Artikel. Lässt sich sehr gut lesen.
      Was ich mir noch wünschen würde: Mit was für Händen lohnt es sich den Flop anzusehen?
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      Das kann man nicht so allgemein ausdrücken, wie bei holdem. ein SHC würde den rahmen sprengen, da es so viel mehr möglichkeiten gibt. in einem anderen thread wurde mal dieser link empfohlen. ist ein punktesystem für omaha-starthände und für den anfang sicher sehr gut geeignet. macht allerdings etwas mehr arbeit, als ein SHC zu lesen.


      http://erh.homestead.com/omaha.html
    • micpas1711
      micpas1711
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2005 Beiträge: 201
      Original von Publius
      Danke für den Artikel. Lässt sich sehr gut lesen.
      Was ich mir noch wünschen würde: Mit was für Händen lohnt es sich den Flop anzusehen?
      Da bin ich dran! Kommt demnächst!
    • Publius
      Publius
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 1.339
      @Faustfan
      @micpas1711

      Herzlichen Dank!
    • silu6
      silu6
      Bronze
      Dabei seit: 15.10.2005 Beiträge: 142
      Nice Text

      Ich habe eine Frage zu den Odds. Wie hoch ist die Chance, dass ich den Flush kriege, bei folgender Situation:

      Ich habe Ah 9h 10c 7s

      Board 3h 7h Ad

      36:9 -> 4:1?
      Also 20% bis zum Turn?

      1/4 +3/4*1/4=1/2.28
      Also ca. 43% bis zum River?
    • bahmrockk
      bahmrockk
      Bronze
      Dabei seit: 10.09.2005 Beiträge: 6.769
      @silu das aendert sich ja zu holdem ueberhaupt nicht

      @starting hands Spiel' PL und NL, dann kannste fast alles spielen, musst halt nur postflop skilliger sein ;) (Mein VPIP liegt bei 33% *g*)

      - georg
    • silu6
      silu6
      Bronze
      Dabei seit: 15.10.2005 Beiträge: 142
      Original von bahmrockk
      @silu das aendert sich ja zu holdem ueberhaupt nicht
      Also der Weg wie man zu den Odds kommt ändert sich nicht?

      Denn die Odds werden sich doch minim ändern, da man nach dem Flop 7 Karten kennt und nicht 5, oder?
    • Dre2000
      Dre2000
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 11
      Die Odds können sich schon deutlich ändern:

      Beispiel:

      Du hältst 4 Herzen und es kommen 2 Herzen im Flop. Das gibt Dir Odds von 1:5,4 entgegen dem Holdem Odds für einen Flush Draw von 1:4,2

      Anderes Beispiel:

      Am Flop kommen zwei Herz mit gleichzeitig einem Paar: Beim Holdem ziehst Du jetzt von Deinen 9 Outs je nach Höhe des Päarchens aufgrund von FullHouse Gefahr 1 maximal 2 outs ab. Im Omaha ist die Gefahr eines FullHouses oder gar eines Vierlings deutlich höher, so daß Du wesentlich schlechteres Odds zu erwarten hast. Je nach Betsequenz kannst Du Dich von so einem Draw aufgrund der sehr viel größeren Gefahr Drawing Dead zu sein, schnell verabschieden.
    • rine
      rine
      Bronze
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 129
      Es ging hier doch nur um die Berechnung. Und silu hat recht; ein klein wenig anders ist es aufgrund der 2 zusätzlich bekannten Karten. Aber wirklich ausschlaggebend nun auch wieder nicht.
    • Dre2000
      Dre2000
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 11
      Ja dann berechne die Odds mal schön wie beim Holdem. Bewerte Flush und Straight Draws bei einem Paired Board weiter schön optimistisch und Du wirst Dein Waterloo erleben.