Berechnung von Backdoor-Outs

    • GiGi34
      GiGi34
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 98
      Hi,

      ich meine immer im Poker Material gelesen zu haben, dass man sich auf Backdoor Draws so im Schnitt 0,5 Outs geben kann.

      Das kam mir immer sehr wenig vor und wollte hier mal selber "laut" nachrechnen:

      Backdoor Straight Draw

      Angenommen wir halten 8 9 und auf dem board ligt bereits eine 7 dann verhelfen uns zur straight:
      Turn = 6, River = 5
      Turn = 5, River = 6
      Turn = 6, River = T
      Turn = T, River = 6
      Turn = T, River = J
      Turn = J, Turn = T
      macht zusammen (für die "Backdoor-Open-Ended-Straight")
      6 * ( 4 / 47 * 4 / 46) = 1 / 22,5 = 0,0444
      und das ist die gleiche Wahrscheinlichkeit, wie einen 2,08-Outer zu treffen.

      Angenommen wir halten 8 9 und das board zeigt einen J, dann verhelfen uns zur straight:
      Turn = T, River = 7
      Turn = 7, River = T
      Turn = T, River = Q
      Turn = Q, River = T
      macht zusammen (für eine "Backdoor-Gutshot-Straight", falls es sowas gibt)
      4 * ( 4 / 47 * 4 / 46 ) = 1 / 33,8 = 0,0296
      und das entspricht der Wahrscheinlichkeit einen 1,39-Outer zu treffen.

      Angenommen wir halten K Q und auf dem Board liegt ein A, dann machen wir die Straight nur bei
      Turn = J, River = T
      Turn = T, River = J
      macht für die "Backdoor-One-End-Straight"
      1 / 67 = 0,015 was einem 0,7-Outer entspricht.

      Backdor Flush Draw

      ist etwas einfacher, wir halten bereits 2 Karten einer suit und eine liegt auf dem board, dann machen wir den Flush mit einer Wahrscheinlichkeit von:
      10 / 47 * 9 / 46 = 1 / 24 = 0,041
      und entspricht einem 1,96-Outer

      last but not least
      Backdoor Straight und Backdoor Flush Draw
      Da dachte ich mir, genauso wie die 3 straight wahrscheinlichkeiten oben,
      und dann noch plus (8 / 47 * 7 / 46) = 1,2 Outs zusätzlich zu den straight outs.

      kurzum:
      Backdoor open ended straight => ca. 2 Outs
      Backdoor Flush => ca. 2 Outs
      Backdoor open ended straight UND Backdoor Flush => ca. 3 Outs

      wie isses also mit 0,5 Outern... hab ich nen Gedankenfehler drin?

      Comments welcome
  • 11 Antworten
    • Zinsch
      Zinsch
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2008 Beiträge: 11.826
      Also ich hab da bezüglich des Backdoor-Onecard-Flushdraw im Gedächtnis:

      Zu den Nuts: 1,5-2 (kA, was es war)
      2nd, 3rd, 4th: 1 Out
      alles andere: 0,5 Outs

      Hmm, bin mir nicht sicher, ob ich das gerade erfunden hab oder irgendwo schon mal gelesen hab.

      Edit: Diese Abwertungen/Aufwertungen gehen halt im Prinzip um (Reverse) Implied Odds, Dominationsgefahr, etc.

      Aber 2 Outs müssten dann ja 8% Equity entsprechen, was ich jetzt nicht ganz glauben kann. Hmm, schnell mal ein Beispiel stoven, wo man nur noch auf den Backdoorflush drawt --> KhKc vs 8s3h, Flop: KdTs2s, Equity: 3,6% --> 1 Out. Wenn man dann eine Situation nimmt, wo noch alle Flushkarten gut sind, dann kommt man wahrscheinlich ziemlich genau auf 4% (leider gibts so eine Situation nicht, weil, wenn ich nicht Outs auf das Full House hab, dann hat die unterlegene Hand noch Backdoor 2pair/Trips Outs, was die Equity verfälschen würde).
    • zweiblum88
      zweiblum88
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2006 Beiträge: 2.397
      in "Weighting the Odds" is das auch mal vorgerechnet.

      2 outs zum nutflush, 0.5-1 für die backdoorstraight. Je nachdem ob man halt 789 schon hält oder ob man "Lücken" hat.
    • SwissDave
      SwissDave
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 637
      Ein weiteres Problem bei deiner Rechnung ist, dass du die meisten Gutshots am Turn folden musst. Wenn du für Backdoor Straights nur mit den Händen rechnest die dir am Turn einen OESD geben und noch Reverse implied Odds gegen Flush, FH einrechnest wirst du wohl auf ähnliche Werte wie empfohlen kommen.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Hi,

      erstmal zu deiner Rechnung Gigi. Bei dem BDFlushdraw schreibst du, dass die Wkt ihn bis zum River zu treffen rund 4% ist. Das ist auch korrekt. Jetzt schreibst du , dass das einem 1.96 Outer entspricht. Warum? Wenn man ein Out am Flop hat, entspricht das 4% EQ und wenn man 2 hat, sogar 8.5%. Von daher müsste man aus deiner Rechung annehmen, dass ein BDFD laut Equity nur 1 Out wert ist.

      Er ist aber mehr wert und das erkennt man, wenn man nicht die Wkt., sondern den EV ausrechnet. Dann kommt raus, dass man einen BDFD ab Pot Odds von 28:1 callen kann, was 1.5 Outs entspricht. Sowas in der Art habe ich schonmal hier geschrieben.


      Original von kombi
      Das Hauptproblem liegt darin, daß wir am Flop nicht all-in sind. Das führt dazu, daß uns die Equity bei der Bestimmung des Erwartungswerts nur bedingt weiterhelfen kann.

      Ein 1-Out Draw hat am Flop 4.3% EQ. Die Odds sich bis zum River zu verbessern sind also 22.5:1. Wie wir aber alle wissen reichen Pot Odds von 22.5 SB : 1 SB trotzdem nicht, weil wir unimproved am Turn leider folden müssen und damit 1/46 = 2.2% EQ aufgeben. Eine EV-Rechnung zeigt, daß wir ohne Implied Odds eine Potgröße von 46 SB brauchen (wie es auch in einer typischen Odds&Outs Tabelle zu finden ist).
      Bei einem Backdoordraw sieht das nun anders aus. Ein BDFD hat zwar auch 4.2% EQ und damit Odds von 23:1 sich bis zum River zu verbessern, allerdings müssen wir am Turn keine EQ aufgeben wenn wir verfehlen, weil unsere EQ direkt auf 0% sinkt. Die EV-Rechnung ergibt nun, daß uns, anders als beim 1-Out Draw, jetzt schon eine Potgröße von 28 SB reicht (und diese Zahl findet sich in einer typischen Odds&Outs Tabelle nunmal bei ca 1.5 Outs).

      Bei einem BDdraw gibt es also im Gegensatz zu einem normalen Draw zwei gegenteilige Effekte. Wenn wir den BDdraw am Turn verfehlen, können wir folden ohne EQ aufgeben zu müssen, weil unser Draw komplett wertlos geworden ist. Auf der anderen Seite müssen wir aber, wenn wir treffen, noch eine BB zusätzlich am Turn bezahlen um uns unsere EQ zu erhalten. Wie diese beiden Effekte nun genau zusammenspielen, kann nur eine EV-Rechnung zeigen.
      Wenn Bedarf besteht, kann ich es auch nochmal ausführlicher erklären, wie man drauf kommt.

      0-Gap BDSD = 1-1.5 Outs
      1-Gap BDSD = 0.5-1 Out
      2-Gap BDSD = 0-0.5 Outs

      2-card BDFD = 1.5 Outs


      btw. Die Herleitung in "Weighting the Odds" ergibt zwar gute Werte, allerdings ist sie überhaupt nicht begründet. King Yao wendet nämlich auch das Konzept an, dass er die Wkt. berechnet mit der der Draw ankommt und diese dann in Outs umwandelt. Bei ihm entsprechen 4% EQ dann 2 Outs. 4% EQ von Flop->River sind aber nunmal 1 Out, nur wenn man 4% EQ von Turn->River nimmt, kommen 2 Outs raus. Es gibt aber keinen Grund weshalb man das tun sollte, da ich meinen Backdoordraw nunmal am Flop habe und ich die Wkt. ja auch über Flop->River berechnet habe. Die Methode ist also überhaupt nicht begründet und führt eher zufällig auf die richtigen Zahlen. Zumindest ist das meine Meinung.
    • GiGi34
      GiGi34
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 98
      Jo, erstmal danke für die Response

      also wenn ich Zinsch und Zweiblum lese, so ist der Backdoor Flush tatsächlich ein 2-outer. klar kann ein gegner auf nen besseren flush drawen, oder manche karten pairen das board was wiederum full house möglichkeiten bietet...von daher muss man da von Fall zu Fall discounten, aber halten wir mal fest, für nen cleanen Flush: => 2 outs.

      @ swiss
      ich verstehe was du meinst, alledings wollte ich eben nicht nur die möglichkeiten einrechen, dass ich genau am turn den oesd hitte und am river die straight. Mir ging es darum, alle möglichkeiten in Betracht zu ziehen, also auch erst gutshots und dann straights...
      Meine Intention war halt:
      Man drawt ja nie nur auf nen Backdoor, sondern hat noch andere outs.
      Aber die zusätzlichen outs für backdoor draws am flop korrekt zu addieren, darum gings.
      Wenn ich am turn improve, kann ich ja wieder neu evaluieren.
      Hab ich nun den oesd gebe ich mir die 8 outs,
      wenn sich das board in richtung gutshot entwickelt hat, dann eben nur 4 zusätzliche outs.
      Ich halte das im übrigen gar nicht für einen Nachteil, sondern für einen Vorteil, dass man am turn nochmal neu abschätzen kann.
      Das kommt mir vor, wie eine zweiteilige wette, bei der man im ersten Teil 33% Einsatz zahlt, im zweiten Teil 66 %. Erfüllt der erste Teil schon nicht die Vorraussetzungen, kann ich immer noch aus der wette aussteigen... ..naja so ähnlich halt

      @kombi
      ich glaube wir kommen hier mit Equity und wahrscheinlichkeiten bis zum River durcheinander.
      1 Out am flop hat die Wahrscheinlichkeit von 1/47 = 2% am Turn zu erscheinen
      1 Out am turn, hat die wahrscheinlichkeit von 1/46 =2% am river zu kommen.
      Im Chart werden natürlich die turn und river wahrscheinlichkeiten beider strassen addiert und ergeben so die Equity, also 4%

      Aber Ziel meiner ganzen Out-Rechnerei soll ja sein, die pot odds korrekt zu bestimmen und das kann und will ich ja für jede street einzeln machen.... also gebe ich mir am flop auf backdoors 2 outs und prüfe damit erstmal meine pot odds.
      Natürlich sind das nur "virtuelle" outs, aber sie sollen halt einfach schon am flop beschreiben, wie wahrscheinlich es ist, dass so ein Backdoor ankommt.... kann man das verstehen?
      Beim nochmaligen durchlesen, kombi, ist das genau das, wie du den Ansatz von King Yao beschreibst...

      Ich nehme aber von dem ganzen mit, dass diese 0,5 bis 1 Outs für Straights, das Ergebnis von "Discount" Betrachtungen und durch eventuelle Einschränkungen an den Enden der Straights zustande kommen muss...
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Hmm, da mein Text nicht die erhoffte Wirkung hatte, versuch ichs mal andersrum.

      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein 2-Outer zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 12 SB und sein Gegner hat nur noch 1 SB in seinem Stack und setzt diese. Hero bekommt also Pot Odds von 13:1. Kann er profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Ja.
      Hero wird zu 2/47 am Turn hitten und zu 45/47 am Turn zwar verfehlen, dann aber zu 2/46 am River hitten. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = ( 2/47 + 45/47*2/46 ) * 14 SB - 1 SB = +0.18 SB


      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein Backdoorflush zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 12 SB und sein Gegner hat nur noch 1 SB in seinem Stack und setzt diese. Hero bekommt also Pot Odds von 13:1. Kann er profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Nein.
      Hero wird zu 10/47 am Turn seinen Flushdraw treffen und in diesen Fällen zu 9/46 seinen Flush am River vollenden. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = ( 10/47*9/46 ) * 14 SB - 1 SB = -0.42 SB


      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein 2-Outer zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 24 SB und sein Gegner hat einen vollen Stack. Er setzt am Flop 1 SB. Hero bekommt also Pot Odds von 25:1. Villain ist sehr clever und weiß wann er beat ist und wann nicht. Ist er beat, wird er folden. Ist er weiterhin ahead wird er am Turn 1 BB betten. Kann Hero am Flop profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Ja.
      Hero wird zu 2/47 am Turn hitten und den Pot gewinnen. Zu 45/47 wird er verfehlen und dann für Pot Odds von 14:1 am Turn folden müssen. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = 2/47 * 26 SB - 1 SB = +0.11 SB


      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein Backdoorflush zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 24 SB und sein Gegner hat einen vollen Stack. Er setzt am Flop 1 SB. Hero bekommt also Pot Odds von 25:1. Villain ist sehr clever und weiß wann er beat ist und wann nicht. Ist er beat, wird er folden. Da er am Turn immer ahead sein wird, wird er dort 1 BB betten. Kann Hero am Flop profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Nein.
      Hero wird zu 10/47 am Turn seinen Flushdraw aufgabeln und den für Pot Odds von 13:1 auch callen können. In diessen Fällen wird er zu 9/46 seinen Flush treffen und einen 14 BB Pot gewinnen. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = P(hit Flush) * Reingewinn + P(hit Flushdraw, aber nicht Flush) * Kosten + P(non hit Flushdraw) * Kosten
      EV(call) = 10/47*9/46* 27 SB + 10/47*37/46 * -3 SB + 37/47 * -1 SB = -0.18 SB


      Wie kann man also behaupten ein BDFD wäre 2 Outs wert?
    • GiGi34
      GiGi34
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 98
      Jo, du hast Recht, den 2 outer kann man doch nicht behaupten....
      .... aber 1,5?
      nochmal zu Deinen Fällen:

      Original von kombi
      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein 2-Outer zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 12 SB und sein Gegner hat nur noch 1 SB in seinem Stack und setzt diese. Hero bekommt also Pot Odds von 13:1. Kann er profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Ja.
      Hero wird zu 2/47 am Turn hitten und zu 45/47 am Turn zwar verfehlen, dann aber zu 2/46 am River hitten. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = ( 2/47 + 45/47*2/46 ) * 14 SB - 1 SB = +0.18 SB[/COLOR]
      Mmmh, die Formel laß ich nicht gelten.
      Du gibst Dir hier die Wahrscheinlichkeiten, die Outs auch am River zu treffen einfach nochmal so dazu...dass macht man bei Pot Odds Betrachtungen am Flop ja nicht.

      Original von kombi
      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein Backdoorflush zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 12 SB und sein Gegner hat nur noch 1 SB in seinem Stack und setzt diese. Hero bekommt also Pot Odds von 13:1. Kann er profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Nein.
      Hero wird zu 10/47 am Turn seinen Flushdraw treffen und in diesen Fällen zu 9/46 seinen Flush am River vollenden. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = ( 10/47*9/46 ) * 14 SB - 1 SB = -0.42 SB
      Jo, I agree....denn... für (die von mir propagierten) 2 Outs am Flop benötige ich Pot Odds von 1:22,5, ich bekomme aber nur 1:13, ergo fold.

      Original von kombi
      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein 2-Outer zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 24 SB und sein Gegner hat einen vollen Stack. Er setzt am Flop 1 SB. Hero bekommt also Pot Odds von 25:1. Villain ist sehr clever und weiß wann er beat ist und wann nicht. Ist er beat, wird er folden. Ist er weiterhin ahead wird er am Turn 1 BB betten. Kann Hero am Flop profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Ja.
      Hero wird zu 2/47 am Turn hitten und den Pot gewinnen. Zu 45/47 wird er verfehlen und dann für Pot Odds von 14:1 am Turn folden müssen. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = 2/47 * 26 SB - 1 SB = +0.11 SB
      Genau...
      und da die BDFD-WKT streng genommen nur 1,9565... Outs sind, muss der Pot genau 1 zu 24.02 bieten... dann kommt bei der Formel =0 heraus.

      Original von kombi
      Mal angenommen Hero ist HU am Flop und er ist sich sicher, dass ihm nur ein Backdoorflush zum Sieg verhilft. Nur wenn er den trifft, wird er den Pot gewinnen. Durch irgendeinen glücklichen Zufall ist die Potsize 24 SB und sein Gegner hat einen vollen Stack. Er setzt am Flop 1 SB. Hero bekommt also Pot Odds von 25:1. Villain ist sehr clever und weiß wann er beat ist und wann nicht. Ist er beat, wird er folden. Da er am Turn immer ahead sein wird, wird er dort 1 BB betten. Kann Hero am Flop profitabel callen?

      Antwort in weiß:
      Nein.
      Hero wird zu 10/47 am Turn seinen Flushdraw aufgabeln und den für Pot Odds von 13:1 auch callen können. In diessen Fällen wird er zu 9/46 seinen Flush treffen und einen 14 BB Pot gewinnen. Der Erwartungswert für call ist also
      EV(call) = P(hit Flush) * Reingewinn + P(hit Flushdraw, aber nicht Flush) * Kosten + P(non hit Flushdraw) * Kosten
      EV(call) = 10/47*9/46* 27 SB + 10/47*37/46 * -3 SB + 37/47 * -1 SB = -0.18 SB
      So, und hier hast Du Recht, ich habe nicht berücksichtigt, dass ich ggf. den Flop korrekt calle (1:22.5), am Turn nochmal 1BB zahle, dann aber doch verfehlen kann. Die Kosten für den Fall "nicht Treffen" hab ich nämlich schon am Flop verballert. Also muss hier eine Korrektur her. Und die sieht so aus, dass ich in Deiner Formel den Pot so anpasse, dass als EV =0 rauskommt. Und das ist bei 31.25SB der Fall.

      Also zurück zu den Pot Odds am Flop und damit zur ursprünglichen Aussage:
      Wir können am Flop auf einen BDFD profitabel callen, wenn wir Pot Odds von 1:31,25 bekommen. Das wäre das gleiche wie eine Pot Odd Betrachtung mit (gerundet) 1,5 Outs.

      Kommen wir jetzt zusammen Kombi? =)
    • GiGi34
      GiGi34
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 98
      das hir kann man löschen
    • LordesQ
      LordesQ
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 1.107
      Hehe, schön gezeigt Kombi. Ich glaube das Problem der Leute is folgendes: Sie sagen ein Out = 1/47 (bzw. 1/46) ~2%. EQ BDFD ~4% also BDFD ~2*2%=2outs.

      Dabei geraten halt die Sichtweisen Flop->Turn (bzw. Turn->River) und Flop->River durcheinander. Denn ein Out hat von Flop bis River eben 1/47+1/46=4% Chance anzukommen. Ein BDFD selbst kann halt nicht auf einer Street ankommen. Sonst hätte er da auch 2% und wäre dann auch ein einzelnes Out.

      4%EQ am Flop ~1 Out ist völlig richtig. Glaubt dem Kombi einfach, er ist nicht umsonst Moderator hier :D

      Edit: Noch zu deinem Post Gigi: Bitte beachte, dass Kombi die ersten beiden Fälle auf "All-In" eingeschränkt hat. D.h. die Flop-River betrachtung ist zulässig für die Pot-Odds und wir benötigen für 2 Outs 10.9:1, für eines dagegen 22.5:1.
    • GiGi34
      GiGi34
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 98
      Lordes,

      zu Deinen ersten 3 Absätzen.....
      nichts anderes habe ich hier geschrieben

      Original von GiGi34
      @kombi
      ich glaube wir kommen hier mit Equity und wahrscheinlichkeiten bis zum River durcheinander.
      1 Out am flop hat die Wahrscheinlichkeit von 1/47 = 2% am Turn zu erscheinen
      1 Out am turn, hat die wahrscheinlichkeit von 1/46 =2% am river zu kommen.
      Im Chart werden natürlich die turn und river wahrscheinlichkeiten beider strassen addiert und ergeben so die Equity, also 4%
      Da steht doch, das sich die 4% aus den beiden strassen und nicht aus 2 outs am Flop ergeben.....und ich würde niemaaaaaals dem Moderator wiedersprechen.... ich wollts halt nur verstehen.

      Und das bei Kombis 4 Fällen zwischen einem All-In am Flop und einer Turn Bet Runde unterschieden wird... ist mir doch tatsächlich auch aufgefallen, als ich mir die 3 Stunden Zeit dafür genommen hatte.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Klar können wir uns einigen, Gigi. :)

      Ich wollte durch das Beispiel zwei Punkte hervorheben.

      1. Ein Backdoordraw ist weniger als ein 2-Outer wert.

      2. Durch das Turnplay verringert sich diese Differenz.

        Ein BDdraw profitiert im Vergleich zu einem gewöhnlichen Draw vom Turnplay. Weitergedacht bedeutet das, dass BDdraws nicht vom Freecard-Raise profitieren. Wenn ich zB mit einem BDFD for Freecard raise, dann habe ich zu 78% umsonst 1 SB mehr gezahlt, weil mein Draw bereits am Turn wertlos geworden ist. Die anderen 22% spare ich gerade mal 1 SB.

        => Der Freecard Raise ist bei Backdoordraws -EV.

        Inwieweit diese Erkenntnis praxisrelevant ist, steht auf einem anderen Blatt. Wenn ich mit einem OESD + BDFD da stehe, dann profitieren die 8 OESD Outs immer noch oft genug von der Freecard um den Verlust des BDFDs wett zu machen. Bei einem 2- oder 3-Outer mit zusätzlichem BDFD sieht das dagegen anders aus.


      @Gigi
      Wenn du die Potgröße in der EV Formel zum BDFD so anpasst, dass der EV=0 wird, dann musst du zwar 31.25 SB einsetzen, allerdings sind darin die Flop- und Turnbet von Villain enthalten. Es reichen daher bereits Pot Odds von 28.25:1 am Flop. :>