Strategie(Können) : Disziplin(Psyche)

    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
      Hi!,..

      Aufgrund von Beobachtung an meinem Spielverhalten habe ich mir mal überlegt wie circa die Verteilung der 2 wichtigsten Kriterien für Pokererfolg prozentual ausfällt.

      Also:
      Strategie(Können/Wissen etc.) zu Disziplin(Psychischer/physischer-Zustand, Motivation etc.)

      Vielleicht sieht es ja auch jeder anders und die Einschätzung fällt ganz verschieden aus.

      Ich würde sagen

      Strategie 30-40 : Disziplin 60-70

      Bin mal auf eure Meinungen gespannt.

      mfg



      EDIT: Iich finde eigentlich, dass man die Handzahl noch viel weiter runterschrauben könnte. Bei mir ist es nämlich fast eher so, dass mein BB Graph meine sich oft Tagesweise ändernde Einstellung (zum Pokern und generell Stimmung) wiederspiegelt anstatt mein "Können" - am besten spiele ich z.B. immer NACH einer langen break-even Streak oder wenn ich an ein neues Limit gehe und mir sage "ok,.. soo schwer kann es ja nicht sein - einfach perfekt spielen" ... Und nach winning-session/tagen werde ich oft zu loose-agressive oder mir bedeutet das Geld auf einmal weniger usw.
  • 9 Antworten
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Das hängt davon ab, über wie viele Hände du das ganze betrachtest.

      Um die Diskussion voranzutreiben würde ich sagen, nehmen wir einmal 20 000 Hände als Grundlage.
    • JSFan
      JSFan
      Black
      Dabei seit: 30.01.2005 Beiträge: 1.438
      Disziplin ist das wichtigste überhaupt !

      bei guter Game selection kann man im low limit auch als mittelmäßiger Spieler gewinnen, aber in einer halben Stunde auf tilt verliert man locker den Gewinn von mehreren Tagen (bei fixed llimit)
    • Brockie
      Brockie
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 4.059
      20k hände ? 30 skill 70 disziplin
    • gImLi
      gImLi
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 726
      Ohne die Disziplin die "Strategie" umzusetzen nütz sie dir überhaupt nichts.
      Aber ohne "Strategie" hast du nichts, was du diszipliniert umsetzen könntest.
    • Frohbi
      Frohbi
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2005 Beiträge: 796
      Meine Meinung ist:

      Die Wichtigkeit zwischen Können und Disziplin verändert sich im Laufe der Zeit.

      Zuerst ist es unablässlich, sich ein Grundgerüst drauf zu schaffen. Da spielt die Disziplin nur eine untergeordnete Rolle. Mit anderen Worten, wer von Anfang an Probleme mit der Disziplin hat, hat sich das falsche Hobby ausgesucht.

      Wenn man ein winning player geworden ist, und dafür würde ich das Minimum bei 60 K bis 100 K Hände ansetzen, (Limit ist völlig unerheblich), verschiebt sich das Verhältnis stark in Richtung Disziplin.
      Das strategische Grundgerüst steht, man verbessert Feinheiten an der Spielweise, bessert Schwachstellen aus usw.. Die Hauptarbeit liegt jetzt darin, die Langfristigkeit sicherzustellen. Da man ja schon winning player ist, steht man sich hier nur noch selbst im Wege.

      Und wie stark man sich selbst im Wege stehen kann, davon haben wir alle hier kaum eine Ahnung!

      Ich möchte für diese gewagte Behauptung ein paar Beispiele geben:

      Einige in diesem Forum verwechseln Spielstärke mit der Fähigkeit , möglichst viele Tische simultan händeln zu können. Das ist am Thema (Geld verdienen) vorbei gedacht. Ich habe in diesem Zusammenhang auch schon das Argument gehört, daß man so die Swings verkleinern kann. Spätestens da sollte man sich das EDIT von Pkay oben genauer angucken. Abgesehen davon ist das mathematisch gesehen Unsinn.

      Andere rechnen vor, wie schnell man Millionär werden kann. Das ist ja schön und gut, aber wenn zur Grundlage einer solchen Berechnung sehr wenig Hände zur Verfügung stehen und es dazu noch um den wohl anerkanntermassen stärksten deutschen Spieler geht, werden damit Träume geschürt, die ich pädagogisch "wenig wertvoll" finde.
      Geht es nicht vielmehr darum, sich vor allen möglichen Gefahren (z.B. Träumereien!) zu schützen, um eine langfristige Basis für Erfolg zu schaffen?

      Es gibt auch Leute, die gar nicht auf die negativen Seiten dieses Geschäfts gucken und dann vom ersten heftigen downswing gekillt werden.
      Was ist passiert? Diese Spieler haben Ihren Erfolg und Ihr Selbstbewusstsein ausschliesslich an Ihrer Bankroll gemessen. Beim downswing ist die ganze Einstellung flöten gegangen , der Rest bis zum Bankrott ist dann eine logische Folge.

      Ich selbst kämpfe stark mit meinem Verantwortungsgefühl. Irgendwie ist da ein innerer Drang, helfen zu wollen. Dabei ist es mir passiert, daß ich bei Problemen von Pokerschülern in meinem Umfeld mich selbst und meine Regeln vergaß und viel Geld verlor.
      Szenario: Pokerschüler kommt mit Problemen, die sich inzwischen schon körperlich (!) bemerkbar machen, ich beschäftige mich intensiv damit und vergesse danach, selbst eine Pause zu machen. Dann wunder ich mich auch noch, schlechter zu spielen , Geld zu verlieren , in den downswing zu rutschen usw.. Schwupps, viel Geld weg.
      Was ist passiert? Habe die Disziplin verloren. Nicht genug geprüft, ob ich in der Lage bin, die Spielstärke auf den Tisch zu bringen. Langfristig erfolgreiche Spieler können das, und zwar in jeder Situation.

      Ich erinnere noch mal an jjackys "running really bad".
      War Davidross nicht gut genug? Wohl kaum!
    • dayero
      dayero
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2005 Beiträge: 1.723
      ich denke, gimli hat es ganz gut getroffen.

      das jeweils schwächere element wird die eigene spielstärke begrenzen.
      da die psychologischen komponenten kurzfristig sehr stark schwanken, kann man leicht zu dem schluss kommen, daß über kleinere handzahlen psychologische aspekte wichtiger sind. zumal man geneigt ist, gerade die psychologisch schwächeren phasen starker spieler genauer zu betrachten.

      allerdings bin ich der meinung, daß die psychologischen aspekte auf hohem niveau tatsächlich relevanter sind.
      den grund sehe ich da aber nicht in der größeren auswirkung, sondern in der schwierigeren erlernbarkeit.
      imho ist pokern strategisch noch so einfach, daß es sehr viele menschen auf hohem niveau spielen können. die natur des pokerspielens erfordert meiner meinung nach aber einen sehr gefestigten charakter und große objektivität betreffend der eigenen momentanen leistungsfähigkeit.
    • soLidas
      soLidas
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 914
      Ich finde deine Behauptung überhaupt nicht gewagt, Frohbi ;)

      Der wichtigste Punkt erscheint mir in diesem Zusammenhang in folgendem Satz dayeros:
      Original von dayero[...]große objektivität betreffend der eigenen momentanen leistungsfähigkeit.
      Die Selbstreflexion spielt auch meiner Ansicht nach die entscheidende Rolle, denn das Eingestehen eigener Fehler, wenn man von anderen darauf hingewiesen wird, fällt schon nicht leicht. Dies ist dann m.E. noch umso schwieriger, wenn man den Antrieb aufbringen muß, "sich selbst darauf hinzuweisen". Hinzu kommt das Verwischen der Objektivität durch subjektive Wahrnehmung.

      Im ßbrigen ist die Psyche als wichtiger Faktor beim Sport eigentlich nichts neues:
      extreme Beispiele wären Sebastian Deisler oder Sven Hannawald.

      Aber auch beim Tennis beispielsweise hat man schon Stars kommen und gehen sehen und auch ein Roger Federer oder damals Pete Sampras brauchen objektive Personen/Trainer, die Ihnen, wie es so schön heißt "neue Impulse geben", was eigentlich nichts anderes bedeutet, als daß die Stars auf Fehler von außen hingewiesen werden.
      Sicherlich findet hier jeder in seiner Sportart entsprechende Beispiele.

      Betrachtet man Poker also als Sport, so muß man zu dem Schluß kommen, daß Psyche eine wichtige Rolle spielt. Beim Poker wird der Effekt ggf. noch dadurch verstärkt, daß der Erfolg kurzfristig vom Glück abhängt und damit größeren Schwankungen unterliegt.
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
    • soLidas
      soLidas
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 914
      es geht darum, daß sich beim Pokern, Tennis und vielen anderen Sportarten die Psyche unmittelbar auf die Physis und das Spiel auswirkt. Um beim Tennis zu bleiben - ein Ballwechsel kann ein ganzes Spiel kippen.