[Allgemein] Der Einsteigerguide für Omaha hi lo

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      Der Einsteigerguide für Omaha hi/lo 


      Inhaltsverzeichnis

      1) Einleitung
      2) Die Spielarten
      3) Die Vorteile von Omaha hi lo
      4) Das Spielkonzept

      5) Die Wertung der Pokerhände
      5a) Die Wertung der Pokerhände für Omaha hi
      5b) Die Wertung der Pokerhände für Omaha lo

      6) Das -Board-Reading- - Wie lese ich das Board richtig-
      6a) Das -Board-Reading- für Low-Hände (Omaha lo)
      6b) Das -Board-Reading- für High-Hände (Omaha hi)

      7) Die Begriffe -counterfeited- und -redraw-
      8) Die Begriffe -counting outs- und -pott odds-
      9) Welche Starthände spielen-
      10) Preflop Raising-wann und warum-
      11) Typische Omaha-Anfängerfehler
      12) Das übergeordnete Spielziel: -Scooping-
      13) Schlussbetrachtung




      1) Einleitung

      Omaha hi/lo oder auch -eight or better- genannt (oder Omaha 8/o, Omaha hi Low, Omaha 8 or better; die Schreibweise unterscheidet sich jeweils von Pokeranbieter bzw. Pokerautor), zählt derzeit, neben Texas Holdem, zu den beliebtesten Pokervarianten auf der Welt. Aus diesem Grund möchte ich euch Omaha ein wenig näher bringen. Dabei werde ich zunächst auf das komplexe Spielkonzept von Omaha hi lo eingehen, die jeweiligen Pokerränge für hi UND lo aufführen, die wiederum in einem kleinen Handquiz (Abschnitt 6) Das -Board-Reading- - Wie lese ich das Board richtig-) richtig angewandt werden müssen, sowie die Begriffe -counterfeited-,-redraw-, -counting outs- und -pott odds- in Bezug auf Omaha hi lo erläutern. Zunächst einmal aber ein kleiner Überblick über die bestehenden Omaha-Spielarten sowie den jeweiligen Vorteilen, die sich aus der spannenden Pokervariante Omaha hi low ergeben.



      2) Die Spielarten

      Wir unterscheiden dabei drei verschiedene Spielarten von Omaha hi lo:
      • Limit Omaha hi lo (für jede Runde gibt es ein Setzlimit (bis zu 3 Erhöhungen bei 4 Runden, s. Fixed Limit Holdem)
      • Pot Limit Omaha hi lo (die jeweilige Setzhöhe ist auf die Höhe des Pottes beschränkt)
      • No Limit Omaha hi lo (die Spieler können Ihre Setzhöhe variieren und somit Ihren kompletten -Stack- einsetzen)
      Ob Limit Omaha hi lo, Pot Limit Omaha hi lo oder No Limit Omaha hi lo, die Regeln sind stets die selben nur mit dem Unterschied, dass sich das jeweilige Setzverhalten voneinander unterscheidet, was unter anderem eine differenzierte Spielweise/Strategie impliziert. Aufgrund der Einfachheit, möchte ich mich in diesem Artikel auf das (Fixed) Limit Omaha hi lo beschränken. Auch werde ich in diesem Artikel nicht explizit auf die Standardvariante Omaha eingehen, weil sie ja Teil von Omaha hi lo ist. Auf der anderen Seite, kann dieser Artikel für den einen oder anderen Omaha-Anfänger durchaus hilfreich sein. Kommen wir aber zunächst zu den jeweiligen Vorteilen on Omaha hi lo.


      3) Die Vorteile von Omaha hi lo
      Zunächst einmal möchte ich ein paar Punkte aufzählen, warum es sich lohnt Omaha hi lo zu spielen. Omaha hi lo zählt zweifelsohne zu den Pokervarianten, bei denen man sich stark konzentrieren muss. Es erfordert auch eine gewisse Cleverness, die eigen Stärke seiner Hand in Verbindung mit dem Flop zu bewerten. Aber, wenn man erst einmal das Spielprinzip von O8 verstanden hat, kann man schnell sein Spiel verbessern. Die grössten Vorteile sind:

      Hohe Win Rate
      Die Winrate pro Stunde bzw. pro 100 Hände ist bei O8 wesentlich höher als bei Texas Holdem. Ein -guter- Spieler erzielt eine Winrate von 2-3 BB/h und mehr. Auf den niedrigen Limits kann die Winrate noch deutlich höher ausfallen, aber auch die Swings sind entsprechend höher, weil häufig zu viele Spieler den Flop sehen und sich daraus zu viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben und selten keiner die -Nuts- hält.

      Niedrige Bankroll erforderlich
      Aufgrund der relativ niedrigeren Varianz im Spiel, empfehlen einige Autoren eine gesamte Bankroll, die 20-40% unter den Empfehlungen von Texas Holdem liegt. Auf dem 0.5/1$ Fixed Limit würden dementsprechend zwischen 180 und 240 $ ausreichen.

      Gute Lerneffekte
      Man kann sein Omaha Spiel schnell verbessern. Noch gibt es relativ wenig Strategiekonzepte und Informationen zum Spiel, so dass ein cleverer Spieler und motivierter/ehrgeiziger Spieler schnell ins Spiel findet und schon in kürzester Zeit gute Erfolge erzielt.

      Cleverness siegt!
      Clevere Spieler sind im Vorteil gegenüber erfahrenen Spielern, weil der -Key skill- bei Omaha 08 hauptsächlich in der Hand- und Flopbewertung liegt. Das Bluffen, Lesen der Gegner und komplexe, situationsbedingte Entscheidungsfindungen am Flop sowie auf den höheren Strassen sind weniger wichtig.

      Risikominimierung
      Man hat mehr Gewissheit. Häufig entscheidet man am Flop, ob die Hand noch wert ist weiterzuspielen. Es ist sehr einfach seine Outs auf die Nuts zu zählen. Wer mathematisch begabt ist, liegt bei Omaha klar im Vorteil. Im Vergleich zu Texas Holdem hat i.d.R. Immer ein Spieler eine sehr gute Hand, so dass man getrost seine mittelmässige Hand wegwerfen kann.

      Weniger Bad Beats
      Selbstverständlich gibt es bei O8 auch Bad Beats, diese sind aber eher vorhersehbar/berechenbar, weil z.B. bei einem gepaarten Board jemand häufig ein Fullhouse gemacht hat. Man ist insgesamt aber weniger Bad Beats ausgesetzt.

      Spielverbesserung anderer Pokervarianten
      Omaha verbessert auch sein Texas Holdem Spiel. Erfahrungen in anderen Pokervarianten verbessern die allgemeinen Poker-Fähigkeiten.


      4) Das Spielkonzept

      Jeder Spieler erhält bei Omaha 8/o jeweils -4 Hole Cards- (anstatt 2 -Hole Cards- bei Holdem), die wie bei der Spielvariante Holdem, nur der jeweilige Spieler sehen kann und für die Gegenspieler verdeckt bleiben. Auf dem Board werden insgesamt fünf Gemeinschaftkarten (Community Cards) aufgedeckt. Wie bei Texas Holdem, gibt es die -Spielphasen- Preflop, Flop, Turn und River und die entsprechenden Setzrunden mit den Spielaktionen Check, Call, Bet, Raise oder Fold.

      Somit sind von den 52 Karten, insgesamt 40 Karten (Fullring, 10 Spieler) verteilt und bis zum River nur 7 Karten nicht verteilt bzw. aufgedeckt. Hier nochmal die Berechnung:

      52 Karten - (4 (Karten pro Spieler) x 10 (Spieler am Tisch)) + 5 Gemeinschaftskarten = 7!

      Darin besteht auch schon der grösste Unterschied zur Pokervariante Texas Holdem, wo jeder nur 2 Karten auf die Hand bekommt. Bei Omaha (hi lo) bekommt jeder Spieler jeweils 4 Karten. Daraus ergibt sich, dass fast alle Karten (ausser 7) verteilt (FR/10 Spieler) werden und somit ein Vielzahl an Kartenkombinationen möglich ist.

      Wichtige Merkregel: Jeder Spieler MUSS 2 von seinen 4 Karten auf der Hand benutzen und diese mit 3 der Gemeinschaftkarten kombinieren! Somit darf jeder Spieler auch nur 3 Gemeinschaftskarten aus der Mitte (community cards) benutzen, nicht mehr und nicht weniger!

      D.h. auch, dass man ein Flush immer nur dann machen kann, wenn drei Karten der jeweiligen Spielfarbe bereits auf dem Tisch liegen. Somit ist ein 4suited Board für den weiteren Spielverlauf bedeutungslos. Entweder ein Spieler hat bereits ein Flush mit drei derselben Spielfarbe gemacht oder nicht. Ebenso wenig gibt es bei Omaha 8O und Omaha eine -One-Card Straight-.

      Was wiederum auch nichts anderes bedeutet, als dass ein Drilling auf der Hand oder gar ein Vierling wertlos und nicht spielbar ist. Ebenso sind drei oder vier Karten von derselben Spielfarbe (z.B. Herz) weniger spielbar als nur zwei, weil man sich ja selbst die Outs zum möglichen Flush klaut.

      Aus dieser grundlegenden Regel heraus, ergibt sich, dass jeder Spieler bis zu 6 Kombinations-möglichkeiten hat. Bei der Vielzahl an möglichen Kartenkombinationen und der Tatsache, dass bis zum River 45 Karten im Spiel sind, kommt es nicht selten vor, dass ein Ace High Flush von einem Fullhouse geschlagen wird. Hände wie TPTK oder Top Two-Pair verlieren bei Omaha, im Vergleich zu Holdem, an Bedeutung und sind nahezu wertlos.

      Im Vergleich zu Omaha gewinnt bei Omaha hi lo am Showdown sowohl die höchste ALS AUCH die niedrigste Hand den Pott! Im Besten Fall gewinnt man den gesamten Pott (auch als -Scooping- bezeichnet, dazu mehr in Kapitel 12). Darum zählt Omaha hi/lo ja auch zu den Split-Pot Pokerspielen. Die Höchste Hand bei Omaha, auch hi genannt, entspricht dem Handranking von Texas Holdem. Fullhouse schlägt Flush, Set schlägt two pair usw. Um eine Low Hand zu machen, müssen drei Karten auf dem Tisch niedriger oder gleich 8 sein. Dabei muss man selber natürlich wiederum 2 Karten auf der Hand haben, die auch kleiner oder gleich 8 sind (darum nennt man Omaha hi lo auch -8 or better-, die -8- steht für die -Low-Hand- und -better- für High-Hand). Wobei das Ass bei Lo als eins zählt und die niedrigste Karte darstellt. Das Ass zählt aber sowohl als beste Low als auch als beste High Karte. Nutzbare Karten für den Low-Hand Spieler sind insgesamt A2345678. Bei der Low-Hand, gewinnt diejenige mit der niedrigsten High Karte bis 8.



      Beispiel:
      Ein Spieler mit 2,4,5,6,7 hat eine bessere Low-Hand als jemand mit A,2,4,6,8. Obwohl der zweite Spieler mit dem Ass die niedrigste Karte auf der Hand hält, gewinnt sein Gegner, weil 7 nunmal niedriger als 8 ist. Wenn nun aber zwei oder mehrere Spieler dieselbe High Karte haben z.B. 8, dann entscheidet die zweitniedrigste hohe Karte in deren Händen darüber wer den Low-Pott gewinnt. (oder die dritt-, viert- oder fünftniedrigste, falls nötig). Die absolute Low-Nuts ist dementsprechend A2345 (Five high oder auch als wheel/ bicycle bezeichnet). Mit dieser Hand kann man auch den High-Hand Pott gewinnen, weil sie ja auch eine -kleine Strasse- (auch -baby straight- genannt) darstellt.


      5) Die Wertung der Pokerhände

      Betrachten wir nun die Pokerrange sowohl für die Hi- als auch die Lo-Hand.


      5a) Die Wertung der Pokerhände für Omaha hi

      Das Ranking für die High Hände bei Omaha, entspricht dem bekannten Ranking für Texas Holdem. Die Reihenfolge lautet wie folgt: High Karte (niedrigster Rang), Pair, Two Pair, Drilling, Strasse, Flush, Fullhouse, Vierling, Straight Flush und Royal Flush (höchster Rang)!


      5b) Wertung der Pokerhände für Omaha Low

      Das Ass ist die niedrigste Low Karte bei Omaha low. Strassen- und Flushmöglichkeiten zählen bei Low-Händen nicht mit. Ebenso irrelevant ist es, ob und wie viele deiner Low-Karten dabei -suited- sind. Nochmal zum richtigen Verständnis: Damit man sich überhaupt für die Low Hand -qualifiziert-, muss man 2 Karten von seinen 4 Karten auf der Hand benutzen, diese wiederum mit drei Karten in der Mitte (Gemeinschaftskarten) kombinieren, diese dürfen allesamt nur niedriger oder gleich 8 sein. Die Hand, mit der niedrigsten von den hohen Low-Karten (Ass bis 8) gewinnt!

      Zum Beispiel schlägt A2367 die Hand A2358, weil 7 niedriger als 8 ist! Man kann die Low-Hand auch als Zahlenreihenfolge darstellen. Somit ergibt sich aus diesem Beispiel, dass 85,321 grösser ist als 76,321 und deshalb verliert. Merke: Bei dieser Faustregel gewinnt immer die niedrigste Zahl!

      Five High (höchster Rang)
      (auch "wheel"/"bicycle" genannt)

      A2345

      Wenn jemand anderer auch -Five High- (A2345) hat, dann wird der Low-Pott aufgeteilt (Split-Pot). Gegebenenfalls gewinnt diese Low-Hand auch den High-Pott, weil sie auch eine -Baby Straight- ist (falls keiner eine bessere High Hand hat).

      Six High

      Fünf Low-Karten mit der höchsten Karte als 6.

      A2346

      In dem Fall, dass zwei Spieler eine 6 haben, gewinnt die zweitniedrigste High-Karte unter 6. 64321 schlägt z.B. 65421! Wenn nötig, wird die dritt-, viert- oder fünftniedrigste High Karte unter 6 darüber entschieden, wer den Low-Pott gewinnt. 64,321 schlägt 65,421! Die niedrigere Zahl gewinnt!


      Seven High

      Fünf Low-Karten mit der höchsten Karte als 7.

      A3567

      In dem Fall, dass zwei Spieler eine 7 haben, gewinnt die zweitniedrigste High-Karte unter 7. 74321 schlägt z.B. 75421! Wenn nötig, wird die dritt-, viert- oder fünftniedrigste High Karte unter 7 darüber entschieden, wer den Low-Pott gewinnt.

      Eight High (niedrigster Rang)

      Fünf Low-Karten mit der höchsten Karte als 8.

      23568

      In dem Fall, dass zwei Spieler eine 8 haben, gewinnt die zweitniedrigste High-Karte unter 8. Wenn nötig, wird die dritt-, viert- oder fünftniedrigste High Karte unter 8 darüber entscheiden, wer den Pott gewinnt. 86432 schlägt z.B. 86531! In diesem Beispiel, muss die drittniedrigste High-Karte unter 8 darüber entscheiden, wer den Low-Pott gewinnt.


      6) Das -Board Reading-- Wie lese ich das Board richtig-

      Um zu verstehen, wie man das -Board- richtig liest, habe ich im Folgenden ein kleines Handquiz eingestellt. Dabei zeigt sich auch schnell, ob Ihr wirklich die Grundregeln von Omaha hi lo bereits verstanden habt oder nochmal den einen oder anderen Abschnitt nachlesen solltet.

      6a) Das -Board Reading- für Low-Hände (Omaha lo)

      Um das Board für -low- richtig zu lesen, muss man sich nochmal vier Punkte verdeutlichen:
      • Ihr müsst IMMER 2 Karten aus eurer Hand (von 4 Karten) benutzen!
      • Ihr müsst 5 Low-Karten spielen, die allesamt kleiner oder gleich 8 sind!
      • nicht die niedrigste Karte zählt bei lo, sondern immer die höchste Karte (ab 8 abwärts!)
      • Flush und Straight zählen bei lo nicht mit!
      Hier ein paar Beispiele, wo du selbst bestimmen solltest, was deine beste Low-Hand ist!

      Frage 1:

      Deine Hand: A5TK

      Board: 789QK

      Wie lautet deine Low-Hand-

      Antwort 1: Du hast keine Low-Hand. Du hast keine 5 Low-Karten, die kleiner oder gleich 8 sind, sondern nur 4 Low-Karten (A578). Weil 9 > 8 ist!



      Frage 2:

      Deine Hand: A2TK

      Board: 788QK

      Wie lautet deine Low-Hand-

      Antwort 2: Auch in diesem Fall hast du keine Low-Hand. Du benötigst 5 Karten, die allesamt kleiner oder gleich 8 sind. Das 88 Paar wird hier als High-Hand gewertet.


      Frage 3:

      Deine Hand: ATKQ

      Board: 2456K Wie lautet deine Low-Hand-

      Antwort 3: Du hast keine Low-Hand, weil du ja immer 2 Karten aus deiner eigenen Hand benutzen musst. In deiner Hand hast du nur eine Low-Karte und zwar das Ass.



      Frage 4:

      Deine Hand: A23K

      Board: 234QK

      Wie lautet deine Low-Hand-

      Antwort 4: Du hast keine Low-Hand. Du hast zwar drei low-Karten auf der Hand und somit eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten, doch dadurch, dass zwei deiner Low-Karten auf dem Board liegen (2 und 3), -counterfeitest- (dazu mehr im 7. Abschnitt) du deine eigene Hand. Wenn du A2 mit den Karten 234 kombinierst, hast du nur ein 2er Paar, dass ja höher als 8 ist und zu den -High-Händen- zählt.


      Frage 5:

      Deine Hand: A2KK

      Board: 3JQ45

      Wie lautet deine Low-Hand-

      Antwort 5: Deine Low-Hand lautet A2345. Du hast die Nut-Low und gewinnst mit grosser Wahrscheinlichkeit alleine den gesamten Pott (es sei denn ein Gegner hält auch A2, dann gibt es Split-Pot). Deine Nut-Low A2345 (weil Strasse) hat gute Chancen den gesamten Pott zu gewinnen. Deine -High-Hand- kann nur geschlagen werden, wenn jemand 67 oder 62 gespielt hat. Diese Spieler hätten dann eine höhere Strasse als du gemacht (34567 und 23456) und am River Ihren -Gutshot- getroffen.



      6b) Das Board-Reading für High-Hände (Omaha hi)

      Merkregel: Ihr MssSST zwei von euren Karten auf der Hand (von 4 Karten) benutzen und diese mit drei Gemeinschaftskarten in der Mitte kombinieren!


      Frage 1:

      Deine Hand: QQJT

      Board: Q9874

      Wie lautet deine High-Hand-

      Antwort 1: Du hast eine Queen High Straight. Du kombinierst die beiden Karten JT aus deiner Hand mit Q89 auf dem Board.


      Frage 2:

      Deine Hand: A234

      Board: 33788

      Wie lautet deine High-Hand-

      Antwort 2: Du hast Trips 3er, aber kein Fullhouse! Merke, du MUSST immer 2 Karten aus deiner eigene Hand benutzen. Jeder mit einer 8, 77 oder 73 schlägt Dich hier!


      Frage 3:

      Deine Hand: A22T

      Board: A3339

      Wie lautet deine High-Hand-

      Antwort 3: Du hast Fullhouse. 3's full of 2's. Wenn du gedacht hast, du würdest das Ass spielen, liegst du leider falsch, weil du ja immer zwei Karten aus deiner Hand benutzen musst. Somit hast du kein Fullhouse mit Assen, sonder lediglich eines mit den zweien.


      7) Die Begriffe -counterfeited- und -redraw-

      Bei Omaha ergeben sich viele Redraw-Möglichkeiten für deine Gegner. Darüber hinaus wirst du häufig deine eigene Hand am Turn oder River noch -counterfeiten-. Wenn du z.B. am Turn deine Nut-Low Hand hältst, dann kann es durchaus sein, dass deine Hand am Showdown nichts mehr wert ist, weil du deine Low-Karten auf der Hand am River noch triffst.

      Wichtige Merkregel: Bei Omaha low könnt Ihr eure eigene Hand -counterfeiten- und vom Gegner regelmässig -ge-redrawt- werden!

      Beispiel:

      Ihr haltet A2 in der Hand. In der Mitte liegt 358K. Derzeit habt Ihr am Turn noch die Low-Nuts 85,321 (es gibt derzeit keine Low Hand, die euch schlägt. Im schlimmsten Fall gibt es Spieler, die auch A2 halten und ihr müsstet euch den Low-Pott am Showdown teilen). Kommt jetzt aber am Turn ein Ass oder eine 2, dann ist eure Low-Hand am River wertlos. Am Turn habt Ihr somit 38 effektive Outs (44 unverteilte/unbekannte Karten am Turn und 6 Outs für 3 Asse und 3 zweien), um eure Nuts-Low bis zum River zu halten und 6 Outs, die Ihr vermeiden müsst (3 Asse und 3 zweien). Daraus ergeben sich 38 zu 6 odds (gekürzt 6,3 zu 1). Wenn jetzt am River die 2 kommt, dann hat z.B. der Spieler mit A4 jetzt die Nut Low und gewinnt den Low-Pott (u.U. auch den High-Pott, weil er auch eine Strasse hat). Seine Hand hat sich am River noch verbessert, wohingegen deine Hand sich verschlechtert hat, was man auch als -redraw- bezeichnet. Du hast also deine eigene Hand -gecounterfeited- und somit deinem Gegner eine "Redraw-Möglichkeit" gegeben!

      Wichtige Merkregel: Du musst deine Outs immer discounten, weil deine Gegner zu häufig Redraw-Möglichkeiten gegen dich haben!

      Sofern unter den fünf Gemeinschaftskarten nicht insgesamt drei Karten aufgedeckt werden, die kleiner gleich 8 sind (kommt schon mal vor) bzw. keiner der Spieler zwei weitere Lo-Karten in seiner Hand hält (was sehr selten vorkommt, weil viele auf Low Hand spielen), dann gewinnt die beste High-Hand den gesamten Pott. Die Lo Hand kann normalerweise nur den halben Pott gewinnen, es sei denn sie ist auch die beste High Hand. Bei der Lo Hand kommt es nicht selten vor, dass mehrere Gegner auf die Low Hand drawen, so dass ein Split-Pot nicht unwahrscheinlich ist.

      Wenn z.B. zwei Spieler jeweils A2 halten und in der Mitte 364K4 liegt, dann haben beide Spieler A2346 und müssen sich am Schluss den Lo-Pott teilen. Jemand mit KKTQ gewinnt hier alleine den High-Pott (sofern keiner seiner Gegner 44 auf der Hand hat), wobei sich die beiden Spieler mit der Nut-Low den Pott teilen müssen. Somit erhält der High-Hand Gewinner 50% vom gesamten Pott und die beiden Low-Hand Gewinner jeweils nur 25%. An dieser Stelle zeigt sich, wie wichtig es ist, im Hinterkopf zu haben, dass es langfristig immer profitabler ist, um den gesamten Pott zu kämpfen, sprich Hände nur mit High- und Low-Potential zu spielen!

      Wichtige Merkregel: Wenn man nur um die Hälfte des gesamten Pottes spielt (high- oder low- Hand), dann muss man seine Pott Odss dementsprechend mindestens halbieren! Eine Faust-regel besagt, dass man die Pottgrösse mit 0.4 multiplizieren sollte, wenn man nur um den halben Pott spielt!

      Diese wichtige Erkenntnis führt uns zum nächsten Abschnitt.


      8) die Begriffe -counting outs- und -pott-odds-


      Beispiel:

      Wir befinden uns am Turn und drawen NUR auf die Low-Hand (keine High-Hand Möglichkeit). Der Gegner bettet in uns herein, es sind bereits 6 BB im Pott und wir müssen 1 BB setzen, um die Riverkarte zu sehen. Wie hoch sind jetzt unsere Pott odds- Wenn Deine Antwort 3:1 lautet, solltest du auf jeden Fall weiterlesen, weil die Antwort FALSCH ist!

      Nun, wenn du am Turn eine Bet investierst ist der Pot 7 BB gross. Du machst jetzt Deine Low Hand am River und Ihr beide checkt. Jetzt gewinnst du also den halben Pott (und der Gegner die andere Hälfte mit seiner High Hand), sprich 3.5 BB, hast aber selber 1 BB investieren müssen.

      Dein Gewinn liegt also bei 3.5BB (halber Pott)- 1 BB (Investition)= 2.5 BB. Somit liegen deine Pott odds am Turn bei 2.5 zu 1 (41,6% von 6 BB) und nicht bei 3 zu 1 (50% von 6 BB)!

      An diesem Beispiel sollte klar werden, dass sich eure Pott odds wesentlich verschlechtern, wenn Ihr gegen mehrere Gegner spielt, die alle auf die Low Hand drawen und sich gegebenenfalls den Pott wiederum mich euch teilen müssen. Aber selbst in diesem Beispiel, wo Ihr euch den Pott (zu zweit) teilt, ist eure Profitabilität nicht sonderlich hoch.


      9) Welche Starthände spielen-

      Ebenso wie bei Texas Holdem ist es bei Omaha +EV nur eine Auswahl an bestimmten Starthänden zu spielen. Aufgrund der vielen Variationsmöglichkeiten, scheint ein Starting Hand Chart, wie wir Ihn aus der Fixed Limit- und seit kurzem auch aus der No-Limit-Sektion kennen, vom Aufwand nahezu unmöglich. Das bedeutet aber nicht, dass es keine entsprechenden Preflop Empfehlungen gibt. Die Starthände, die ich hier empfehle zu spielen, basieren auf den Vorgaben von O8 Poker. Auf der Pokerseite könnt Ihr auch weiteres, interessantes Material zu Omaha nachlesen. Als Anfänger sollte man zunächst nur die unten aufgeführten Hände spielen.


      Zur Erläuterung einige Abkürzungen:

      W = wheel und steht für die Karten 2,3,4 und 5
      H = High Karte und steht für T, J,Q, K und (A, gilt nur für 5.)
      s = suited
      ss =double suited
      x = jeder weitere Karte
      + = und

      Die Starthände werden in 6 verschiedene Kategorien unterteilt.

      1.AA2 oder AA3: Dieses sind die Omaha hi/lo Premium Starthände! Merke: Im Vergleich zu Holdem gibt es bei Omaha hi lo keine vergleichbare Monster-Preflop-Hand wie z.B. Pocket AA!

      2.A2xx. jede Hand mit A2 (die anderen zwei Karten sind unwichtig)

      3.A3+
      a) A3sxx: Jedes A3s
      b) A3Wx: Jedes A3 mit einer weiteren wheel-Karte (2 bis 5)
      c) A3HH: Jedes A3 mit zwei hohen Karten (T-K)

      4.AA+
      a) AAWx: Jedes Pocket Aces mit einer wheel-Karte (2 bis 5)
      b) AAHH: Jedes Pocket Aces mit zwei hohen Karten (T-K)
      c) Aassxx: Jedes Pocket Aces, wobei beide Aces suited sind (als -double suited-)

      5.HHHH: vier hohe Karten (T-A!!)
      a) double suited (z.B. ThQhJdKd)
      b) single suited mit Paar (z.B. ThJhKK)
      c) Doppel-Paar (z.B. JJQQ)

      6.23WW+
      Jede 23, wobei xx beides wheel-Karten sind (z.B. 2345 oder 2334). 23xx (wobei xx=zwei beliebige Beikarten!) ist eine gefährliche Hand, weil die Hand NUR 2 niedrige Karten besitzt und somit keine weiteren Low-Backup Möglichkeiten besitzt!



      10) Preflop Raising- wann und warum-

      Es stellt sich nun die Frage, wann man überhaupt Preflop raisen sollte. In der Fachliteratur gibt es einige Ungereimtheiten, was das raisen Preflop betrifft. Darum muss man sich die grundlegende Frage stellen, aus welchem Grund möchte ich eigentlich Preflop raisen- Diese Frage impliziert auch, ob man am Flop viele oder eher wenige Gegenspieler am Flop dabei haben möchte. Die Ziele eines Preflop-Raise sind v.a. folgende:

      Ich raise...

      1) um mehr Geld in den Pott zu bekommen: Mit einer Premium Hand möchte man natürlich den Pott schon Preflop möglichst gut -aufbauen- (-value raise-).
      2) um Gegner zu eliminieren (-protection raise-).
      3) um Aggressor zu sein und daraus später meine Vorteile zu ziehen (z.B. Bluffen).
      4) um Informationen über den Gegner zu erhalten.
      5) um den -Button- zu kaufen und als letzter die Betting Runde abschliessen (-position raise-).
      6) um die Blinds zu stealen (-steal raise-).

      Die Punkte 2) (-Gegner eliminieren-) und 4) (-Informationen erhalten-) zählen zu den wichtigsten und gebräuchlichsten Gründen Preflop zu raisen. Letztendlich müssen aber alle Gründe in Betracht gezogen werden. Wichtig ist zu entscheiden, ob das raisen Preflop auch die jeweiligen verfolgten Ziele erfüllt. Häufig ist dies der Fall, aber eben nicht immer!

      Du musst ausserdem versuchen die Nachteile zu gewichten, die sich daraus ergeben, dein eigentliches Ziel du erreichen. Jede Handlungweise hat Vor- und Nachteile. Wenn du z.B. das Ziel verfolgst, mit dem Raise mehr Geld in den Pott zu bekommen, erhalten Deine Gegner auf den weiteren Strassen zwangsläufig bessere Pott odds. Raist du Preflop, dann haben die Gegner MEHR Informationen über dich usw. Die kurzen Beispiele zeigen, dass man sich vor dem Preflopraise darüber im Klaren sein sollte, was eine Raise auslöst. Dabei sollte auch deutlich werden, dass die Vorteile eines -Raises-, den Nachteilen eines -Raises- insgesamt überwiegen sollten. Dazu im Folgeden einige Beispiele.

      Beispiel 1:

      Ziel: Mehr Geld in den Pott bringen

      Du sitzt mit A23x suited am CO und sechs Spieler vor dir haben gelimpt. Du hast eine sehr starke multiway-Hand und solltest entscheiden, was deine Ziele in dieser Situation sein könnten und welche davon realistisch sind. Mit einem Raise wirst du weder Gegner zum Folden bringen noch die Blinds stealen können. Dein oberstes Ziel ist es hier, Geld in den Pott zu bekommen. Also, solltest du hier gleich Preflop raisen. Jetzt solltest du Dir über die Nachteile Deines-Raises- im Klaren werden. Durch den Preflop-Raise gibt du Information über die Stärke deiner eigenen Hand preis. Ausserdem ist der Pot so gross, dass die Gegner gute Pott Odds bekommen, um Ihre Draws zu spielen. Trotz der genannten Nachteile überwiegen hier doch die Vorteile eines Raise. Also Raise!

      Beispiel 2:

      Ziel: Gegner eliminieren

      Du bist mit AA4Tss UTG first to act. Du hast eine gute Hand, die aber sehr verwundbar ist. Du überblickst deine Ziele und entscheidest durch den Raise sowohl Gegner zu eliminieren als auch mehr Geld in den Pott zu bekommen. Dein Hauptziel sollte darin bestehen, Gegner zu eliminieren, weil deine Hand nur wenig Gegner mag und im Heads-up oder im -threeway-pot- besser spielbar ist. Dein Tisch ist sehr tight, was für einen Raise spricht. Durch den Raise gibst du zwar Informationen über die Stärke deiner Hand preis, aber an einem tighten Tisch spielst du u.U. Heads-Up und bist damit leichter Favorit. Raise!

      Beispiel 3:

      Ziel: Informationen erhalten und Aggressor sein

      Du sitzt am Button mit A2TQss. Ein LAG open-raised am CO. Du schaust dir deine Hand an und überblickst nochmal die Zeile, die du mit einem Raise verfolgen könntest. Deine Hand ist -multiway-handed- recht ordentlich, aber -shorthanded- noch stärker. Du entscheidest dich an dieser Stelle für ein Isolation-Play (3-Bet) und verfolgst damit zwei Ziele: Zum einen möchtest du Informationen über die Stärke deiner/seiner Hand erhalten, zum anderen willst du Agressor sein, um später u.U. den Gegner zu bluffen und den Pot klauen. Wenn der Gegner dich reraised, dann hat er wahrscheinlich eine Hand die ebenso gut ist wie deine. Ausserdem wirst du mit dem Reraise die Blinds zum folden bringen. Ein klarer Raise!

      Wenn du dir bei Omaha hi lo nicht sicher bist, ob und wann du preflop raisen sollt, dann beschränke dich auf die Premiumhände wie AA2 und AA3, sowie auf die -double suited- Aces und vier Low-Karten auf der Hand. Denke immer darüber nach, was du mit dem Raise bewirken möchtest, dann bekommst du schnell ein Gefühl für die jeweilige Situation. Als Anfänger ist es aber auch kein Fehler gar nicht preflop zu raisen.


      11) Typische Omaha Anfängerfehler

      Es sind immer dieselben Fehler, die Anfänger bei Omaha machen. Hier ein kurzer überblick über die typischen Fehler eines Omaha-Anfängers.


      Das Board falsch lesen
      Du MUSST 2 Karten aus deiner Hand benutzen und diese mit drei Gemeinschaftskarten kombinieren. Um Dich für die Low-Hand zu -qualifizieren-, müssen alle fünf Karten niedriger gleich 8 sein.

      Für den halben Pott weiterspielen
      Wenn Straight oder Flush-Möglichkeiten besteht und du keine weiteren Outs auf Verbesserung hast, dann wirf Deine Hand weg. Zu häufig wird man von einer besseren Hand geschlagen. Häufig spielt man nicht mal mehr um die Hälfte des Pottes. Wenn man am Flop z.B. einen Low-Draw hat, muss sowohl eine weitere Low-Karte bis zum River kommen und man darf sein Hand nicht -counterfeiten-. So dass man nur auf den halben Pott drawt und möglicherweise den Pott mit einem anderen Spieler teilen muss (wenn man überhaupt einen Teil des Potts gewinnt!).

      Outs falsch zählen/bewerten
      Outs auf den halben Pott, müssen auch mindestens auf den halben Pott angerechnet werden. Die Outs müssen discounted werden, weil die Gegner Dich sehr häufig redrawen können.

      Auf die zweitbeste Hand drawen
      Auf die zweitbeste Low Hand zu -drawen- oder auf einen Queen High Flush zu spielen, kann sehr viel Geld kosten!


      Bluffen
      Zuviele Anfänger Bluffen bei Omaha hi lo. Bei Omaha hi lo gewinnt i.d.R. Die beste Hand. Es gehen auch nur die Spieler zum Showdown, die eine Hand haben (bezieht sich auf Limit).

      AA wird überbewertet
      Omaha ist nicht Holdem! Die Asse werden häufig zu aggressiv gespielt und gewinnen einfach zu selten.

      Der Tilt-Faktor
      Omaha Hände sind häufig gleichstark und man kann einige -suckouts- erleben. Selbst die Premium Hände sind schnell wertlos, wenn der Flop nicht zu Ihnen passt. ssrgert euch nicht, wenn Eure Hand am River plötzlich wertlos ist.

      Zu hoher Aggression-Faktor,wenn nur um den Low-oder High Pott gespielt wird
      Im Vergleich zu Holdem, möchte man bei Omaha mit einer guten Hand eher Spieler im Pott behalten. Auch wenn Postflop-Aggression manchmal angebracht ist, sollte man zunächst entscheiden, ob man die Spieler tendenziell im Pott behalten möchte oder sie zum Folden bringen will-


      12) Das übergeordnete Spielziel: -Scooping-

      Das übergeordnete Ziel bei Omaha hi lo liegt darin, den gesamten Pott zu gewinnen, was auch als -Scooping- bezeichnet wird. Wenn du nur dieses Ziel verfolgst und danach spielst, dann kannst du sehr erfolgreich damit sein.

      Wichtige Merkregel: Wenn du immer dann folden würdest, wenn du nicht die Chance hast den gesamten Pott zu gewinnen, dann vergibst du nur ein kleine -Option-auf Gewinn.

      Den gesamten Pott zu gewinnen (Scooping) ist wesentlich profitabler, als wenn der Pott gesplittet (aufgeteilt) wird. Man könnte jetzt glauben, den gesamten Pott zu gewinnen, sei zweimal so profitabel, wie einen halben Pott zu gewinnen. Das ist falsch!

      Den gesamten Pott zu gewinnen ist gewöhnlich 2-3 Mal so profitabel, manchmal sogar 6-7 Mal so profitabel. Das liegt daran, weil wenn der Pot gesplittet wird, du ja jede eingezahlte Bet von dir mindestens noch einmal teilen musst.

      Ein Beispiel:

      Nehmen wir mal an, dass du am Turn mit A2 (eigene Hand) und 35KK (Board) eine Low-Draw Hand hast. Du musst jetzt NUR 1 Bet bezahlen, um den River zu sehen, was für deinen Draw sehr günstig ist. Die Riverkarte ist dann eine 6 und somit hast du die Low-Nuts A2356. Es gibt keine bessere Low-Hand, die dich schlägt.

      Du bettest am River -first in-. Zwei Gegner hinter dir raisen und reraisen. Du capst, du denkst dir, du hast ja die Nut-Low. Ein Gegner zeigt dir plötzlich zwei 66 und hat sein Fullhouse am River gemacht. Der andere Spieler hat auch A2 gespielt (so wie du). Du hast am River demnach 4 BB investiert, um NUR 3 BB zu gewinnen! Der Low-Pot wird zwischen dir und dem anderen Spieler mit der A2 aufgeteilt (jeweils 25% vom Pott). Der grosse Gewinner ist der Spieler mit dem FH, weil er 50% vom gesamten Pott gewinnt und 4 BB eingesetzt hat und 6 BB am River gewinnt.


      Ein Beispiel:

      Du bist am Button in einem sehr tighten Spiel. Der CO raist, du callst, der SB hinter dir called auch und der BB foldet. Es sind nun 7 SB im Pot. Der CO bettet am Flop, du callst und der SB foldet. Ihr beide seit jetzt nur noch Heads-Up. Jetzt sind 9 SB im Pot. Am Turn callst du die Bet vom CO.

      Jetzt sind 6.5 BB im Pot (4.5 BB (9SB: 2) + 2 BB=6.5BB). Am River callst du ein letztes Mal seine Bet. Somit sind jetzt 8.5 BB im Pot, die du gewinnen würdest, wenn du -scoopst-.Wenn du den halben Pot gewinnst, erhältst du nur 4.25 BB (8.5BB:2=4.25BB).

      Schauen wir uns nochmal an, wie viel du insgesamt in den Pot investiert hast.

      2 SB (Preflop) + 1 SB (Flop) + 1 BB (Turn) + 1 BB (River) =3.5 BB investiert

      Wenn du den gesamten Pot gewinnst (scooping), dann hast du einen Gewinn von 5 BB erzielt.

      8.5BB (Pott) - 3.5 BB (Investition) = 5BB Gewinn

      Wenn der Pott aufgeteilt (Split-Pott),dann liegt dein Gewinn nur noch bei 0.75 BB.

      8.5 BB:2=4.25BB (Split-Pott) - 3.5 BB (Investition) = 0.75BB Gewinn

      An diesem Beispiel wird klar, dass das -Scooping- 6 bis 7 (5 BB:0.75 BB=6.67 BB) mal so profitabel ist wie Split-Pot!


      13) Schlussbetrachtung

      Omaha hi lo ist ein sehr interessantes Spiel, dass man auf jeden Fall mal antesten sollte. Ich empfehle euch zunächst an den Play-Money Tischen zu versuchen und das hier erlernte auszuprobieren. Man muss gerade am Anfang erst einmal ein Gefühl für die jeweiligen Starthände bekommen und die Spielsituation durchschauen und die Möglichkeiten der eigenen, aber auch die der Gegner, versuchen zu bewerten und zu beurteilen. Letztendlich müsst Ihr euch immer wieder vor Augen führen, nur Start-Hände zu spielen die sowohl über eine High- als auch ein Low-Potential verfügen. Denn merkt euch: -Scooping- ist Ziel aller Ziele bei Omaha hi low!




      Literatur


      Small Stakes Hold'em - Winning Big With Expert Play - Miller/Sklansky/Mallmuth

      The Theory of Poker - David Sklansky

      O8 Poker - -Greg-
  • 145 Antworten
    • suru
      suru
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2005 Beiträge: 3.735
      you are my hero :)
      thx alot
    • asdsa
      asdsa
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2006 Beiträge: 309
      Besten Dank! Auf sowas warte ich schon lange.
    • talisker
      talisker
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 13
      Vielen Dank!
      Starker Artikel für eine schöne Pokervariante

      Deine Nut-Low A2345 (weil Strasse) hat gute Chancen den gesamten Pott zu gewinnen. Deine "High-Hand" kann nur geschlagen werden, wenn jemand 67 gespielt hat.


      könnte natürlich auch von 26 geschlagen werden, gespielt zb in Verbindung mit
      nem Highpair, grad in den Microlimits nicht selten.
    • Macr0s
      Macr0s
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2006 Beiträge: 1.047
      Netter Guide :top:
      Ihr müsst IMMER 2 Karten aus eurer Hand (von 6 Karten) benutzen!

      Steht mehrfach im Artikel solltest mal aendern, du meinst sicher 6 verschiedene
      Kombinationsmoeglichkeiten, die Anzahl der Karten bleibt aber bei 4 ;)

      Antwort 5: Deine Low-Hand lautet A2345. Du hast die Nut-Low und gewinnst mit großer Wahrscheinlichkeit alleine den gesamten Pott (es sei denn ein Gegner hält auch A2, dann gibt es Split-Pot). Deine Nut-Low A2345 (weil Strasse) hat gute Chancen den gesamten Pott zu gewinnen. Deine "High-Hand" kann nur geschlagen werden, wenn jemand 67 gespielt hat. Dieser Spieler hätte dann eine höhere Strasse als du gemacht (34567 schlägt A2345) und am River seinen "Gutshot" getroffen.

      Die Hand kann natuerlich auch noch von nem 2-6 Straight geschlagen
      werden und man selber hat ja mit seinem Wheel auch seinen "Gutshot"
      gemacht.

      Edit Kommt davon, wenn man solang braucht, jemand anders ist schneller ;)
    • habi5586
      habi5586
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 1.532
      feiner Artikel, hab jedoch einen Fehler gefunden:

      Beispiel:

      Ihr haltet A2 in der Hand. In der Mitte liegt 358K. Derzeit habt Ihr am Turn noch die Low-Nuts 85,5 (hier muss eine 3 sein)21 (es gibt derzeit keine Low Hand, die euch schlägt.
    • incognito
      incognito
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 2.728
      Original von Floppy77
      Hohe Win Rate
      Die Winrate pro Stunde bzw. pro 100 Hände ist bei O8 wesentlich höher als bei Texas Holdem. Ein "guter" Spieler erzielt eine Winrate von 2-3 BB/h und mehr. Auf den niedrigen Limits kann die Winrate noch deutlich höher ausfallen, aber auch die Swings sind entsprechend höher, weil häufig zu viele Spieler den Flop sehen und sich daraus zu viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben und selten keiner die "Nuts" hält.

      Niedrige Bankroll erforderlich
      Aufgrund der relativ niedrigeren Varianz im Spiel, empfehlen einige Autoren eine gesamte Bankroll, die 20-40% unter den Empfehlungen von Texas Holdem liegt. Auf dem 0.5/1$ Fixed Limit würden dementsprechend zwischen 180 und 240 $ ausreichen.
      Das versteh ich jetzt nicht so ganz.

      Die swings sind höher, aber die varianz ist kleiner? ?(

      Ist das nicht ein widerspruch?
    • habi5586
      habi5586
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 1.532
      vermutlich ist die Varianz in der theorie kleiner, aber aufgrund der vielen Fische in der Realität höher. Bzw. er Vergleicht die Varianz mit der von Hold'em und die Varianz ist in diesem Vergleich bei Omaha Hi/Lo geringer
    • Macr0s
      Macr0s
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2006 Beiträge: 1.047
      Richtig er will damit sagen, die Varianz auf den Low Limit O8 Tischen ist groesser als
      auf den Mid/High O8 Tischen, aber im Vergleich zu LHE ist sie niedriger.
    • dollaaaar84
      dollaaaar84
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 1.870
      sehr guter artikel, werd gleich ma antesten =)
    • suru
      suru
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2005 Beiträge: 3.735
      Original von incognito

      Das versteh ich jetzt nicht so ganz.

      Die swings sind höher, aber die varianz ist kleiner? ?(

      Ist das nicht ein widerspruch?
      er meint nur die varinaz auf den micros
      und die ist riesig :-)
    • skibbel
      skibbel
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.874
      Jo man gewinnt 6 Stacks, man verliert 6. Ist Standard. Wie oft ich gerade vom Full House auf'm River weggeluckt wurde, kann ich nicht mehr zählen.
    • rine
      rine
      Bronze
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 129
      Ein redraw ist doch was anderes. Du hast beispielsweise trips am flop, dein Gegner macht auf dem turn den flush, du hast dann noch einen redraw auf ein FH.
    • skibbel
      skibbel
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.874
      Jo aber man callt kein FH Draw gegen eine Potsized Bet in der Hälfte des eigenen Stacks.
    • Floppy77
      Floppy77
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 2.047
      Danke für Die Blumen!

      Werde die "kleinen" Fehler korrigieren.
    • francis05
      francis05
      Bronze
      Dabei seit: 23.10.2005 Beiträge: 1.324
      nice guide =)
    • Floppy77
      Floppy77
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 2.047
      Fehler korrigiert!

      Wenn Ihr noch etwas entdeckt, einfach hier reinschreiben.
    • eppi54
      eppi54
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2006 Beiträge: 33
      Ihr haltet A2 in der Hand. In der Mitte liegt 358K. Derzeit habt Ihr am Turn noch die Low-Nuts 85,321 (es gibt derzeit keine Low Hand, die euch schlägt. Im schlimmsten Fall gibt es Spieler, die auch A2 halten und ihr müsstet euch den Low-Pott am Showdown teilen).




      ist das wirklich richtig?!? ich dachte es zählt immer die höchste von den niedrigsten karten, also wenn jemand 27 hat ist er doch eine bessere hand als ich mit A2 weil die 7 kleiner als die 8 ist. oder hab ich gearde ein denkfehler ?(
    • dollaaaar84
      dollaaaar84
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 1.870
      mit 27 hat er: 23578
      mit a2: 12358


      a2 bildet hier somit die "kleinere"hand!
    • eppi54
      eppi54
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2006 Beiträge: 33
      also denkfelher von mir sorry. danke für die erklärung