The Leak Search

    • SharkyLuck
      SharkyLuck
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 1.303
      Ich richte mein Anliegen vor allem an erfahrene Spieler, kann sich aber natürlich jeder an der
      Diskussion beteiligen.

      Momentan habe ich das Gefühl auf dem besten Wege zum solid losing player zu sein. Nun möchte ich in einer grösser angelegten Aktion meine Startkarten, die Spielverläufe etc. analysieren um Fehler auszufiltern. Die Frage ist nur: Wie stelle ich das am Besten an?
      Was sind Eure Erfahrungen bezüglich der Starthände, wo soll ich den Hebel ansetzen?
      Einzelne Gruppen sortieren (Pairs, Broadway suited und unsuited etc.) und auseinanderpflücken oder nach Verlusten sortieren?

      Zu meinem Spiel, bevor Fragen und Kommentare dazu kommen:
      FL 0,15/0,30 Mansion demnächst vielleicht noch Titan (falls umtracken geht)
      Beteilige mich sehr regelmässig an Handbewertungen
      Mittlerweile ca. 50% der FL-Videos studiert
      Ca. 10k gespielte Hände

      Die Samplesize ist nicht hoch, weiss ich. Aber ich habe das Gefühl zu viel Geld in marginalen Situationen zu lassen und genau das will ich mir mal anschauen. Zusätzlich habe ich oft Probleme mit dem Read auf meine Gegner, weil die Spiele oftmals sehr loose sind. Ich setze mich bevorzugt an Tische mit Werten 25-35% Spieler am Flop, Potgrösse ca. $1,80-2,50.
      Mit Lag’s komme ich nicht klar, bzw. kann vermutlich nicht genug Value gegen diese generieren und gegen Rocks merke ich auch nicht dass ich hinten liege und füttere denen den Pot an. Insgesamt betrachtet habe ich das Gefühl, dass ich mit meinen Händen nicht das Value raushole, was ich verliere wenn ich den Flop verpasse und irgendwelchen Draws hinterherlaufe.

      Fragen, Anregungen, Kritik und Tipps gerne. Besten Dank schon mal im Voraus, zumindest fürs Lesen ;)
  • 9 Antworten
    • Wazer
      Wazer
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 1.185
      Wärst du Gold würde das Easy gehen, dann würde ich dir den Stove artikel empfehlen. Jetzt musst du aber anders klar kommen.

      Spiel man eine kleine Session, vllt eine halbe Stunde oder noch weniger. Danach gehst du in PT und gehst jede Hand einzeln durch. Guckst dir die Stats der Gegner an und nimmst dir den Equilator zur Hand.

      Mit dem Equilator kannst du direkt die Range verwenden, die dir durch den Vpip oder Preflopraise sugeriert wird. Und dann guck dir einfach mal die Prozente an, sei kritisch mit der Chart von ps.de. Gib einen kritischen Flop ein und guck wie sich die Prozente verändern. Sei vor allem kritisch mit dir selbst. Dadurch bekommst du ein Gefühl für das Spiel Pre- und Postflop.

      Ich weiß auch nicht auf wie viel Tische du spielst, wie lang du schon spielst, was deine Vorkenntnisse sind, somit ist es ganz schwer dir dahingehend noch weitere Hinweise zu geben. Aber es ist nicht schlecht die ganzen Zusatzmaterialien von ps.de durchzulesen, mal auf anderen Anbietern gucken, was die Strategiemäßig dir vermitteln können, probieren Kontakt zu anderen aus deinem Limit zu finden usw. Wenn es alles so stimmt, wie du es schilderst, dann bist du aber lerntechnisch schon auf dem besten Wege. Manchmal ist es einfach auch nur ein Down, den du sehr effektiv zum lernen nutzen kannst.
    • SharkyLuck
      SharkyLuck
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 1.303
      Original von Wazer
      Ich weiß auch nicht auf wie viel Tische du spielst, wie lang du schon spielst, was deine Vorkenntnisse sind, somit ist es ganz schwer dir dahingehend noch weitere Hinweise zu geben.
      Ich glaube nicht an Downswings... ;) Scherz beiseite, ich habe mir in der letzten Woche schon mal die Broadway Pairs angeschaut. Von TT-AA lag ich beispielsweise überall im Plusbereich. Ob die Winrates der Norm entsprechen, weiss ich nicht, müsste ich auch mal schauen. Mein Hauptdefizit sind vermutlich Draws und downgecallte marginale Hände.

      Ich spiele maximal drei Tische und strikt nach dem Fortgeschrittenen-SHC, eher noch eine Spur tighter und verzichte je nach Tisch auf Schwellenhände (Vote for Word of the Year :D )

      Vorkenntnisse sind nicht leicht zusammenzufassen. Ich habe mich zum ersten Mal mit Poker beschäftigt am 1.1. und bis Mitte Februar nur rumgedonkt und probiert was mir so liegen könnte bevor ich PS kennengelernt habe. Bis dahin habe ich aber schon 6 Bücher in mich reingefressen, was teilweise -EV war, schlichtweg zuviel durcheinander. Eigentlich hat mir nur ein Buch weitergeholfen und den Rest habe ich dann aufgesogen, so daß ich mit den meisten Begriffen etc. was anfangen konnte. Angefangen habe ich auf PokerStars, wo ich sooo gerne wieder spielen würde. UMTRACKEN !!! ;) Habs schon mal versucht, wurde mir aber verwehrt, also habe ich ausgecasht.

      Ich sage es mal so: Ich bin der festen Überzeugung, daß ich Pokertalent habe. Da ich aber generell für alles Erfahrung brauche, dauert es halt etwas länger bei mir. Was noch eines meiner grössten Probleme ist: Ich verliere ungerne und noch ungerner verliere ich Geld. Ich kann mich noch nicht ganz vom Geld lösen, daß ist aber schon deutlich besser geworden. Mein grösstes Plus ist, daß ich ziemlich Tiltresistent bin. Wenn ich mir nichts vorzuwerfen habe juckt mich nix, auch nicht wenn ich am River weggeluckt werde.
    • kauai
      kauai
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 2.059
      preflop keine fehler zu machen ist mit dem chart relativ leicht, postflop sind da schon eher fehler möglich.
      wichtig ist auch nach den sesions die knappen bzw fraglichen hände nochmal durchzugehen.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Also wenn du sagts, dass du dich sehr regelmäßig an Handbewertungen beteiligst, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Ehrlich jetzt. Wenn man mit anderen Spielern über typische Situationen diskutiert, muss man sie zwangsläufig auch durchdenken und dadmit auch verstehen. So funktioniert der Lernprozeß beim Poker. Da du das also tust, kann meiner Meinung nach nicht viel schief gehen.

      Neben den Artikeln, Videos und Coachings, empfehle ich auch die Artikel der Lehrreichsten Beispielhände. Diese wurden von den Professionellen Handbewertern erstellt und sind dafür gedacht, die typischerweise auftretenden Leaks zu beseitigen. Besonders die Bronze Materialien sind allesamt sehr gut und wenn man die alle verstanden hat, wird man zwangsläufig winning player auf den Micros. :p Man muss allerdings bei manchen Materialen etwas mitdenken, weil es früher mal ein etwas anderes SHC gab und daher manche Preflop Erklärungen veraltet scheinen. Das ist aber nicht so wichtig und einem aufmerksamen Leser sollte das keine Schwierigkeiten bereiten.

      Spezielle Hände oder Handgruppen großflächig zu bearbeiten, davon halte ich nichts. Beim Pokern geht es gar nicht so sehr um Handgruppen und Hände, sondern um Situationen. Wenn schon, dann sollte man versuchen bestimmte Situationen besser zu beherrschen. Manche Einsteiger machen aber den Fehler und konzentrieren sich auf die falschen Entscheidungen. Manche Entscheidungen sind deshalb schwer, weil sie so marginal sind. Das bedeutet der EV von zwei Linien liegt dicht beisammen und man weiß nicht genau welcher höher liegt. Das heißt im Umkehrschluß aber, dass man da nicht viel falsch machen kann, egal welche Linie man wählt. In Wahrheit wird der meiste value von Einsteigern oftmals in Situationen liegen gelassen wo man glaubt alles richtig zu machen, man tatsächlich aber irgendetwas nicht richtig oder nicht vollständig verstanden hat und daher einen Fehler macht, der wirklich value kostet. Besonders schlimm ist das in Situationen die immer wieder auftreten, weil man dann teure Fehler sehr häufig begeht = burning money. Das sind die Leaks, die es zu finden gilt.

      Ein spezieller Tipp für dich: Manche Spieler, die sehr lernwillig sind und am Anfang immer gesagt bekommen "tight is right", wollen auf gar keinen Fall die Fehler der calling stations machen und Geld mit hoffnungslosen Händen verlieren. Man soll natürlich keine schlechten Calls und unprofitable Calldowns machen, aber manche treiben das zu weit und spielen deutlich zu tight. Bei Fixed Limit ist es das Schöne, dass man auch mal als Underdog den Showdown sehen kann, weil der Pot schon groß ist. Es kommt sehr oft auf die Potsize an. Bei sehr großen Pötten braucht man manchmal nur 10% oder 5% Chance um callen zu können.
      Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Spieler die einfach zu loose spielen und zu viele hoffnungslose Calls machen und sich nicht von ihrer Hand trennen können. Von Weitem kann ich natürlich nicht beurteilen welcher Typ du bist. Ich wollte nur verdeutlichen, dass man es nicht übertreiben soll. "Tight is right" ganz klar, aber zu tight ist auch verkehrt. ;>

      Puh, ganz schön viel Text, aber meiner Meinung nach bist du auf dem richtigen Weg. Artikel, Videos, Bücher und Handbewertungen, da kann nicht viel schief gehen. Für mich gilt sowieso: Handbewertungen > all. :)
    • Wazer
      Wazer
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 1.185
      Original von kauai
      preflop keine fehler zu machen ist mit dem chart relativ leicht, postflop sind da schon eher fehler möglich.
      wichtig ist auch nach den sesions die knappen bzw fraglichen hände nochmal durchzugehen.
      Das ist die total falsche Herangehensweise. Wenn du dich auf das Chart verlässt, dann hast du Poker noch nicht begriffen. Man muss sich stetig bewusst sein, dass wenn man nach Chart spielt, man im Grunde genommen auch Edge vergibt, weil diese nicht berücksichtigt werden kann in einem Chart.
      Da Postflop es von vielen Moves abhängt, man größtenteils leichter sein EV durch Odds und Outs ermitteln kann, kann man hier schneller lernen, kostspielige Fehler zu vermeiden, jedoch Preflop ist eher schleichend und wenn man da keine Mühe investiert, dann kann das auf Dauer an deiner Winrate ziehen und du weißt nicht, wo es herkommt.
    • kauai
      kauai
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 2.059
      Original von Wazer
      Original von kauai
      preflop keine fehler zu machen ist mit dem chart relativ leicht, postflop sind da schon eher fehler möglich.
      wichtig ist auch nach den sesions die knappen bzw fraglichen hände nochmal durchzugehen.
      Das ist die total falsche Herangehensweise. Wenn du dich auf das Chart verlässt, dann hast du Poker noch nicht begriffen. Man muss sich stetig bewusst sein, dass wenn man nach Chart spielt, man im Grunde genommen auch Edge vergibt, weil diese nicht berücksichtigt werden kann in einem Chart.
      Da Postflop es von vielen Moves abhängt, man größtenteils leichter sein EV durch Odds und Outs ermitteln kann, kann man hier schneller lernen, kostspielige Fehler zu vermeiden, jedoch Preflop ist eher schleichend und wenn man da keine Mühe investiert, dann kann das auf Dauer an deiner Winrate ziehen und du weißt nicht, wo es herkommt.
      also ich hab zumindes begriffen worauf der bzw. die charts von ps basieren, lässt sich ja auch leicht stoven ;) & es ist definitiv kein fehler auf micros wie 0.15/0.30 fr mit charts zu spielen. ich bin mir auch sicher, daß leute die hier anfangen mehr fehler post- als preflop spielen.

      ich halte es einfach nicht sinnvoll auf nem fl fr microlimit die gegner nach stats zu spielen, viele haben ja auch noch kein pt o.ä. da reicht solides abc poker völlig aus
    • Schnullerbacke
      Schnullerbacke
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2007 Beiträge: 524
      um Dich mal n' bisschen aufzubauen (ohne Schleimfaktor):

      Ich war unlängst mal wieder spätnächtens im Handbewerter-Form (hatte längere Zeit nicht gespielt und wollte so wieder ein bisschen "reinkommen"). Jedenfalls habe ich einige Deine Bewertungen gelesen (glaube, Du hast auch eine meiner Hände bewertet..) und dachte so bei mir:

      Hut ab - echt solide Bewertungen für einen mit Anmeldedatum in 08!

      Also, wenn Du annähernd so gut spielst wie Du bewertest, bist Du bestimmt kein Loosingplayer. Lass Dich durch Suckouts nicht unterkriegen.
    • SharkyLuck
      SharkyLuck
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 1.303
      Original von kombi
      Spezielle Hände oder Handgruppen großflächig zu bearbeiten, davon halte ich nichts. Beim Pokern geht es gar nicht so sehr um Handgruppen und Hände, sondern um Situationen. Wenn schon, dann sollte man versuchen bestimmte Situationen besser zu beherrschen. Manche Einsteiger machen aber den Fehler und konzentrieren sich auf die falschen Entscheidungen. Manche Entscheidungen sind deshalb schwer, weil sie so marginal sind. Das bedeutet der EV von zwei Linien liegt dicht beisammen und man weiß nicht genau welcher höher liegt. Das heißt im Umkehrschluß aber, dass man da nicht viel falsch machen kann, egal welche Linie man wählt. In Wahrheit wird der meiste value von Einsteigern oftmals in Situationen liegen gelassen wo man glaubt alles richtig zu machen, man tatsächlich aber irgendetwas nicht richtig oder nicht vollständig verstanden hat und daher einen Fehler macht, der wirklich value kostet. Besonders schlimm ist das in Situationen die immer wieder auftreten, weil man dann teure Fehler sehr häufig begeht = burning money. Das sind die Leaks, die es zu finden gilt.

      Ein spezieller Tipp für dich: Manche Spieler, die sehr lernwillig sind und am Anfang immer gesagt bekommen "tight is right", wollen auf gar keinen Fall die Fehler der calling stations machen und Geld mit hoffnungslosen Händen verlieren. Man soll natürlich keine schlechten Calls und unprofitable Calldowns machen, aber manche treiben das zu weit und spielen deutlich zu tight. Bei Fixed Limit ist es das Schöne, dass man auch mal als Underdog den Showdown sehen kann, weil der Pot schon groß ist. Es kommt sehr oft auf die Potsize an. Bei sehr großen Pötten braucht man manchmal nur 10% oder 5% Chance um callen zu können.
      Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Spieler die einfach zu loose spielen und zu viele hoffnungslose Calls machen und sich nicht von ihrer Hand trennen können. Von Weitem kann ich natürlich nicht beurteilen welcher Typ du bist. Ich wollte nur verdeutlichen, dass man es nicht übertreiben soll. "Tight is right" ganz klar, aber zu tight ist auch verkehrt. ;>
      Ja, das ist das Gefühl was ich auch habe. Besonders die Situationen, in denen man second pair hat finde ich immer eklig und unangenehm zu spielen. Die einzige „starke“ Starthand die bei mir im Minus liegt sind die Queens, weil ich mit denen oft in die Situation „zweitbeste Hand“ komme und nie weiss wo ich wirklich mit der Hand stehe und nie den Moment sehe, wo ich mich verabschieden muss.

      Die Hand-Diskussionen in der Bronze-Sektion habe ich mir noch gar nicht angeschaut ehrlich gesagt, die kommen oben auf die Liste, danke.


      @Schnullerbacke
      Danke für die Blumen. Ich bewerte da eigentlich mit um mich selber zu überprüfen. Daß ich da des öfteren mal richtig liege mit meiner Einschätzung, hilft mir auch weiter. ;)
    • Tripper83
      Tripper83
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 4.364
      Meine Queens waren auch anfangs im Minus. Aber bei 10.000 Händen sagt das ja auch gar nichts. Wenn du ein paar Mal zu oft Asse oder Kings gegen dich hast, kannste halt nichts machen. Natürlich sollte man nicht seine Queens runtercallen wenn der Flop AKx ist und mächtig gas gegeben wird, andererseits kann man ja auch nicht gleich folden, nur weil eine OC da liegt. Ich glaub sooo falsch kann man die Queens gar nicht spielen, dass man da langfristig im Minus ist. Mach dir lieber über andere Dinge Gedanken.

      Auch sollte man eigentlich kein stove, equi oder sonstiges Zeugs brauchen um 0.15/0.30 zu schlagen. Viel wichtiger ist doch mit seinem Spiel zurecht zu kommen, auf die Gegner zu achten und sich da vllt. ein wenig anzupassen.

      Zu den Handbewertungen: Poste nicht nur Hände, die du verloren hast, sondern auch gewonnene. Oft holt man da auch einfach zu wenig Geld raus.

      Fazit: Wenn du dich so sehr mit Poker beschäftigst, wie es mir scheint, dann kannst du langfristig gar nicht anders als auf den Micros zu gewinnen. Aber immer schön weiterarbeiten ;)