zu Artikel: Starting Hands und Equity

    • andyy1
      andyy1
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 1.816
      Hi ich hab den Artikel gelesen und habe ein ganz konkrete Frage.
      Gesetzt folgende Situation:


      Known players:
      Position
      BB

      0.50/1 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is MP3 with J:heart: , J:diamond:
      Hero raises, 2 folds, SB calls, BB 3-bets, Hero ?

      Wie kann ich nun mit Hilfe des Equilators ermitteln, ob ich hier cappen sollte?

      In den Approx Charts gibt es ja die Tabelle "(6b) Cap vs "3betting vs ORC"",
      die in diesem Falle ein Cap bereits ab TT vorschlägt.
      Da der Gegner wohl Preflop den Werten nach ca. nach ORC spielt
      (stimmt das überhaupt?) gehe ich davon aus, dass ich cappen muss.

      Wie kann ich das mit dem Equilator überprüfen?
  • 4 Antworten
    • Settra
      Settra
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2007 Beiträge: 859
      Erstmal hast du nur 112 Hände, um da genauer entscheiden zu können solltest du schon 500 haben, besser 1000. Sonst ist der pfr zu großen Schwankungen unterlegen.

      Dann würd ich sagen, die 3-betting Range entspricht 2/3 des pfr Wertes, kann natürlich bei jedem anders sein. In deinem Bsp gibst du dem BB sagen wir mal 8%. Dann setzt du deine Hand auf JJ und klickst auf enumerate. Sollte deine Equity über 50% sein, kannst du cappen. Bzw. auch bei etwas weniger als 50%, da du Position und Postflop mehr Foldequity hast.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      dto.

      Wobei meiner Meinung nach die 50% schon ganz gut sind, da ja auch Rake bezahlt wird, was einen Teil unserer Edge auffrisst.

      Gruß,
      Stefan.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Der Hauptunterschied zwischen der "(6b) Cap vs "3betting vs ORC"" Tabelle und dieser Hand ist: wir sind 3-handed! Deswegen liegt die Durchschnittsequity bei nur 33% und wir brauchen keine 50%. ;>

      Das Tolle wenn man einen Coldcaller im SB hat ist, dass der fast immer dead money in den Pot donatet. Also selbst wenn wir HU gegen den BB gar nicht mal so gut dastehen würden, pusht der SB unsere EQ enorm. Zwar nicht im Sinne von totaler Equity, aber im Sinne von Differenz zur Durchschnittsequity. Den Hauptprofit machen wir wegen dem SB und nicht wegen dem BB.

      Geben wir dem BB mal eine tighte 3betting Range, was auch realistisch ist. Wozu auch sollte er einen early Raise mit einem Codlcaller sonst 3betten? Mit marginalen Händen wie AJo wäre es klüger für ihn sich erst den Flop anzuschauen und bei einem Hit das Feld mit einem check/raise zu trappen. Nehmen wir als Range mal TT+, AKo, AQs+. Ein aggressiver Gegner könnte auch zusätzlich 99-77, AQo, AJs 3betten. Eine 3betting range kann man nur schätzen. Man kann nicht sagen PFR durch 2 oder 25% vom PFR, denn es kommt ganz auf die Umstände an. Wer hat geraist? Woher kam der Raise? Wieviel Spielverständnis hat der 3Bettor? Mit dem Elephant bzw. PT3 wird es in Zukunft eventuell leichter 3betting ranges abzuschätzen.

      HU gegen den BB hätten wir folgende EQ:

      tighte 3betting range HU

        Hand 0:xxx44.196%xxx{ JdJh }
        Hand 1:xxx55.804%xxx{ TT+, AQs+, AKo }


      loose 3betting range HU

        Hand 0:xxx55.395%xxx{ JdJh }
        Hand 1:xxx44.605%xxx{ 77+, AJs+, AQo+ }


      Und nun die ganze Sache 3-handed, wenn der SB mal eine normal loose coldcalling range von 26% hat: 22+, A5s+, K7s+, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 76s, 65s, 54s, A8o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o. Es gibt einige Spieler die coldcallen noch looser.

      tighte 3betting range 3-handed

        Hand 0:xxx35.143%xxx{ JdJh }
        Hand 1:xxx45.195%xxx{ TT+, AQs+, AKo }
        Hand 2:xxx19.662%xxx{ 22+, A5s+, K7s+, Q8s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, 65s, 54s, A8o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }


      loose 3betting range 3-handed

        Hand 0:xxx42.414%xxx{ JdJh }
        Hand 1:xxx36.180%xxx{ 77+, AJs+, AQo+ }
        Hand 2:xxx21.406%xxx{ 22+, A5s+, K7s+, Q8s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, 65s, 54s, A8o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }


      Man sieht also, dass wir durch den loosen Coldcaller leicht über Durchschnittsequity kommen, selbst wenn wir HU gegen den BB underdog wären.

      Bei knappen Entscheidungen ist es manchmal besser einen kleinen Edge nicht zu pushen um dafür postflop mehr Edge rauszuholen. So könnten wir erst den Flop abwarten und bei einem guten Flop die sichere Continuation Bet des BB raisen und so gegen den SB protecten. Wenn wir wüßten, dass der BB sehr tight capppt, sollten wir das überlegen. Aber da wir nicht genau wissen welche Range wir ihm geben sollten und wir auf gar keinen Fall einen 9%igen Egde verschenken wollen, falls er doch loose 3bettet, sollten wir einfach cappen und den sicheren Value mitnehmen. Bzw. sollte man im Hinterkopf behalten, dass der SB auch gut eine 50% Range coldcallen kann und unser Edge dann auch bei einem tighten BB deutlich zu groß wäre um ihn liegen zu lassen!

      => cap preflop
    • andyy1
      andyy1
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 1.816
      Danke kombi, das war sehr interessant.

      Neben der Schwierigkeit die 3-bet Range abzuschätzen kommt in diesem Fall also noch die Schwierigkeit hinzu die coldcall Range des SB abzuschätzen.
      Da braucht man wohl ziemlich Erfahrung, ich wäre nämlich nicht ohne weiteres auf deine Ranges gekommen.