Bitte um Hilfe! Wahrscheinlichkeit dass...?

    • mfassold
      mfassold
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 12
      Hallo,

      also, ich bin relativ neu hier und bin erst silber. habe mir die fl artikel der einsteiger sowie bronze sektion intensiv reingezogen. was ich nun bräuchte ist folgendes.

      ich denke, das hinter diesen guidelines, z.b. wie spiele ich was am flop, turn, oder river, mit oder ohne initiative grundsätzlich einfach nur wahrscheinlichkeitstheoretische analyse steht. deshalb richtet sich dieser
      thread auch in erster linie an die experten bzw. machern von pokerstrategy.com denn ihr habt ja diese strategie ausgearbeitet bzw wisst was dahinter steckt.

      was mir also immens weiterhelfen wuerde, ist so eine art tabelle die folgende informationen enthält:

      wie hoch muss die wahrscheinlichkeit sein eine hand XY in zb. 100 000 fällen zu gewinnen um am flop zu betten/nur zu callen/zu raisen oder gar zu cappen?

      also zb.

      ..................flop ......turn ....... river
      call ...........30% ... ....

      raise ........ 60% ........ 75%

      cap ............90.........etc ...etc....
      ..
      das selbe fuer den turn und river.

      die strategie besagt ja zb. wenn du eine made hand 2pair + am flop hast dann raise so oft wie möglich. das bedeutet ja eigentlich, wenn die wahrscheinlichkeit zu gewinnen > xy ist dann erhöhe immer.

      mich interessieren nun die genauen werte fuer die oben genannten möglichkeiten am flop/turn und river die hinter der strategie von pokerstrategy stehen.

      ziel ist es ein tool zu verfügung zu stellen welches unterstüzend beim pokern ratschläge in schwierigen situationen gibt.

      gerne bin ich bereit es hier im forum anzubieten (falls es mal fertig wird).
      geplant ist für jede hand eine simulation zb. über 100 000 spiele oder mehr laufen zu lassen, und dann die wahrscheinlichkeit zu berechnen dass man mit einer hand XY und einem flop WYX vorne liegt.

      also das wars erstmal. freue mich auf jede art von hilfe.

      bis dann...mfg
  • 14 Antworten
    • cetchmoh
      cetchmoh
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2007 Beiträge: 707
      da hats wohl einer nicht ganz verstanden... dein ansatz ist nett, aber er beinhaltet nur die reinen karten und die equity.
      in die spielentscheidungen fliessen auch taktische elemente -> wie stehts allein um (semi)bluffs?
      sobald du gold bist hast du zugang zum wahrscheinlichkeiten und charts-forum. dort ist etwas mehr geklärt in welchen fällen du wieviel equity brauchst um zB nen calldown zu starten.

      ansonsten: spiel doch einfach mal mit dem equilator rum und schau dir an wieviel equity du gegen welche ranges in welchen situationen hast.
    • mfassold
      mfassold
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 12
      ja klar, staight draws, oesds, gutshot, double gutshots wheels sowie alle flushdraws sollen natürlich auch in die berechnungen einfliessen, trotzdem denke ich dass man alle taktiken und strategien mit wahrscheinlichkeiten begründen kann...sonnst waers ja nich profitabel?

      ausnahmen stellen hier reine bluffs dar denke ich..aber bluffen ist nicht so meins.. :)
    • mcmoe
      mcmoe
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2006 Beiträge: 3.838
      die reine wahrscheinlichkeit ist völlig irrelevant. sie gewinnt erst bedeutung wenn man die einzahlung gegenüber der möglichen auszahlung gegenüberstellt; das sind sogenannte "pot-odds". außerdem muss man seine gewinnwahrscheinlichkeit (= "equity") in relation zur durchschnitts-equity sehen. wenn du z. b. 35% equity bei einer durchschnittsequity von 33% hast, ist das solala. hast du 35% equity bei 20% durchschnittsequity kannst du dich freuen.
      es gibt situationen, da kannst du mit einer gewinnwahrscheinlichkeit von 15% profitabel callen und genauso gibt es situationen, bei denen man mit einer gewinnwahrscheinlichkeit von 35% erhöhen sollte.

      du solltest dir mal ganz dringend die kapitel "spiel nach odds und outs" und "discounten von outs" in der strategiesektion ansehen. du hast nämlich schon korrekte gedankengänge im grundsatz, aber dir fehlt noch einiges an spieltheoretischem background um sie zu ende zu denken :)

      das ist nicht schlimm, denn so ging es uns allen mal.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Im Prinzip machen wir auch nichts anderes als du vor hast. Das was du "Wahrscheinlichkeit am Showdown zu gewinnen" nennst, heißt bei uns Equity (EQ). Was man sich zuerst klar macht, wenn man anfängt Poker zu analysieren, ist, dass es nur um den Erwartungswert, den EV, geht. Man versucht immer den EV abzuschätzen. Da man den aber nicht so easy ausrechnen oder simulieren kann (was gerade das Reizvolle beim Pokern ist) muss man sich verschiedener Konzepte bedienen um ihn abzuschätzen.

      Diese Konzepte sind zum Beispiel: Protection, Position, Initiative, Odds&Outs, Implied Odds bzw. Reverse Implied Odds, Foldequity, dead money, Playability und das wichtigste überhaupt: die Equity. Wir gehen davon aus, dass je höher unsere Equity (= Chance den SD zu gewinnen) ist, desto höher auch der EV. Das ist zwar intuitv einleuchtend, weil wenn unsere Chance hoch ist den Showdown zu gewinnen, dann ist sicher auch unser EV hoch, doch das muss gar nicht mal immer der Fall sein. Bei No Limit ohne Blinds zum Beispiel hätte man mit KK eine ziemlich hohe EQ, trotzdem wäre es -EV zu raisen. Aber für Fixed Limit ist das wichtigste Konzept überhaupt die Equity. Wenn unsere EQ hoch ist, wird auch unser EV hoch sein. Die ganzen anderen Konzepte beeinflussen den EV zwar auch, aber sind eben schwächer bzw. indirekt mit der Equity verwandt.

      Nun kann man die EQ in vielen Situationen ausrechnen und zwar mit PokerStove oder dem Equilator. Sie hängt von der Anzahl der Gegner und deren möglichen Holdings ab. Wichtig ist dabei vor allem die Durchschnittsequity. Ist unsere EQ höher als der Durchschnitt aller am Pot Beteiligten, so haben wir einen EQedge und gemäß unsere Ausgangshypothese, bedeutet EQedge = hoher EV => Raise. Wenn man das allerdings einem Einsteiger so sagt, wird er uns verdutzt anschauen und nur Bahnhof verstehen. Daher hat ps.com die Hände in Gruppen eingeteilt und abgeschätzt welche davon idR einen EQedge haben und welche nicht. 2Pair hat eben sehr oft einen EQedge und deswegen soll man damit am Flop Gas geben.


      Was an deinen Gedanken vielleicht undurchdacht ist: Wieso sollte man für einen Cap eine höhere EQ als für eine 3-Bet brauchen? Die benötigte EQ für 3-bet und cap bleibt gleich. Wenn ich einen EQedge habe, dann will ich viel Geld in den Pot bekommen, egal ob durch Bet, Raise, 3-Bet oder Cap. Was sich ändert ist nicht die EQ die wir für Cap brauchen, sondern unsere EQ an sich ändert sich. Wie ich oben geschrieben habe, ist die EQ abhängig von den Holdings der Gegner. Und wenn es zum Cap kommt, dann muss vorher schon ein Gegner ge3bettet haben und dieser hat dadurch eine starke Hand angezeigt. Darum erniedriegt sich unsere EQ. Aber es ändert sich nicht die benötigte EQ für einen Cap!

      Und das ist der Hauptgrund, weshalb man nicht einfach mal so etwas berechnen kann. Unsere EQ hängt eben davon ab was unsere Gegner halten. Wenn ich das weiß, ist die Linie mit dem höchsten EV in der Tat nur noch Rechenarbeit, allerdings ist es sehr sehr schwer vorrauszusehen wie unsere Gegner verschiedene Hände spielen. Der eine limpt nur AA und KK UTG, der andere dagegen any 2 suited. Der andere cappt nur mit den Nuts, der andere any Pair und any Draw. Die Schwierigkeit liegt oftmals darin die Aktionen unserer Gegner richtig einzuschätzen. Wenn ich nicht weiß was mein Gegner hat, dann kann ich auch nicht meine EQ bestimmen.

      Was an deiner Tabelle auch nicht stimmt: Die benötigte Equity auf Flop, Turn und River ändert sich nicht. Wenn ich aufm Flop 65% EQ habe, dann raise ich und wenn ich die auf dem River habe, dann raise ich auch. Ok, am Flop und Turn greift auch noch das zweitwichtigste Konzept - die Protection. Aber es würde nochmal so einen Text brauchen diese zu erklären. :D


      PS: Ich hoffe, ich hab mich fürs Einsteigerforum verständlich ausgedrückt. Wenn jetzt jmd verwirrt sein sollte: einfach wieder vergessen was ich geschrieben habe. Um die Micros und Low Limits zu schlagen muss man andere Dinge wissen. Nämlich die aus den Artikeln. ;>
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Nice Kombi, finde es toll, dass du dir immer so viel Zeit nimmst alles genau zu erklären :)
    • mfassold
      mfassold
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 12
      hi,

      also erstmal danke für deine ausführliche antwort. sehr schön und verständlich. =)

      ...ich habe aber leider noch mehr fragen jetzt... ?(

      1) Ich habe mit pokerstove und so rumgespielt. ich halte pocket queens. shorthanded. preflop habe ich equity =~ 37%. (5 gegner)
      Flop bringt Ah Kh 5s. post flop habe ich nun eine equity von =~ 20% gegen 5 gegner was ja der schlimmste fall ist und sogar ca. 37% gegen 2 gegner. 5 gegner bedeutet eine durchschnitts-equity von 1/6 = 0.166 = 16% also etwas weniger als meine equity bzw bei 2 gegnern 1/3 = 33,33%.
      heisst das nun ich raise in beiden fällen, denn EQ > durchschnittsEQ?

      verstehe ich das richtig?

      Dies erscheint mir als gefährlich auf dem board denn jedes A und K schlägt mich sogar gegne 2 gegner. trotzdem wäre es aber auf grund der berechnungen richtig zu raisen. diese berechnungen basieren allerdings auf zufällig verteilte karten an die gegner und berücksichtigt nicht dass sie 27 off womoglich eh preflop gefoldet hätten. wie kann ich nun also die " wahrscheinlich richtigen " eq werte für den flop berechnen? könnte ich beispielsweise sagen, die gegner spielen 20% von 2652 möglichen starthänden, also ca. 530 mögliche hände. dann berechne ich die anzahl der hände die mich schlagen von diesen 530 in der jeweils gegebenen situation und berechne so meine aktuelle EQ = chance dass ich gewinne?


      2) Protection. Würde gerne wissen, welche EQ werte ich schützen muss?
      Gibt es da eine art range? Klar ist z.B falls ich das FH floppe müsste ich ca. eine EQ von über 80% haben da muss man nicht protecten. oder?

      etwas schwächere, aber starke hände müssen beschützt werden, klar. welche equity range haben solche hände? gibt es dazu richtlinien?

      mich würde weiter interessieren:

      3) du sagtest die equity ändert sich nicht auf flop und river. meiner meinung nach ändert sie sich aber in abhängigkeit der community cards. siehe z.b das QQ beispiel oben.

      weiterhin wäre interresant: angenommen ich habe auf dem turn eine wahrscheinlichkeit X den showdown zu gewinnen. 3 gegner. es gibt einen raise und reraise von 2 meiner gegner. 1 fold. sagen wir ich hatte ein P(win) von 60%. nun signalisiert ein raise reraise, speziell auf trockenen boards stärke meiner gegner. d.b. ich muss meine win-chance anpassen um profitable entscheidungen zu treffen.
      gibt es richtlinien darüber wieviel ich abziehen muss für die einzelnen betting-sequenzen meiner gegner (auch in abhängigkeit von der anzahl der gegner in der hand)?

      als z.b. raise-rerais ~ -20%
      oder mein gegner check raist mich also ~ -15%

      das mag alles ein wenig wirr und unüberlegt klingen, aber ich versuche die dinge in meinem kopf zu katalogisieren und zu orden.

      bin schon sehr gespannt auf antwort falls du die zeit dazu findest.

      beste grüsse, mfassold
    • Xaor
      Xaor
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2007 Beiträge: 268
      Original von kombi

      Was an deinen Gedanken vielleicht undurchdacht ist: Wieso sollte man für einen Cap eine höhere EQ als für eine 3-Bet brauchen? Die benötigte EQ für 3-bet und cap bleibt gleich. Wenn ich einen EQedge habe, dann will ich viel Geld in den Pot bekommen, egal ob durch Bet, Raise, 3-Bet oder Cap.
      verstehe ich nicht ganz... Braucht man für nen cap nicht ne niedrigere Equity, als für ne 3bet? Dachte immer für ne 3bet braucht man gegen einen Gegner über 50% equity (im schlimmsten Fall 66,6...), da Villain noch capen könnte. Für nen Cap reicht ja definitiv alles über 50%.

      /edit

      @ mfassold zumindest zu deinen 3. Punkt:

      kombi meinte lediglich, dass die Equity, die zum betten/raisen/3betten/cappen an Flop, Turn bzw. River benötigt wird die gleiche sein muss.

      zu 2.) Ich würde vermuten, dass prinzipiell alle hinreichend hohen equity Werte protected werden sollten. Ziel der Protection ist es ja (soweit ich das bisher verstanden habe) alle Hände, mit einer prinzipiell zu geringen equity um gegen bets weiterspielen zu können, zum folden zu bringen/bzw. zu viel zahlen zu lassen.

      [Bsp: Du hast... 90% equity am Flop und der Pot ist 3 BBs groß. Wenn du komplett auf Protection verzichtest, kann dein Gegner zum Showdown gehen und hat einen EV von 1/10 SB. Bettest du hingegen, müsste er am Flop 1 SB zahlen für die Chance die 4 SBs zu gewinnen. Dies lohnt sich offensichtlich nicht für ihn (weitere Turn/Riverbets bleiben im vereinfachten Fall unberücksichtig), da er in 10% der Fälle 5 SB gewinnt, in 90% der Fälle jedoch 1 SB verliert --> sein call hätte einen negativen Erwartungswert (EV=-1/2 SBs). Ein Fold hat einen EV von 0. Der beste Spielzug für den Gegner wäre also ein Fold.
      Mit deiner Bet sicherst du dir also den Pot von 3SB komplett und steigerst deinen EV im genannten Bsp. um mindestens 1/10SB (6/10, wenn er callt).]

      Ähnliche Überlegungen sind für alle Equity-Werte möglich. Man bemerkt schnell, dass man (im vereinfachten Beispiel) bei einer Equity von mindestens 50% mit Protection gegen einen Gegner seinen EV steigert. (Es müssten jedoch auch raises des Gegners, Playability ("Polarisation" der Equity an Flop/Turn/River?) usw. berücksichtigt werden).
      Ich denke, dass man keine bestimmte Equity nennen kann, ab der man nicht mehr protecten muss. Es gilt vielmehr abzuwägen, ob es möglich ist durch Verzicht auf Protection z.B. am Flop zwecks balancing, bluffinduce, oder anderer Täuchung des Gegners einen höheren EV zu erreichen (nicht umbedingt auf eine isolierte Hand bezogen). Wann auf Protection verzichtet werden kann um den EV zu steigern ist vermutlich auch stark boardabhängig.

      kp, ob dir das geholfen hab/ob es überhaupt richtig ist ?(

      [konnte noch nie gut erklären =(]
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      1) Du solltest deinen Gegnern eine logische Range geben. Wenn dein Gegner raised, dann kannst du ihm hohe bis mitlere Pockets, gute Asse, gute Kings usw. geben. Limpern hingegen suited Connectors, kleine Pockets usw.
      Natürlich spielt nciht jeder Gegner gleich, wenn du Pokertracker hast, kannst du anhand der Stats den Gegnern eine loosere, oder tightere Range geben.
      Es ist für Value-Raises zudem nciht nur wichtig, wieviel Equity du hast. Angenommen du hast 90% Equity, aber auf deinen Raise folden alle schlechteren Hände, aber bessere 3betten, dann war dein Raise -EV. Deine Equity muss über der Durschnittsequity sein, jedoch nimmst du zum berechnen des Durchschnitts die Anzahl der gegner, die auch tatsächlich callen, nicht aller Gegner.
      Deshalb kann man mit Equity alleine nicht weit kommen, man muss im Grunde eine EV-Analyse machen, in der man berücksichtigt, welcher Teil der Gegnerrange called, welcher foldet, welcher raised und das noch gewichten, da ein Toppair mit schlechtem Kicker nicht jeder Spieler raisen wird, sondern z.B. nur 60%, wie du siehst, spielen viele Faktoren eine Rolle ;)

      2) Du musst protecten, wenn die Potequity, die du beschützt größer ist, als der Value durch zu sätzliche Bets. Beispiel: Der Pot ist 10 BB groß, du hast eine Equity von 70%, die Gegner 30%. Hier lohnt es sich die Gegner zum folden zu bringen, sie folden nämlich 30% von 10BB, also 3BB die ihnen auf lange Sicht gehören, das bringt mehr als eine zusätzliche Bet einzusammeln. Hättest du 99% Equity, dann willst du nicht, dass sie folden. Wäre der Pot hingegen tausend BB groß, dann würdest du auch mit 99% Equity deine Gegner zum folden bingen wollen, es geht immer um das Verhältnis, in der Praxis kann man aber kaum bestimmen, ob der Gegner foldet, oder nciht und gerade die guten Draws folden nicht. man versucht einfach zu raisen, wenn man sich vorne sieht und nicht uneinholbar ist.

      3) Die benötigte Equity für Valueraises ändert sich nicht, nur die Range der Gegner und somit deine momentane Equity.


      Insgesamt denke ich, dass du Equity etwas überschätzt. Das wichtigste am Pokern ist der Erwartungswert, damit solltest du dich eher beschäftigen. Hoffe ich konnte dir irgendwie helfen.

      PS: Habe den Post von Xaor leider übersehen und habe teilweise ähnliche Dinge geschrieben. Hab es also nicht getan, weil ich deinen Text unklar fand :)
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Also in einem 3way Pot muss die Gewinnwahrscheinlichkeit 33,4% am Flop sein, damit am Flop raisen profitabel ist.
      In diesem Fall ist dann Cappen auch profitabel.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Ich sehe alle Punkte so wie Alph0r. :)

      @mfassold

      Zu 3) Lies dir nochmal durch was ich geschrieben habe. Die benötigte Equity ändert sich nicht, deine tatsächliche EQ ändert sich schon!

      Zu 1) Genau das ist die Kunst beim Pokern. Die Gegner halten eben nicht any 2 und man muss so gut wie möglich raten was sie haben könnten. Wenn du mal ins Bsphand Forum schaust, siehst du jeden Tag diese Threads: "Muss ich hier den River callen?" Man will im Prinzip nur wissen, was andere User raten was der Gegner haben könnte. Das kann man nicht berechnen oder ableiten.
      In deinem Beispiel ist es so, dass wenn es 5-handed am Flop ist und es eine Bet und 3 Calls gibt, dann kannst du davon ausgehen, dass mindestens ein Pair of Kings oder besser im Umlauf ist. Deine EQ sinkt sofort deutlich unter Durchschnitt.

      Noch als Tipp: Du solltest dich von dem Gedanken lösen sonderlich viel über EQ berechnen zu können. Erstens muss man unheinmlich viele Annahmen und damit Schätzungen treffen. Es ist ein ständiges guessing game. Und zweitens nützt dir die EQ in vielen Fällen wenig. Wenn du zB einen weaken Draw hast, ist es viel wichtiger die Konzepte Odds&Outs und Implied Odds zu verstehen als das Konzept Equity.


      @Xaor

      Für den Cap gibts schon die Besonderheit, dass man leicht weniger EQ braucht, weil es eben keine 5-Bet gibt. Allerdings ist es so wie Alph0r schon sagte. Man muss abschätzen wie wahrscheinlich es ist, dass unser Gegner auf unseren Raise foldet, callt oder reraist. Man nimmt die EQ ja nur als Hilfe um den EV abzuschätzen. Wie Alph0r schon sagte, man macht im Prinzip eine EV Rechnung im Kopf. Man überlegt sich wie oft eine schlechtere Hand den Raise auszahlt und wir oft uns eine bessere Hand reraist und entscheidet dann, ob es besser ist zu raisen oder nur zu callen. Man kann definitiv nicht sagen, dass man die und die EQ braucht. Wenn der Gegner auf unseren Raise immer foldet, ist unsere EQ zB total egal!

      Das was ich geschrieben habe wird aber dadurch nicht falsch. Wenn man einen EQedge hat, dann will man so viel Geld wie möglich in den Pot bekommen. Das Problem was oftmals auftritt ist, dass der Gegner seine schwachen Hände foldet und seine starken reraist. D. h. wir haben zwar gegen seine Gesamtrange EQedge, aber eben nicht gegen die, gegen die wir das Geld in den Pot bringen. ;>

      Man kann Poker nicht in einfache Formeln packen!
    • mfassold
      mfassold
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 12
      @ kombi

      hey, danke erstmal für die antwort. mir ist jetzt einiges klarer.

      "Man kann Poker nicht in einfache Formeln packen!"

      Das ist aber genau das was ich vor habe. und ich muss und will deiner behauptung erstmal glauben schenken. trotzdem will ich es versuchen, mit einem ansatz der art:

      I) Spiele nur hände nach OpenRaise-SHC.
      Dies gibt dir schonmal einen vorteil gegenüber bestimmten spielern.

      II)Flop:
      Betrachte die Hände innerhalb einer bestimmt range deiner gegner die im augenblick besser sein können als du. Falls günstig, bet/raise sonst fold.
      Über eine Simulation (anzahl iterationen > 100 000) ermittle deine chance
      für die gegbene anzahl von gegnern am flop und dem gegebenen flop den showdown zu gewinnen.
      Natürlich muessen auch draws berücksichtigt werden.

      b = 0; (erklärung kommt gleich)


      -> bet/raise falls p(win) - b > als ein wert c

      -> bewerte die anzahl von bets/raises/reraises deiner gegner und merke dir einen wert b, der diese aktionen gewichtet. je mehr aktionen der gegner desto grösser wird b

      -> call falls p(win) - b > als ein wert d

      -> fold falls p(win) - b < als ein wert e

      folglich ist e < d < c.

      man raist also mit p(win) > c
      callt fuer p(win) > d aber < c
      und fold für p(win) < e


      III)Turn:

      Hier dieselben Überlegungen (simulation) wie in I) nur dass jetzt bereits ein wert fuer b vorliegt, dieser wurde ja am Flop gesetzt, dieser alte flop-b-wert beeinflusst wiederum den am turn ermittelten b wert der dann in river berechnungen erneut einfliesst.

      IV)River:
      wie am flop und turn.

      Und als letzten und wichtigsten schritt: Falls du auf diese Art gewonnen bzw verloren hast, dann passe die geschätzten werte von b,c,d an, um beim nächsten mal ein besseres ergebnis zu erzielen. d.h. erhöhe bzw. erniedrige die werte geringfügig und beobachte das neue ergebnis. (also falls du zu früh gefoldet hast, d.h. du hattest doch die beste hand am showdown, dann folde das nächste mal erst eeetwas später).
      diese formel wäre sozusagen selbstlernend. Die Kunst wird es sein gute anfangs werte fuer die grenzwahrscheinlichkeiten c,d,e zu schätzen.

      Es ist anzuhnemen, dass jedes limit andere werte fuer die variablen ergibt,aber nach ausreichend erfahrung, also anzahl von spielen, sollten sich werte einstellen die einen , wenn auch nicht idealen, aber positiven EV ergeben. Das ist natürlich, falls es funtioniert nur für online poker geeignet, aber mit hilfe von PT kann man eventuell sinnvolle variablen für die einzelnen limits berechnen.

      falls ich das erreiche könnte ich ein tool entwickeln welches mir sagt was ich in welchen situationen tun sollte. mir ist wohl klar das das nicht mehr so viel mit pokern zu tun hat, aber es macht mir spass es auf diese weise zu analysieren. das macht mir halt spass =) .

      So, würde mich noch über eine kleine oder grössere kritik an dem oben erwähnten freuen, und möchte es damit vllt auch erstmal ruhen lassen und weitere artikel in der strategie sektion durchlesen, bevor ihch mich hier wieder dazu äussere (könnt ihr mich nicht shon fuer gold freischalten, bin so neugierig :rolleyes: ).

      Vielen Dank auch an alle anderen die sich an der diskussion beteiligt haben.

      mfg mfassold
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Jo, so eine Art Simulation könnte im Grunde schon funktionieren, wenn man realistische Annahmen trifft. Ich denke mal die ganzen Arbeiten auf dem Gebiet der Bots gehen in diese oder eine ähnliche Richtung. Da kenne ich mich aber nicht gut genug für aus. Vielleicht weiß ein anderer User besser wie deine Erfolgsaussichten sind. Angeblich gibts ja schon Bots, die die Micros grinden.
    • mfassold
      mfassold
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 12
      falls das jetzt so angekommen ist,

      es ist NICHT meine absicht einen poker bot zu bauen. die haben im online
      poker nix verloren. die würden ja auf kurz oder lang das online spiel kaputt
      machen.

      selber spielen macht immer noch am meisten spass.

      mfg
    • OIM3L
      OIM3L
      Bronze
      Dabei seit: 23.12.2005 Beiträge: 253
      das was du hier machen willst, ist aber genau ein pokerbot.