Gute Hand gegen bessere Hand, die 100ste

    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Gibt's da irgendwie ein Rezept dagegen, dass man gute Hände immer nur dann bekommt, wenn der Gegner ne bessere hat?

      Das is mir jetzt in den letzten Tagen auffällig oft passiert, während der Umkehrfall fast nicht existent ist.

      Ich spiele momentan (noch, werd wohl leider absteigen müssen) auf $0.5/$1 und laufe immer wieder mit meinen Near Nuts in die Nut Hand.

      Ich hatte in den letzten zwei Tagen jetzt schon zweimal KK vs. AA (beide Male natürlich verloren), meine eigenen Pocket Rockets treffen auf's Set, habe ich einen Straight, hat der Gegner nen Flush, habe ich nen Flush, hat der Gegner entweder nen höheren (Qx suited gegen Kx suited mit nem Axx suited Board), nen Full House, Quads oder gleich den Straight Flush (so geschehen z.B. im Heads Up bei nem Sit&Go, letzte Hand: 2nd highest Flush gegen Straight Flush).
      Ich würde ja gerne glauben, dass dieser Eindruck auf so eine Art "partielle-Wahrnehmung-Phänomen" zurückzuführen ist, aber die eben beschriebenen Situationen wiederholen sich wirklich ständig.
      Inzwischen is auch ein amtlicher Downswing draus geworden und von meinem bisherigen Bankroll-Höchststand von ca. $215 sind nur noch $105 über.

      Was es auch nicht leichter macht, ist die Tatsache, dass meine Gegner ihre Nut Hands viel zu passiv spielen, sodass ich erst recht reinlaufe. Ich zweifle dran, dass es sich hierbei um legitimes und bewusstes Slowplay handelt (auf FL ja eh nur selten anzuraten).
      Beispiel:
      Ich hab A7o im BB, UTG+1, UTG+2 und SB limpen, ich checke. Auf dem Flop kommt 559 und alle checken durch. Als dann auf dem Turn die dritte 5 kommt, denke ich also, dass Ace High vielleicht reicht, da ja keiner auf dem Flop den Drilling oder das Top Pair repräsentiert hat. UTG+2 setzt, ich vermute also, dass er sich grad das gleiche gedacht hat wie ich. Ich raise, UTG+1 und SB folden, UTG+2 callt.
      Auf dem River kommt sogar noch das Ass und wir cappen. Ich gehe in dem Moment schon fest von einem Ass bei ihm und damit von einem Split Pot aus.
      Er zeigt dann aber 54s für den Vierling :(

      Bin ich da jetzt in ein Slowplay reingelaufen? Kann man nach dem Bet/Call auf dem Turn noch ernsthaft mit dem Vierling rechnen? Davon mal abgesehen, wieso spielt mein Gegner überhaupt 54s in Early Position?
      (Besonders die letzte Frage erhärtet den Verdacht, dass es sich NICHT um bewusstes Slowplay handelte).

      Die Situation, die mich jetzt endgültig zum Tilten gebracht hat:
      Ich raise AQs in Early Position und kriege einen Caller (den BB). Auf dem Flop kommt JT9 für OESD und Flush Draw (13 Outs). Ich spiele meine Drawing Hand aggressiv, steige am Flop auf Check/Call um, nachdem der zweite Bube kommt. Am River materialisiert sich der Draw und ich habe den höchsten Flush. Es wird gecappt und mein Gegner hat den FH mit J9.

      War das an der Stelle ein Fehler, gegen Paired Board zu cappen, oder wäre es überängstlich, es zu lassen?
      (Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass theoretisch auch ein Straight Flush möglich gewesen wäre mit T7, aber das muss man nun wirklich nicht berücksichtigen).

      Das ärgerliche dabei ist, dass ich mit meinen eigenen guten Händen oft nur sehr kleine Pötte abgreife, so dass einen ein einziger Bad Beat meist schon extrem zurückwirft.
  • 11 Antworten
    • Hechtsprung
      Hechtsprung
      Bronze
      Dabei seit: 19.05.2006 Beiträge: 130
      Hi...

      jaja war bei mir in den letzten tagen auch! An die 150 BB down... oft gleiche situationen wie bei dir. Naja da muss man wahrscheinlich mal durch! :(
      Irgendwann klappts wieder...


      PS: Ich trau mich gar net richtig das zu sagen...aber bei mir scheints wieder relativ gut zu laufen!^^
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      wenn du von 215$ auf 105$ gefallen bist und 0,5/1 spielst, dann sind das gerade mal 110 BB. Das ist nicht viel und solche Downs wirst du immer und immer wieder erleben. Beim ersten Mal ist das immer hart, aber daran mußt du dich gewöhnen.

      Und es ist auf jeden Fall auch selektive Wahrnehmung. Du hast nicht annähernd so viel Pech, wie du glaubst. Man könnte wahrscheinlich jeden hier im Forum fragen, ob er beim Pokern oft Glück oder oft Pech hat. Und jeder würde sagen: "So viel Pech wie ich, hat sonst niemand beim Pokern." Dabei stimmt das nur bei mir. :(
    • kamikatze123
      kamikatze123
      Bronze
      Dabei seit: 23.03.2006 Beiträge: 533
      Original von SunTzu81
      wieso spielt mein Gegner überhaupt 54s in Early Position?
      die Frage stell ich mir auch immer, wenn ich eigentlich die beste hand haben sollte und mich nur jmd. mit 7,2 schlagen kann und die chips nicht zu mir kommen ;(

      zu deiner A high hand: selbst ohne die stats deines gegners zu kennen, würde ich mit A,7 hier nicht mitgehen, du liegst gegen jedes A,9 oder besser hinten, er könnte 9,x halten, die bettet kaum einer UTG am flop und du hast 3 outs zum full house, oder bist drawing dead gegen slowplayed 9,9

      und wenn du von nem splitpot ausgehst, kannst du nicht cappen, der einzige mit +EV bei dem move ist party


      "Ich raise AQs in Early Position und kriege einen Caller (den BB). Auf dem Flop kommt JT9 für OESD und Flush Draw (13 Outs). Ich spiele meine Drawing Hand aggressiv, steige am Flop auf Check/Call um"
      wurde da eine neue straße eingeführt ?( bisher gings bei mir direkt am flop weiter :D

      frage 1: was soll dein gegner haben um zu cappen? ne straight cappt keiner wenn ein FH oder Flush möglich sind (gibt sicher auch außnahmen) nach der 3-bet kannst eigentlich callen
      das hauptproblem bei der hand ist nicht nur das paired board, sondern das es connected ist, ich hätte eher auf J,10 gesetzt,

      frage 2: wenn du deinen gegner am turn auf ein FH setzt, warum cappst du dann den river? da hilft der nut-flush auch nicht zum sieg

      frage 3: flushdraw und OESD 13 outs? der flush sind 9 outs, der K gibt dir die nut straight, also noch 3 outs, das A gibt nochmal ca. 1,5 outs und die 8 ca. 2-3 je nachdem, macht nach meiner rechnung 15,5 outs

      frage 4: seit wann spielst du poker?
      wenn du erst vor einer woche angefangen hast, und bereits 0.5/1 spielst, sehe ich einige probleme auf dich zukommen, denn ein schneller ritt durch die limits heißt noch nicht das alte limit geschlagen zu haben, ich selber hab mit vorgenommen auf jedem limit 25k bis 50k hände zu spielen, um zu wissen ob ich das limit auch schlagen kann, wenn die BR dann 300BB übersteigt ist auch nicht schlecht, der nächste down kommt bestimmt X(

      denn bonus bekommst du zudem am schnellsten auf 0.25/0.5 weg, da dort über 50% der Hände raked sind =)
      ansonsten nicht vom limit beeindrucken lassen, bin mit 135$ von den beginners gekommen und mittlerweile auf dem weg zu 1/2,
      geduldig weiterspielen dann wird das wieder
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Ich streite nicht ab, dass da auch ein wenig selektive Wahrnehmung im Spiel ist, aber dennoch, wenn ich mich frage, wieviele große Pötte ich in den letzten Tagen gewonnen habe (also Big Hand vs. Big Hand), dann is die ganz nüchterne Antwort "wenige bis gar keine".
      Wieviele habe ich in letzter Zeit abgeben müssen? Viel zu viele!

      Das schlimmste beim Poker is ja bekanntlich nicht, schlechte Hände zu kriegen, sondern gute Hände dann zu kriegen, wenn der Gegner ne bessere hat. Das hab ich in den letzten zwei Tagen schmerzlich gelernt.

      Naja, weitermachen und hoffen, dass es besser wird....
    • Shagg
      Shagg
      Black
      Dabei seit: 06.06.2006 Beiträge: 1.280
      Ja, kann dem auch nur zustimmen: Das geht ruckzuck dass man mal eben derbe abrutscht. Aber manchmal gehts dafür auch derbe schnell hoch!

      Von wegen gute gegen schlechte Hände, das muss man auch nochmal unterscheiden:
      Wenn du KK hast und damit gegen AA verlierst, hatte dein Gegner nunmal ne bessere Hand, das kann vorkommen.
      Blöd wirds aber, wenn du mit AA gegen KK verlierst, weil nen K flopt. Das ist dann schon übles Pech, bzw Glück für den Gegner.
      Noch extremer:
      Du hast AK, es floppt AK6, du raised und so, Turn irgendwas, raise, river 6.
      Tja, und dann gewinnt dein gegner mit T6o, der die ganze Zeit mit seinem ollen low pair mit gecalled hat und im River sein tripple kriegt.

      Da fragt man sich auch ob das Glück echt immer nur mit den dummen is... :O
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Ich hab grad 2mal innerhalb von 10 Blättern die Nut Straight gefloppt und verliere beide Male gegen den vermaledeiten River.
      (Beim ersten Mal paart sich das Board zum FH für's flopped Set, beim zweiten Mal isses der Flush)

      Dabei war ich beim ersten Mal schon dankbar, dass meine beiden Gegner beim Cap auf dem Flop so eifrig mitmachen und ich endlich mal wieder die Aussicht auf nen wirklich großen Pott habe.
      Stattdessen vom Regen in die Traufe.......
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Man cappt pre-flop und der Gegner zeigt beim Showdown J4 suited, geeeeeenau!!

      Zu dumm nur, dass das reicht gegen meine Damen, wenn er je einen Buben auf Flop und Turn getroffen hat :(

      In der Zeit, die es gedauert hat, diese zwei Sätze zu verfassen, hat es im übrigen wieder mal ein Gegner geschafft, meine gefloppten 2 Paar auf dem River mit der getroffenen Gutshot Straight zu busten.
      Und jetzt auch nochmal ein Gegner, der mein geflopptes Bubenset mit der geriverten Straße (selbstverständlich Gutshot) überbietet.

      Und dann war da noch die Situation, wo ich mit Overcards den Gegner korrekterweise (!!) auf Bluff setze, er aber aus unerklärlichen Gründen mit gar nichts drinbleibt und auf dem River trifft.

      Poker kann echt so undankbar sein!
    • Donar
      Donar
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 234
      Hey, das Bubenset hab ich auch auf dem River gegen nen Flush verloren heute. Außerdem AA gegen 84o (4 im flop und 4 am river). Außerdem AK auf AK5 ......... 5 am River. Na? Beispiel wurde oben schon genannt. Ich bin der lebende Beweis, dass es klappt. Geht seit Tagen nur bergab und das kotzt.
    • laechelnderWolf
      laechelnderWolf
      Bronze
      Dabei seit: 30.07.2006 Beiträge: 90
      Hatte gestern ein gutes Beispiel wie sich manches ausgleicht und dass in diesem Fall innerhalb von 10min.
      Komme an den Tisch und in der dritten Hand bekomm ich flush A high und was hat der Gegner? Straight flush ;(
      10 min später bekomm ich den straight flush und gewinne gegen 3 Leute die bis zum SD mitgingen. Insgesamt kam dabei +EV zutage.
      Man sieht das sich alles ausgleicht, allerdings wohl nicht immer so schnell wie bei mir gestern :D
    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Es gibt halt solche Tage oder Wochen, irgend wann kommt das schon wieder. Habe mal meine Stats von den letzten drei Tagen angesehen und folgende StartingHands wollte ich mal posten:

      auf 1/2
      4* AA
      3* KK
      2* QQ

      Pots gewonnen: 1 mit AA; +1.50 (alle gefoldet vor dem Flop)
      Sonst total ca. -42$

      In solchen Momenten denkst du dir, mein Gott, ich gewinne gar nichts. Alle treffen ihre Draws usw. Da hilft dann ab und zu ein Blick auf PT und ein Vergleich deiner Averages mit dem was man allgemein erwarten kann. (Pokerroom hat dazu eine sehr gute Statistik mit über 100Millionen erfassten Händen) Und bei genug gespielten Händen wirst du sehen, dass sich die Zahlen annähern. Auf jeden Downswing folgt auch ein Upswing.
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Ich hab gestern festgestellt, wenn es bei Hold Em nich läuft und man droht, auf Tilt zu gehen, dann hilft es, einfach mal die Disziplin zu wechseln.
      Hab also gestern meinen Hold Em Frust bei ner Omaha Session abgebaut und bin ausnahmsweise mal wieder mit Plus aus ner Session gegangen.
      Ich hab zwar nich viel Ahnung von Omaha, aber anscheinend mehr als meine Gegner - es wurde viel Check/Call gespielt nach dem Flop, weil keiner so richtig die Stärke seiner Hand einschätzen konnte.
      Is aber bei Omaha wirklich schwer, da die Drawing Hands manchmal mehr Gewinnerwartung haben als die fertigen Hände.