Auf welchen flops im HU bluffen?

    • Witman
      Witman
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 3.234
      Folgende Situation: Hero sitzt im BB, alle folden und CO bzw. SB unternimmt einen stealversuch. Heros Hand ist zu schwach für ne 3-bet, aber stark genug um zu callen.

      Der flop kommt und hero hat ihn verfehlt. Aber hier auf Dauer immer zu folden ist sicher ein leak. Gibts nen Artikel der diese Thematik behandelt?

      Auf welchen flops könnte man einen bluff versuchen? Wie reagiert man auf einen call bzw. eine 3-bet von villain?

      Wenns dazu irgendeinen Artikel oder ein Video gibt (hab keins gefunden) würd ich mich über den link freuen...

      Ansonsten würde mich eine Diskussion und Erfahrungsberichte freuen!

      mfG, witman
  • 4 Antworten
    • horsetranquilizer
      horsetranquilizer
      Black
      Dabei seit: 07.12.2006 Beiträge: 2.092
      gibt genug tags, die quasi jeden dry flop mit einer highcard, also optimalerweise Q63 oder j25 checkraisen, nachdem sie oop gecallt haben.
      man brauch allerdings recht tighte gegner dafür, da diese line vielen bekannt ist, und man häufig die 2. oder sogar 3. barrel feuern muss.... dazu kommt dann halt auch, dass man zur balance seine sets und tptks in dem spot auch direkt raisen muss

      ansonsten sind für nen pfa auch flops wie 987 doublesuited sehr eklig, wenn sie geraist werden... viele geben auf solchen flops direkt auf.

      musst halt selbst herausfinden, gg welche gegner ein bluffraise profitabel sein kann

      edith sagt: falshces forum
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Die Odds auf den check/raise sind 5:2, also müsste Villain 28% direkt folden. So eine hohe Foldequity werden wir nur ganz selten haben. Man muss also eine 2nd Barrel feuern, vor allem wenn man gegen einen Gegner spielt der oft call flop, raise Turn spielt und uns nicht durch eine Flop3Bet billig aus der Hand läßt. Wir haben also effective Odds von 6:4 und brauchen daher 40% Foldequity.

      40% Foldequity ist immernoch sehr viel und stark davon abhängig wie Villain A-high spielt. Aber wir haben ja oftmals Outs:

      Board Q 7 5

      Es ist wesentlich sinnvoller mit T 8 zu moven als mit J 4.

      Da Villain eine weite Range hat und oftmals auch nur middle oder bottom Pair, sind unsere Pair Outs etwas wert. Bei T8 bis zu 4 Outs; da Villain seine schwachen Hände aber foldet, eher nur 3 Outs. Dazu kommt noch der BDFD und BDSD, so dass wir mit ca. 6 Outs semibluffen können. Bei der J4 Hand können wir uns bestenfalls 2 Outs geben.

      Eine ORC Button Range besteht auf dem Q75 rainbow Board zu ca. 26% aus K-high und schlechter und zu ca. 32% aus A-high. Wenn wir also mit T8s semibluffen, reichen auch schon 35% Foldequity und die sollten wir haben, selbst wenn Villain die guten Asse A6+ runtercallt und obwohl er manchmal am Turn improved.

      ABER: Selbst wenn check/raise Flop profitabel ist, kann sogar check/call Flop oder bet Flop noch profitabler sein. Das muss man noch extra abwägen.


      gute Boards

      Geeignete Boards sind welche die scary aussehen und die wir nicht sowieso schon allzu oft bluffen. Also sowas wie 2 rags und eine Highcard auf rainbow Board. Wenn das Board koordiniert ist (zB 764 2-suited), dann ist es für Villain zwar auch scary, aber dann werden wir es soweiso schon oft genug mit einer legitimen Hand attackieren, da brauchen wir nicht auch noch mit JTo zu moven.

      Gegen tighte ABC Gegner auch mal ein A 5 5 Board moven. Eine BU ORC Range hat zu 26% K-high und zu 26% gar nix getroffen. Er wird also ziemlich viel davon schon direkt auf den check/raise folden und wir kommen easy über die 28%.

      Generell sollte man sich eben die Range des Gegner anschauen und überlegen wieviel er davon direkt am Flop bzw. am Turn foldet. In den meisten Fällen ist entscheidend wie er A-high spielt.
    • Zinsch
      Zinsch
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2008 Beiträge: 11.818
      An Boards bieten sich natürlich die dry Boards mit einer Highcard an. Also das perfekte Board wäre K72 rainbow.

      Sobald Draws möglich sind, ist von einem Pure Bluff in der Regel abzuraten, da man schon genug Semi Bluffs in seiner Range hat, die den Gegner zwingen, einen auszuzahlen und der Gegner kann natürlich auch viel leichter etwas haben, womit er zumindest bis zum River will.

      Natürlich kann man ein paar extra BB herausschlagen, wenn man an den passenden Spots blufft. Aber man darf halt auch nicht vergessen, dass die Varianz dadurch steigt und wenn man ohnehin schon tiltanfällig ist oder in Downswings nicht gerade sein A-Game bringen kann (ist im Prinzip dasselbe), dann sind diese extra BBs schnell wieder weg.

      Wichtig wird das Ganze vorallem dann, wenn sich der die Anzahl der verschiedenen Gegnern reduziert und du somit gegen jeden eine History aufbaust. Wenn dich die mitdenkenden Gegner nie beim pure bluffen sehen, dann wirst du halt große Probleme bekommen, weil du mit deinen Made Hands keinen Pay Off erhältst.
      Auf niedrigeren Limits ala 2/4, 3/6 ist es eher als ein kleiner Winrate-Boost zu sehen, wenn man weiß, wo die passenden Spots sind. Da würde ich eigentlich nicht wirklich von einem Leak reden, wenn man so gut wie nie pure blufft.

      Edit: Ich denk mal, kombi hat es viel besser erklärt.
    • Witman
      Witman
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 3.234
      Danke erstmal für die ausführlichen Statements...

      Also ich werd mich an dieses Thema vorerst mal nur sehr vorsichtig herantasten... bislang hab ich das Gefühl dass ich ohne pure bluffs am flop doch besser gefahren bin, weils meistens einfach nicht funktioniert hat. Natürlich lag das dann auch daran, dass ich in den falschen spots und womöglich auch gegen die falschen Gegner geblufft habe.

      Um mal die floptextur beiseite zu schieben und auf den "passenden" Gegner zu sprechen zu kommen: Natürlich sollte der WTSD-möglichst gering sein, ebenso der AF. Die "fold to flop (turn) bet" - Werte sollten dementsprechend höher angesiedelt sein... aber genaue Zahlen wird man auch dabei nicht nennen können oder? (Mit %-Zahlen muss ich mich eh mal etwas intensiver auseinandersetzen, wenn ich mir den Beitrag von Kombi so anschaue... ;) )

      Gruß witman