von SSS zu BSS an einem Tisch?

    • Hulk77
      Hulk77
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 59
      Mich würde mal interessieren, welche (MATHEMATISCH) BEGRÜNDETEN Fakten gegen folgendes Vorgehen sprechen:
      - buy in als small stack (20BB)
      - SSS (evtl etwas looser?) mit dem Ziel 2x zu verdoppeln um dann BSS zu spielen
      - damit könnte auch auf Limits gespielt werden, für die die BR bei SSS locker ausreicht, aber eben nicht BSS


      Das ist eine ernst gemeinte Frage, die in meinem Bekanntenkreis mehrfach diskutiert wurde ohne dass ich entscheidende Argumente dagegen gefunden hätte. Als Vorteil wurde auch angeführt, dass man tendenziell unterschätzt wird wenn man so an den Tisch kommt.
  • 14 Antworten
    • lilBuddha87
      lilBuddha87
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 494
      Ok sagen wir du hast $400 für NL25. Du verdoppelst 2 mal an einem Tisch = 20$ am Tisch, dann hättest du $415 insgesamt ($5 am Tisch eingekauft, auf 10 und dann auf 20$ ist Gewinn von $15)
      Wenn du jetzt noch $5 einkaufst um volle 100BB zu haben, dann hast du $10 investiert.

      Du könntest jetzt volle $25 verlieren, wärst aber dann immer noch bei $390...
      Andererseits muss man am BSS zu spielen immer mit vollem Stack spielen und da man sehr viel mit Implied Odds spielt, muss man sehr oft rebuyen, dazu "reicht" deine BR nicht.

      Also langfristig ist das keine so schlechte Idee, kurzfristig wird halt die Varianz höher. Ich glaube man kann das schon so machen, wenn man Swings verträgt.
    • tomdoe2701
      tomdoe2701
      Bronze
      Dabei seit: 22.10.2006 Beiträge: 811
      Mathematisch kann ich es nicht begründen, aber das Problem könnte das 2. verdoppeln werden.
      Wenn Du nach dem Double-up weiterhin nach SSS spielst riskierst Du zu viele BBs auf einmal (sonst bräuchtest Du ja den Tisch nicht zu verlassen). Postflop bist Du dann mit einem Stack von ca. 40BB mit TP-Händen relativ schnell committed und kannst besonders am Turn meist keinen Druck mehr aufbauen um gute Hände zu schützen. Hinzu kommt, daß Du Dich, auch mit doppeltem SSS-Stack, sämtlicher implied Odds beschneidest und keine spekulativen Hände spielen kannst (z.B. Set-Mining).
      Selbst wenn Du dann die 80+ BB beisammen hast um halbwegs BSS spielen zu können, triffst Du dann auf erfahrene BSS-ler (z.B. auf NL100), die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben.
      Dann kommt eine übliche Situation wie raise preflop, bet Flop, fold Turn und Du hast wieder einen "halbgaren Stack" mit ~60 BB...

      Ich selbst spiele fast ausschliesslich BSS (derzeit NL50) und kann mir nicht vorstellen mit meinem Pokerbackground/Skill und Deiner Taktik auf NL400
      +EV spielen zu können.

      edit:
      Ich könnte mir bestenfalls vorstellen bei einem Shot auf höhere Limits mit entsprechender BR(!) sich erstmal short an den Tisch zu setzen und die Gegner zu beobachten bzw. auf erste Stats zu warten und dann ggf. nach dem Double-up den Stack aufzufüllen.
    • lcalert
      lcalert
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 128
      Original von tomdoe2701
      Mathematisch kann ich es nicht begründen, aber das Problem könnte das 2. verdoppeln werden.
      Wenn Du nach dem Double-up weiterhin nach SSS spielst riskierst Du zu viele BBs auf einmal (sonst bräuchtest Du ja den Tisch nicht zu verlassen).
      Genau die richtige Begründung meiner Meinung nach.
      Das Hauptproblem sehe ich darin, dass du 2-mal mit SSS verdoppeln musst.. und dann verlierst du gleich zwei Stacks, wenn es beim 2. Versuch nicht klappt, das heißt die SSS ist dann im Prinzip keine mehr :P
      Die SSS setzt ja auf geringen Verlust bzw schnelles All-In mit guten Blättern und dann zu verdoppeln und den Gewinn zu sichern.. Sprich es wird versucht den Verlust zu minimieren und gleichzeitig den maximalen noch möglichen Gewinn rauszuholen. Sitzt du jetzt mit 2 Stacks am Tisch ist der Verlust zu groß und von der Wahrscheinlichkeit wird es sich auf lange Sicht dann nicht mehr rentieren, weil du mehr verlierst als du solltest..
      Ich glaube das sollte die relativ logische Begründung sein..
      Des Weiteren zweifle ich an, dass man SSS und BSS gleichzeitig "aktiv" spielen kann und beides auf einem hohen Niveau.. Allein schon die Umstellung an manchen Tischen und an manchen nicht (bei multitabling)
      Möglich ist es schon, aber sinnvoll ist das wohl nicht :P
    • Thorsten77
      Thorsten77
      Black
      Dabei seit: 28.05.2006 Beiträge: 12.896
      1. Varianz - Du wirst hier oft auch mal Deinen größeren Stack verlieren, was die Varianz natürlich deutlich erhöht

      2. Spielt nach 1. Double Up - hier kannst Du nicht einfach Standard-SSS weiterspielen.
    • Hulk77
      Hulk77
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 59
      ok, Standard SSS nach dem 1sten double-up ist sicher nicht angebracht.
      wahrscheinlich müsste man eher noch tighter werden?

      Was ist mit dem Argument, dass man nicht so ernst genommen wird, wenn man als ShortStack an dem Tisch anfängt? Ich denke da ist was dran...
    • Barkeeper
      Barkeeper
      Bronze
      Dabei seit: 23.03.2006 Beiträge: 8.797
      auf den micros registrieren dass doch die wenigsten
    • derecht
      derecht
      Bronze
      Dabei seit: 25.07.2007 Beiträge: 518
      warum soll man tighter werden wenn man nen double up hat?? das ist nur dafür um der varianz mehr aus dem weg zu gehen... man kann eher looser spielen, da man mehr implied odds hat!
    • Hulk77
      Hulk77
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 59
      @derecht: Ziel dieses Vorgehens ist doch letztendlich BSS zu spielen. Also setze ich den aufgestockten Stack nicht zu vielen Risiken aus.
    • tomdoe2701
      tomdoe2701
      Bronze
      Dabei seit: 22.10.2006 Beiträge: 811
      @Hulk77

      Versuch doch einfach mal auf 6 Tischen NL25 das Ganze zu praktizieren.

      Ich denke halt, daß Du ziemlich hin und herpendeln wirst zwischen short und halfstack.
      Du doublest-up und bist dann vielleicht rundenlang nahezu carddead und die Blinds fressen Deinen Stack oder Du raist mit QQ und floppst ein A-high Board.
      Ich glaube einfach auch es ist zu zeitaufwendig ist, an einem Tisch 2-mal doublen zu müssen um dann BSS spielen zu können. Und der ganze Aufwand kann dann leicht durch einen einzelnen Suck-out zunichte gemacht werden.
      Mit den Premiumhänden, die Du dazu brauchst kannst Du auf dem zur BR passenden Limit mit BSS bestimmt mehr Gewinn einfahren.
    • Gulliver1985
      Gulliver1985
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2007 Beiträge: 3.468
      finde die Idee schlecht:

      -unterschiedliche Stacksizes an meheren Tischen erschweren das Multitabeln
      -das BRM kannst du dadurch auch nicht umgehen, da die Varianz zu nimmt.
      -Das spiel mit z.B. einem halben Stack, ändert die optimale Spielweise enorm. Bei Ps.de findest du kein Content dazu und du wirst auch als NL25 Spieler noch nicht genug Verständnis vom Pokern habe um das Spiel gut anzupassen.
      -Es gibt fast keine Spieler die erfolgreich eine Strategie mit halb/dreiviertel Stack spielen, was daran liegt, dass die BSS als auch die SSS Vorteile gegenüber Strategien mit anderen Stacksizes haben.
    • Scippi
      Scippi
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2006 Beiträge: 268
      Original von Hulk77
      Was ist mit dem Argument, dass man nicht so ernst genommen wird, wenn man als ShortStack an dem Tisch anfängt? Ich denke da ist was dran...
      ... ich finde da ist gar nix dran. Die meisten Spieler auf NL25 achten nicht darauf. was am Tisch passiert. Ergo die wenigsten spieler bekommen diesen "move" überhaupt mit...
    • streictt
      streictt
      Global
      Dabei seit: 04.04.2006 Beiträge: 951
      Original von Thorsten77
      2. Spielt nach 1. Double Up - hier kannst Du nicht einfach Standard-SSS weiterspielen.
      High cards (die Du als SSS spielst) haben eine gute Equity, aber schlechte Playability. Als Midstack kannst Du nicht einfach all-in gehen; Du wirst mit schwerer Entscheidungen konfrontiert.

      Für kleine Paare, SCs etc. mit guter Postflop-Playability (was man als BSS spielen kann) hast Du aber nicht die nötigen implied odds als Midstack.

      => Midstack-Strategy vereinigt die Nachteile von SSS und BSS.

      tomdoe2701
      Ich könnte mir bestenfalls vorstellen bei einem Shot auf höhere Limits mit entsprechender BR(!) sich erstmal short an den Tisch zu setzen und die Gegner zu beobachten bzw. auf erste Stats zu warten und dann ggf. nach dem Double-up den Stack aufzufüllen.
      Das schon eher. =)
    • Hulk77
      Hulk77
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 59
      => Midstack-Strategy vereinigt die Nachteile von SSS und BSS.


      zu diesem Schluss bin ich nun auch gekommen
      Vielen Dank für die Diskussion

      Hulk
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      Original von Gulliver1985
      finde die Idee saumäßig:

      -unterschiedliche Stacksizes an meheren Tischen erschweren das Multitabeln
      -das BRM kannst du dadurch auch nicht umgehen, da die Varianz zu nimmt.
      -Das spiel mit z.B. einem halben Stack, ändert die optimale Spielweise enorm. Bei Ps.de findest du kein Content dazu und du wirst auch als NL25 Spieler noch nicht genug Verständnis vom Pokern habe um das Spiel gut anzupassen.
      -Es gibt fast keine Spieler die erfolgreich eine Strategie mit halb/dreiviertel Stack spielen, was daran liegt, dass die BSS als auch die SSS Vorteile gegenüber Strategien mit anderen Stacksizes haben.
      - Du hast keine Ahnung von BSS und denkst immer tighter werden it die Lösung aller Probleme
      FYP