Sind meine Stats Ok? Nach 50k Händen break-even? Soll ich im Limit rauf/runter?

    • LordesQ
      LordesQ
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 1.107
      Dies soll eine Art FAQ-werden, auf welches verwiesen werden kann, wenn mal wieder einer dieser Threads kommt. Ich werde es ab und zu überarbeiten und erweitern, Anregungen, Kritik und zusätzlicher Inhalt sind willkommen. Bisher sind mir drei Standardtypen immer wieder kehrender Fragen aufgefallen:

      a) Sind meine Stats Ok? Bin im down, bitte Stats checken! Downswing oder Leaks?

      b) Ich bin nach x Tausend Händen break-even, wo sind meine Leaks?

      c) Soll ich im Limit rauf/runter/skippen?

      a) Stats

      Zu den Stats gibt es jetzt einen eigenen Strategie-Artikel Shorthanded Stats - Empfehlungen für Small Stakes Hold'em

      Das Wichtigste:

      - Beim WTS ist 35 ist so ziemlich die unterste Grenze. Man kann mit 34 ev. profitabel spielen, aber halt nicht maximal profitabel.

      - AF: Der AF steigt wenn man bettet und raist. Er sinkt, wenn man callt. Checks und folds beeinflussen ihn nicht. Hier sind mir bisher 2 Typen aufgefallen:

      Der eine hat einen sehr hohen Agressionfaktor wie: FlopAF 4,13 TurnAF 2,59 RiverAF 1,96 TotalAF 3,44 meist noch mit einem eher tiefen WTS verbunden. Dieser Typ spielt vermutlich viel raise/fold flop, b/f Turn, und ähnliche Lines. Das Problem hier ist 1. verpasster Value weil man den Gegner mit der schlechteren Hand rausdrängt (eben bet/raise) anstatt ihn bluffen zu lassen (auch mal WA/WB play oder CB Turn call river usw.). 2. Lässt man sich unter Umständen zu leicht bluffen (eben die r/f oder b/f lines). Man beachte aber, dass die Werte durchaus auch von einem profitablen und gewinnbringendem Spiel stammen können!

      Der Andere Typ hat einen tendentiell niedrigen RiverAF wie 1.5 oder noch weniger. Auch hier sei angemerkt, dass 1.5 ein guter Wert sein kann, tendentiell spielt dieser Typ aber zu viel c/c River anstatt auch mal b/f River und verpasst so dünne Valuebets (besonders gegen Calling Stations).

      b) Breakeven nach x Tausend Händen

      In diesem Thread gibts es einige interessante Einblicke zum Thema Samplesize.

      Hier ein Beispiel: Mit einer Winrate von 1BB/100, (StdAbw. 14) braucht es eine Mindestsamplesize von 75k Händen, bis man mit 95%iger Sicherheit sagen kann, ob überhaupt eine longterm positive Winrate vorliegt.

      Original von kombi
      Ein 1 BB/100 winning player wird mit einer Wahrscheinlichekit von 15% die nächsten 37k Hände break even oder schlechter spielen. Sowas kommt also vor. Einem 2 BB/100 winning player wird das zwar deutlich seltener passieren (nur zu 2.5%), aber es liegt noch im Bereich des möglichen.
      Bin grad zu faul das hier noch für andere Werte auszurechnen, sollte nur mal ein Gefühl vermitteln wie Aussagekräftig halt so 20k/30k Samples sind...

      @Kombi: Nehme an, EV ausgerechnet, welche StdAbw. benutzt? 17? Dann mit ZGS und Stdnormalverteilung auf die Werte gekommen?

      c) Limitauf- und abstiege bzw. Limit skippen

      Das wichtigste überhaupt beim Limit auf- oder abstieg ist, dass man sein wohlfühl-Limit spielt und nicht auf scared money hockt. Denn, wie schon in einigen Psychologieartikeln/Videos erwähnt, spielt man automatisch nicht sein A-Game wenn man auf scared money hockt. Man lässt schnell mal eine dünne Valuebets aus oder mach einen marginalen (aber +EV) CD nicht. In extremeren Formen kann man sogar zum Bluffopfer werden. Sollte man eine Tendenz zu scared money haben, wird angeraten erst nur einen "höheren" Tisch hinzuzunehmen und die Anzahl dann über die Zeit zu steigern.

      Generell gilt, dass 0.5/1 1/2 und 2/4 gleich fischig oder höher oben sogar noch fischiger sind (ich hatte immer den Eindruck, dass 1/2 einfacher & fischiger ist als 0.5/1). Auch auf 3/6 und 5/10 werden die Fische nicht aussterben. Dies führt dann zur Frage, ein Limit (zB wegen komischer Blindstruktur) zu skippen. Als Gründe werden oft der Rake, die Rakestruktur oder etwas Psychologisches (wie zB "Hasslimit") genannt. Es wird mit zunehmendem Limit unbestrittenermassen immer agressiver. Schon alleine deswegen kann nur empfohlen werden, die Limits normal zu durchlaufen, um sich daran anpassen zu können. Der zweite Punkt, der gegen ein Überspringen spricht, ist der psychologische "scared money" Faktor, da die $-Swings einfach noch extremer ausfallen. Ebenfalls zu bedenken ist, dass ein Abstieg dann doppelt schmerzhaft ist. Es gibt aber Leute, die ein Limit erfolgreich übersprungen haben und sich weiter oben dann gut eingelebt haben.

      Noch etwas zur Erfolgsrate bei Limitaufstieg: Wenn man nach nur 150BB down wieder absteigen will, muss einem klar sein, dass dieser Shot dann zu 20% misslingt, selbst wenn man 1.5 BB/100 winning player ist. Ein 1 BB/100 winner die 150 BB sogar zu 35%! (bei Standardabweichung 17. Mit Stdabw. 14 wärens 10% und 21.5%). Hier kann man rumprobieren.
  • 3 Antworten
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Finde ich toll, dass du dir die Arbeit gemacht hast. Werde ich gleich mal sticky machen!

      Ich bin aber auch nicht ganz untätig gewesen und in absehbarer Zukunft wird es einen überarbeitete Stats FAQ geben, die neben den Stats auch so Sachen wie Varinaz und Aussagekräftigkeit einer Sample behandeln wird.

      Zu dem Teil wo du mich zitierst. Dort habe ich mit 18 BB/100 Standardabweichung (SD) gerechnet, was für einen TAG SH normal ist. Der EV nach 37k Händen wäre für einen 1 BB winner 370 BB und statistisch wird die Abweichung zu 30% ausserhalb eines 1 SD-Intervalls um den EV liegen. Macht 1.75 * Wurzel(37k) = 350 BB. Zu 15% wird man also über 720 BB gewonnen haben und die andern 15% leider unter 20 BB.
    • tschipsfrisch
      tschipsfrisch
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 2.019
      nice work =) !!!
    • Xybb
      Xybb
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2007 Beiträge: 8.134
      Der AF wird nicht in % angegeben =) . Ansonsten eine nette Zusammenstellung.