Verständnisfrage zum Continuation Bet

    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Hi, bin zu Beginn meiner Pokerkarriere am ablosen und suche nach Leaks.

      Subjektiv habe ich den Eindruck, dass ich mit preflop hoch geraisten Händen wie AKo viel zu wenig Gewinn mache, um die Raises zu rechtfertigen.

      Standard ist folgende Situation: Vor mir raised einer, ich raise weiter (soll ja cappen) und am Ende schauen sich nur 2-3 Leute den Flop an. Nun treffe ich in 30% der Fälle nichts. Nehmen wir mal, wir haben nur Ragged Cards im Flop. Wenn ich eine Continuation Bet mache, wird sie praktisch immer (von beiden) gecallt, weil der Pot bereits zu groß ist um ihn für eine SB abzuschreiben. (So stelle ich mir zumindest den Gedankengang der Gegner vor)

      Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit treffe ich auf dem Turn auch nichts, noch eine low card zB. Soll ich nun weiterbetten gegen 2 Gegner, oder lieber folden? Eine bet käme einem waschechten Bluff gleich, was man ja nicht machen soll. Bette ich hier nicht, brauche ich es beim Flop auch nicht zu machen, weil erfahrungsgemäß sich bei hohem Preflopraise jeder den Turn anschaut. Mache ich das nicht, spiele ich einen "Rock" und lasse mich "oft aus der Hand bluffen". Wie soll ich also spielen, wenn die Karten der Gegner nicht zu lesen sind?
  • 12 Antworten
    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Weiteres Problem: Ich bekomme sehr langsam Geld rein, weil die Microlimits allesamt sehr tight sind. Dann laufe ich einem ins Messer, der mit AA nur runtercallt und ich mich mit einem K Top Pair o.ä. als klarer Gewinner sehe. Also entweder folden alle, wenn ich etwas habe, oder jemand slowplayed mich (oder ist einfach nur doof). Die Slowplaylosses sind dann so gigantisch, dass sie die paar Flophits mit anschließendem Fold nicht aufwiegen. Was soll ich tun?!
    • creedence
      creedence
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 204
      WEITERSPIELEN!!!
      Kämpfe mit den selben Problemen!
      Hab bisher auch noch nicht so viel gerissen.
      Gestern aber 4 Tische gespielt und einen Upswing gehabt!
      Gute starting hands, meist was getroffen und dazu noch Tische, an denen vier bis fünf Leute zum Flop mitgegangen sind, oder Leute die mit kleinen Pärchen bis zum showdown durchgecallt haben.
      Wurd zwar ab und zu am river überholt, hab aber trotzdem gut + gemacht :-)
      Bin jetzt auf 64 $
    • Erzwolf
      Erzwolf
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2006 Beiträge: 2.470
      Contibet macht nur Sinn bei Gegnern, die auch folden können. Sitzt du in Late, kannst du dir auf die Weise evtl. eine Freecard am Turn nehmen. Schau mal in den Beispielhänden, da gibt es einen extra Thread zu Overcards.

      In deinem zweiten Beitrag schreibst du, dass deine Gegner folden, wenn du getroffen hast, dann dürften an solchen Tischen auch Contibets Sinn haben. Natürlich musst du als 3-better immer damit rechnen, dass vor dir jemand sein PocketPair geraist hat und dieses natürlich runtercallt, wenn im Board nur Rags sind.
    • TimTolle
      TimTolle
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 1.160
      Du kannst mit AKo reraisen. Allerdings musst du davon ausgehen, dass der Raiser vor dir natürlich auch was hat. Mindestens MiddlePair oder nen hohes Ass. Wenn drei Leute am Flop sind, sind das 9 bis 12 Small Bet. Einen ragged flop kannst du betten. Wenn der Flop z.b. QT5 ist, werden vllt. 88/99 folden.
      Am Turn würde ich UI nicht mehr betten sondern check/fold spielen. Ein Calldown kommt evtl in Frage. Aber es kostet dich dann nochmal 2 BigBets um dann evtl. nen pocket pair oder sogar set zu sehen.
      AKo ist zwar eine sehr gute Hand, aber unimproved gewinnt sie selten. Mit AQo und AJo musst du noch vorsichtiger spielen.

      Ich persönlich werfe AKo manchmal sogar preflop weg, wenn vor mir zuviel Action war. Kann sein, dass das ein kleiner Fehler ist, aber ich fühl mich dabei einfach nicht wohl und spiele das postflop zu schlecht.
    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Original von Erzwolf
      Contibet macht nur Sinn bei Gegnern, die auch folden können. Sitzt du in Late, kannst du dir auf die Weise evtl. eine Freecard am Turn nehmen. Schau mal in den Beispielhänden, da gibt es einen extra Thread zu Overcards.
      Werd mal gucken, die Meinungen scheinen aber auseinander zu gehen. Einerseits wird argumentiert, man hat eh nur 3-5 discounted Outs mit AKo Overcards, andererseits könnte man seinen Gegner ja mit übermäßiger Aggression zum Folden bringen. Im Endeffekt bleibt es doch Glückssache, was der andere hat, und ob er sich zum Folden bringen lässt.


      Original von Erzwolf
      In deinem zweiten Beitrag schreibst du, dass deine Gegner folden, wenn du getroffen hast, dann dürften an solchen Tischen auch Contibets Sinn haben.
      Der Unterschied zu meiner ersten Situation besteht darin, dass im Falle eines Treffers ja A oder K im Flop liegen und die Gegner mit zB QQ, JJ etc. dadurch recht deutlich gewarnt sind.

      @TimTolle
      Am Flop direkt foldet aber praktisch nie jemand, der preflop wie bescheuert erhöht hat. Schon gar nicht mehrere. Wenn ich dann am Turn check/fold spiele, hab ich ein SB, oder im Falle eines Reraises sogar 2 SBs verloren.


      Danke erstmal!
    • DAS2006
      DAS2006
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2006 Beiträge: 12
      durchcallen und hoffen das dein bluff aufgeht ist bei weitem die schlechteste variante. grund: ein raise preflop is ein zeichen von stärke wird aber auf den microlimits trotzdem auch mit schwäächeren karten wie KJo gemacht. das ist aber schon das schlechteste auf das ich einen setzten würde. wenn du dann aber erhöhst muss ein anderer schon 3 bets cold callen. das ist ein absolutes zeichen von stärke. wenn du den flop nicht triffst solltest du wegne der gefahr von KK oder AA auf jeden fall die 6 outs discounten auf 4 oder max 5. solltest du also ungefähr 10 zu 1 pot odds haben call, sonst sofort folden.

      wegen deinem problem mit dem folden der gegner: geht mir auch so, aus AA oder KK bekomm ich auch nicht viel value weil deine einzige realistische chance auf viel value ist, das entweder der flop king high ist, oder ein zusätzliches Ass fällt, und ein anderer dadurch top pair hat. das meiste machst halt durch kleine pairs wie 33 die am flop zu trips werden. die machen die großen pots.

      solltest du verlieren liegt es aber sicher nicht daran. wie oft hast du schon AA,KK oder AK?
      gewöhne dich einfach daran strikt nach chart und odds und outs zu spielen. so rulest du die micros recht leicht.
      wegen dem problem mit overcard den flop zu callen eine idee von mir.
      ich erkenne immer öfter das free card raises in den micros sehr gut funktionieren. sprich bei einer bet preflop raised du in late position und spielst check - raise in early position. bringt fast immer eine free card. solltest du jedoch gere-raised werden, weist du das du wahrscheinlich schon hoffnungslos hinten liegst und kannst leicht folden.
    • Wills
      Wills
      Global
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 8.773
      es soll aber auch leute geben die so ausgebufft sind und genau das durchschauen und den reraise nur als bluff setzen... hatte ich eben zB ich hab den gereraised und er foldet (hatte selber nur mid pair)

      also man sollte eigentlich nicht immer gleich spielen, aber sagt sich leichter als es ist
    • DAS2006
      DAS2006
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2006 Beiträge: 12
      stimmt, einen free card raise lässt sich der selbe spieler nicht ger 2-3 mal innerhalb kurzer zeit gefallen.

      das mit dem nicht immer gleich spielen stimmt, ist aber im internet nicht so wichtig. wie schon im buch internet texas hold'em steht, ist einer der großen unterschiede zwischen live games und internet das sich die spieler an einem table oft abwechseln. deshalb ist das gleich spielen nicht so schlimm im internet.
    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Original von DAS2006
      solltest du verlieren liegt es aber sicher nicht daran. wie oft hast du schon AA,KK oder AK?
      gewöhne dich einfach daran strikt nach chart und odds und outs zu spielen. so rulest du die micros recht leicht.
      AK ist Extrembeispiel wegen der "Cap"-Empfehlung. Aber grundsätzlich passiert es schon sehr oft, dass man AQ, QK etc hat, in mid position raised, gereraised wird und callen muss. Dann hab ich schon wieder 3 SB und nur 2-3 Spieler im Pot, treffe max. jedes dritte Mal, und selbst wenn ich treffe, verlier ich oft gegen PPs etc.

      Das Einzige, was bei mir zum Ansteigen der BR führt, sind Nutflushdraws und Sets am Flop. Der Rest zieht mich langsam aber sicher nach unten, weil ich preflop viel Geld investiere und dann selten den Pot bekomme - wenn ich ihn doch kriege, ist zu wenig drin.
    • Kofi
      Kofi
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2006 Beiträge: 2.324
      Natürlich. In den meisten Fällen muss man auch Premiumhände wie AK unimproved auf dem Flop aufgeben. Wenn du natürlich in letzter oder vorletzter Postition sitzt machen Contibets schon Sinn. Hier verstehe ich auch deine Argumentation nicht: Je tighter die Tische sind (und im Low-Limit sind sie sicherlich sehr tight), um so besser werden Continuation Bets.

      Außerdem gibt es auch oft genug Situationen wo du deine Outs nicht discounten musst. AK hat oft genug 6 volle Outs.
    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Original von Kofi
      Natürlich. In den meisten Fällen muss man auch Premiumhände wie AK unimproved auf dem Flop aufgeben. Wenn du natürlich in letzter oder vorletzter Postition sitzt machen Contibets schon Sinn. Hier verstehe ich auch deine Argumentation nicht: Je tighter die Tische sind (und im Low-Limit sind sie sicherlich sehr tight), um so besser werden Continuation Bets.
      Wenn auf dem Board nur ragged Zeuch liegt, callt auch ein tighter Tisch in der Regel weiter, weil jeder mit 2 Overcards noch mindestens den Turn sehen will, und recht wahrscheinlich auch jemand ein Overpair hat. Ich kann dann nicht feststellen, ob derjenige ein hohes PP hat oder sich eben nur nicht von seinen Overcards trennen kann. Im ersten Fall bin ich im Nachteil, im Zweiten habe ich keinen Vorteil.

      Am Flop gefoldet werden auf den Tischen zB AQ bei K68 oder AJ bei KJ2. Das sind dann genau die Hände, die gegen mich mit Gewinner-AK beim Flop bereits abhauen. Pots einfahren tue ich nur gegen zB QK, bei dem kein Q mehr auf Turn/River kommt. Das passiert zu selten, und es ist auch nur noch einer im Pot. Ausserdem ist seine Spielweise mit QA und Flophit in den Mircrolimits kaum von AA zu unterscheiden, sodass man oft ins Messer läuft.


      Außerdem gibt es auch oft genug Situationen wo du deine Outs nicht discounten musst. AK hat oft genug 6 volle Outs.
      Bei preflop cap muss man eigentlich immer mit KK oder AA rechnen. Sind diese Hände vorhanden, was bei dieser Betting Action wahrscheinlicher ist als sonst, nehmen sie dir zusätzlich noch A's und K's aus den noch vorhandenen Karten raus. Wenn man da bis zum Turn nichts trifft, wird wohl auch nix mehr kommen.
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Original von Wuermchen300
      Bei preflop cap muss man eigentlich immer mit KK oder AA rechnen.
      Das glaube ich nicht, Tim. :>

      Ich spiel zwar NL aber ich hab schon oft genug Leute gesehen die mit AJo oder KQo oder sogar KTo (!!!) Preflop All-In gehen! Man sollte zwar immer mit guten Händen der Gegner rechnen, aber auch damit, das sie großen Mist haben.
      Klar hat AK nen kleinen Nachteil gegenüber PP, aber da muss man dann halt Postflop gut spielen.