Wie erkenne ich Leaks?

    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Momentan spiele ich 1/2 FR.

      Seit längerer Zeit bewege ich mich nur seitwärts (nach der letzten Session sogar -60$). Das ganze umfasst mittlerweile knapp 15k Hände. Bei dieser Datenmenge kann ich kaum mehr davon ausgehen, dass es an schlechten Karten liegt. Meine Schlussfolgerung war also, mein Spiel ist schlecht.

      Nun weiss ich aber nicht mehr weiter, denn es gibt ja unzählige Möglichkeiten für Leaks. Deshalb meine Frage:

      Wie erkenne ich mein schwerwiegenstes Leak?? ?(

      Gibt es Zahlen aus PT, welche auf eine falsche Spielweise hindeuten? (Könnte bei Bedarf meine Werte posten), oder ist die einzige Möglichkeit Livecoaching, so dass der Coach meine Spielweise sieht? Oder eine Tonne Hände posten?

      Am fehlenden Fachwissen sollte es eigentlich nicht liegen, habe bisher die meisten Artikel sowie ITH und SSH gelesen (und ich denke auch verstanden) und bin im Moment an "Weighing the odds...".

      Auch habe ich mir viele Hände nochmals angesehen und ich bin mir 100% sicher, dass Tilt auch nach wirklich schlimmen BadBeats kein Problem darstellt. Habe dann vielleicht ab und zu eine knappe Hand zu viel gespielt (Bsp. A9o wenn AT gelistet ist), hab mich nach dem Flop aber immer wieder beruhigt und vernünftig weitergespielt.

      Nach ein paar tausend Händen habe ich mir immer eingeredet, keine Sorge, das wird besser, aber langsam wird es frustrierend, wenn man Stundenlang am PC sitzt und nichts dabei rausschaut und nur PP verdient (so um die 500$ an rake). Ich wäre also für Hilfe SEHR dankbar.
  • 8 Antworten
    • SiMoNsayZpkR
      SiMoNsayZpkR
      Silber
      Dabei seit: 25.04.2006 Beiträge: 1.108
      private coaching is bestimmt keine schlechte idee
      aber 15k hände +-0 spielen ist noch sehr normal. sei froh dass du keinen downswing hattest sonst würdest du zu den jetztigen 15k nochmal 15k spielen müssen um wieder auf 0 zu kommen...
      einfach weitermachen...
      coachings schaun, hände posten
      anleitung zur selbstanalyse mit pt
    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Danke für den Thread...

      Naja, "keine Downswing" würde ich so nicht sagen. Ich bin mit 450$ auf 1/2 aufgestiegen, liege jetzt wie gesagt bei 390$. Dazwischen (nach ca. 7k Händen) war ich auf 750$ (2.1BB/100 ist ja auch kein aussergewöhnlicher Upswing). Aber hoch und wieder runter ist immerhin noch angenehmer als runter und dann wieder langsam hocharbeiten.
    • Kahless
      Kahless
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2005 Beiträge: 808
      du musst deine sessions rekapitulieren mit PO geht das z.b. sehr gut, aber PT hat soweit ich weiss auch einen hand replayer. da musst du deine hände alle nochmal durchgehen und schauen ob du fehler gemacht hast, da findest du sicher einige, wenn nicht spielst du entweder perfekt (eher unwahrscheinlich ;) )
      oder dein theoretisches Pokerwissen reicht nicht dafür aus.

      Du musst deine Pokerwissen ständig weiterausbauen, besonders dann wenn es nicht mehr weiter vorwärts geht. Um Leaks aufzudecken empfehle ich das Buch Middle Limit Holdem am besten gleich mehrmals lesen. Wenn du dann deine Hände nochmal durchgehst und das gewonnene Wissen darauf anwendest findest du sicher einige Leaks.

      Um ein guter Spieler zu werden ist es zwingend erforderlich sich auch abseits des Pokertisches mit dem Analysieren von Händen (am besten mit denen die man selbst gespielt hat) intensiv zu beschäftigen, nur so kommt man weiter.
      Leider fällt es mir trotz dieser Erkenntnis selbst auch schwer mich dazu zu motivieren, das untscheidet mich wohl von den erfolgreichen Spielern.
    • kalaschwili
      kalaschwili
      Bronze
      Dabei seit: 13.06.2006 Beiträge: 415
      Original von schaffner55
      Seit längerer Zeit bewege ich mich nur seitwärts (nach der letzten Session sogar -60$).
      Da hast du dir anscheinend die ungünstigere der beiden Seiten ausgesucht. ;)

      Aber Spaß beiseite.
      Ich habe mir kürzlich auch die Frage nach dem Sinn des Pokerns, dem Universum und dem ganzen Rest gestellt, weil alles sehr unerfreulich war.
      Hab dann als Sofortmaßnahme den Fragenteil von "Small Stakes Hold'em" noch mal durchgearbeitet (und diesmal ohne Selbstbetrug, sondern jeweils mit der Selbstbefragung, wieso ich da und dort zwar nur ein bißchen und kaum nennenswert, aber doch ganz entscheidend anders geantwortet hatte) und mich anschließend dazu gezwungen, keine neue Session anzufangen, bevor ich nicht alle gespielten Hände der letzten noch mal durchgeschaut habe. Beim parallelen Checken von Stove ist mir aufgefallen, dass mir z.B. dramatische ßnderungen meiner Equity da und dort völlig entgangen sind, weil ich eine neue Karte, wenn nicht für hilfreich, dann doch eben einfach für irrelevant halten wollte. Sehr hilfreich war auch die Erkenntnis, dass ich etliche Pötte objektiv nur durch Riesenmassel gewonnen habe, und was einmal geklappt hat, macht einen ja gern zum Wiederholungstäter, der irgendwann die Welt nicht mehr versteht.

      Keine Ahnung, was das konkret ausmachte, vielleicht habe ich meine Fehlerquote nur um 10% reduziert, aber mittlerweile fühle ich mich auf meinem Limit pudelwohl, da es spürbar aufwärts geht (was natürlich auch wieder Zufall sein kann).

      Der größte Fehler, den man meiner Meinung nach gerne macht, ist der, dass man einfach zu viel zu schnell will. Als wir das erste Türmchen aus Bauklötzen erfolgreich aufgestellt hatten, haben wir uns auch nicht gleich an die Entwicklung eines Wolkenkratzers gemacht.
      Und dafür zahle ich jetzt auch was ins Phrasenschwein. ;)
    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Danke für die hilfreichen Anmerkungen.

      Ich denke der Ansatz sich selbst zu zwingen, alle Hände nochmals anzusehen, ist sehr hilfreicht. In der Vergangenheit habe ich immer nur die Hände angesehen, wo ich bemerkt habe, dass etwas falsch lief. Nachdem ich nun für eine Session alle Hände angeschaut habe, wurde mir klar, dass der Eindruck stark täuscht. Habe einige Hände gefunden, wo mir gar nicht klar war, dass ich sie schlecht gespielt habe.

      Mein Downswing hat sich auch etwas verzogen. So wie es aussieht war der Verlust wirklich teilweise auf eine längere Serie an schlechten Karten vielmehr aber auf eine schlechte Auswahl der Gegner zurückzuführen und meine Winrate ist nun wieder knapp über 0 auf 1/2. Die Table Selection macht mir aber immer noch Mühe. Ich bin leider ziemlich eingeschränkt, wann ich spielen kann (normalerweise zwischen 19:00 und 0:00) und in dieser Zeit finde ich kaum genügend Fische. Ein Tisch mit 30%VPIP löst schon erhebliche Glücksgefühle aus :P
      Von den Tischen wie in SSH beschrieben kann ich nur träumen.
    • onkelmeik
      onkelmeik
      Bronze
      Dabei seit: 10.02.2006 Beiträge: 651
      Sehr hilfreich sind meines Erachtens die Tips, die im 4. Kapitel des PokerTrackerhandbuches hier im Forum stehen.
      Wenn man erstmal mit den dort erläuterten Filtern beginnt und dann anfängt, eigene zu entwickeln, gibt das schnell eine ganze Batterie von interessanten Fragestellungen.

      [Software] Poker Tracker Handbuch 1.0
      http://forumserver.twoplustwo.com/showthreaded.php?Cat=0&Number=4946669&page=
    • Shironimo
      Shironimo
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2006 Beiträge: 3.158
      Original von kalaschwili
      Original von schaffner55
      Seit längerer Zeit bewege ich mich nur seitwärts (nach der letzten Session sogar -60$).
      Da hast du dir anscheinend die ungünstigere der beiden Seiten ausgesucht. ;)

      Aber Spaß beiseite.
      Ich habe mir kürzlich auch die Frage nach dem Sinn des Pokerns, dem Universum und dem ganzen Rest gestellt, weil alles sehr unerfreulich war.
      Hab dann als Sofortmaßnahme den Fragenteil von "Small Stakes Hold'em" noch mal durchgearbeitet (und diesmal ohne Selbstbetrug, sondern jeweils mit der Selbstbefragung, wieso ich da und dort zwar nur ein bißchen und kaum nennenswert, aber doch ganz entscheidend anders geantwortet hatte) und mich anschließend dazu gezwungen, keine neue Session anzufangen, bevor ich nicht alle gespielten Hände der letzten noch mal durchgeschaut habe. Beim parallelen Checken von Stove ist mir aufgefallen, dass mir z.B. dramatische ßnderungen meiner Equity da und dort völlig entgangen sind, weil ich eine neue Karte, wenn nicht für hilfreich, dann doch eben einfach für irrelevant halten wollte. Sehr hilfreich war auch die Erkenntnis, dass ich etliche Pötte objektiv nur durch Riesenmassel gewonnen habe, und was einmal geklappt hat, macht einen ja gern zum Wiederholungstäter, der irgendwann die Welt nicht mehr versteht.

      Keine Ahnung, was das konkret ausmachte, vielleicht habe ich meine Fehlerquote nur um 10% reduziert, aber mittlerweile fühle ich mich auf meinem Limit pudelwohl, da es spürbar aufwärts geht (was natürlich auch wieder Zufall sein kann).

      Der größte Fehler, den man meiner Meinung nach gerne macht, ist der, dass man einfach zu viel zu schnell will. Als wir das erste Türmchen aus Bauklötzen erfolgreich aufgestellt hatten, haben wir uns auch nicht gleich an die Entwicklung eines Wolkenkratzers gemacht.
      Und dafür zahle ich jetzt auch was ins Phrasenschwein. ;)
      Interessant. Könntest du bitte ein paar Beispiele nennen, bei denen dir nach ausführlicher Analyse ein Licht aufgegangen ist?

      Ich dümpel nämlich auch schon sehr lange auf 0,5/1 herum (über 50k Hände) und komme einfach nicht voran. Habe dort stolze 0,0 BB/100 :rolleyes:
      D.h. für mich, daß ich irgendwas ganz entscheidend falsch machen muss, oder auch viele kleine Dinge immer wieder falsch handhabe, nur fällt es mir sehr schwer diese Leaks aufzuspüren und ein echtes AHA-Erlebnis zu erfahren.
    • wonm123
      wonm123
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2005 Beiträge: 1.154
      Was mir hilft, ist Coaching. Ich habe zwei Pokerbekannte, (noch nie gesehen, nur per Tel. oder Skype) und wir coachen uns gegenseitig. Kostet nix und man lernt sehr viel.

      Ich versuche jetzt noch einige aus meiner Gegend zu bekommen. Da können wir uns dann einmal die Woche zu einer Art Stammtisch treffen und über Probleme und Lösungen diskutieren.

      Das macht meiner Meinung nach mehr Sinn, als sich allein rumzuquälen.