Preflop: Calling Reraises

    • frib
      frib
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2006 Beiträge: 3.268
      Hi, ich bin eigentlich FLler, zogge aber z.Z. aus Fun bisschen NL100. Habe aber mit de rrichtigen Reaktion auf Reraises noch einige Probleme (bei FL wird ja schließlich immer gecallt :)

      Mir ist natürlich klar, dass die eigene Callingrange stärker sein muss, je früher mein erster Raise war und auch die Position sowie die effektiven Stacksizes ne entscheidene Rolle spielen.

      Trotzdem wäre es cool, wenn ihr mal so ca. angebt, womit ihr ne Raise callt? Ich hatte z.B. grade 2 Situationen, die für mich eigentlich ein Autocall wären:
      Ich raise AQo aus MP, BU 3-bettet, Hero?

      Ich raise JTs vom CO, SB 3-bettet, Hero?
      Beides ca. 100BB stacks
  • 1 Antwort
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Beides wären normalerweise folds ohne weitere reads.

      FL kann man in dieser Hinsicht mit NL leider nicht vergleichen, zudem kannst du davon ausgehen dass eine 3-bet meistens eine wirklich starke Hand ist.

      In Hand 1 ist z.B. AQo OOP extrem schlecht zu spielen. Wenn ich weiß, dass Villain sehr aggro ist oder postflop zum overplayen neigt, kann man mit AQ auch mal callen. Aber was erwartet man grundsätzlich von der Hand? Triffts du dein Ahigh Flop bist du way behind gegen AK, AJ schlägst du zwar, aber normal wird Villain damit nicht light broke gehen (ab gesehen davon ist AJ keine standard 3-bet Hand).

      JTs ist das gleiche, ein Top- oder middle pair ist nicht viel wert, letztlich würdest du einen guten Draw benötigen um am Flop broke gehen zu können. Ein suited connector trifft natürlich nicht sonderlich häufig (und wenn halt meistens "nur" einen Draw) und ist demnach nicht sonderlich profitabel im HU zu spielen. Profitabel wird es erst mit reads, so dass man auch mal bluffen (floaten etc.) kann. Gegen unknown würde ich es aber lassen.

      Bleibt die Frage was man callen kann. OOP würde ich nicht unbedingt viel callen, evtl. sogar gar nichts, solange NL noch Neuland für dich ist.

      Und es gibt natürlich einen Unterschied zwischen FR und SH. Ich gehe jetzt einfach mal von SH aus!

      In position kann man natürlich häufiger callen, jedoch ist es immer schwer ohne Initiative zu spielen, dass heisst du musst halt ab und an mal einen Move einbauen, wenn du bspw. häufiger mit PPs callst. PP sind natürlich am Besten geeignet, die playability ist sehr gut da du fast immer weisst wo du stehst und bei einem Set jederzeit mit gutem Gewissen broke gehen kannst. Die "call15"-Regel kann da auch mal vernachlässigt werden, da du im RR Pot Villain wesentlich häufiger wirst stacken können.

      In position kann man auch mit AK/QQ callen, während OOP 4-bet/call eigentlich standard ist ohne reads dass Villain sehr passiv bzw. tight ist.

      Womit ich selber recht häufig calle sind Hände wie JJ/TT, die mir zum folden zu stark sind, zum 4-betten aber zu schwach, da ich nach einer 4-bet einen push callen müsste, sonst wäre meine Hand ein pure bluff.

      Dann kommt es halt auf das postflop-spiel an, was bei dir einfach noch nicht ausgeprägt sein kann. Mal eben wa/wb einfach runtercallen geht halt kaum, es kostet nicht 3 BigBets sondern deinen ganzen Stack. Und gerade mit solch marginalen Händen ist es postflop nicht sehr einfach zu spielen.


      Für den Beginn würde ich versuchen, so wenig wie möglich zu coldcallen nach einer 3-bet sondern erstmal weak zu folden (was denke ich - solange man nicht auf deception achten muss - grundsätzlich nicht sonderlich falsch ist).