Fehler im Artikel/Video zu Odds und Outs?

    • Taxi42
      Taxi42
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2008 Beiträge: 257
      Vor kurzem habe ich mir das Video zu Odds, Outs und Pot Odds angesehen. Eine Stelle machte mich jedoch stutzig, denn im Video wird explizit gesagt, dass ein Fold immer einen Erwartungswert von 0 hat. Folglich solle man, wenn man zum Beispiel am Flop mit einem OESD steht und man durch die schlechten Pod Odds einen negativen Erwartungswert bei einem Call hat, lieber Folden.
      Aber ist es nicht so, dass auch mein Fold einen negativen Erwartungswert hat, da ich ja bereits mindestens 1 Small Bet gezahlt habe, um den Flop zu sehen und ich mit einem Fold keine Chance mehr hätte, meinen Einsatz zurückzugewinnen?
      Daraus wäre meine Schlußfolgerung, dass ich selbst mit einem negativen Erwartungswert callen sollte, wenn mein Erwartungswert durch die bereits getätigten Einsätze noch niediger ist.
      Das gleiche gilt natürlich auch am Turn.
  • 4 Antworten
    • housebesuch
      housebesuch
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 2.119
      Es heißt ja Expected Value, dein "eigenes" Deadmoney spielt dafür keine Rolle mehr. Die Entscheidung, die zu treffen ist, ist zu bewerten nicht die bereits vollzogenen Entscheidungen.
    • SwissDave
      SwissDave
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 637
      Du willst ja immer den Erwartungswert (EV) einer Aktion (z.B. call oder fold) in der aktuellen Situation abschätzen, dazu ist es egal was du in der Vergangenheit gemacht hast.

      Du hast zwar wahrscheinlich etwas in den Pot eingezahlt, aber das kannst du ja nicht mehr ändern, nicht mehr beeinflussen. Wenn z.B. ein call -EV ist, was bedeutet, dass durchschnittlich nur noch weitere Verluste dazukommen würden, dann solltest du besser folden (EV =0).

      Der Gesamtgewinn/Verlust einer Hand ist etwas anderes als der Erwartungswert einer Aktion in einer bestimmten Situation!
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      ...oder anders ausgedrückt:

      a. der EV bezieht sich immer auf die zu erwartende Veränderung der BR
      b. Geld, das man in den Pot eingezahlt hat, gehöert einem nicht mehr, es gehört folglich auch nicht zur BR
      c. daraus folgt, das ein Fold immer den EV 0 hat, den die BR verändert sich nach dem Fold nicht.

      Ganz extremes Beispiel:
      Du hast am River die Nuts, im Pot sind 20BB, der Gegner bettet und du foldest aus Versehen. Obwohl du hier den 21BB Pot aufgibst, ist der EV(Fold)=0, da sich deine Bankroll nach deinem Fold nicht verändert.
      Hättest du gecallt, wäre deine BR um 21BB gewachsen. Der Unterschied zwischen EV (Call) und EV(Fold) beträgt somit 21BB, aber das heißt nicht, daß der EV (Fold) deshalb -21BB ist, da du durch den Fold ja nicht 21BB von deiner BR verlierst, sondern nur den 21BB Pot, der ja (noch) nicht zu deiner BR gehört.
      Also ist der EV(Call)= 21BB, der EV(Fold)= 0BB und somit hat der Call den höheren EV.

      Zusammengefasst kann man sagen, daß der EV(Fold) immer, in jeder Situation Null ist. Andere Moves können einen positiven oder negativen EV haben.
      Positiver EV bedeutet, daß sich deine BR um xxBB vergrößern wird
      Negativer EV bedeutet, daß sich deine BR um xxBB verringern wird.
    • Taxi42
      Taxi42
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2008 Beiträge: 257
      Original von SwissDave
      Du willst ja immer den Erwartungswert (EV) einer Aktion (z.B. call oder fold) in der aktuellen Situation abschätzen
      Danke, ich habs nach diesem Satz verstanden.
      Ich glaube mein Gedankenfehler war, dass ich nur an die spezielle Spielsituation gedacht hatte, bei der der Erwartungswert negativ, aber immer noch höher war, als das Geld, was ich preflop bezahlt hatte.
      Ich hatte nicht daran gedacht, dass es noch mehr Situationen geben muss, in der der EV positiv ist, um mein preflop bezahltes Geld zu rechtfertigen.