Goethekenner schnell!^^ brauche unrealistische begebenheiten am besten bis morgen 9 uhr

    • Excellent
      Excellent
      Global
      Dabei seit: 15.09.2006 Beiträge: 351
      hey leute

      schreib grad an einer ganz gelungenen erörterung
      und jetz brauch ich eure hilfe, ich schreib solange weiter, bin eh erst in 2h oder so fertig also bitte postet!

      erstmal der aussscnitt bei dem es grad nicht weitergeht:

      Die Grundthese Walsers lautet daher, dass die Figuren in Goethes klassischen Stücken wirklichkeitsfremd und unrealistisch agieren indem sie das hohe Ideal des Humanismus über alles, ja sogar ihr eigenes Leben stellen. Damit wirft er Goethe mangelnden Bezug zu realen Menschen und deren Handlungsweise vor. Dieser Feststellung schließe ich mich grundsätzlich an. Die Darstellung der Figuren in Goethes klassischen Stücken haben mit der Realität nicht viel gemein. So kommt in Goethes wahrscheinlich größtem literarischen Werk Faust der Teufel persönlich vor, in [Name des Stücks] passiert das und das unrealistische oder in [Name des Stücks] passiert das und das unrealistische

      - ich mach dann weiter, dass die sprache absolut realitätsfremd is usw, brauche aber erstmal werke von ihm in denen iwas total skuriles passiert, postet was euch in den sinn kommt

      danke
  • 15 Antworten
    • Phoe
      Phoe
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 6.668
      Götter, Helden und Wieland
    • Excellent
      Excellent
      Global
      Dabei seit: 15.09.2006 Beiträge: 351
      warum wieland?
    • gromit78
      gromit78
      Bronze
      Dabei seit: 26.04.2008 Beiträge: 1.975
      Der Teufel ist nicht wirklich ein unrealistischer Mensch oder eine Charakterisierung dessen. Er wird als gefallener Engel beschrieben. Die wirklichkeitsfremde Sprache könnte auch ein wenig mit dem Alter der Stücke zusammenhängen. Aber wirklich Ahnung hab ich leider auch nicht. Trotzdem viel Erfolg...
    • Haiku
      Haiku
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 216
      Nimm von mir aus als weiteres Beispiel "Die Leiden des jungen Werther". Welcher junge Mann würde sich noch heute wegen einer unglücklichen Liebe umbringen? Heutzutage postet man im BBV oder wenigstens in der Sorgenhotline.
      Unter uns, Walser ist ein Depp (das hat er schon des öfteren bewiesen)! Seit wann geht es in Goethes Werken darum möglichst realistische Geschichten zu erzählen???
    • hyroniemus
      hyroniemus
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2008 Beiträge: 479
      Falls du Faust, der Tragödie zweiter Teil, zu Hause hast, schlage einfach eine zufällige Seite im Buch auf, freue dich über die komplexen Bezüge zur antiken Mythologie und du hast deine unrealistischen Handlungsstränge und Figuren. Und das Goethe das Ziel hatte mit Faust und ähnlichen Dramen die Realität 1:1 ab zu bilden, wäre mir auch neu.
    • Excellent
      Excellent
      Global
      Dabei seit: 15.09.2006 Beiträge: 351
      danke!
      hab die stelle rausgelassen, grade 15 Punkte kassiert :)
    • Haiku
      Haiku
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 216
      Na also, geht doch... :D . Glückwunsch zu den 15 Punkten
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.111
      tschuldigung, aber was müsst ihr denn für ne erörterung schreiben? grundschule oder was?

      seit wann kritisiert man sturm und drang und romantik mit mangelnder realität?
    • hausse2
      hausse2
      Global
      Dabei seit: 25.06.2006 Beiträge: 1.499
      Naja, in 2 Jahren wird es wahrscheinlich ausreichen, sich darüber zu mokieren, dass Goethe viel zu viele Seiten beschrieben hat, wenn er doch
      seine Intention einfach in 2 Sätzen hätte darstellen können :rolleyes:

      In 5 Jahren wird die Aufgabe lauten: Stelle die Aussage von Goethes Gesamtwerk mit einem Smiley dar...
    • Knallo
      Knallo
      Bronze
      Dabei seit: 30.05.2006 Beiträge: 4.906
      Walser ist ein Depp fürwahr. Ich hatte das Vergnügen, ihn im Audi Max in Freiburg zu erleben, als er in einer Diskussion mit (ziemlich großartigen) Studenten eine ganz erbärmliche Figur abgab.

      Weiß nicht, ob dies Pluspunkte bringt, aber Goethe schrieb "Die Leiden des jungen Werthers". Man war damals noch sehr genitivfreundlich. (Ja, macht man heute anders, ich weiß, ich weiß.)
    • Excellent
      Excellent
      Global
      Dabei seit: 15.09.2006 Beiträge: 351
      @skedar

      martin walser hat ein essaye geschrieben, und über eines der im essaye vorkommenden themen sollten wir eine erörterung schreiben!
      wen es interessiert:


      Viele Schüler die zum Lesen von Goethes Literatur im Deutschunterricht mehr oder weniger gezwungen werden empfinden für die Stücke der Klassik eine tiefe Ablehnung.
      Manche empfinden die Sprache als zu kompliziert, andere kritisieren den vermeintlich unspektakulären Handlungsverlauf und wieder andere können sich mit den teilweise unrealistischen Begebenheiten sowie den Figuren und ihren Handlungen nicht identifizieren.
      An dieser Stelle knüpft Martin Walser mit seinem Essaye „Thoas ist Weimaraner“ an.
      Auch er kritisiert die Handlungsweise der Figuren. Die Grundthese Walsers lautet, dass die Figuren in Goethes klassischen Stücken wirklichkeitsfremd und unrealistisch agieren indem sie z.B. wie Iphigenie das hohe Ideal des Humanismus über alles, ja sogar ihr eigenes Leben stellen. Damit wirft er Goethe mangelnden Bezug zu realen Menschen und deren Handlungsweise vor.

      Die Darstellung der Figuren sowie die Handlung haben auch in Iphigenie auf Tauris nicht viel mit der Realität gemein. Dieser Feststellung Walsers schließe ich mich an.
      Ein Beispiel dafür ist der Sprachstil, in Iphigenie auf Tauris heißt es z.B.:
      ,,Vernehm ich dich, so wendet sich, o Theurer, /
      Wie sich die Blume nach der Sonne wendet /
      Die Seele, von dem Strahle deiner Worte /
      Getroffen, sich dem süßen Troste nach." (V. 1619-1622).
      Diese Sprechweise wirkt äußerst unrealistisch; keine Person aus dem alltäglichen Leben wendet einen ähnlichen Sprachstil an. Auch spielt das gesamte Stück nur an einem einzigen Ort, nämlich vor Dianens Tempel. Dort wird keine aktive Handlung betrieben sondern nur erzählt. Die Protagonisten unterhalten sich miteinander ohne eine Nebentätigkeit nachzugehen, eine Umarmung stellt bereits eine herausragende physische Aktivität dar.
      Das Musterbeispiel für eine unrealistische Handlung beschreibt Walser selbst: es ist Iphigenie die den zornigen König fast schon provozierend auffordert: „Verdirb uns - wenn du darfst.“

      Ist Goethe also nur ein überschätzter Schriftsteller der in seiner eigenen Fantasiewelt ohne Bezug zur Realität lebte? Nein! Ich bin der Meinung, dass Martin Walser nicht bis zum Ende gedacht hat. Es ist richtig dass Goethe unrealistische Aspekte in seine Werke hat einfließen lassen, nur scheint sich Walser nicht die Frage nach dem „Warum“ gestellt zu haben.

      Wie kann Walser nur von Goethe verlangen Weltliteratur zu schreiben und als Rahmenhandlung immer nur das realistische Leben zu wählen? Es gibt durchaus Literatur die vom normalen Leben erzählt. Man nennt eine solche Erzählung Roman. Goethe machte es sich jedoch nicht zur Aufgabe sein Publikum zu unterhalten, er wollte es vielmehr erziehen und ihm etwas lehren. Im Falle von Iphigenie steht das Humanitätsideal im Mittelpunkt. Als Iphigenie ihr Leben mit dem Satz „Verdirb uns - wenn du darfst.“ in Thoas Hände legt, will Goethe dem Leser verdeutlichen wie zugespitzt die Lage ist und beim Leser das Gefühl wecken dass Humanität in dieser wie auch in vielen anderen Situationen oftmals der letzte Ausweg ohne Blutvergießen darstellt. Auch hat es sich Goethe zum Ziel gemacht den idealen Menschen, von Iphigenie dargestellt, zu charakterisieren. Er soll edel hilfreich und gut sein. Zudem war die Tat Iphigenies kein „leutnanntshafter Leichtsinn“ so wie Walser es sieht sondern eine Heldentat. Ein Held ist für mich ein Mensch der bereit ist sein Leben für das von Anderen zu opfern. Und Iphigenie war bereit dazu. Sie wusste dass Thoas keine Gefühle für Orest oder Pylades hat und er die beiden deswegen skrupellos und ohne bedenken opfern würde. Sie wusste jedoch auch dass der König Gefühle für sie hegt und es ihm deswegen unglaublich schwer fallen müsse sie umbringen zu lassen. So verband sie das Schicksal der beiden mit dem ihrigen und rettete sie damit höchstwahrscheinlich vor dem Tode. Es geht Goethe also darum dem Leser Vorbilder aufzuzeigen und dazu gehört für ihn nicht nur human edel und gut zu sein sondern auch über eine gepflegte Sprache zu verfügen. Dass es übertrieben ist den enorm bildreichen Sprachstil seiner Figuren übernehmen zu wollen dürfte jedem klar sein, jedoch kann man sich überlegen kleinere Aspekte zu übernehmen, so z.B. dass sogar bei den größten Streits keine Beschimpfungen oder Unsachlichkeiten ausgetauscht werden.

      Fazit:
      Ja! Das Verhalten von Goethes Figuren ist utopisch, jedoch für Goethe eine Wunschvorstellung die es zu erstreben gilt. Um das Ziel zu erreichen die Menschen humaner zu machen und ihnen auch sonst seine Wunschvorstellung vom perfekten Menschen vor Augen zu führen übertreibt er ein wenig. Doch welcher Film, welche Zeitung oder auch welches Buch übertreibt heute nicht? Auch müssten wir prüfen ob in Martin Walsers Literatur alle Personen und Handlungen realistisch sind um ihn ernst nehmen zu können, aber egal zu welchen Ergebnis dies führen würde, für mich bleibt Walsers Essay ein nur zum Teil berechtigter Einwand, da er zwar die Realitätsferne richtig beobachtet hat jedoch nicht zu Ende denkt welche Beweggründe Goethe dazu gebracht haben.

      Excellent
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.111
      ah. danke sehr.

      und martin walser ist in der tat ein idiot. goethe auf dieser eben zu kritisieren ist, als würde man dostojewski vorwerfen, seine romane seien zu lang oder man könne die namen der figuren nicht auseinanderhalten. oder als würde man james joyce vorwerfen, er könne satzzeichen nicht richtig anwenden...

      traurig, dass man sich im unterricht mit so etwas befassen muss.
    • Haiku
      Haiku
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 216
      Endlich mal wieder ein thread mit Niwo :heart: :heart: :heart:
    • Knallo
      Knallo
      Bronze
      Dabei seit: 30.05.2006 Beiträge: 4.906
      Original von Haiku
      Endlich mal wieder ein thread mit Niwo :heart: :heart: :heart:
      Ist die neue deutsche Rechtschreibung wirklich schon so tief abgeglitten? (Ich frage das im Ernst!)
    • pilgrim3030
      pilgrim3030
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2007 Beiträge: 1.459
      Original von Haiku
      Nimm von mir aus als weiteres Beispiel "Die Leiden des jungen Werther". Welcher junge Mann würde sich noch heute wegen einer unglücklichen Liebe umbringen? ?
      der werther hat an aktualitaet ünerhaupt nichts eingebüßt. ganz im gegenteil.



      just look at the emos.