eure guten bluff-raise flops!?

    • TreterPeter
      TreterPeter
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2007 Beiträge: 3.540
      hallo,

      ich habe besonders in der letzten woche viele steals gecallt um dann recht viele flops zu check-raisen. und genauso habe ich auch oft mit air eine donk geraist. war recht erfolgreich, was aber wohl neben varianz insbesondere daran lag, dass ich mir gezielt schwache gegner gesucht habe. (bei denen ich zumindest keinen reraise erwarte)

      wie würde denn ein agressiver gegner dagegen halten? ich rate mal 3b-broke mit TPGK und big draw händen (OESD und besser). wie könnte man denn gegen diese trotzdem diese bluffs einbauen?


      auf dry bords wie K54r auf denen ein check-raise mit 77 zwar schon "protection" bedeuten kann, aber man halt trotzdem nach einem call nichts mehr groß investieren könnte.

      oder lieber auf 8d7d6d, wo man mit JhTh weder die 9 noch J/T so richtig gerne sehen möchte, aber auch der gegner sich 2mal überlegen muss, ob ihm seine JcJs noch gefallen. und auch KhQd wird ihm wohl oft nicht reichen (während gegen häufige check-raises natürlich AdKh schon stark wäre)
  • 5 Antworten
    • JustinDejong
      JustinDejong
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2006 Beiträge: 713
      also wenn ich jetzt mal von mir selber ausgehe würde ich wenn mir auffält das du gerne am flopmeine conti raised bzw. ich sehe das du das öfters mit air machst. Dann werd ich drauf schaun wie du am turn weiterspielst, gibst du die hand dann auf? Dann würde ich den reraise mit mittelstarken händen einfach callen und am turn neu evaluieren.

      Wenn du am turn in der regel nochmal betest dann würd ich meine starken hände in zukunft vermehrt call flop und checkraise turn spielen.

      ganz allgemein würd ich natürlich auch am flop wesentlich looser mit starken draws über deinen raise drübergehn bzw reraisen...aber das is eh klar
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Auf dry boards hat halt auch der PFA selten etwas gutes getroffen. Auf einem Kxx Board wird er da nicht viel weiterspielen können.

      Ein 6d7d8d-Board sieht zum einen stark nach einem Draw aus, wenn du c/r, so dass Villain zum einen häufiger mit einer mittelstarken Hand (JJ durchaus möglich) broke gehen wird und wohl auch Qd+X seltener folden wird.

      Wenn du dir die Gegner sorgsam aussuchst, kann dies natürlich recht profitabel sein, auf geeigneten Board zu c/r. Finde aber besser so oft wie möglich in position zu spielen und einen float hinzulegen.
    • TreterPeter
      TreterPeter
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2007 Beiträge: 3.540
      also doch lieber die dry bords - muss ma da angst vor bluff reraises haben? das mit dem "der andre hat bestimmt nix" ist halt so ne zweischneidige klinge.

      ....naja blinds kann man halt selten IP defenden ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Da OOP Floats extrem schwer zu spielen sind und ohne wirklich gute Reads wahrscheinlich unmöglich profitabel sind müssen wir natürlich die C/R Keule auspacken und zwar solange bis der Gegner sich wehrt. (dabei aufpassen, dass man mit (starken) Made Hands am Flop keine sinnlosen C/raises macht, die nur Foldequity erzeugen)

      Grundsätzlich kann man gegen weake Gegner alles mögliche C/raisen, da sie einfach sehr viel aufgeben. Ich versuche das mal irgendwie etwas zu strukturieren.

      1. Bluffs. Bei einem Bluff C/R ist es oft sinnvoll, wenn man ein paar Backdoorouts in der Hinterhand hält. (z.b. Flushdraw, Straightdraw, Overcards, Gutshot o.ä.)

      2. Draws. Ich C/R drawheavy Boards mit Draws, wenn mein Gegner viel folded und ich davon ausgehen kann, dass ich den Pot am Flop oft profitabel gewinne. Wenn mein Gegner sehr light gegen mich mit Toppairhänden Broke geht, dann ist der C/R oft nicht mehr so profitabel und man sollte schauen, ob man vielleicht C/F oder sogar dick in den Pot donkt. Draws mit 12+ Outs natürlich 4 Value C/raisen.

      3. Made Hands. Auf dry Boards C/R ich so gut wie nie am Flop, weil es einfach tough wird für den Gegner weiterzuspielen. Mit History, dass er uns z.b. mit nem Bluff vorher erwischt hat auf nem Dry Board ist natürlich ein C/R sinnvoll.

      Auf Drawheavy Boards werden starke Made Hands natürlich C/raised und bei mittelstarken Händen (Midpair, 2nd Pair, TpBad Kicker etc.) mache ich es stark von der Range des Gegners abhängig. Je weniger Equity ich meiner Hand gebe, desto eher versuche ich den Pot OOP klein zu halten.


      Ein Board wie K54r mit 77 zu C/raisen halte ich daher aufgrund meines Gameplans solche Boards erstmal nur mit bluffs zu C/raisen für verkehrt. Wir verwandeln eine Hand wie 77 mit SD Value oft in einen Bluff (es callen keine schlechteren Hände und es folden keine besseren). Nun gut hier könnte der Gegner 88, 99 oder TT folden, aber wenn er IP spielt, dann wird das nicht so häufig vorkommen denke ich. Mit C/C halten wir halt viele Hände im Pot, die wir noch schlagen und maximieren so unseren Value gegen die Range. Die meisten Turns müssen wir allerdings C/F spielen.

      Man muss allerdings höllisch aufpassen, dass man, wenn man am Anfang der Session seine C/R Range auf dry Boards auf Bluffs polarisiert, dass man seine Made Hands auch so adapted, da uns der Gegner sonst bei C/C Flop auf eine Made Hand setzen kann und bei C/R auf einen Bluff. (da hilft dann meist ne note)

      Das ist jetzt so das gewesen was mir zu OOP Play eingefallen ist, auch in Hinsicht auf Bluffs.


      IP hau ich einfach auf allen möglichen Boards mit allen möglichen Händen auf meinen Gegner drauf.

      1. Dry Boards. So gut wie nie raise ich hier am Flop, wenn ich PF Coldcalled habe. Dry Boards und Raises IP = Bluff in vielen Fällen. Ich würde eine Made Hand auf nem Dry Board fast nie ohne History raisen, also müssen wir unsere Bluffs auch so spielen. Zusätzlich müssen wir unsere Callingrange ja irgendwie mit Trash mixen, da unser Gegner sonst erkennt, dass wir nur mit Made Hands callen. (dies ist auch der Grund weswegen auch Axx und Kxx Flops gefloatet werden sollten) Der Bluff findet dann am Turn statt und hier solltet ihr euch ganz intensiv mit euren Turnlines und maybe Riverlines beschäftigen, da man hier extrem viel Druck auf den Gegner aufbauen kann mit absolutem Trash, wenn ihr seine Spielweise durchschaut habt. (ich sag nur Multitabler und Statsonly Spieler)

      Sollte ich PFA gewesen sein und mein Gegner donkt in mich rein. -> die Diskussion wurde schon 100 mal geführt und sollte hier auch irgendwo zu finden sein.

      2. Drawheavy Board, wenn ich IP nur gecalled habe. -> Raise it Up bis er zurückschlägt. (ich mags z.b. total gerne, wenn das Board KQ9ss kommt, ich AQ cbette und mein Gegner raised mic)
      Es gibt aber auch gute Spots für Floats auf Drawheavy Boards. Die machen Sinn, wenn unser gegner davon ausgeht, dass wir unsere starken Draws IP oft raisen. Dadurch bekommen wir oft noch eine zusätzlich Bet von ihm, wenn eben dieser Draw eintrifft, weil er uns nicht auf diesen setzt. Hier solltet ihr einfach mal ausprobieren inwieweit es sich lohnt den Gegner zu bluffen. Im Prinzip hat man mit nem Draw auf solchen Boards doppelte Outs. -> einmal unseren Draw und zweitens den Straightdraw z.b., den wir ja auch reppen können.
    • Lindavius
      Lindavius
      Bronze
      Dabei seit: 14.07.2007 Beiträge: 293
      Danke, Ghostmaster, für deine ausführlichen Erklärungen!
      Habe mich die letzten Tage exakt mit dieser Fragestellung herumgeschlagen, und habe geile Anregungen bekommen! Das Problem, wie man auf dry Boards seine Bluffs am Flop gegen denkende Gegner balancen will, hat sich mir auch aufgedrängt. Meine Gegner waren aber meist zu weak, und haben-zum Glück!- praktisch immer gefoldet. Hat mir echt geholfen! Super!
      Thx!
      Das einzige Problem ist beim Flop-Bluffcall IP IMO allerdings, dass Villain den Turn häufig wohl gerne mit Air 2nd-barreln wird.
      Ein Bluff-Shove ist da aber schon hart, oder nicht!?
      Flop-Bluff-Raise ist jedenfalls billiger,-so mans irgend gebalanced kriegt- wenn natürlich auch nicht so großes Tennis... :D
      Außerdem werden viele Gegner wohl am Turn auf einen Float lauern, und mit einer Made Hand checken , auf eine Bluff-Bet dann je nach Holding C/C oder C/RAI spielen.
      Wie reagierst du auf die genannten Probleme?