Software zur Live-Equityberechnung möglich?

    • jorgozjamz
      jorgozjamz
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2006 Beiträge: 633
      Ich hatte mir heute mal überlegt, wie schön es wäre, live beim Spielen seine (aus den Gegnerdaten und den bekannten Karten am Tisch) Equity angezeigt zu bekommen. Also im Prinzip das gleiche das was wir nach dem Spielen beim Analysieren unserer Hände mit dem Equilator machen. Heads-Up kann man ja oft seine Equity ganz gut einschätzen, aber dreihanded ooP wird es schon schwieriger - und da entscheiden oft weinge Prozent Unterschied in der Equity über die korrekte Spielweise. Ich fände es wunderbar, passiv ooP 3-handed mit 55 auf einem 99T-Board gesagt zu bekommen wo ich mit meiner Equity liege ...
      Ich habe vom Programmieren keine Ahnung, vielleicht ist meine Frage ja blöd. Kann man aus den beim Spielen zur Verfügung stehenden Informationen (Pokertrackerdatenbank mit den Stats der Gegner, eigene Holecards und Karten auf dem Board, Position) live die Equity ausrechnen lassen? Oder geht das nicht weil die Gaming Software die relevanten Daten in der Handhistory erst nach Ende der Runde generiert?
  • 7 Antworten
    • onezb
      onezb
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2006 Beiträge: 1.531
      Natürlich geht das, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sowas auch schon gibt.

      Praktisch und von einem riesen Vorteil wärs auf jeden Fall :)
    • blacksundd
      blacksundd
      Bronze
      Dabei seit: 02.10.2006 Beiträge: 196
      Und das ist dann auch gleichzeitig der vorletzte Schritt zu einem in den Micro- und vielleicht auch noch in den Low-Limits profitablen Bot. Der letzte Schritt - eine Routine, die die Maus bewegt und die optimalen Entscheidungen in Klicks umsetzt - stellt dann kein Hindernis mehr dar.

      Ich hoffe, dass uns Online-Poker noch eine zeitlang erhalten bleibt.
    • pokersille
      pokersille
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2008 Beiträge: 565
      Die Daten aus der Pokersoftware zu bekommen ist machbar (Memory Polling oder API Hooking). Das Problem ist die Komplexität der Berechnung. Die wird mit nem normalen PC nicht in echtzeit machbar sein. Fraglich ist auch, ob man es schafft anhand von stats ne wirklich realistische range für den gegner zu ermitteln.
    • SirThomse
      SirThomse
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2006 Beiträge: 1.830
      Vielleicht sucht ihr ja so was, wie Ulek hier beschrieben hat
      [HowTo] Mit Stove rausfinden wie oft der Gegner eine bestimmte Hand hat
    • Keey
      Keey
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2006 Beiträge: 1.819
      Original von SirThomse
      Vielleicht sucht ihr ja so was, wie Ulek hier beschrieben hat
      [HowTo] Mit Stove rausfinden wie oft der Gegner eine bestimmte Hand hat
      Also ich darf den Bereich nicht betretten. :(
    • SirThomse
      SirThomse
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2006 Beiträge: 1.830
      Original von Keey
      Original von SirThomse
      Vielleicht sucht ihr ja so was, wie Ulek hier beschrieben hat
      [HowTo] Mit Stove rausfinden wie oft der Gegner eine bestimmte Hand hat
      Also ich darf den Bereich nicht betretten. :(
      Sorry, ist im Fixed-Gold-Forum. er beschreibt, dass man mittels des attempted to steal Wertes in einer Blindsteal situation ermittelt, wie oft der Gegner top pair hält. Dazu gibt er die Range des Gegners ein und gibt einem selber die minimal schlechtere und besser hand und schaut die equity des Gegners an. Die differenz gibt die W-keit an, dass der Gegner das top pair hält.

      Hab leider keine Ahnung, ob ich noch mehr verraten darf, ist ja eben im Gold-Forum, hoffe ich konnte trotzdem helfen
    • Ulek
      Ulek
      Black
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 3.682
      Original von Ulek
      Hab dieses Konzept in nem Video von Bryce gesehen und hier nirgendwo gefunden. Ist aber ganz nützlich, deswegen versuch ichs mal hier zu erklären.

      Mit Pokerstove kann man seine Equity auf bestimmten Boards gegen gewisse Handranges ausrechnen. Das ist für Handanalysen aber nur bedingt zu gebrauchen, da man von Equity nicht direkt auf EV schließen kann. Hat man beispielsweise am River eine Equity von 70% heißt das noch nicht, dass man valuebetten kann. Falls der Gegner nämlich die 30% Hände, die uns schlagen, raised, und die 70%, der wir schlagen, foldet, ist eine Valuebet sinnlos. Es wäre also besser, auszurechnen, wie oft er welche Handstärke hat. Das geht mühsam mit Kombinationen zählen, oder einfach mit ein paar Kniffen auch mit Stove.

      Folgende Situation: Villain raist aus dem Button, wir callen im BB. Wir wissen (anhand seines Att.toSteal Wertes) , dass er das mit einer Handrange von 40% macht, Stove sagt und das beinhaltet 44+,A2s+,K2s+,Q4s+,J7s+,T7s+,97s+,87s,A3o+,K7o+,Q8o+,J8o+,T9o.
      Der Flop kommt

      9:spade: K:diamond: 2:heart:

      Wir wollen rausfinden, wie oft er TopPair hat. Hierzu füllen wir das Board auf mit blanks, die an der Equity nicht viel ändern dürften:

      9:spade: K:diamond: 2:heart: 3:spade: 4:club:

      Nun geben wir uns die Hand, die minimal schlechter ist als TopPair, also QQ, und schauen uns die Equity des Gegners an: 30%
      Jetzt geben wir uns die Hand, die minimal besser ist als TopPair, AA, und schauen uns wieder die Equity an: 9%

      Erkenntnis: 9% seiner Hände schlagen AA, 30% seiner Hände schlagen QQ, er hat also das TopPair in 30%-9% = 21% der Fälle.

      Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen möglichen Made Hands. Immer Gegners Equity gegen die minimal bessere Hand abziehen von der Equity gegen die minimal schlechtere Hand. So ähnlich funktioniert das auch mit Draws:
      Gleiche Situation wie eben, nur diesmal ist der Flop

      9:spade: K:diamond: 2:spade:

      Die Frage diesmal: Wie oft hat er auf diesem Flop den Flushdraw?
      Zunächst wieder das Board auffüllen, allerdings diesmal mit einer Karte, die den Draw ankommen lässt:

      9:spade: K:diamond: 2:spade: 3:club: 3:spade:

      Wir geben uns wieder die minimal schlechtere Hand, A3, der Gegner hat 9% Equity. Die minimal bessere Hand, 22, beschert ihm 2% Equity. Damit hat er mit dieser Range an diesem Flop zu 9%-2% = 7%iger Wahrscheinlichkeit einen Flushdraw.
      Das Problem mit der Live Equity, die aufgrund von Stats ausgerechnet wird, ist, dass sie den aktuellen Gameflow nicht miteinberechnen kann. Haben wir z.b. einen passiven Gegner, von dem wir viele Hände haben, der aber in der aktuellen Session übelst tiltet, dann werden wir falsche Equitywerte bekommen.