Upswing - oder: Warum überschätze ich mich so ma?los?

    • BlackFlush
      BlackFlush
      Global
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 2.879
      Hi,

      ein Thema, dass hier fast gar keine Beachtung findet, ist der Upswing.

      Also, da viel zu wenig über den Upswing geredet wird, rede ich jetzt drüber:
      Zuerst einmal, ich habe heute innerhalb von 700 Händen +136BB gemacht, also es ging einfach nur Hammer rauf. Das tut besonders gut, da es die ersten 20K Hände auf 0.5/1 überhaupt nicht lief (oder nur sehr spärlich), ich nach 15K Händen auf 0.1BB/100 war und dementsprechend deprimiert. Dann kam einen gute 6h-Session, in der ich mich auf 0.7BB/100 steigern konnte und nach dem heutigen Hammer bin ich auf 1.3BB/100.

      Nun war es natürlich so, dass ich alles getroffen habe. Scheißegal, was es war, ich habe geowned. 2-Outer am River, kein Problem. Mit 4x TT kein einziges Mal Overcards oder wenn eine Overcard, hat eine Bet am Flop den Pot geholt. Mit JJ ähnliches Spiel. Flushes der Gegner wurden mit nem FH am River gebustet. Also alles das, was sonst den Fischen passiert, ist mir passiert :D

      Naja, und mittendrin merke ich, wie ich "überheblich" werde. Ich fühle mich wie der King der Welt, denke, ich kann ja eh alles machen und gewinne. Und es ist ja eigentlich auch so. Ich hätte bei den Karten auch der Oberfisch sein können, und hätte trotzdem einiges gewonnen. Also hat das alles eigentlich wenig mit Können zu tun. Und dennoch denkt man, man wäre irgendwie besser als alle anderen, obwohl die einfach nur "Glück" hatte.

      Beispiel: Ich gegen nen TAG, Pocket Aces in meiner Hand. Am Board liegen XQJ rainbow, er check-raised mich am Flop, bettet am Turn. Ich setze ihn auf AQ oder KQ, da er ja Pre-Flop mein Raise cold gecalled hat, und raise ihn dementsprechend. Er macht ne 3-Bet und ich werde stutzig. Calle die 3-Bet und am River dann das A für mein Set. Naja, er hatte QJ und lag die ganzen Zeit vorne. Ich war also weder besser noch sonstwas, sondern hab einfach nur am River Glück gehabt.

      So, lange Rede, kurzer Sinn, wie schalte ich das ab? Hab die Session jetzt beendet, da ich das Gefühl hatte, dass ich langsam in Gedanken immer looser wurde und Pre-Flop schon viel mehr callen wollte, als ich es sonst tue (AJ gegen nen UTG-Raise, J9 am Button gegen nen Raise usw.). Naja, aber Session beenden is eigentlich auch nicht die beste Lösung, da ich eh aktuell weniger zum spielen komme und heute eben Zeit gehabt hätte.

      Also, irgendwelche Tipps, wie man mit solchen Upswings umgeht, ohne auf der einen Seite abzuheben oder auf der anderen gleich die Session zu beendet?

      Erstmal danke für jede Antwort, und ansonsten darf auch gerne über unseren Freund, den Upswing, geredet werden :)

      Grüße,
      Sebastian
  • 5 Antworten
    • iccee
      iccee
      Bronze
      Dabei seit: 02.04.2006 Beiträge: 599
      na dann, Grats zu deinem Upswing... (oder gratuliert man da als pokerspieler überhaupt? :) )

      ich finde sowas gefährlich - gefährlicher als nen downswing.
      ich hatte auch 2 oder 3 mal so nen kurzen up. und hab jedesmal - wenn auch nur wenig - mein spiel verändert, und dabei spiel ich ja auch sonst noch so'n shit zusammen...... mit nem underpair doch noch den turn angucken etc... und sowas ist anstregend wieder rauszubekommen. preflop bin ich eigentlich nie zu loose geworden - der vpip geht bei den vielen guten karten eh von alleine rauf.
      also achtung. aber natürlich sollte man sowas ausnutzen und mal an der BR arbeiten ;) .. aber trotzdem keine underpairs noch bis zum turn callen, wenn nicht angebracht ist ;)

      ich hab die letzten 20 tage leider nen 'hänger'... 130BB down auf SH. aber komischerweise ist mir sowas mittlerweile wurst. ist ja bei SH auch nix besonderes.
      also muss ich mich sozusagen nur mehr an so kurze Up's gewöhnen.

      und sonst: viel spaß beim pokern ;)
    • DaWyatt
      DaWyatt
      Bronze
      Dabei seit: 10.04.2006 Beiträge: 3.434
      grats auch von mir :)
      und wenn ich schon grüsse am Tisch, möcht ich auch ein freundliches Hi haben :D

      Original von iccee


      ich finde sowas gefährlich - gefährlicher als nen downswing.
      Jup jup, kenn ich. Ich verdamme mich noch heute, dass ich damals kein Thread aufgemacht habe, ala "helft mir runterzukommen"... ich bin schlussendlich auf knapp 70$ angelangt (nach der beginnerzeit...) und wusste dann nicht wie weiter. Mir fehlten noch 3000 bis zum Bonus.
      Den Rest erzähl ich mal lieber nicht. Aber ich bin ja noch dabei.
      Es war viel überheblichkeit im Spiel zu finden nach dem up. Nach dem Down hintendran... tjo.

      Nur ne kleine Anekdote von mir :)
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      Achja Black :) sieh es mal als ausgleichende Gerechtigkeit :D Vorher halt derbst eingesteckt, und jetzt endlich gewinnen, muss auch mal sein.
    • AceOnRiver
      AceOnRiver
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 608
      Ich finde es gefährlich das ich tagsüber immer break even spiel und nur nachts gewinne einspiel obwohl ich am nächsten morgen wieder früh zur arbeit muss Oo

      ob das wohl ein tag downswing ist ?Oo
    • SneakyErik
      SneakyErik
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2006 Beiträge: 406
      das ist kein Upswing, das ist Skill !

      Einzige was da hilft ist halt genau wie bei nem Downswing:
      Tight is right, SHC & ORC, genau Odds & Outs berechnen und am besten gar nicht darauf schauen wie viel man +/- in der Session gerade hat (ich weiss das fällt schwer).

      Die Charts sind halt die Stützen, die uns sowohl vor Hochmut als auch vor Selbstzerfleischung schützen. (ups das reimt sich ja sogar :D )

      Gruß Erik
    • Stoxx81
      Stoxx81
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2006 Beiträge: 13.879
      Ich persönlich setze mir ein zeitliches Limit bevor ich anfange. Ich sag mir also meinetwegen wie heute: 0:30 spielst du die letzte Hand (ich erlaube mir selbst aber durchaus auch mal 1 oder 2 mehr) und dann mach ich auch definitiv Schluss. Damit, bin ich jedenfalls der Meinung, kontrolliere ich meine Schwächen etwas besser. Natürlich tut es weh beim US einfach zu gehen, obwohl doch grad die Kohle in meine Tasche fliesst aber dafür hält es mich im DS davon ab auf Krampf alles zurück gewinnen zu wollen. Außerdem habe ich, kann ich zwar nicht wissenschaftlich belegen aber ich empfinde das so, eine bessere Ahnung davon ob ich das Limit wirklich schlage. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es dann nämlich einfach kein US mehr sondern hoffentlich der Weg ins größere Level, und ich glaube ich könnte einen langen DS nicht stundenlang TAG spielen, ichwürde irgendwann probieren es zu zwingen...