Equity vs Strategic Advantages [Beta]

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    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      erst mal...der Link ist defekt, musste den Thread manuel raussuchen..

      so...jetzt zur Beispielrechnung von "SB vs BB".
      Der Gegner hat am Turn eine 25%-Chance seinen Draw zu treffen, demnach braucht er Odds von 1:3 um zu callen (er gewinnt in einem von 4 Fällen).
      Wenn der Pot unraised ist (2SB) und Hero am Flop noch mal bettet, haben wir 3 SB im Pot, wodurch sich Odds von 1:3 ergeben. Warum sollte Villain hier folden??

      Weiterhin ist die Annahme, dass man die 1 SB, die Preflop mehr investiert wurde einfach vom End-EV abziehen kann, falsch...ich mach mal ein passenderes Beispiel:

      Chance am Turn zu treffen: 20% (entspricht 9,4 Outs)

      Fall a):

      am Flop:
      check, bet, fold flop = +2SB
      Wahrscheinlichkeit = 100%

      EV = 2SB

      Fall b):

      am Flop:
      check, bet, call flop (pot = 6SB)

      sein Draw kommt am Turn:
      bet, fold = -2SB (1 preflop, 1 Flop)
      Wahrscheinlichkeit = 20%

      sein Draw kommt am River:
      turn: check, bet, call (pot = 10SB)
      river: bet, fold = -4SB (1 preflop, 1 Flop, 2 Turn)
      Wahrscheinlichkeit = 16,35% (80% * 9,4 Outs am River)

      sein Draw kommt gar nicht:
      turn: check, bet, call (pot = 10SB)
      river: check, bet, fold = +6SB (3 preflop, 1 Flop, 2 Turn)
      Wahrscheinlichkeit = 63,65%

      EV = 2,765

      Wir erhalten also eine Edge für Line b) von 0,765SB

      Aber ACHTUNG:
      Es ist für uns trotzdem mathematisch IMMER besser, wenn unser Gegner foldet, anstatt einen "easy Call" zu machen. Das wird hier nur durch unsere Preflop-Edge ausgeglichen.
      Das lässt sich recht leicht mit einem Beispiel aus NL belegen (stimmt aber mathematisch auch für FL):

      Wir sind am Turn vorne, am River kommt nichts mehr in den Pot (weil einer der beiden Spieler folden wird)
      Pot: 100
      Wahrscheinlichkeit für Gegner am River zu treffen: 25%

      Fall a)
      betsize = 50
      der Gegner wird callen
      Potsize = 200
      EV = 150*75% - 50*25% = +100

      Fall b)
      betsize = 75
      der Gegner wird folden
      EV = +100

      Fall c)
      betsize = 25
      der Gegner wird callen
      Potsize = 150
      EV = 125*75% - 25*25% = +87,5


      Man sieht also:
      Ob der Gegner korrekt callt, oder foldet kommt aufs gleiche raus. Wenn er allerdings zu billig callt, ist das für ihn + und für uns -EV.


      Und damit ist im Endeffekt die Grundaussage des Artikels falsch...weil immer wieder gesagt wird, dass es gut ist, den Pot großzumachen, weil die Gegner so länger in der Hand bleiben (müssen).

      Die Edge sollte zwar preflop trotzdem geraised werden, aber trotzdem ist es für uns von Vorteil, wenn der Gegner foldet, anstatt (korrekt bzw. zu billig) zu callen.
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      grad keine lust die genauen rechnungen zu zerpfluecken, darum nur kurz meine 2cents:

      beim lesen des artikels gefiel mir auch nicht, dass der korrekte call so toll dargestellt wird. es laeuft naemlich auf folgendes hinaus:

      wir haben die wahl zwischen call preflop mit seinem korrekten fold am flop und raise preflop, er callt und er callt korrekt am flop.
      hier ist das WICHTIGE, dass sein preflopcall einfach so schlecht ist. denn niemand zahlt 1 sb um einen marginalen draw +-0EV zu spielen.

      die male, wo villain keinen draw aufgabelt und foldet sind uebrigens komplett vernachlaessigt, aber machen auch einen riesigen teil aus. und hier finden wir es ganz bestimmt grossartig vorm flop schon eine bet von ihm bekommen zu haben. das gilt natuerlich auch multiway.


      anders gesagt:
      raisen wir preflop, dann zahlt villain eigentlich 2sb fuer seinen draw, und dann ist der call schon wieder nicht mehr korrekt und wir finden es ganz toll.


      das war der artikel in einem satz.