Erfolgreiches SnG-Spielen auch ohne ICM möglich?

    • PokerNoob
      PokerNoob
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 816
      Hallo Leute,

      ich spiele seit einiger Zeit fast ausschließlich NL single-table-sng's (regular), da sie mir vieeeeeell mehr Spaß machen als cash games =) . Angefangen habe ich mit dem SnG-Guide aus Winning Low Limit Hold'em von Lee Jones, mittlerweile sind diveres Guides aus dem Netz (u. A. pokerstrategy) dazugekommen. Außerdem hab ich mir HOH 1+2 besorgt. Seit dem 10.08. gebe ich meine stats in den tourney-manager ein und ich bin mit den bisher erreichten Werten sehr zufrieden (obwohl mir schon klar ist, dass die Varianz bei sng's sehr groß ist und knapp 300 Turniere auch noch keine wirklich große samplesize darstellen...):

      286 sng's (party, stars, everest) , hauptsächlich 33er (auch einige 22er bzw. 55er dabei)

      40,2 % ITM und 26,1% ROI


      Ich bin allerdings bisher ohne ICM ausgekommen und frage mich, ob der SnG Power Tool für "meine levels" wirklich eine absolut notwenige Anschaffung ist (..ich bin relativ faul... ;) , aber alle betonen immer wieder, wie wichtig ICM ist). Bei speed sng's ist es natürlich anders, allerdings kam ich bei den regulars sehr gut ohne aus (bei anderen Seiten als party poker steigen die blinds ja sogar noch langsamer an). Bisher habe ich meine pushes in late levels sehr stark von den vorhandenen reads und meinen table image abhängig gemacht, wobei ich in manchen Situationen natürlich auch mit crap pushe, dies aber vor allem intuitiv. Es wurde an verschiedenen Stellen im Netz auch darauf hingewiesen, dass man seine pushes nicht "aufbrauchen" kann (auch nich beim 3. push in Folge), da man mathematisch korrekt handelt. Aber die calling range der Gegner auf jenen levels nimmt doch extremst ab nach ein paar pushes, und ich frage mich warum man dieses Risiko eingehen soll, wenn man doch ganz bequem ITM kommen könnte. Daher zeige ich oft meine Hände wenn ich mit etwas Gutem gepusht habe, und versuche die blinds meiner Gegner auf möglichst "unprovokative" Art und Weise zu stehlen (u. A. natürlich auch raise-size variieren, falls genug Stack vorhanden). Ich baue auch das SAGE-System in mein heads-up play ein und habe sicherlich auch schon einiges diesbezüglich über das ps-Coaching gelernt (und wenn wer das pushen beherrscht, dann tasse und morgoth :D ). Wenn ich richtig verstanden habe, ist die Entscheidung "push oder fold" doch letzten Endes in kritischen Situationen eh nur intuitiv, da man die calling range seiner Gegner ja intuitiv festlegen muss. Oder?

      Ist die durchgängig konsequente Anwendung von ICM wirklich der beste (wenn auch mathematisch richtige) Weg um 33-55$ sng's zu schlagen??


      Mfg Tobias
  • 5 Antworten
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      ICM ist aquch nicht der weisheit letzter schluß. das problem ist, auch wenn man mathematisch korrekt pushed kann das schlecht sein. wenn der gegner einen mathematisch falschen call macht, dann profitieren meist die anderen spieler, aber nicht man selbst. deshalb muß man die calling range der gegner schon beachten, sonst verliert man oft, weil die anderen falsch spielen. Und das ist kein besonders gutes argument.

      Mit etwas erfahrung kann man auch intuitiv pushen. man sollte sich die theorie zu ICM einigermaßen aneignen, um zu verstehen worum es bei der entscheidung "push or fold" geht. dasselbe git auch für SAGE. wenn der gegner seht tight ist, dann kann man seine pushes nur mit weniger händen callen.

      Mit dem SnG powertool kann bei knappen entscheidungen sicher hilfreich sein, aber man kann sicher auch ohne erfolgreich spielen. man gibt sicher etwas edge auf, aber wenn man ein gutes gefühl für bubble-spiel hat, dann ist es nicht viel.
    • FA_Morgoth
      FA_Morgoth
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2005 Beiträge: 1.173
      wie faust schon sagt, es geht bei icm nicht darum den gegner eine falsche entscheidung (call mit z.b. A6) treffen zu lassen, sondern sich eine richtige.
      D.H. man muss die callrange des gegners abschätzen und daraus den richtigen schluss ziehen und nicht pushen und sich dann darüber beschweren, dass der gegner nen -EV call mit A6 gemacht hat und unser J7s geschlagen hat.
      Das trifft besonders auf die limits bis 55$ zu.
    • Plorel
      Plorel
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2006 Beiträge: 180
      Dazu hab ich auch nocheinmal eine Frage.

      Bei NL sng kann es doch durchaus passieren, dass mein Stack-Blind
      Verhältnis aufgrund schlechter Karten oder kleineren Verlusten
      wie durch AK sehr gering ist (z.b 1:10 - 1:12)
      Zu diesem Zeitpunkt (wenn ich noch immer keine guten Karten kriege)
      darf ich doch keine so grosse Rücksicht auf die Calling-Range der
      MItspieler nehmen, sondern mich an ICM halten oder mit Crap einfach
      die Position spielen, da ich sonst von den Blinds gefressen werde...
    • PokerNoob
      PokerNoob
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 816
      Original von Plorel
      Zu diesem Zeitpunkt (wenn ich noch immer keine guten Karten kriege)
      darf ich doch keine so grosse Rücksicht auf die Calling-Range der
      MItspieler nehmen, sondern mich an ICM halten
      Ich versteh dich nicht ganz. Diese Aussage ist doch schon ein Widerspruch in sich selbst. Wie willst du dich denn an ICM halten, OHNE die Calling-Range der Gegner zu beachten?
      Gerade wenn du einen kleinen Stack im Verhältnis zu den Blinds hast (ergo nur noch push/fold Entscheidungen zu treffen sind) und du mit Crap die Position spielen willst, musst du doch die Calling-Range deiner Gegner beachten.
    • eiseC
      eiseC
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 497
      Ich verstehe was er meint, er hat damit teilweise recht. Um so geringer dein Stack zur Blindratio desto eher kannst du mit allem pushen und die calling range wird beinahe irrelevant. Wenn du z.B. noch 2-3 BB hast bei 5Player und deine Gegner sind callfreudig ist trotzdem sogut wie jeder push ein Muss um überhaupt am leben zu bleiben.