Fulltime-Job und Poker?

    • spectacle
      spectacle
      Bronze
      Dabei seit: 16.03.2007 Beiträge: 291
      Ich finde es in letzter Zeit zunehmend schwieriger, einerseits verantwortungsbewusst meinem Fulltime-Job nachzugehen und andererseits genug Zeit / Motivation aufzubringen, um mich pokertechnisch weiterzubilden, sowohl theoretisch als auch die bankroll. Da fulltime-poker für mich auf keinen Fall in Frage kommt, suche ich nach Ratschlägen / Tipps von Leuten unter euch, die ebenfalls einem Vollzeitjob nachgehen und nebenbei erfolgreich pokern. Mein mittelfristiges Ziel ist es, mich zumindest bis NL200 hochzukämpfen und auf diesem Limit meine "Haushaltskasse aufbessern" wie es in einem Voting mal so schön hieß *gg*
      Hierzu die Schwierigkeiten, die in meinem Fall auftreten:

      - sehr kleines tägliches Zeitfenster zur Verfügung, ohne Freundeskreis / Sport etc komplett zu vernachlässigen. 2-3 h sind das absolute Maximum und auch das ist nicht wirklich täglich machbar.
      - wird oben genanntes Zeitfenster doch mal verlängert, mangelt es als Resultat an Schlaf ==> saumüde im "richtigen" Job und in weiterer Folge abends nicht mehr konzentriert genug um zu pokern
      - wenn ich dann mal zum Pokern komme, fällt es mir schwer, mich mit Theorie zu beschäftigen, da ich die kurze Zeit wenigstens aktiv spielen möchte.

      Ich hätte vor allem gerne Ratschläge von euch betreffend Time Management, wie ihr das Verhältnis Theorie : Praxis handhabt und die kurze Zeit möglichst intensiv / produktiv nutzt.
      Bitte keine Posts ala "Poker > Job" etc, es sind in erster Linie Erfahrungsberichte etc von "Leidensgenossen" gefragt.

      tia,
      - Spectacle
  • 6 Antworten
    • jerky
      jerky
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 2.957
      einfach nich spielen? mach dir mal gedanken welche dinge in deinem leben wichtig sind, und die arbeitest du dann quasi "der reihe nach" ab. wenn dann noch zeit bleibt, dann machst du das was dir spaß macht. wenns halt auch mehr spielen rausläuft ist das doch okay, du wirst ja merken, wie sich das auf deine br auswirkt (und das ich nicht negativ gemeint, kann ja durchaus gut gehen, nur wenns dann halt n limit hoch geht, wirst schon merken).

      lass dich einfach von poker nicht stressen, es gibt soviele andere schöne dinge. und wenn du dann zeit hast, dann genieß es einfach zu spielen. wenn du keinen spaß mehr am spielen hast, kannsts eh vergessen. spiel erst für den spaß, dann kommt das geld schon ganz alleine (nich so geld fixiert sein)

      ich hab jetzt auch 6 tage nich gezockt, weil ich einfach anderen scheiss gemacht hab, und ich bereue nix ^^
    • Goliath1000
      Goliath1000
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 3.618
      gleiches problem hier

      ziel nl200 und lust zu pokern
      keine zeit und abends zu müde, um mit motivation an meinem skill zu arbeiten

      wenn ich mehr zeit in poker stecke: freunde/frau/sport/andere hobbies werden vernachlässigt, ich bin zu müde auf der Arbeit

      mein fazit: ich poker nur noch, wenn ich die zeit sehe und fit genug bin
      zu akzeptieren ist dann: es dauert sehr viel länger, seine pokerziele zu verwirklichen, aber wenn man sein RL nicht vernachlässigen will, ist das hinzunehmen

      also mein tip (und ich versuche es gerade selber umzusetzen): mehr geduld mitbringen, die ziele beim pokern als sehr viel langfristiger betrachten als bisher

      goli
    • RedMoon
      RedMoon
      Bronze
      Dabei seit: 19.03.2007 Beiträge: 1.675
      Darf ich mich zu euch an den Tisch setzen? ;)

      Mir gehts genau so. Vollzeit-Job, Familie, Haus mit bischen Umlage und 2 liebe "Viecher" (1 x Wuff und 1 x Miau), die auch versorgt werden wollen.

      Wünsche: Neuen PC erspielen, langfristig auf der Seite derer sitzen, die Gewinn erwirtschaften.

      Ziele: Die knappe Freizeit organisierter in "LERNEN" und "SPIELEN" aufteilen. Beides am gleichen Tag kaum möglich.

      Konnte im Juni die für mich enorme Menge von 7.500 Händen spielen (BSS) und wurde nach langer Zeit mal wieder Silber-Member. :D

      Nach fast 1 1/2 Jahren Poker (FL, SSS und seit 2 Monaten BSS) steht meine BR bei rund 750,-$.

      Mir macht das Spiel mal mehr und mal weniger Spaß. Wenn ich keine Lust habe, spiele ich auch mal mehrere Tage gar nicht. Poker ist ein Teil meiner Freizeitbeschäftigung geworden, aber kein beherrschender.

      Und wenn ich mir vorstelle, Pokern zu müssen, um Leben zu können? Never ever.

      Kämpfe momentan mit dem Content und den Irren auf NL 5$-BSS. Vielleicht schaffe ich es, bis Jahresende auf NL 10$ aufzusteigen, eben wegen der knappen Zeit, die zum spielen bleibt. Wayne? Falls ich es schaffe, auf NL 50$ aufzusteigen und mich dort mit einer kleinen positiven Winrate zu etablieren, wäre ich schon vollauf zufrieden. Bleibe ich aber auf NL 20$ stecken ist es auch kein Problem.

      =)
    • zweiblum88
      zweiblum88
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2006 Beiträge: 2.397
      Original von Goliath1000
      ....
      wenn ich mehr zeit in poker stecke: freunde/frau/sport/andere hobbies werden vernachlässigt, ich bin zu müde auf der Arbeit
      ...
      ist mir schon klar dass beides viel Zeit (und Männlichkeit) braucht :-)

      Also eins der Hauptprobleme ist, dass man durch den Job nicht genug Hände spielen kann um sich ernsthaft über Varianz zu beschweren. Selbt solide Winningplayer haben 20-30k und mehr break-even Phasen oder schlimmer.

      Als hobbyspieler sind 30k Hände vielleicht 2 Monate oder 3 und man hat keine Lust 3 Monate die Freizeit Abends zu investieren wenn nichts dabei rumkommt oder man verliert. Auch normale Swings üben sich emotional stärker aus (finde ich).
    • ertzkuh
      ertzkuh
      Global
      Dabei seit: 25.03.2007 Beiträge: 5.186
      @ OP

      Ganz klar liegts schonmal auf der Hand, dass du die Zeit nicht ausweiten solltest, wenn du im Entdefekt am nächsten Tag mehr Zeit verlierst. Wenn du deinen konstanten Schlaf brauchst, dann nimm ihn dir!

      Ich hab einen kleinen Tipp für dich. In meiner Semesterferien-Challange habe ich jeden Tag, bevor ich angefangen habe zu spielen, den letzten Tag, an dem ich gespielt habe, analysiert. So ist meiner Meinung nach mehr oder weniger ein gutes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis gegeben und lernst konstant! Solltest du bei der Analyse feststellen, dass du dir den oder den Artikel nochmal durchlesen solltest, machst du das halt im Anschluss und spielst dann erst.
      Aber durch den Trick, dass man erst die Theorie macht (undzwar genau so viel für für den Tag zuvor nötig) und dann erst spielt, lässt sich das alles gut einteilen und managen! Da sich das Spiel im Cashgame ja innerhalb 5 min beenden kann, lässt sich der zeitliche Umfang eigentlich auch gut planen!

      Ansonsten vllt am Wochenende bisschen mehr spielen?!

      Und was noch wichtig ist: nichts drauß machen, wenn du wenig spielst. Diese Leute haben, denke ich, im Schnitt eh eine höhere Winrate.
    • andi23
      andi23
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 2.607
      Original von zweiblum88
      Also eins der Hauptprobleme ist, dass man durch den Job nicht genug Hände spielen kann um sich ernsthaft über Varianz zu beschweren. Selbt solide Winningplayer haben 20-30k und mehr break-even Phasen oder schlimmer.

      Als hobbyspieler sind 30k Hände vielleicht 2 Monate oder 3 und man hat keine Lust 3 Monate die Freizeit Abends zu investieren wenn nichts dabei rumkommt oder man verliert. Auch normale Swings üben sich emotional stärker aus (finde ich).
      Genau da sehe auch ich den springenden Punkt, darauf gehe ich gleich noch genauer ein, erstmal 1-2 Worte zu meinem Werdegang.
      Hab bis Mitte letzten Jahres studiert und am Lehrstuhl gearbeitet und hatte daher sehr viel Zeit zum pokern. Hab so im April mit NL angefangen und stand Ende des Jahres kurz vorm Aufstieg auf NL 400 (BR war vorhanden, war aber noch etwas zögerlich wegen der hohen Summen). Ab 1. Januar kam dann der Job, bin umgezogen (nach Mainz falls es wen interessiert oder jemand auch aus der Gegend kommt und mal live zocken möchte) und hab bis vor 3 Wochen keine einzige Hand mehr gespielt. Naja, dann war ich ein paar Tage krank und musste die Zeit rumkriegen, außerdem steht bald ein USA Urlaub mit 3 Tagen Vegas an, also war klar was ich mache. Hab mal wieder ein wenig NL 50 gespielt zum reinkommen. Nach 15k hands und ganz vernünftiger winrate spiel ich seit ein paar Tagen wieder NL 100. Mittelfristig will ich wieder auf NL 200 um mir da mein Monatsgehalt schön aufzupolieren (das mach ich z.Zt. noch mit meinen winnings aus der Studienzeit).
      Jetzt zu dem Zitat von zweiblum: Genau da sehe ich das Problem, wenn ich mal nen kleinen down erwische gehe ich damit ganz anders um. Und zwar 1. weil ich nich mehr die Zeit für 4-5 stunden sessions in der nacht habe (ich denk ich komm so auf 15-20k hands im monat) und 2. weil ich jetzt nen ganz anderen Bezug zum Geld habe. Vorher hat man halt mal auf NL 200 nen bad beet kassiert, wenn man deep war macht das 400$. Jetzt seh ich das schon anders und denk mir: "Hey, dafür musst du so und so viele stunden arbeiten."
      Und der Theorieanteil is bei mir recht gering, eben weil so wenig zeit vorhanden ist. Lese eigentlich nur was zu Themen, bei denen ich im Pokeralltag Verbesserungspotential sehe (hauptsächlich reraised pots). Ansonsten versuch ich mir Videos anzuschauen, vielleicht so 2 pro Woche.