Pokeracademy Pro

    • psyonic
      psyonic
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2005 Beiträge: 278
      Da ich hier keinen Thread zu dem Thema gesehen habe dachte ich mir ich sprech mal ne Warnung aus.

      Finger weg von dem Mist !!!

      Der deutsche Publisher S.A.D betreit ja massivstes Marketing für dieses Tool und wir können uns nur freuen wenn die Käufer tatsächlich den Spielempfehlungen dieses Progs folgen.

      Davon abgesehen das er einem Preflop zu ca. 30% rät zu limpen, sind auch alle anderen Empfehlungen die ich in 300 gespielten Händen gesehen habe eine absolute Lachnummer.

      Beispiel gefällig:
      Mit TPNK empfiehlt es nach einem c/r vom Gegner am Turn einen Calldown - Board 4 Flush und 3 Connectors für uns keine Redraws möglich - LOL :D

      Bevor eine Kommentar kommt - NEIN ich habe mir das Prog nicht gekauft, sondern eine kostenlose Version erhalten da ich Beruflich mit S.A.D zu tun habe.
  • 3 Antworten
    • Temar
      Temar
      Bronze
      Dabei seit: 14.07.2006 Beiträge: 536
      Original von psyonic
      Da ich hier keinen Thread zu dem Thema gesehen habe dachte ich mir ich sprech mal ne Warnung aus.

      Finger weg von dem Mist !!!
      Für jemanden, der mittlerweile auf höheren Limits unterwegs ist, taugt diese Software sicher nicht um noch irgend etwas zu lernen. Trotzdem möchte ich hier aber PA mal aus einer anderen Sicht betrachten - der eines Anfängers - da ich der Meinung bin, dass dein Urteil der Software nicht gerecht wird.


      Davon abgesehen das er einem Preflop zu ca. 30% rät zu limpen, sind auch alle anderen Empfehlungen die ich in 300 gespielten Händen gesehen habe eine absolute Lachnummer.

      Beispiel gefällig:
      Mit TPNK empfiehlt es nach einem c/r vom Gegner am Turn einen Calldown - Board 4 Flush und 3 Connectors für uns keine Redraws möglich - LOL :D
      Der Advisor ist in seiner Voreinstellung tatsächlich wirklich sehr schlecht gewählt und sollte nicht befolgt werden. Am besten man schaltet ihn ab, da man an den wirklichen Tischen ja auch keinen Advisor hat und sich sowas gar nicht erst angewöhnen sollte. Zu deinem (berechtigten) vernichtenden Urteil über den Advisor möchte ich aber anmerken, dass man ihn beliebig konfigurieren kann und somit auch bessere Empfehlungen bekommen kann - wenn man denn überhaupt möchte.
      Darüberhinaus muss man anmerken, dass die Bots (der Advisor wird duch einen Bot simuliert) bei PA nach und nach durch gespielte Hände lernen und sich dem Gegner anpassen. Jetzt ist es nunmal so, dass die voreingestellten Bots am Anfang extrem loose spielen und der Advisor sich tatsächlich eine gute Chance ausrechnet, dass du gegen den anderen Bot (in dem oben genannten Beispiel) in der Mehrheit der Fälle immernoch vorne liegst - somit rät er zum calldown.

      Ich möchte den Advisor mit dem oben geschriebenen keineswegs schönreden, dies sollte nur zur Veranschaulichung dienen, warum solche kruden Empfehlungen gegeben werden und warum einem geraten wird 30% der Hände zu spielen. Der Advisor muss eben erst lernen und dazu reichen 300 gespielte Hände nicht aus. Vergessen wir aber den Advisor, denn den sollte man eh abschalten.

      Zu den Bots an sich:
      Die Bots bei PA simulieren die Gegner auf den Microlimits eigentlich sehr gut. Man kann sie beliebig konfigurieren und kann sich so beliebige Tische zusammenstellen mit Callingstations, Rocks, TAGs bishin zu hyperaggressiven Gegnern oder sogar Maniacs. Insgesamt würde ich sagen, dass die Bots die Microlimits bis 2$/4$ ganz gut wiederspiegeln können. Man muss allerdings oft selbst Hand anlegen und sie erstmal umkonfigurieren - d.h. man sollte sich ausgiebig mit den im Handbuch beschriebenen Möglichkeiten auseinandersetzen.

      Das die Bots besser sind als ihr Ruf kann man auch daran sehen, dass sie in weiterentwickelter Form mittlerweile die ersten Pokerbots sind, die menschliche Profis geschlagen haben - siehe auch: http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/07/aus-fur-onlinepoker.php

      Somit kann man hoffen, dass die nächste Version von PA wirklich gute Bots enthält, die vielleicht auch ein wenig besser vorkonfiguriert wurden. Anmerken möchte ich auch noch, dass es nicht ausreicht einfach nur ein paar Hände zu spielen um wirklich gute Aktionen zu bekommen. Man sollte mindestens 1k-2k Hände spielen um festzustellen, ob die Anpassungen, die man gemacht hat auch wirklich gut sind. Nach ca. 1k Händen merkt man richtig, wie sich die Bots dem eigenen Spiel anpassen und versuchen Schwächen auszunutzen.

      Soviel zu den Bots. Mit dem oben geschriebenen möchte ich die Bots nicht großartig loben, sondern heraustellen, dass sie für Anfänger durchaus würdige Gegner sein können. Ein besserer Spieler wird sich gegen die in PA 2.5 mitgelieferten Bots allerdings klar durchsetzen.


      Gründe warum ich PA für Anfänger geeignet halte:
      Nach all dem Geschreibsel über die Computerintelligenz in PA möchte ich auf den eigentlichen Grund meines Postings zu sprechen kommen. Warum ist PA gut für Anfänger?

      - Absolute Anfänger:
      Absolute Anfänger können ideal das Starting Hand Chart oder ORC trainieren. Zum einen kann man einstellen, dass man vom Dealer nur bestimmte Hände ausgeteilt bekommt und zum anderen kann man einstellen, dass man immer in einer bestimmten (festen) Position spielt.

      Im ersten Fall muss man sich dann nur überlegen, "Kann ich die Hand in der aktuellen Position spielen?" und im zweiten "Kann ich die gegebene Hand in meiner fest eingestellten Position spielen?". Das ganze geht ohne Hektik, denn man hat für jede Entscheidung beliebig lang Zeit. Erhält man Karten, die man direkt foldet kann man einfach auf Vorspulen drücken und die Hand wird von den Computergegnern innerhalb von 1ner Sekunde zu Ende gespielt. Man erhält also in sehr kurzer Zeit sehr viele Karten und entwickelt sehr schnell ein Gefühl für Position und Starting Hands.

      Hat man sich entschieden eine Hand zu spielen, so kann man im weiteren Verlauf in aller Ruhe seine Entscheidungen treffen (man hat ja ewig Zeit) und wenn nötig auch in einem Pokerstrategy Artikel nachschlagen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Absolute Anfänger können also sehrwohl einiges durch PA lernen ohne sich dem Druck aussetzen zu müssen, die eigene Bankroll zu verballern. Darüberhinaus tiltet man bei PA nicht, denn die Gegner sind ja nur blöde Computerbots die einem nichts persönlich nehmen.


      - Fortgeschrittene Anfänger:
      Auch fortgeschrittene Anfänger können ihr Spiel durch PA verbessern. Hat man erstmal begonnen nach dem Equity Prinzip zu spielen hilft einem auch hier PA weiter. Zum einen kann man die Statistiken der Gegner jederzeit abrufen und lernt somit Entscheidungen auf Basis des Spiels der Gegner zu fällen und zum anderen enthält PA alle nötigen Tools für einfache Equity Berechnungen, die ich im folgenden vorstelle.

      Hand Evaluator:
      Der Hand Evaluator ist ein ähnliches Tool wie Pokerstove. Für exakte Equity Berechnungen eignet er sich nicht, denn man kann nur einstellen wieviel % der Hände ein Gegner spielt. Eine direkte Auswahl von StartingHands ist nicht möglich und somit kann man nicht zwischen einen PreFlop Raise des Gegners und einem Call differenzieren. Trotzdem eignet sich dies bereits für einfach Equity Berechnungen, bei denen die Entscheidung eindeutig ist.

      Ein Beispiel: Limpt der Gegner PreFlop und ich weiss aber, dass er AA, KK, QQ immer raisen würde, dann könnte ich diese aus meinen Equity Berechnungen herausnehmen. Mit dem Hand Evaluator ist dies nicht möglich, da ich nur sagen kann: "Der Gegner spielt n% seiner Hände". Liege ich aber hier bereits vorne, dann brauch ich PokerStove (oftmals) gar nicht erst anwerfen, denn dann liege ich auch vorne, wenn AA, KK, QQ mit in die Berechnungen eingezogen werden.
      Das oben genannte Beispiel stimmt natürlich nicht immer, denn bei sehr drawlastigen Boards ändert sich die Wahrscheinlichkeit natürlich, wenn ich weiss, dass der Gegner ansonsten nur connectors limpen würde. Hier geht es aber um Feinheiten und bei solch knappen Entscheidungen sollte man generell Pokerstove zu rate ziehen.

      Der Hand Evaluator ist also bei seinen Equity Berechnungen durchaus brauchbar und hat den enormen Vorteil, dass man ihn beim spielen einer Hand direkt mit den aktuellen Daten aufrufen kann. Man spart sich also die mühevolle Arbeit die Hände in Pokerstove einzugeben und vergleicht auch oftmals Hände, die man nicht Stoven würde, da man zu faul ist die Daten einzugeben.

      Ein weiteres, nettes Feature des Hand Evaluators ist die Anzeige der Wahrscheinlichkeiten für Draws oder Made Hands. Gibt man eine Hand (und optional ein Board) vor, dann wird einem angezeigt in wieviel % der Fälle man seine Hand am Flop, Turn oder River verbessert. Das kann man auch umgekehrt mit den Gegnern machen und erhält eine Anzeige in wieviel Prozent der Gegner (unter Vorgabe der n% gespielten Hände) auf einem bestimmten Draw oder einer Made Hand sitzt. Insgesamt bekommt man somit sehr schnell ein gutes Gefühl für die Wahrscheinlichkeiten beim Poker und lernt zusätzlich den Gegner auf eine bestimmte Hand zu setzen. Sieht man z.B., dass der Gegner am wahrscheinlichsten auf einem StraightDraw oder einem Pair sitzt, kann man sich überlegen welches das wohl sein wird - je nachdem wie der Gegner die Hand bisher gespielt hat. Insgesamt ein sehr nützliches Tool um das eigene Handreading zu verbessern.

      Showdown Calculator:
      Der Showdown Calculator ist eine Ergänzung zum Hand Evaluator, der es erlaubt einzelne Hände gezielt gegeneinander antreten zu lassen (optional unter Berücksichtigung eines Boards). Auch diese Funktion ist nicht so gut realisiert wie bei PokerStove hat aber wiederum den Vorteil, dass man den Showdown Calculator beim spielen einer Hand direkt mit den aktuellen Daten laden kann. Somit kann man auf die schnelle Fragen beantworten wie: "Kann ich mit meiner aktuellen Hand die Riverbet bei x verbliebenen Gegnern noch callen? In wieviel Prozent der Fälle liege ich vorne?"
      Auch hier muss man bei knappen Entscheidungen trotzdem noch PokerStove bemühen - für klare Entscheidungen allerdings reicht das Ding völlig aus.


      Weitere nette Features:
      Zum Abschluss möchte ich noch auf ein paar nette Features eingehen, mit denen PA einem helfen kann das eigene Spiel weiter zu verbessern. Stellt man z.B. fest, dass man mit einer Hand extreme Probleme hat, dann kann man diese Hand gezielt in PA trainieren. Man stellt einfach im Dealer ein, dass man nur diese eine Hand ausgeteilt bekommt. Dank der Vorspultaste kann man sofort weiterspielen, sollte man die Hand folden müssen. Somit ist es möglich innerhalb von kürzester Zeit eine bestimmte Starting Hand mehrere tausend mal zu spielen und sein Spiel gezielt zu variieren. Optional kann man sogar ein Board vorgeben und die Hände eines oder aller Gegner einstellen, so dass man ein und die selbe Situation unter verschiedenen Gesichtspunkten durchspielen kann.

      Möchte man das ganze noch auf die Spitze treiben kann man ebenfalls die eigene Position festlegen, so dass man eine gegebene Hand in einer fixen Position trainieren kann. Insgesamt erhält man so sehr viel Vertrauen in die eigene Spielweise und kann in Ruhe Entscheidungen treffen ohne dabei die eigene Bankroll zu riskieren.

      Ein weiteres Feature von PA ist, dass man mit offenen Karten spielen kann. Man sieht also nicht nur die eigenen Karten, sondern auch die Karten aller Gegner. Während ein vernünftiges Spiel auf diese weise natürlich kaum möglich ist, so bekommt man doch ein Gefühl für die Verteilung der Karten an einem Pokertisch. Zusätzlich sieht man sehr deutlich, wie die Gegner nach und nach versuchen Schwächen auszunutzen. Foldet man z.B. zu häufig die Blinds, sieht man wie die Gegner nach und nach immer mehr Mist raisen. Hält man sich an die Regel "Heads Up - Unraised Pot => Bet" wird man feststellen, wie man immer häufiger einen Raise eines Gegners auch mit totalem Müll kassiert.

      Zusammenfassung:
      Zusammenfassend bin ich also der Meinung, dass PA sehr wohl ein sehr nützliches Tool ist um das eigene Spiel zu verbessern. Hierbei möchte ich allerdings betonen, dass dies vor allem für Anfänger gilt, die entweder ganz frisch begonnen haben oder sich gerade erst mit dem Equity Prinzip auseinandersetzen. Für fortgeschrittene Spieler lohnt sich die Software eigentlich nur, wenn man auf einen anderen Spieltyp umsteigen möchte (z.B. FL -> NL) und das neu gelernte erstmal in Ruhe ausprobieren möchte ohne ständig die Uhr im Nacken zu haben oder gleich die eigene Bankroll zu riskieren.

      Gruss,
      Temar

      PS: Ich habe nichts mit dem Verkauf oder den Leuten von PA zu tun. Ich bin nur der Meinung, dass das absolut vernichtende Urteil von psyonic der Software nicht gerecht wird und man tatsächlich einiges durch PA lernen kann.
    • timl79111
      timl79111
      Bronze
      Dabei seit: 08.06.2006 Beiträge: 887
      wow
    • Dekor2007
      Dekor2007
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2007 Beiträge: 445
      Du solltest dich Beruflich evtl. mal richtung Marketing/Promotion bewegen falls du es nicht schon gemacht hast.

      Ausserdem kannst du Bei PA auch die HH der verschieden Seiten Laden...Ich mein man konnte bei PA2 so die Session nochmal anspielen anstatt nur zu Bewerten.Bin mir aber leider nicht sicher.

      Ansonsten Nice Text...Hast dir ja echt mühe gegeben!