VWL - questions :)

    • SlannesH
      SlannesH
      Black
      Dabei seit: 23.01.2005 Beiträge: 7.738
      Soo, dann werde ich dieses Forum mal für mein Studium misbrauchen :) .

      Ich schreibe am Mittwoch Klausuren und habe heute früh die Stoffeingrenzung erhalten, daher fang ich auch grade erst an mit lernen. War zwar in keinen Vorlesungen, aber das sind nur Basics und ich hatte das Vergnügen bereits in meiner schulischen Laufbahn über dieses Themengebiet zu stolpern, also sollte es halb so wild werden.

      Jedenfalls bin ich heute beim durchlesen eine Buches (Grundlagen der Volkswirtschaftslehre von Anton Frantzke; S84) über einen Begriff gestoßen der sich mir nicht erschließt:

      Und zwar geht es um eine Umformung zur Berechnung der Preiselastizität. Es geht um den begriff infinitesimale (=unendlich kleine) relative Preisänderung. Für mich macht das keinen Sinn irgendwie :)

      Es ging um die Formel E(X^N,p) = dX^N/X^N/dp/p, welches in "das Gleiche" umgewandelt wird, nur das bei der zweiten Umformung das Delta anstatt als Dreieck als das griechische Zeichen geschrieben wird. Der Sinn scheint wohl zu sein, das diese Umwandlung die Verwendung der Differentialrechnung zulässt, damit ich aus einer Nachfragefunktion einfacherer die Nachfrageelastizität ablesen kann.

      Was genau nun aber infinitesimale bedeutet, erschließt sich mir nicht (Es ist auch nicht wichtig, da ich das Prinzip verstehe, aber der Wissensdurst... ;) ).

      Und um das ganze Abzurunden:

      Noch ne Frage zur Preiselastizität: Die Elastizität ist ja, je nach Gleichgewichtspreis bei konstanter Nachfrage und Angebot, unterschiedlich für das selbe Gut. Funktioniert die Elastizität nun für jegliche Preisveränderung? Oder funktioniert sie nur für kleine Preisveränderungen?

      MfG und danke schonmal für Antworten :)
  • 10 Antworten
    • HeinzWaescher
      HeinzWaescher
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 1.696
      Ich habe das Buch und den Wortlaut nicht hier, versuchs aber mal.

      Denke mal die infinitesimale Preisveränderung soll insbesondere den Fall einer völlig elastischen Nachfrage berücksichtigen. So kann z.b. eine sehr (!) kleine Preisveränderung zu einer unendlich großen Mengenänderung führen (-> waagerechte Nachfragekurve).

      Was meinst du mit "funktioniert"?
      Die Preiselastizität gilt nicht nur für kleine Preisveränderungen. Bei einer völlig unelastischen Nachfrage z.b. gibt es auf eine große Preisänderung keinerlei Mengenänderung. Die Preiselastizität ist dann einfach 0
    • SlannesH
      SlannesH
      Black
      Dabei seit: 23.01.2005 Beiträge: 7.738
      Danke schonmal, jetzt macht das infinitesimale schonmal Sinn :)

      Hm ich meine, sagen wir wir haben eine Preiselastizität von 1,8 für den Gleichgewichtspreis p1. Für einen beliebigen anderen Preis (p2) gibt es eine andere Elastizität, z.b. 1,5, auch wenn dieser sehr nahe an p1 liegt. Wenn ich nun von p1 auf p3 meinen Preis erhöhe (und diese Preisänderung ist noch stärker als von p1 zu p2), berechne ich dann die Veränderung mit der Preiselastizität von p1? Es würde ja, denke ich zumindest, ein anderes Ergebniss rauskommen wenn ich den Preis von p1 zuerst auf p2 und dann auf p3 verändere.

      MfG :)
    • HeinzWaescher
      HeinzWaescher
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 1.696
      Preiselastizitäten beruhen auf prozentualen Änderungen, also müssten da auch unterschiedliche Ergebnisse rauskommen. Ob du jetzt p1 oder p2 zu Grunde legst hängt vom Einzefall ab. Wenn du von p1 auf p3 springst müsstest du mit p1 rechnen. Mit p2 als Zwischenstufe würde p1 ja garkeine Rolle mehr spielen.

      Ich hoffe ich erzähl hier keinen totalen Bockmist, ist schon etwas her :)
    • nutzdraw
      nutzdraw
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2008 Beiträge: 22
      AAAAAAlso:

      Die Elastizität is sogar sehr aussagekräftig. Mach dir nur mal die genaue Bedeutung der Definition klar:

      Wie ändert sich die Nachfrage nach einem Gut bei der Veränderung des Preises. Dass eine infinitesimal kleine Veränderung betrachtet werden MUSS haben Kurven, die meisten Elastizitäten sind Kurven, nunmal so an sich. Im Prinzip is die E also die Steigung der Indifferenzkurve in einem bestimmten Punkt.

      Ich geb dir mal n konkretes Beispiel:
      Gut 1 sei ein Ticket für eine Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel,
      Gut 2 sei Benzin.

      Je nachdem wie teuer das jeweilige Gut ist wird substituiert.

      Sagen wir mal beides würde bei aktueller realer Kaufkraft 2,50€ kosten.
      Nun möge der Preis für Benzin steigen. Dadurch wird unsere Budgetgerade verschoben von Gut2(alt) nach Gut2(neu). Weil wir ja jetzt bei gleichem gegebenem Budget weniger konsumieren können.

      Das is der sogenannte Einkommenseffekt. dadurch können wir nun natürlich nicht mehr das Nutzenniveau erreichen welches wir vorher hatten. Also wird substituiert. Ich zum Beispiel fahr überhaupt nicht gerne Bus, meine Preiselastizität ist da also sehr gering (sprich, ich fahr nich mehr Bus wenn Sprit teurer wird)
      Für manch anderen mögen jedoch 2,50 die äußerste Schmerzgrenze gewesen sein was den Benzinpreis angeht. Dieser wird jetzt sein Auto vorwiegend stehen lassen und ab nun Bus fahren. --> hohe Preiselastizität
      (nämlich eine höhere Veränderung der Nachfrage nach einem Gut bei Veränderung des Preises)

      So, hoffe das Beispiel war einigermaßen verständlich. Und gerade bei so heiklen Themen sollte man sich mit is schon länger her antworten doch lieber bedeckt halten...
    • OIM3L
      OIM3L
      Bronze
      Dabei seit: 23.12.2005 Beiträge: 253
      ohne irgend etwas von vwl zu verstehen:
      der übergang von der delta(dreieck)-schreibweise zur d-schreibweise ist der übergang vom differenzen- zum differentialquotienten. genau dieser übergang findet zum beispielt bei der berechnung der ableitung einer funktion statt.
      die frage ist nun, was dieser grenzwert aussagt. wieder kann man sich das an irgendeiner funktion klar machen. die ableitung ist ja die steigung in einem punkt und über diese steigung kann man die funktion in einer kleinen umbegung sehr gut in linearer weise annähern. deshalb kann man den einfluss von kleinen änderungen in den eingangswerten auf die funktion mit dieser linearen näherung über die ableitung gut bestimmen. die ableitung in einem punkt enthält aber keine informationen über das globale verhalten.
      von der größe bei x1 über die änderung bei x1 auf die größe bei x2 zu schließen ist daher gut, wenn x1 ungefähr gleich x2 ist, und wird für größere unterschiede immer schlechter.
    • nutzdraw
      nutzdraw
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2008 Beiträge: 22
      Jo, genau, und diese mathematische Erklärung hab ich oben versucht mit nem Beispiel zu belegen.

      Nur dass das halt nich schlechter, sondern anders is hehe.
      Das Ganze is ja nur n Modell, mit dem offensichtliches erklärt wird. Wer sich keinen Privatjet leisten kann substituiert halt gegen n Auto, oder n Flugticket. Vllt entwickelt ja aber bald ne Firma n Fluggerät dass mit Wasser betrieben wird und nen Tau kostet. Dann sind Autos alsbald überflüssig. Das Ganze nur in klein, is ja Microökonomie! Betrachtet das Verhalten des Einzelnen.

      Durch die Preiselastizität kann der Staat halt korrigieren in den Markt eingreifen, so zB bei (de-)meritorischen Gütern, wie Tabak, oder Versicherungen. Ersteres systematisch überbewertet, Staat packt Steuern druff. Merkt dass die Preiselastizität bei Tabak gering is (übersetzt: dass die nachgefragte Menge mit Erhöhung des Preises eben nur geringfügig sinkt) und packt mehr Steuern druff, um die externen Effekte des Tabakkonsums zu kompensieren.

      Aber dafür muss man erstmal die Preiselastizität kennen.

      Quasi wie verändert sich eine Variable bei Änderung einer anderen.

      Mathematisch sehr schön in obigem Post erklärt.
    • SlannesH
      SlannesH
      Black
      Dabei seit: 23.01.2005 Beiträge: 7.738
      Danke für die Antworten, das war mir aber schon klar :D ;)

      Die Frage ist ja, das die Preiselastizität von einem Punkt eine immer schlechtere Aussage trifft, wenn sich der Preis stark ändert.

      Im Beispiel von dem Bahn/Benzin Preis (Bahn ist denke ich besser, da Benzin/Bus ja eher komplimentäre Güter sind und sich der Preis von Benzin auf den Preis von Bus auswirkt): Sagen wir die Elastizität beträgt bei 2,50 Euro 2,0. Bei einem preis von 2,60 Euro ist die Elastizität 2,1. Wenn sich der Preis von Benzin auf 2,70 verändert, ergibt sich ja eine Mengenmäßig andere veränderung wenn ich nun die "kompletten" 20 cent mit 2,0 berechne, als wenn ich zuerst auf 2,60 mit einer elastozität von 2,0 gehe und dann die restlichen 10 cent mit einer elastizität von 2,1.

      Ich hoffe das meine Frage nun klar ist, auch wenn sie durch meine eigene Formulierung grade recht klar für mich selber wurde ;D (dennoch kann ich mich ja auch irren :P )

      So, hab mich heute mit nem Kommilitonen getroffen und wir haben zusammen gelernt und sind auf ein paar Fragen gestoßen die wir uns selber nicht beanworten können: ;)

      1. Bei einem Angebotsoligopol steht als Probleme "ruinöse Konkurrenz", was ist damit gemeint?

      2. Es steht bei privaten Monopole, das Netzwerke besser als Patente sind, da Patente ungewollte Monopole schaffen. Wir wissen leider nicht, von welcher Sicht aus das gesehen wird (vom Unternehmen (aber wie kann ein Monopol ungewollt sein von einem Unternehmen?) oder vom Konsumenten) und was genau Netzwerke bedeutet. Das wird leider nicht erklärt :(

      3. Wie verändert sich die Angebotskurve bei technologischem Fortschritt des Unternehmens (Ist vermutlich ganz einfach, wir haben da wohl grade nur eine Denkblockade)? Verändert sich die Steigung, verschiebt sich die Kurve? Beides? Es wird ja theoretisch mehr oder kostenkünstiger Produziert, wodurch mehr abgesetzt werden kann. Wird mehr abgesetzt steigert sich ja auch der Preis, was ja aufgrund der günstigeren Produktion wieder unlogisch erscheint... ich häng hier irgendwie ;)

      4. Was besagt die Offenmarktpolitik der EZB? Einfache Frage und ich hatte sie in meiner schulischen Laufbahn auch schonmal gewusst, aber ich hab keine Ahnung wo meine alten Unterlagen rumliegen (vermutlich verbrannt oder so) erledigt

      5. Was sind spezielle Produktionsfaktoren? Ich habe das jetzt nur als Zusammenfassung und im Buch habe ich dazu bisher noch nichts gefunden (bin aber noch weit davon entfernt das komplette Buch durchforstet zu haben, im Index hab ich dazu leider nichts gefunden). Es steht dort u.a. eine "ertragsgesetzliche" Produktionfunktion. Auf einem Koordinatensystem mit x = Menge und y = Euro startet die Grenzkostenkurve dabei mit einer negativen Steigung bis zu einer bestimmten Menge und ab dieser steigt die Kurve dann. Allerdings macht das für mich keinen Sinn, bei welchem gut steigen die Grenzkosten mit steigender Menge?

      6. Zum Thema Edgeworth-Box: Dabei geht es ja um ein Tausch/Produktions oder Koordinationsoptimum. Es werden dabei ja die Indifferenzkurven von 2 Konsumenten (ich gehe jetzt mal nur vom Tauschoptimum aus da es ja immer das gleiche Prinzip ist (oder?^^)) "verkehrtherum" übereinandergelegt und der Schnittpunkt der beiden Indifferenzkurven gesucht, was allerdings aufgrund von Budgetbegrenzungen nicht möglich ist. Also wird versucht Güter zu tauschen um für beide das Optimum zu erreichen. Wie finde ich nun aber dieses Optimum? (vermutlich schwer ohne Grafik zu erklären...^^).

      Wer davon Ahnung hat und was schreiben will: gerne :)

      Danke auch dafür schonmal für Antworten :)

      MfG
    • ownage4u
      ownage4u
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 4.802
      punktelastizitäten funktionieren umso schlechter, je größer quasi die veränderung ist. ansonsten kann man im prinzip keine punktelastizitäten benutzen
    • ItsMasu
      ItsMasu
      Black
      Dabei seit: 16.02.2006 Beiträge: 242
      Ich werd mal versuchen dir mit meinem ganzen Halbwissen was sich irgendwo noch im Kopf befindet zu helfen :D

      1. KA
      2. es gibt sog. natürliche Monopole . Die liegen vor wenn ein Unternehmen sehr hohe Fixkosten hat im vgl zu den variablen Kosten , so dass eigtl. nur 1Unternehmen im Markt "platz" hat (=> z.b. die Deutsche Bahn + Schienennetz..)
      Monopole sind für Unternehmen eigtl. etwas gutes , da sie Preisdiskriminierung betreiben können (es sei denn es gibt staatl. Auflagen usw) , d.h. der Konsument hat also eher etwas dagegen da der gleichgewichtspreis steigt .

      3. Wenn das Unternehmen mehr produziert _sinkt_ der preis ;] ! Geringere Stückkosten und eine breitere Menge die bereit sein muss den Preis zu zahlen ( sorry für die laienhafte ausdrucksweise , ich hoffe du weisst was ich meine auch in der fachsprache , ist schon wat her:) )

      4. verdammt das hätt ich gewusst , das mache ich grad :D

      5. Ok das ist jetzt auch nur geraten , aber ertragsgesetzlich , das hört sich für mich so nach subventionierten Gütern an , ein beispiel wäre wohl die Landwirtschaft , da findet man evtl auch steigende Grenzkosten [obwohl ich mir da z.z. nicht mehr sicher bin wegen ökosprit etc. , aber vom prinzip her halt]

      6. Ich könnte jetzt hier konfuses zeug über schnittpunkte oder sowas labern , aber ich habs irgendwie verdrängt 8)


      vllt hats ja ein bisschen geholfen ;P
      gruß
    • nutzdraw
      nutzdraw
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2008 Beiträge: 22
      Moins.

      1) Spieltheorie... Bei nem Oligopol - das einfachste is zum Verständnis vielleicht die Betrachtung eines Duopols - zieht unter den Prämissen des vollkommenen Marktes derjenige der Anbieter die gesamte Nachfrage auf sich, der günstiger ist. Heißt in der Theorie:
      UnternehmenA: 1 ct günstiger als UntB
      AD(A)=max, AD(B)=0

      ändert B nun seinen Preis daraufhin so, dass B danach 1ct günstiger ist:
      AD(A)=0, AD(B)=max

      Wenn das nun ständig so weitergeht sind am Ende beide broke.


      2) generell Sicht: soziale Wohlfahrt (also Summe aus Produzenten- & Konsumentenrente)
      unter Netzwerke würd ich hier die Aufteilung von Lizenzen auf verschiedene Anbieter verstehen, so ganz ohne Zusammenhang ;) So wie zB territoriale Aufteilung von Bedienungskompetenzen.

      3) Neenee, siehste falsch, es kann mehr abgesetzt werden, das heißt das Angebot steigt... Nicht der Preis. Und technischer F senkt die Kosten weil wie du schon sagst...

      5) Naja, ab einer gewissen Unternehmensgröße überwiegen die Tranksaktions-, Koordinations und Produktionskosten die allgemeinen economies of scale, scope n density eben.
      Beispiele gibts genug... DaimlerChrysler...

      6) DAS Optimum gibts in diesem Fall nicht... Du ziehst für jeden der beiden vom aktuellen Tangenzpunkt der Indifferenzkurve mit der Budgetgeraden jeweils eine Parallele zu den Achsen, das sind ja quasi die Beschränkungen. Das sich daraus ergebende Rechteck ist die Menge der Punkte die pareto superior zur aktuellen Situation wären, wo sich also beide besser stellen könnten.


      Du schreibst Mikro? Die Annahmen des vollkommenen Marktes solltest du nie ausser Acht lassen wenn dem so ist. Die tragen zum Verständnis was die Interpretation der Ergebnisse betrifft ungemein bei :)

      Alles andere kommt dann später, also quasi die Fragen danach, was passiert wenn der Markt eben nicht vollkommen ist.

      Grüß dich