Frage an Black Members

    • Buelent0023
      Buelent0023
      Bronze
      Dabei seit: 21.07.2008 Beiträge: 253
      Hallo alle Zusammen,

      das ist mein aller erster Eintrag. Habe gerade das Quiz bestanden 

      Ich habe eine Frage von der ich befürchte, dass sie mir nur von Black Members beantwortet werden kann.

      Die Frage ist in der letzten Zeile meines Eintrages in Fettdruck. Wer will kann sich meinen bla-bla Text durchlesen. Wer will kann auch direkt zu der fettgedruckten Frage am Ende springen.




      Als ich gehört habe, dass es Menschen gibt, die von Poker Leben können, war mir klar, dass Poker kein reines Glücksspiel sein kann, obwohl es im ersten Augenblick so erscheinen kann. Irgendwas müssen diese professionellen Spieler können oder wissen, so dass diese extremen Erfolge überhaupt möglich sind, irgend etwas, was man noch nicht mal sehen kann, obwohl man in den TV Auftritten sogar in die Karten der Spieler gucken kann. Das wollte ich heraus kriegen.

      Also habe ich gesucht. Habe dabei einiges an Büchern verschlungen.

      Selbstverständlich beherrschen die Profis das Wissen über die Wahrscheinlichkeitstheorie, welche Sie bei jedem Spiel in Pot-Odds Berechnungen einfließen lassen und bei Ihrer Auswahl an Starting Hands. Selbstverständlich können Sie mit einem Blick die Texture eines Flops erkennen und so Gewinnmöglichkeiten und Gefahren sehen. Sie können auch die ganzen Tricks wie Bluff, Check-Raise, Continuous Bet, Scary Card usw. Sie wissen, was Money Management ist. Aber all dies kann man durch Bücher leicht lernen und umsetzen, aber dadurch verliert man nur nicht mehr so schnell, aber von Gewinne Fahren ist noch lange nicht die Rede.

      Nein, dass was die Profis ausmacht, so glaube ich, ist, dass Sie andere Spieler so gut einschätzen können, dass für den Profis das Verhalten des Gegenspielers vorhersehbar wird. Aber, um dies zu beherrschen, muss man fähig sein, die vergangenen Spielzüge des Gegners komplett im Kopf zu behalten, zu sortieren und statistisch festzuhalten. Ich denke, dass diese professionellen Poker Spieler, so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis haben. Sie machen den ganzen Tag nichts anderes als die anderen Spieler zu beobachten und dabei die Spielzüge im Kopf zu speichern Dann erkennen Sie, wie der andere spielt und nutzen das dann mit klassischen Spielzügen aus. Wenn ich gegen Freunde von mir spiele, deren Spielverhalten ich auch verstanden habe, weil ich denen lange genug zugucken konnte, nehme ich sie meistens aus. Immer kann man nicht gewinnen. Aber wer hat schon ein fotografisches Gedächtnis? Wenn man dies nicht hat, braucht man es gar nicht zu versuchen.

      Von dem Poker Spieler Chris Ferguson weiß man, dass er ein fotografisches Gedächtnis hat und mit diesem arbeitet. Doyle Brunson hat nur einem seiner Kinder das Poker Spielen beigebracht. Der ist dann auch Profi geworden. In einem Interview sagte er, dass ihm aufgefallen war, dass sein Sohn Tod sich schon als kleines Kind alles merken konnte. Deswegen hat er ihm das Poker spielen beigebracht und seinen anderen Kindern nicht.

      Online sieht es ganz anders. Theoretisch braucht man nur eine Software, die die Spielzüge des Gegners in eine Datenbank schreibt und kategorisiert, so dass man relativ schnell heraus findet, wie der Gegenspieler sein Spiel gestaltet. Das braucht man dann nur noch klassisch auszunutzen. Mit Glück hat das wenig zu tun. Leider ist das Programmieren so einer Software sehr aufwendig und scheiterte bei mir mit der Erkennung der Buchstaben und Zahlen der Online Poker Software. Außerdem verbieten die seriösen Online Poker Plattformen den Einsatz so einer Software. Aber kleinere Statistik Programme wie PokerOffice, PokerTracker oder auch PokerStrategy Elephant usw. sind erlaubt. Diese Programme sind aber noch nicht ausgereift.

      Ich hätte z.B. gerne ein Programm, welches mir z.B. von einem Gegner, der gerade ein Value Bet gemacht hat, anzeigt, was dieser Gegner in den Spielzügen davor in der Hand hatte, wenn er vorher mal einen Value Bet am Flop gesetzt hatte, in wie viel Prozent der Fälle hat er gefoldet, wenn nach seinem Value Bet jemand geraist hat usw. Das ganze sollte dann in Farbgrafiken schnell angezeigt werden. Usw…

      Ich glaube mit dieser Software könnte man in der Amateur Liga gut absahnen.

      Leider gibt es noch nicht so eine Software, selbst wenn, ist dass immer noch eine Frage, ob die großen Online Poker Plattformen dies zulassen würden.



      Nun zu meiner Frage an die Black Members:

      Reichen die beschränkten statistischen Angaben einer Software wie PokerStrategy Elephant, PokerOffice und Poker Tracker aus, um es gegen die fotografischen Gedächtnisse der Profis aufzunehmen?
  • 5 Antworten
    • ViennaDollY
      ViennaDollY
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2008 Beiträge: 114
      obwohl kein Blackmember erdreiste ich mich mal:
      da diese programme ja keine Daten auslassen,sind sie immerhin vollständig.Die frage ist dann eigentlich ob du diese Daten richtig interpretierst.

      Ich kann dir ein Beispiel von mir sagen: der aggr.Wert.
      ich sagte mir immer bis 1,5 eher passiv ab 2.5 aggr.
      Was ich nicht wusste:der aggr.Wert ist von dem Vpip abhängig (die hände die du gespielt,aber nicht erhöht hast vor dem flop)
      Ein gleich aggr. 50vpip typ hat demnach kl. aggr. werte als einer mit 15vpip.

      Allerdings würde ich immer dazu raten Notes zu verwenden.Wenn der gleiche Fisch zum 100sten Mal ein Monster donkt oder tptk,dann folde ich eben.Aber er könnte ja so auch andere hände spielen,also helfen Notes stark in der Entscheidungsfindung.Und das dürfte dann dem von dir besprochenen "fotorealistischem gedächtnis" in nichts nachstehen.

      mfg
    • Buelent0023
      Buelent0023
      Bronze
      Dabei seit: 21.07.2008 Beiträge: 253
      Danke ViennaDollY für die schnelle Antwort.

      Eine weitere Frage habe ich noch zu diesem Thema.

      Ich habe in den PokerStrategy Videos gesehen, dass Ihr an mehreren Tischen gleichzeitig spielt, manchmal sogar an 4 Tischen. Wenn Ihr dabei an einem dieser Tische gerade klickt, dann bekommt Ihr eingentlich nicht mehr mit, was gerade an den anderen 3 Tischen passiert. Verläßt Ihr euch dann blind auf die die Werte der PokerSoftware, wenn Ihr an die 3 nicht beobachteten Tischen zurück kehrt und spielt? Funktioniert das wirklich?
    • Sasch0r
      Sasch0r
      Bronze
      Dabei seit: 17.04.2006 Beiträge: 1.253
      Man steigert sich eigentlich nach und nach von selbst. (Auchvon der Tisch anzahl, mit 1 oder 2 fängt man meist an)

      Du darfst dich gerade am Anfang nicht blind au die Software versteifen. (die bekommst du eh erst später gestellt)

      Arbeite erstmal selbst an deinem Spiel , Strategie Artikel lesen, Videos schauen und Handbewertungen durchgehen, Coachings besuchen.

      Auf den unteren Limits wirst du keine Software brauchen, da dort Fische en masse vorhanden sind.

      Die Software bringt dir später ein paar % mehr und auf höheren Limits dann wahrscheinlich immer mehr , aber für den Anfang wär es müssig sich schon damit zu beschäftigen, wenn man erstmal selbst sein Spiel sehr viel, sehr leicht verbessern kann durch Theorie lernen ;)

      /e : Wieviele Tische man spielt, hängt auch mit der Stategie / der Variante des Pokerns zusammen. So spielt man Headsup Tische meistens 1 oder 2, während man mit der Shortstack strategie an Full Ring Tischen schon 9 oder noch viel mehr spielen muss , damits nicht langweilig wird ;)

      Aber lass dich davon nicht beeindrucken, spiel einfach so viele Tische wie du am Anfang magst , und du wirst sehn , nach einiger Zeit kannst du immer mal wieder einen dazu nehmen oder hast die optimale anzahl gefunden (4-6 bei mir Tische mit max. 6 Spielern)
    • Leetch
      Leetch
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2006 Beiträge: 196
      Hallo Buelent.

      Also man kann sich recht gut auf die Werte dieser Programme verlassen, wenn sie noch mit eigenen Notes verknüpft sind. Weil manche dinge sagen dir die Zahlen einfach nicht. aber wenn du was ungewöhnliches im Play eines Spielers bemerkst machste dir einfach eine note..

      zu den Tischen:

      Das kommt von ganz alleine.
      Ich würde anfangs mit 2 Tischen anfangen, dann kann man sich eigentlich ziemlich schnell auf 4 steigern. Wieviele du dann später spielen kannst und möchtest hängt allein von jedem persönlich ab und natürlich auch von der Variante ab (SH, FR, SSS, etc.)
      Also ich spiele regulär zwischen 4 und 6 Tische gleichzeitig. 9 gleichzeitig klappten aber auch schon (NL SH).
    • Buelent0023
      Buelent0023
      Bronze
      Dabei seit: 21.07.2008 Beiträge: 253
      Ich wollte mich einfach für die Antworten von euch allen bedanken. Das hat mir wirklich sehr weiter geholfen. Ohne diese Antworten würde ich nämlich nicht versuchen Poker zu spielen.

      Vielen Dank nochmals.

      :)