lange Erfolglosigkeit bei MTT`s

    • Eleonora
      Eleonora
      Bronze
      Dabei seit: 19.05.2005 Beiträge: 73
      Liebe Pokerfreunde !

      Seit Jahresanfang zahle ich für MTT`s einen hohen Preis. Mein gesamtes Denken ist von MTT`s vereinnahmt, durch MTT`s habe ich dieses Jahr noch keinen einzigen unbeschwerten Tag im Freien genossen. Selbst bei den obligatorischen Besuchen bei Eltern oder Verwandten denke ich ständig ans nächste Turnier und dass ich möglichst schnell wieder nach Hause komme. Ich poste Euch heute, da meine Partnerin mir heute morgen mitteilte, dass ich sehr blaß im Gesicht aussehe. Das Schlimme ist, dass meine Erfolgsbilanz derzeit mindestens ebenso blaß ist wie mein Gesicht.
      Ich will gar nicht wissen, wieviele Turniere ich dieses Jahr schon gespielt habe, Fakt ist, dass der letzte höhere Cash im Februar war. Es ist nicht so dass gar nichts mehr rumkommt, mal hier ein paar hundert, ab und an mal dort 1 oder 2k, mal eben genug um die nächsten Buy-Ins zu finanzieren. Vielleicht für einige jetzt nicht das Riesenproblem für diese Forumsparte - meine Sorge ist vor allem Folgendes:
      Vorletztes und letztes Jahr habe ich an meiner Spielstärke Fortschritte gespürt. In den letzten 3 Monaten stelle ich an meinem Spiel Unzulänglichkeiten fest, die ich schon längst überwunden glaubte.
      Immer kurz bevor es in die dickeren Cash-outs geht, spiele ich nicht
      mehr so befreit auf. (Nach dem Motto - Du hast es verdient, dass es mal
      wieder ganz nach oben geht, das muss jetzt einfach klappen!) Leider reiße
      ich kurz vor den richtigen Fleischtöpfen immer alles wieder ein, was ich
      mir über Stunden geduldig aufgebaut habe. Bestes Beispiel gestern: 109er
      Buy-In auf Stars. Bin 19ter und habe guten Average-Stack stehe noch
      überhaupt nicht unter Druck. Ich ewig keine Hand gespielt, der Bigstack am
      Tisch stiehlt einen Pot nach dem anderen, callt hohe Re-Raises mit Händen
      wie A9, KT usw. Da finde ich AQ und gehe gegen das Min-Raise des Bigstacks
      all-in, in der Meinung das tighte Image würde für mich arbeiten. Was passiert,
      natürlich callt er - aber diesmal hat er AK und ich buste wieder kurz vorm FT und gehe mit nicht einmal dreifachem Buy-In nach Hause. Als ich danach
      noch einmal nüchtern über die Entscheidung nachdachte, konnte ich mich
      nur fragen - Warum zum Teufel riskiert man seine gute Ausgangsposition auf
      fordere Ränge mit einer Hand wie AQ ???
      Und das war nur ein Beispiel, jedesmal ist im späteren Turnierverlauf eine
      fatal falsche Entscheidung dabei - das geht bei mir schon soweit, dass ich
      mir ein Fehlerjournal angelegt habe ! Ich wäge jede kritische Entscheidung
      dreimal ab bevor ich den Button anklicke, ich mache nichts aus dem Bauch heraus - und trotzdem dümpele ich seit 6 Monaten pari vor mich hin. Das ist
      wie ein halbes Jahr 12 Stunden am Tag ackern ohne dafür bezahlt zu werden!
      Bloß gut dass diese vermaledeiten MTT`s so einen Heidenspaß machen, sonst
      würde ich es nicht mehr ertragen!

      Da ich im Kopf momentan nicht frei bin, lege ich heute einen kompletten Tag Pause ein. Morgen steht dann die Sunday Million und der 1 Million Takedown auf dem Programm. Ich würde es begrüßen, wenn ein paar MTT- Spezialisten bis dahin noch ein paar helfende - bzw. passende Worte finden würden...

      Ansonsten, gl bei Euren Turnieren ;-/
      mich freuen wenn mir ein paar MTT-Spieler ihre Erfahrungen
      Ich fasse zusammen: Ich bin
  • 3 Antworten
    • funmaker
      funmaker
      Global
      Dabei seit: 04.01.2006 Beiträge: 7.367
      Hallo Eleonora!

      Faszination für das Pokern oder das, was einen interessiert ist ja gut, aber man sollte es von Anfang an auch nicht übertreiben. Du klingst schon irgendwie etwas "besessen" von dem Spiel und es gibt bestimmt auch viele, die da nichts Schlechtes drin sehen können, da sie argumentieren, wenn man weit kommen will, muss man irgendwie "besessen" oder "verrückt" sein.

      Ich sehe das etwas anders. Pokern ist ein Teil Deines Lebens, mehr nicht. Du musst halt alles unter einen Hut bekommem in Deinem Leben, Zeit auch für andere wichtige Dinge haben. Du wirst noch genug Pokern, wenn man andere Leute besucht, kann es auch mal sein, dass man sie nicht wiedersieht. Was ich meine ist einfach: Betrachte zuerst Dein Leben u. dann Dein Pokerleben, nicht umgekehrt.

      Zu Deinem Spiel selber. Vlt. kannst Du mit Deinem Problem, welches Du ja gut beschreiben kannst, zu einen tournament coach gehen und dich mal beraten lassen. Das dürfte wohl kein Problem sein, dieses in den Griff zu bekommen. Denke aber, Dein Problem liegt mehr im psychischen Bereich. Du verlangst vlt. zu viel von Dir... einfach etwas entspannter angehen die Sache! ;)
    • MrInthedark
      MrInthedark
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2007 Beiträge: 246
      Hi

      wie schon oben angedeutet... ein gesunder ehrgeiz ist nicht schlecht und man sollte auch erwartungen an sich selbst haben allerdings solllte man die messlatte da nicht zu hoch anlegen. Mach dochmal ne pause für 2-3 wochen und unternimm was draußen, geh schwimmen mit deiner freundin geh mal fußball spielen mit deinen kumpels. Das bringt dich sicher mal auf andere gedanken. Wer MTT´s only spielt muss halt manchmal das RL bisschen zurückstellen weil man schlecht planen kann wie sie laufen, dennoch sollte man da einen gesunden mix finden!

      Zu den MTT´s selbst...
      welche buy ins spielste? Ich spiele von 8,8$+R bis zu 109$. Auch wenn man einen kleinen skillanstieg auf den 109er feststellen kann finde ich sie dennoch beatable! Über den rest brauchen wir glaub ich nicht reden. Da sollte langfristig schon ein sehr sehr guter ROI möglich sein.
      So ne lange durststrecke kann zwar durchaus möglich sein aber man sollte sich dann noch vll mal ein wenig mehr mit seinem spiel auseinander setzten. (skype: Fl4sh_Gordon) Vielen geht mit der zeit ein wenig das denken und die spielweise auf sieg verloren habe mich selbst schon dabei ertappt, was natürlich ein grund sein kann immer vorm dicken cash zu busten.
    • SwissCheese
      SwissCheese
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 259
      Ich bin reiner SNG und MTT player, spiel schon seit Monaten keine Cashgames mehr, weil auch ich den Kick halt nur in tourneys kriege, nur da bin ich zu meinem A-Game motiviert.
      MrInthedark hat das Stichwort gegeben: Spielweise auf Sieg....wo natürlich Dein beschriebener AQ-move nicht reingehört. Grad gegen Ende eines MTTs sieht man 2 Fehler recht häufig: der eine ist der von Dir gemachte, also man bekommt nach längerer Durststrecke eine Premium hand und statt sie normal zu spielen pushed man allin...(hah, fortuna hat mich erhört, hier ist meine Hand für ganz nach vorne^^), der andere ist, dass man viel zu übervorsichtig spielt und schlicht null und nada mehr riskieren will, viel zuviel foldet, kein race mehr eingeht etc. und dann ausgeblindet oder mit ner schrägen Hand doch noch ausgesuckt wird.
      MTTs sind sowas von tough, dass man sich halt extrem wenige fehler leisten kann, schon gar gegen Ende hin, da bedeuten die taktisch richtigen Entscheidungen alles. Ich denk auch, dass Du Dich in der Phase evtl. zu sehr unter Druck setzt, versuch, es lockerer zu sehen und die Karten auch dann zu nehmen wie sie halt kommen. Und der Luck-faktor ist halt auch extrem hoch bei MTTs. Wieviel mal hab ich - für meine Verhältnisse - mein absolutes A-game gespielt und bin dann gegen Ende doch noch mit KK oder so gebustet (einmal sogar mit AA vs A9.....hätt die Wände hoch können, aber nutzt ja nix).
      Ich denk, als Tournament-spieler ist man sowieso schon extrem competition-orientiert und hochmotiviert, drum ich versuch immer, meine 3 C zusammenzuhalten: cool, calm & collected....wenn ich merk, dass eins davon flöten geht, mach ich auf kurze pause, hol mir nen Kaffee und versuch, mich wieder zusammenzureissen.
      Und wie Negreanu schon sagt(na der hat gut reden, ne^^): wer nur Poker hat, hat gar nichts....drum ja, Poker soll immer ein Teil des Lebens sein, nicht der absolute Mittelpunkt.