Autor unbekannt

Wenn Betriebssysteme Airlines wären...

Amiga-Air:
Der Flughafenschalter ist hübsch und bunt lackiert, die Stewardessen freundlich, man kommt leicht und ohne Umwege ins Flugzeug, der Start verläuft ohne Zwischenfälle. Abenteuerlustige Fluggäste haben die Möglichkeit, gleichzeitig in mehreren verschiedenen Flugzeugen zu verschiedenen Orten zu reisen - während dieser Multiflugtrips kann man auch einzelne Flüge bei DOS-, Mac-, Unix- oder Windows-Airlines hinzubuchen.

DOS-Airlines:
Alle schieben das Flugzeug an, bis es abhebt. Dann springen alle auf und lassen das Flugzeug trudeln, bis es wieder auf dem Boden aufschlaegt. Dann schieben wieder alle an, springen auf ...

Unix-Airlines:
Jedermann bringt ein Stueck des Flugzeugs zum Flughafen mit. Alle gehen auf die Startbahn und setzen das Flugzeug Stueck fuer Stueck zusammen. Dabei diskutieren sie fortwährend, welche Art von Flugzeug sie gerade zusammenbauen. Obwohl die Flüge nie pünktlich ankommen wähnen sich die Passagiere bereits am Ziel sobald sie die Tickets gelöst haben.

Mac OS 9-Airlines:
Alle Stewards, Stewardessen, Piloten, Gepaecktraeger und Ticketverkaeufer sehen gleich aus, bewegen sich gleich und sagen das Gleiche. Wenn man nach Details fragt, bekommt man immer die gleiche Antwort: das muesse man nicht wissen, wolle es auch nicht wissen, und alles laufe schon richtig. Man solle lieber gleich still sein.

Mac OS X-Airline:
Der Empfangsschalter ist sauber und aufgeräumt, die Stewardessen bieten Erfrischungen und Snacks an. Mac OS X-Airlines machen keinen Hehl daraus, dass die gesamte Flotte aus alten Unix-Jets besteht die das Unternehmen in liebevoller Kleinarbeit wieder aufgemöbelt hat. Gewiefte Vielflieger lassen sich Bonusmeilen ihrer Unix-Flüge anrechnen und bringen auch oft aus reiner Gewohnheit ein paar Flugzeugteile mit, zum Beipiel größere Sessel oder Fernbedienungen für die Bordkinos. Die Flugzeuge haben auch eine neue Verkleidung bekommen und sind luxuriös ausgestattet. Vor dem Start laufen nette Filmchen und lenken einen ab... hoppla, da ist man auch schon gestartet. Wenn man die Stewardess darauf anspricht, ob man neben dem Unterhaltungsprogramm auch eine Wissenschaftssendung sehen kann weist sie darauf hin, dass dies prinzipiell möglich ist, man dazu aber eine der bereits erwähnten Fernbedienungen braucht. Mitten im Flug überrascht der Pilot die Passagiere damit, dass der Treibstoff alle ist und das Flugzeug im arktischen Packeis notlanden muss. Nach einem spektakulären Crash wird man aus dem Flugzeug geschleudert und friert sofort im arktischen Eis fest, wo einem wütende Pinguine beide Beine abhacken. Blutend und verängstigt schleift man sich bei Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h durch die Eiswüste und schafft es in ein verlassenes Iglu wo man überrascht feststellt dass es das Ankunftsterminal des Zielortes ist und man von einer fantastischen Simulation unterhalten wurde, die sich die Passagiere selbst erschaffen können. Das Gepäck wurde bereits ins Hotel gebracht, nur der kleine Koffer mit der Aufschrift "Mac OS 9" fehlt, bis man feststellt dass er erscheint wenn man beim Betreten des Zimmers den Türknauf in die andere Richtung dreht.

Windows-XP-Airlines:
Das Flughafenterminal ist schoen bunt, die Stewards und Stewardessen freundlich. Man gelangt ohne Probleme an Bord, ein reibungsloser Start...Das Flugzeug explodiert allerdings ohne Vorwarnung kurz nach dem Start in einem Feuerball.

Windows-Vista-Airlines:

Hinter dem Flugschalter sitzt eine zierliche Empfangsdame; durch ein riesiges Fenster kann man auf eine Flotte von ultramodernen Suborbitalflugzeugen sehen von denen die Empfangsdame behauptet, dass sie alle zur Fluggesellschaft gehören. Kenner der Airline wissen aber, dass das gelogen ist, die ausgestellten Flieger alle keinen Motor haben und die Chassis von Konkurrenzunternehmen geklaut wurde. Auf dem Weg zum Gate(s) steht alle 3 Meter ein Sicherheitsoffizier der einen fragt, ob man gerade weiß wo man ist und ob man wirklich sicher ist, das was man tut gerade tun zu wollen. Niemand weiss was passiert wenn man die Fragen verneint, wahrscheinlich wird man aber einfach 3 Meter weiter zurück geschickt. Alles in den Hallen ist gigantisch, selbst das Flugzeug ist riesig groß, hat aber nur einen einzigen Sitzplatz. Wenn man fragt warum das so ist wird man zuerst mißtrauisch beäugt und bekommt dann die Antwort, dass sich die Fluggäste Umfragen zufolge soviel Beinfreiheit wünschen. Wenn man weiter nachhakt kommt raus, dass die Flugzeuge 10 mal langsamer fliegen als normale Flugzeuge damit die Fluggäste auch genug Zeit haben, diese immense Beinfreiheit zu geniessen. Dann gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder man hebt ab und stellt fest, dass die Piloten dressierte Affen sind, weil die richtigen Piloten noch nicht geliefert wurden oder man stellt nach einer endlos anmutenden Reise fest, dass das Gepäck unterwegs abgeworfen wurde. Oft ist es eine Kombination aus beidem. Man kann auch eine doppelt so teure Ultimate-Version des Flugtickets kaufen. In diesem Fall ist das Flugzeug noch größer, der zusätzliche Stauraum ist aber für Fallschirme, Erste-Hilfe Pakete und Notrationen reserviert. Ausserdem wird ein Rudel Schlittenhunde mitgeführt, für den Fall dass man in der Arktis notlanden muss.

NT-Airlines:
Alle gehen auf die Startbahn, sagen laut im Chor das Passwort und bilden die Umrisse eines Flugzeuges. Dann setzen sich alle auf den Boden und geben Geraeusche von sich, als wuerden sie wirklich fliegen.

OS/2-Airlines:
Um an Bord des Flugzeuges zu kommen, muss man sein Ticket zehnmal stempeln lassen und in zehn verschiedenen Schlangen anstehen Dann fuellt man ein Formular aus, in dem man angeben muss, wo man sitzen moechte und ob der Sitzplatz wie in einem Schiff, einem Bus oder einem Zug aussehen soll. Wenn es einem gelingt, an Bord zu kommen, und wenn das Flugzeug tatsaechlich vom Boden abhebt, hat man einen wunderbaren Flug...- ausser wenn die Hoehen- und Seitenruder einfrieren. In diesem Fall hat man jedoch immer noch genügend Zeit, ein paar Gebete zu sprechen und sich auf den Aufprall vorzubereiten.

VMS-Airlines:
Diese Fluggesellschaft transportiert eigentlich nur Luftfracht, die wenigen Passagiere werden in Kisten eingenagelt und ebenfalls als Fracht behandelt. Die Mitarbeiter demonstrieren gegen eine Umstellung der alten Ju52-Flotte auf neueres Gerät. Die Airline ist spezialisiert auf Formationsflug mit spektakulären Crashmöglichkeiten.

Linux-Airlines:
Jeder Fluggast bekommt schon im Reisebüro ein Prospekt mit der Überschrift "So gründe ich meine eigene Fluglinie". Die Leute, die drauf einsteigen bekommen eine Adresse, bei der sie sich ein kostenloses Startpaket abholen können, ausserdem wird ein dickes Handbuch zur Verfügung gestellt. Die Passagiere bauen eigene Empfangsschalter, teeren ihre eigene Landebahn und bauen auch das Flugzeug selbst - es dauert zwar lange, allerdings ist die Qualität der gebauten Sachen meist sehr hoch. Die neuen Airlinebetreiber tauschen untereinander oft einzelne Teile aus, z.B. die Flugzeuge und schauen, was am besten funktioniert.