Kritik an SnG Ps.de Standard-Strategie

    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Tach zusammen!

      Also vorab erstmal ein fettes Lob an Pokerstrategy. 50$ Startkapital, kostenloses Coaching, super Forum, super Videos (vor allem die von HoRRoR) usw... wegen euch hab ich seit Februar dieses Jahres ca. 5k$ gewonnen.

      Genug der Schleimerei ein wenig Kritik sei doch erlaubt. Wie die Überschrift schon vermuten lässt bin ich SnG Spieler. Die Strategie die hier für SnGs vorgeschlagen wird, ist im Kern absolut korrekt, allerdings gibt es doch 2-3 Punkte die ich kritisieren will.

      Punkt 1: Das Limpen von niedrigen und mittleren pocket pairs aus EP in der frühen Phase. Zu Beginn meiner "Karriere" hab ich alle pocket pairs auf set-value gelimpt, bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass das doch irgendwie -EV ist. Ich habe mich gefragt welche Situationen willst du mit z.B. 33, 55 oder 77 haben? Die Antwort: Du willst möglichst einen billigen Flop mit vielen Gegner sehen in der Hoffnung, dass falls du dein Set triffst, du auch ausbezahlt wirst. Was passiert aber i.d.R. wenn du UTG mit 55 limpst? Du bekommst einen reraise reingeballert und musst die Hand folden. Ab und an bekommst du noch 1-4 Limper, triffst allerdings nur in ca. 7,5 von 1 der Fälle dein set und musst die Hand auch aufgeben. Dann habe ich mir das Buch von Colin Moshman (SnG the expert strategy) durchgelesen und dort wurden niedrige bis mittlere pockets als "speculative hands" angesehen, die man ähnlich wie z.B. A-x suited aus late position mit zwei oder mehreren limpern mitlimpen kann in dem Wissen, dass man 1) höchstwahrscheinlich einen billigen Flop mit vielen Gegner sehen kann und 2) im Falle dass man sein set hittet auch ausbezahlt wird.
      Das ist also Punkt Nr. 1 niedrige und mittlere Pockets sollte man m.E. nur in LP evtl. in MP nach mind. 2. callern mitlimpen.

      Punkt 2: Push or Fold phase beginnt ab 13 BB. Ist meiner Meinung zu hoch angesetzt. Ich hab zunächst danach gespielt, also ab 13 oder weniger BB push or fold. Allerdings hab damit so dermaßen oft auf die Fresse bekommen, dass ich mir dachte da passt irgendetwas nicht. Als Beispiel: Nach PoF Tabelle
      ist T9s vom Cutoff mit 13BB ein Push. Meines Erachtens treibt das höchtens die Varianz in die Höhe, wenn es nicht sogar -EV ist. Gerade wenn TAG Regulars hinter mir sitzen macht so ein push für mich keinen Sinn. Denn: Ein TAG Regular hinter mir hat eine Hand AQ+ TT+, wenn ich pushe wird er callen und ich liege meilenweit hinten. Alle TAGs hinter mir haben keine Hand besser als AJo+ und 99+ und werden folden, und zwar egal ob ich auf 2,5BB raise oder all-in pushe. Wenn ich vom CO mit z.B. T9s auf 2,5 BB raise (bei einem stack von ca. 12 BB) und einen reraise (i.d.R all-in) bekomme hab ich nen easy fold und setze nicht mein gesamtes Turnier aufs Spiel, denn mit einem Stack von 9,5 BB kann man immer noch habwegs vernünftig weiterspielen und ist noch nicht crippled.
      OK, viel gelabert kurzer Sinn: Ich denke, dass sich die fold-equity (insbesondere gegen TAGs) nur minimal ändert wenn man pusht oder auf 2,5BB raist. Daher ist der Raise für mich die bessere Option gerade mit marginalen steal-händen. Klar ist natürlich, dass man das ganze auch balancen muss und mit Monster-Händen und einem Stack von 11-12 BB auch nur raist anstatt zu pushen.

      Einen hab ich noch ;) : Slowplaying Aces! Bisher hab ich meine Pocket Aces sturr auf value geraist. Dann hab ich mal etwas experimentiert und angefangen Aces zu limpen (besonders in EP). Klappt fantastisch. Man geht ja oft davon aus, dass die Gegner auch mitdenken und so ein limp dann irgendwie verdächtig erscheint....Pustekuchen. Ich spiele z.Z. 22-55$ SnGs und keiner checkt es. Bisher war es immer so: Ich hatte ein sehr tightes table-image. Hab ich mit meinen Aces aus EP oder Mp geraist haben alle gefoldet, ich sacke die Blinds ein...Wahnsinn. Fange ich aber an zu limpen, so wird das einfach ignoriert. Ein Raise auf 4BB hinter mir ein caller ich reraise all-in und werde von 77 o.ä. gecallt. Klappt 1A, die Gegner denken halt doch eher weniger mit.

      Meine Finger erschlaffen gerade, daher is Feierabend. Die Punkte oben (vor allem 1 und 2) sind mir in den letzten 2-3k SnGs, die ich gespielt habe wirklich aufgefallen. Über konstruktives Feedback würde ich mich freuen.

      So long,

      PaulDusel
  • 28 Antworten
    • Sickk
      Sickk
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2008 Beiträge: 3.857
      Bei den Punkten 1 und 2 stimme ich 100%ig zu.
      Spiele kleine pocketmapirs auch nurnoch bei einigen limpern aus late position.
      Und das mit den 13BB pushs is auch richtig. Mit 13 BB muss man sein turnierleben net aufs spiel setzen und so knappe +EV pushs machen bei gegner die mit 84o nen push callen. PoF Phase würde ich auf 9-11 Blinds herabsetzen.
      Slowplaying Aces is so ne Sache. Würd sie wenn dann erst an der Bubble utg limpen. Bei mehr Spielern is die Suckourtgefahr zu hoch. Oder im HU completen und nen sehr warscheinlichen push des gegners dann callen.
    • CurtVanVort
      CurtVanVort
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 370
      ich muss euch da auch zustimmen. ich spiele seit etwas weniger als 4 jahren sng's und turniere. hab auch schon in den wiener casinos einiges gewonnen bei den liveturnieren. heisst ich mache viel mit erfahrung und intuitiv richtig...kanns aber nicht immer mathematisch erklären bzw ausrechnen. deshalb hab ich ja mich heir angemeldet um komplett "richtig" zu spielen. wie auch immer. ich hab letztens ein liveturnier auf platz 3 beendet. danach hab ich die ps-strategy ausprobiert und war kurz nach dem freezeout weg. weil ich in der laut ps strategy mit aj all in ging und von qq gefressen wurde. ich hatte etwas über 12 bb. hab das nachher besprochen und bei näherem nachdenken war das wirklich blöd. ein kumpel z.b...ein ziemlicher fisch...hat sich fast ausblinden lassen....und war nach relativ klugen all-ins zum richtigen zeitpunkt wieder voll im turnier. ich finde die strategy für sngs auch nicht optimal. teils zu tight und teils zu aggressiv.
    • smartguy0815
      smartguy0815
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2008 Beiträge: 865
      hi

      ich kann die punkte gut nachvollziehen und komme zu einem ähnlichen schluss.

      zu slowplaying aces habe ich eine kleine anmerkung. mit dem slowplay ist die gefahr gegeben, dass du vielen crap hands u.a. dem small als auch dem big blind einen billigien flop gibst. ich glaube es war bei harrington wo ich so eine art timer für slow play von monstern gelesen habe. undzwar beschrieb er, dass man die aces in 2/3 aller fälle raisen solle und in einem drittel slowplayen kann. dazu der einfache trick wenn man die aces gedealt bekommt kurz schauen wo gerade der sekundenzeiger der uhr steht - wenn zwischen 0-40 sek dann raisen wenn zwischen 40-60 dann slowplay...

      beste grüße
    • Forstning
      Forstning
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2007 Beiträge: 1.727
      es sind ja auch einsteiger strategien. kaum einer der hier länger ist hält sich an alle regeln 100%. Eure ausnahmeregeln sind nunmal für fortgeschrittene.
    • Forstning
      Forstning
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2007 Beiträge: 1.727
      Original von smartguy0815
      hi

      ich kann die punkte gut nachvollziehen und komme zu einem ähnlichen schluss.

      zu slowplaying aces habe ich eine kleine anmerkung. mit dem slowplay ist die gefahr gegeben, dass du vielen crap hands u.a. dem small als auch dem big blind einen billigien flop gibst. ich glaube es war bei harrington wo ich so eine art timer für slow play von monstern gelesen habe. undzwar beschrieb er, dass man die aces in 2/3 aller fälle raisen solle und in einem drittel slowplayen kann. dazu der einfache trick wenn man die aces gedealt bekommt kurz schauen wo gerade der sekundenzeiger der uhr steht - wenn zwischen 0-40 sek dann raisen wenn zwischen 40-60 dann slowplay...

      beste grüße
      O_O "tellig"
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von smartguy0815
      hi

      ich kann die punkte gut nachvollziehen und komme zu einem ähnlichen schluss.

      zu slowplaying aces habe ich eine kleine anmerkung. mit dem slowplay ist die gefahr gegeben, dass du vielen crap hands u.a. dem small als auch dem big blind einen billigien flop gibst. ich glaube es war bei harrington wo ich so eine art timer für slow play von monstern gelesen habe. undzwar beschrieb er, dass man die aces in 2/3 aller fälle raisen solle und in einem drittel slowplayen kann. dazu der einfache trick wenn man die aces gedealt bekommt kurz schauen wo gerade der sekundenzeiger der uhr steht - wenn zwischen 0-40 sek dann raisen wenn zwischen 40-60 dann slowplay...

      beste grüße
      Moinsen!

      Ja die HoH-Bände hab ich auch gelesen und finde die "Uhrzeigertaktik" ganz interessant. Der Punkt ist halt, dass man seine Aces natürlich evtl. folden muss wenn ein fieses board kommt und die Action einem sagt, dass man geschlagen ist. Daher verlangt das slowplay von aces preflop schon einiges an postflop skill. Dazu ist das ganze auch sehr vom Gegner bzw. den Gegnern abhängig.
      Primär geht's mir hier in dem Fred allerdings um die Punkte 1 und 2. Da ich die dort angegesprochene Ps.de Strategie für suboptimal halte.
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Zu Punkt 1) Niedrige Pocketpairs waren bei unsren Tests Overall im plus durch limpen. Allerdings muss ich hier zugeben, bin ich mir auch nicht 100%tig sicher, ob das longterm eine gute Lösung ist, da denke ich auf jeden Fall nochmal drüber nach, danke.

      zu Punkt 2) Der Grund, wieso der Bereich recht hoch angesetzt ist folgender: Die Phase zwischen 11 und 13 BB ist nicht unbedingt einfach, wenn man nicht push/fold spielt, da die richtige Balance zwischen Steals, Resteals und Folds recht schwer ist und dort große Fehler gemacht werden können.
      Durch Push/Fold schließt man da für absolute Anfänger eine Fehlerquelle aus. Der Fehler, der durch 13 BB Pushes resultiert ist sehr sehr geringt, darum meiner Meinung nach absolut vertretbar, wenn dadurch andere Fehler ausgeschlossen werden (falsche folds auf resteals, schlechtes postflop spiel bei nem gegner call etc).

      zu Punkt 3) Ähnlich wie Punkt 2. Postflop machen vor allem absolute Anfänger gerne Fehler in unraist Pötten. Vor diesen Fehlern müssen Anfänger beschützt werden. Natürlich gibt es Situationen, wo ein Limp nicht verkehrt ist (super Aggro Gegner hinter einem der gerne broke geht etc), aber generell bekommt man mit Aces auch so sehr oft einen Pay-Out auf den niedrigen Limits ohne in eine Situation zu komme, wo man irgendeinen Fehler mit Aces machen könnte (unraist pot beispielsweise, im raist pot geht man eh zu 99,9% broke mit Aces).
    • HoRRoR
      HoRRoR
      Black
      Dabei seit: 11.02.2005 Beiträge: 10.666
      also punkt 2 geb ich dir recht

      punkt 1 und 3 sind sonne sache


      wenn du das so geänderst hast, wie du es grad beschrieben hast, müsstest du aus early position ziemlich genau so spielen:

      du raised AK, JJ, QQ, KK
      du limpst AA

      also wenn ich merke, dass die einzige hand, die du aus early limpst Aces sind :>


      punkt 1 ist halt ansich für low limits gedacht, auf höheren limits spielst du sowieso mehr mit line balancing, d.h. entweder raised du die pockets auch oder du limpst ebenfalls andere hände usw, aber ab da sollte man sich dann halt selber über seine lines mal im klaren sein und auch schauen, dass man gegen andere regs gut performed und nicht zu easy zu readen is usw :)
    • Qschi
      Qschi
      Bronze
      Dabei seit: 13.06.2007 Beiträge: 67
      Das ist doch endlich mal nen Fred mit potenzial ;)

      punkt 1 und 2 haben mich sehr zum Nachdenken angeregt, thx for that

      Punkt 3 halte ich für -ev, besonders in der frühen Phase und early position, denn ein limp mit Aces aus utg (z.B.) kann weitere 5 oder mehr Limper hinter dir bedeuten. Du kannst auf nem paired, connected oder suited flop/board dir nie sicher sein ob du vorn liegst, selbst wenn du dein set triffst.
      Später die Asse zu limpen ist ein Muss ^^

      Qschi
    • Egozocker
      Egozocker
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2006 Beiträge: 7.331
      Wenn ich Harrington richtig erinnere, dann begründet er seine Idee Asse preflop zu limpen hauptsächlich mit deception.

      Wenn man kleine pp etc. häufig limpt und Asse nie, dann weiß der Gegner, dass man, wenn man limpt, niemals Asse hat.
    • luxxx
      luxxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2006 Beiträge: 12.889
      zu Punkt 1:
      Open limp mit small PP mache ich fast nie, es sei denn, es hat sich gezeigt, dass meine Gegner ihren raise Button noch gar nicht entdeckt haben und jeder Pot grundsaetzlich von allen mitgelimpt wird.

      zu Punkt 2:
      Ich setze meine Grenze, wo ich mit PoF anfange eigentlich nicht genau fest. Ab 10BB wird zwar zu 99% PoF gespielt, aber bei 13 kann der Value-Raise meist mehr bewirken und verkauft den Gegnern auch oft, dass man eine richtig gute Hand hat, weil der Raise nach einem Call zu schreien scheint, man waere ja sonst All in gegangen.
    • JayMcCay
      JayMcCay
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2007 Beiträge: 5.642
      Zu dem Push or fold.
      Mir ist da halt grad so ein Gedankengekommen...13BB is für Push or Fold schon hoch, aber ich hab mir grad überlegt, dass wenn man es normal raist auch ziemlich Probleme bekommen kann. Weil dann kann ich ja die Hand nur weiterspielen, wenn ich auch was habe...ne continuation bet kann ich ja dann nicht mehr in meinem repertoire haben, weil der pot sonst bei call am flop, am turn größer ist, als mein stack...Beispiel raise AQ vom bu oder so auf 2,5BB, der BB callt. Dann sind ja 5,5BB im Pot. Flop is irgendwie K72, also eigentlich nen klassischer Flop für ne Conti. Jetzt müsst ich hier halt vllt 3BB in ne conti investieren und hätte dann nur noch 8 übrig...wenn der BB callt sind dann im Pot 11,5BB und somit bin ich ja eigentlich ziemlich comitted...und dann kann ich ja den Flop eigentlich nur weiterspielen, wenn ich tatsächlich nen starken Draw oder ne Made Hand halte, die Möglichkeit zu bluffen, fällt somit eigentlich raus und dann werd ich ja auch ziemlich readable...
      Mit nem Push hätte ich mir halt die Situation erspart...

      ka, was meint ihr dazu? Spiel schon länger keine sngs mehr...
    • Leshrac
      Leshrac
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2008 Beiträge: 3.344
      zu Punkt 1: Ich hab am Anfang auch komplett nach Strategie alle kleinen Pockets openlimped, und das auch ziemlich lange so beibehalten. Als völlig falsch seh ich das auch jetzt noch nicht, aber habs klar modifiziert: Ich openlimpe nur dann, wenn ich auch bereit bin, einen (einigermaßen normalen) Raise zu callen... und das ist bei Pockets eigentlich bei mir nur im ersten Blindlvl gegeben, bei allen anderen Händen nie.
      Auf etwas höheren Blindlvls openlimpe ich gar nicht mehr. Sollte ich dann in Late Position first in mit nem kleinen Pockets kommen, wirds wenn ich mir sehr viel FE gebe geraist und ansonsten eben direkt gefoldet.

      zu Punkt 2: Die Push-or-Fold-Phase beginnt bei mir meistens erst bei 10 BB. Es gibt Ausnahmefälle, in denen ich auch mit 11-13 oder sogar manchmal 15-16 BB (dann aber üblicherweise nach 1-2 Limpern) pushe, meistens wenn ich mir zu wenig FE mit nem normalen Raise gebe, oder wenn ich gegen nen Reraise vor ner schweren Entscheidung stehen würde. Sowohl hohe Paare als auch eher marginale Hände raise ich da aber lieber normal, um wahlweise auf nen Reraise noch folden zu können, oder genau den zu provozieren.
      Ich denke, das kann auch ein guter Gegner nicht so ohne weiteres ausnutzen.

      zu Punkt 3: Wenn ich sehe was diverse Fische gegen mich schon mit gelimpten Aces rausgeholt haben, scheint der Move profitabel zu sein, drüber nachgedacht hab ich auch schon oft - aber es sein lassen: Am Anfang des SNGs ist mir das zu riskant, da gibts viel zu oft unraised Pots, und genau da fliegen dann die AA-Limper oft genug raus, weil sie ihre Hand überspielen. Ich trau mir zwar mittlerweile zu, das nicht zu tun, aber denke mit nem normalen Raise hol ich da dann doch mehr Value raus in vielen Fällen.
      Gegen Ende wäre ein Limp mit Aces sicherlich sehr profitabel - wenns denn keiner merkt. Ich limpe aber ab einem gewissen Blindlvl gar nicht mehr. Manchmal spiel ich complete-donk-Flop, deshalb ist es eine Option, das auch mit AA zu machen, und das tu ich dann auch. Aber in jeder anderen Position würde ich mit ~10-20 BB nicht limpen, und wenn ich das dann doch tue über kurz oder lang meine Hand verraten. Solange ich also meine Strategie nicht auf deutlich mehr Openlimps umstelle (und ich wüsste momentan keinen sinnvollen Grund, das zu tun), werd ich das auch mit AA nicht machen.
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von sammy
      Zu Punkt 1) Niedrige Pocketpairs waren bei unsren Tests Overall im plus durch limpen. Allerdings muss ich hier zugeben, bin ich mir auch nicht 100%tig sicher, ob das longterm eine gute Lösung ist, da denke ich auf jeden Fall nochmal drüber nach, danke.

      zu Punkt 2) Der Grund, wieso der Bereich recht hoch angesetzt ist folgender: Die Phase zwischen 11 und 13 BB ist nicht unbedingt einfach, wenn man nicht push/fold spielt, da die richtige Balance zwischen Steals, Resteals und Folds recht schwer ist und dort große Fehler gemacht werden können.
      Durch Push/Fold schließt man da für absolute Anfänger eine Fehlerquelle aus. Der Fehler, der durch 13 BB Pushes resultiert ist sehr sehr geringt, darum meiner Meinung nach absolut vertretbar, wenn dadurch andere Fehler ausgeschlossen werden (falsche folds auf resteals, schlechtes postflop spiel bei nem gegner call etc).

      zu Punkt 3) Ähnlich wie Punkt 2. Postflop machen vor allem absolute Anfänger gerne Fehler in unraist Pötten. Vor diesen Fehlern müssen Anfänger beschützt werden. Natürlich gibt es Situationen, wo ein Limp nicht verkehrt ist (super Aggro Gegner hinter einem der gerne broke geht etc), aber generell bekommt man mit Aces auch so sehr oft einen Pay-Out auf den niedrigen Limits ohne in eine Situation zu komme, wo man irgendeinen Fehler mit Aces machen könnte (unraist pot beispielsweise, im raist pot geht man eh zu 99,9% broke mit Aces).
      Zu 1) Die Effektivität des limpens von Pockets sinkt m.M.n. je höher das gespielte Limit ist. Je höher das Limit, desto tighter und aggressiver werden die Gegner. Zudem gehen die Villains nicht mehr mit Händen wie TPTK broke. Das bedeutet, dass man 1) weniger unraised pots spielen kann und die Hand öfter preflop folden muss und 2) dass die implied odds sinken, da man weniger Gegner hat und diese einen nicht mehr so freigiebig ausbezahlen.

      zu 2) Absolut richtig. Für Anfänger tut sich hier natürlich eine potentielle Fehlerquelle auf. Durch die 13 BB pushes erspart man sich schwierige postflop Entscheidungen und die Dinger sind ICM-mäßig bestimmt korrekt und unexploitable. Dennoch glaube ich, dass man als Fortgeschrittener hier noch einiges an equity rausholen kann, wenn man sich diese sehr marginalen pushes spart und auf bessere Situationen wartet.

      zu 3) wie bei Punkt 2 ist hier natürliche eine Gefahrenquelle für Anfänger vorhanden. Ich finde aber wenn man gelegentlich einen solchen move einstreut, das Ganze schon +EV sein kann. Die Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen (sehr aggressiver Tisch und nicht nur any 2 limpende Fische).

      @HoRRoR: Ganz so stumpf spiele ich natürlich nicht. Das mit den Aces limpen ist nur für mich eine Variation, die ich gelegentlich einstreue. Genauso raise ich ab und an 99 oder TT aus EP, wenn der Tisch supernitty ist. Man will ja nicht readable werden.


      Wie hier schon oft erwähnt, sind die angesprochenen Punkte für Fortgeschrittene und für Anfänger eher ungeeignet. In den nicht mehr ganz so niedrigen Limits (sagen wir mal ab 22$) können die Anpassung aber durchaus die equity und damit den ROI erhöhen, falls man über ein sicheres postflop Spiel verfügt.

      Ich finde es gibt relativ wenige Artikel in der Strategie Sektion für Fortgeschrittene SnG-Spieler (nur 4 Gold- und gar keine Platin- oder Diamond-Artikel). Vielleicht gibt der Fred hier ja einen Anstoss dazu, wie man sein Spiel gegen stärkere Villains etwas modifizieren kann. Bestimmt gibt es noch mehrere Punkte (z.B. Stop n Go moves), die es evtl. Wert wären mal wieder einen neuen SnG Gold-Artikel zu schreiben =)
    • Kugelfang
      Kugelfang
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2005 Beiträge: 5.942
      Original von Forstning
      Original von smartguy0815
      hi

      ich kann die punkte gut nachvollziehen und komme zu einem ähnlichen schluss.

      zu slowplaying aces habe ich eine kleine anmerkung. mit dem slowplay ist die gefahr gegeben, dass du vielen crap hands u.a. dem small als auch dem big blind einen billigien flop gibst. ich glaube es war bei harrington wo ich so eine art timer für slow play von monstern gelesen habe. undzwar beschrieb er, dass man die aces in 2/3 aller fälle raisen solle und in einem drittel slowplayen kann. dazu der einfache trick wenn man die aces gedealt bekommt kurz schauen wo gerade der sekundenzeiger der uhr steht - wenn zwischen 0-40 sek dann raisen wenn zwischen 40-60 dann slowplay...

      beste grüße
      O_O "tellig"
      Quatsch, man schaut ja auf seine eigene Uhr.
      Harrington führt das ja auch weiter aus. Der Gegner kann selbst live nur erkennen, dass du eine Random entscheidung fällst - bringen tut es ihm aber nichts! Klar, wenn man das nur für AA slowplay macht, isses auffällig. H gibt aber den Tip, jede "x% raise, y% call z% fold"-entscheidung über die uhr zu entscheiden, da der Mensch selbst keine solche Zufallsentscheidung treffen kann. "Aus dem Bauch heraus" kriegt man es niemals hin, wirklich in statistischen 90% dies und in den anderen 10% das zu tun. Da ist der "uhrentrick" schon nicht schlecht.

      Aber Egozocker hat recht, Grund ist für Harrington die Description.
    • luxxx
      luxxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2006 Beiträge: 12.889
      Zur Verteidigung von denjenigen, die die Tabellen erstellt haben, muss ich aber auch anfuehren, dass in fast jedem Coaching erwaehnt wird, dass die Tabellen nur als Richtlinie gelten und nicht auf die Gegner oder Situation eingehen. Die Tabellen sind so ausgelegt, dass man als Anfaenger eher auf der sicheren Seite ist und das ist bestimmt auch nicht falsch.
      Openlimp auf den untersten SNG-Level ist auf jeden Fall profitabel, da man haeufig durch 2pair oder TPTPK ausbezahlt wird. Und Asse raisen ist einfach erstmal die Erziehungsmassnahme fuer Anfaenger das Slowplayen sein zu lassen, was einem viel viel Geld kosten kann (am eigenen Leib schon oft erfahren muessen, weil ich es manchmal einfach nicht sein lassen konnte).
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 9.408
      Original von Kugelfang
      H gibt aber den Tip, jede "x% raise, y% call z% fold"-entscheidung über die uhr zu entscheiden, da der Mensch selbst keine solche Zufallsentscheidung treffen kann. "Aus dem Bauch heraus" kriegt man es niemals hin, wirklich in statistischen 90% dies und in den anderen 10% das zu tun. Da ist der "uhrentrick" schon nicht schlecht.
      Im Idealfall macht man es ja auch nicht komplett zufällig, sondern in Abhängigkeit von deinen Gegnern, deinem Table Image etc.

      Wenn du "zufällig" 10 mal in Folge raist, und zum ersten Mal mit deinen Gegnern am Tisch sitzt, bringt es dir gar nichts. Da würde man spätestens beim vierten Mal schon den Vorteil des Images mitnehmen, weil es sonst -EV ist.
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Ich wollte nochmal kurz anmerken, dass die ganze Strategie unter Basic natürlich für Anfänger ausgelegt ist, somit für niedrige Limits und möglichst Fehler vermeidend. Alles was ich oben zur Strategie geschrieben habe bezieht sich nur auf die Strategie bezogen auf User, die neu mit SNGs anfangen. Sachen wie "Line-Balancing" oder Deception spielen auf den niedrigen Limits keine bis eine minimale Rolle.

      Bei allen genannten Punkten kann man selbstverständlich mehr Value rausholen mit dem nötigen Skill und entsprechenden Abweichungen. Die Silber sowie Gold Sektion soll bis Ende des Jahres noch erheblich ausgebaut werden, bei Artikeln sowie natürlich auch in einer totalen Generalüberhohlung des ICM Trainers.
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von sammy
      Bei allen genannten Punkten kann man selbstverständlich mehr Value rausholen mit dem nötigen Skill und entsprechenden Abweichungen. Die Silber sowie Gold Sektion soll bis Ende des Jahres noch erheblich ausgebaut werden, bei Artikeln sowie natürlich auch in einer totalen Generalüberhohlung des ICM Trainers.
      Das klingt doch schon mal sehr vielversprechend. Es gibt ja doch sehr viele Ps.deler die SnGs spielen und die Strategie-Sektion ist im Vergleich zu FL oder NL noch recht mager. Auch was Videos anbelangt ist die SnG-Fraktion nicht sooo gut wie bei Fl oder NL. Die Diamond Videos von Trader kann ich leider nicht schauen und sonst veröffentlicht ja nur Unam neue Vids. Diese schaue ich mir auch immer an, allerdings...naja nichts gegen Unam, aber ich finde das Ganze doch mal manchmal sehr nitty. Er verläßt sich halt hauptsächlich auf seine ICM-skills (die er definitv auch hat), aber in manchen Sitautionen könnte man m.M.n. doch mehr value rausholen.

      Der Hammer wäre natürlich, wenn der Elephant auch für SnGs nutzbar wäre- Sone Mischung aus PT und SnG Wizard quasi =)
      Ich freue mich auf jeden Fall über den geplanten Ausbau der Strategie-Sektion.

      So long,

      PaulDusel
    • 1
    • 2