Gabriel und die Volksverdummung

    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Auszug aus einer Forderung unseres Umweltministers, endlich die Diskussionen um den Ausstieg vom Atomausstieg zu beenden:

      WELT ONLINE: Längere Laufzeiten würden die Energiepreise nicht drosseln?


      Gabriel: Das ist Volksverdummung! Atomstrom aus alten abgeschriebenen Anlagen ist zwar in der Herstellung billig, wird aber an der Strombörse teuer verkauft. Warum steigen eigentlich seit Jahren die Strompreise? Selbst der CDU müsste doch auffallen, dass die deutschen Atomkraftwerke alle laufen und trotzdem die Preise steigen. Zweite Frage: Warum soll das russische Gas zum Heizen unserer Wohnungen billiger werden, wenn die deutschen Atomkraftwerke länger laufen? Und drittens: Wo fahren in Deutschland Autos mit Kernbrennstäben im Tank herum? Die Union betreibt nur das Geschäft der Atomlobby.


      WELT ONLINE: Wie wollen Sie den hohen Energiepreisen begegnen?


      Gabriel: Mit Energieeffizienz. Daneben benötigen wir einen Wechsel zu mehr erneuerbaren Rohstoffen. Wir setzen etwa auf Kraft-Wärme-Kopplung und moderne Heizungen. Wohnungen und Häuser müssen besser gedämmt werden.




      Gibt es noch jemanden ausser mir, den dieser Absatz unglaublich tiltet? Warum die Strompreise trotz laufender AKWs steigen, fragt er polemisch. Weil wir ineffizienten und teuren Solar- Wind und Biostrom einspeisen, weil die weltweite Nachfrage steigt und wir mehr importieren müssen. Wie KÖNNTE auch ein "weiterlaufen wie bisher" von einer Energiequelle, die nur ein paar Prozente zu unserer Versorgung liefert, den gesamten Strompreis unten halten? Das soll eine Argumentation sein, wieso wir sie auch gleich abschalten und die Preise durch Ökostrom noch weiter erhöhen können?

      "Wo fahren in Deutschland Autos mit Kernbrennstäben im Tank herum?" - dieser Satz ist wohl die ultimative Frechheit. Habt ihr schon mal Autos mit Wind- oder Solaranlagen auf dem Dach gesehen? Unser langfristiges Ziel heisst Wasserstoff, und für dessen elektrochemische "Herstellung" werden - genau wie für JEDE andere Form von realistischen umweltfreundlichen Antrieben - Unmengen an Strom benötigt. Ich wäre entsetzt darüber, wenn Gabriel das nicht wüsste - aber er betreibt wohl ausgerechnet in jedem Absatz Volksverdummung, in dem er es anderen vorwirft.

      Dann stellt er es so da, als wäre Energieeffizienz ein "Gegenkonzept" zu längeren AKW-Laufzeiten, in Wirklichkeit ist es doch völlig unabhängig und ergänzend dazu, dass wir unseren Strom in jeder erdenklichen Form sparen müssen. Die Nachfrage und die Preise werden weiter steigen, warum sollten wir uns da aufs "sparen" beschränken?

      Herrlich finde ich ja, dass rund um den Globus hunderte AKWs aus dem Boden gestampft werden - USA, China, Frankreich - aber bei unserem lächerlichen Anteil von <10% der AKWs an der Gesamtenergieversorgung wird von Politik der Atomlobbies geredet. Ich würde eher von Ökolobbies sprechen, denn bis jetzt können sich erneuerbare Energien nur durch die Politik und eine Gutmensch-Käuferschicht (bei Solarzellen) auf dem Markt halten. Ich bin selbst Physiker und sprach erst vor kurzem mit jemandem aus der Halbleiterindustrie, der mir detailliert von dem Herstellungsprozess der Solarzellen erzählte (tagelang bei über 14000 Grad (!), die Energie kommt von AKWs und Kohle) und sich selbst darüber lustig machte, dass er eigentlich ein Modeprodukt herstellt, damit sich die Leute hinterher freuen können, sie wären umweltfreundlich und energiesparend.
  • 16 Antworten
    • Julian2503
      Julian2503
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 1.893
      http://mcfjbayer.de/julian/images/thx4info.jpg

      Ich glaub, du solltest so ein Thema lieber im richtigen Forum eröffnen.

      Und zwar hier!

      Und was sollen wir jetzt dazu schreiben? Soll ich klatschen, weil du Physiker bist? Ok, done.

      Und nun?

      Achja, no offense, no flame. Aber irgendwie tiltet mich dein Tilt ein wenig.
    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Ach dann verschiebts halt, oder löscht es. Musste mir den Frust von der Seele schreiben. Hier steht so viel irrelevantes Zeug, als ob so ein Thread den Weltuntergang bedeutet.
    • Julian2503
      Julian2503
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 1.893
      Nee, wollt halt nur wissen, was der Sinn dieses Posts war. Was frustriert dich daran bitte? Arbeiteste in nem AKW? Dann lies dir einfach das Programm der CDU durch, das bringt dich sicher wieder zum Strahlen ;)
    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Nein, persönlich bin ich davon nicht direkt betroffen. Es geht mir aber gegen den Strich, dass - aus meiner Perspektive - entweder komplette Inkompetenz oder Propaganda das Land leiten, in dem ich lebe.
    • Julian2503
      Julian2503
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 1.893
      Das fällt dir jetzt auf? Herr Gabriel ist ja auch jahrelang aufgrund fundamentaler Kenntnisse im Bereich Umwelt und Energiewissenschaft von den Grünen umworben worden und als er noch Ministerpräsident war, wollte er - getreu des Nds. Wappens - Autos durch Pferde ersetzen.

      NOT


      Ich find, dafür, dass er so wenig Erfahrung und Ahnung hat verkauft er sich doch recht gut in den Medien. Ist halt n guter Redner, bei dem eher das "wie" als das "was" auffällt.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      War das schon jemals anders? Frag mal nen Steuerberater, was der zu unseren Politikern sagt. Und das nicht nur zu den heutigen. Es gab auch früher schon den Märchenonkel Nobby und andere.
    • AllvaterOdin
      AllvaterOdin
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2007 Beiträge: 528
      Es geht mir aber gegen den Strich, dass - aus meiner Perspektive - entweder komplette Inkompetenz oder Propaganda das Land leiten, in dem ich lebe.


      War das schonmal anders?? Was denkst du wovon die Politiker leben ? :) Es fehlt einfach eine Partei die die Wahrheit sagt, weil sie keiner wählen würde.
    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Es ist wirklich schade, dass sich kaum fähige und erfolgreiche Leute in die Politik berufen fühlen. Ist wohl ein ekliger Job; man muss sich verbiegen und lügen um im Geschäft zu bleiben, steht dauernd im Rampenlicht und verdient dabei nicht mal so viel. Das ist die Kehrseite der Demokratie: die Politiker müssen primär keine gute Politik machen, sondern gute Werbung.
    • Powaaah
      Powaaah
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 1.508
      mmh... abgesehen das ich auch davon überzeugt bin das die preise zumindest leicht steigen so lese ich die aussagen ein wenig anders.

      Gabriel führt ja nur aus das der atomstrom nicht für den derzeitigen preisanstieg verantwortlich ist, bzw. deren baldiger ausstieg. Sondern das so ziemlich alle anderen extrem teurer werden. Was man schön am "autos fahren nicht mit kernbrennstäben rum" sehen kann.

      Er sagt ja quasi das die 10% atomstrom wenn sie wegfallen auch kaum noch auswirkungen auf höhere stromkosten haben weil sie eben jetzt schon kaum eine auswirkung dagegen haben. Außerdem sag ich mal so... das unternehmen verkauft seinen strom für 19cent pro kwh z.b. und da ist es wurst ob der strom aus atomkraft oder solar kommt... du zahlst immer das gleiche. Der endpreis ist der gleiche der gewinn der energieunternehmen ist nur größer.

      Er hat durchaus recht das die energieeffizienz ein sehr großes problem darstellt, dadurch könnten einige kraftwerke eingespart werden.


      Ja politiker nutzen nunmal gerne stilmittel die einige nicht verstehen.

      Dennoch könnte man sagen mit mehr atomstrom wäre der strom billiger.
    • Dodo26
      Dodo26
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2006 Beiträge: 106
      Hey Rabenstein,

      will Dich nicht anflamen oder ähnliches, aber hast Du Dich eigentlich mal mit dem Thema ein wenig mehr beschäftigt?

      Hier mal ein paar Daten, um Dich mal ein wenig zum Nachdenken zu bringen:

      Du schreibst folgendes:
      Warum die Strompreise trotz laufender AKWs steigen, fragt er polemisch. Weil wir ineffizienten und teuren Solar- Wind und Biostrom einspeisen, weil die weltweite Nachfrage steigt und wir mehr importieren müssen. Wie KÖNNTE auch ein "weiterlaufen wie bisher" von einer Energiequelle, die nur ein paar Prozente zu unserer Versorgung liefert, den gesamten Strompreis unten halten? Das soll eine Argumentation sein, wieso wir sie auch gleich abschalten und die Preise durch Ökostrom noch weiter erhöhen können?

      Tatsache ist aber das:
      Im Jahre 2005 (aktuellere Daten findet man leider nicht so leicht) hat Deutschland Strom sogar exportiert und nicht importiert.
      Mehrere aktuelle Studien (darunter auch vom Umweltbundesamt) gehen davon aus, dass der Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2020 (Ausstieg aus der Atomenergie) leicht sinken wird.
      Du schreibst, dass der Strom aus Erneuerbare Energien teuer ist. Wenn man die externen Kosten der Atomenergie hinzurechnen würde wie man es eigentlich auch macht, wenn man ökonomisch gesehen kein Idiot ist, dann ist Atomstrom nicht mal im Ansatz konkurrenzfähig. Sehr viele Kosten, die eigentlich die Atomwirtschaft tragen müsste, trägt nämlich der Staat: z.B. Atomtransporte, Zwischenlagerung, Endlagerung (die in Deutschland im übrigen noch nicht mal ansatzweise geklärt ist), Kosten bei einem Unfall. Der letzte Punkt ist eigentlich das heftigste überhaupt. Die Energiefirmen müssen z.B. bei einem möglichen Supergau "nur" ein paar Hundert Millionen zahlen als Schadensersatz und den Rest übernimmt der Staat. Und falls es mal so einen Supergau geben sollte, was wir alle nicht hoffen wollen, dann wird mit Sicherheit Schaden in Höhe von Milliarden Euro entstehen.
      Des Weiteren werden mittlweile schon 13.5% der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien gestellt, das entspricht der Hälfte vom Atomstrom (26%). Soviel zum Thema "ein paar Prozent".


      Du schreibst:
      Herrlich finde ich ja, dass rund um den Globus hunderte AKWs aus dem Boden gestampft werden - USA, China, Frankreich - aber bei unserem lächerlichen Anteil von <10% der AKWs an der Gesamtenergieversorgung wird von Politik der Atomlobbies geredet. Ich würde eher von Ökolobbies sprechen, denn bis jetzt können sich erneuerbare Energien nur durch die Politik und eine Gutmensch-Käuferschicht (bei Solarzellen) auf dem Markt halten. Ich bin selbst Physiker und sprach erst vor kurzem mit jemandem aus der Halbleiterindustrie, der mir detailliert von dem Herstellungsprozess der Solarzellen erzählte (tagelang bei über 14000 Grad (!), die Energie kommt von AKWs und Kohle) und sich selbst darüber lustig machte, dass er eigentlich ein Modeprodukt herstellt, damit sich die Leute hinterher freuen können, sie wären umweltfreundlich und energiesparend.

      Tatsache:
      Überprüfe mal wieviel Subventionsgelder in den letzten Jahrzenten in die Atomwirtschaft geflossen sind und dann wieviele Gelder in die Erneuerbaren Energien gewandert sind. Wenn Du das getan hast, dann wirst Du mit Sicherheit fesstellen, dass der Atomstrom nicht marktfähig ist, aber gemacht wird durch diverse Unterstützung aus der Politik.

      Dein Argument mit den Solarzellen finde ich gut. Das ist sogar mal teilweise richtig, denn die alte Herstellung von Solarzellen war alles andere als umweltfreundlich. Das war aber einmal. Die Technik wurde in dieser Hinsicht verbessert und die Produktionsweise hat sich auch geändert.

      Könnte noch viel mehr schreiben, aber wird jetzt langsam zuviel. Wie gesagt, ich möchte Dich nicht als dumm darstellen oder ähnliches, aber bevor Du Dich über Herrn Gabriel aufregst und über seine "Volksverdummung", solltest Du schauen, dass Du über ein Thema redest, in dem Du Dich ein wenig besser auskennst. Das ist bei diesem Thema eindeutig nicht der Fall. Ich selbst kenne ich mich auch nicht super auf diesem Fachgebiet aus, aber schreibe gerade eine Hausarbeit zu diesem Thema. Und selbst mit meinem bisschen angelesenem Wissen kann ich Deine Erläuterungen bereits widerlegen und das sollte Dir eigentlich zu denken geben.

      Nur weil man vielleicht eine Partei wählt die schwarz ist, sollte man nicht immer alles glauben, was die so alles gut reden. Ich selbst bin den Grünen sehr angetan (gebe ich zu und wird man bestimmt auch gemerkt haben), aber ich weiß auch, dass die teilweise auch nicht ganz reale Vorstellungen haben. Deshalb immer schön überall Meinungen anhören, analysieren und dann seine eigene Meinung bilden. Und wie gesagt, nicht über etwas reden wovon man eigentlich keine Ahnung hat und das dann anderen auch noch erzählen. ;)
      Gruß!

      PS: Falls Du irgendwelche Beweise, Quellen, Studien oder ähnliches haben möchtest, dann sag Bescheid, alles vorhanden!
    • Michael731
      Michael731
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.063
      Original von Rabenstein
      Auszug aus einer Forderung unseres Umweltministers, endlich die Diskussionen um den Ausstieg vom Atomausstieg zu beenden:

      WELT ONLINE: Längere Laufzeiten würden die Energiepreise nicht drosseln?


      Gabriel: Das ist Volksverdummung! Atomstrom aus alten abgeschriebenen Anlagen ist zwar in der Herstellung billig, wird aber an der Strombörse teuer verkauft. Warum steigen eigentlich seit Jahren die Strompreise? Selbst der CDU müsste doch auffallen, dass die deutschen Atomkraftwerke alle laufen und trotzdem die Preise steigen. Zweite Frage: Warum soll das russische Gas zum Heizen unserer Wohnungen billiger werden, wenn die deutschen Atomkraftwerke länger laufen? Und drittens: Wo fahren in Deutschland Autos mit Kernbrennstäben im Tank herum? Die Union betreibt nur das Geschäft der Atomlobby.


      WELT ONLINE: Wie wollen Sie den hohen Energiepreisen begegnen?


      Gabriel: Mit Energieeffizienz. Daneben benötigen wir einen Wechsel zu mehr erneuerbaren Rohstoffen. Wir setzen etwa auf Kraft-Wärme-Kopplung und moderne Heizungen. Wohnungen und Häuser müssen besser gedämmt werden.




      Gibt es noch jemanden ausser mir, den dieser Absatz unglaublich tiltet? Warum die Strompreise trotz laufender AKWs steigen, fragt er polemisch. Weil wir ineffizienten und teuren Solar- Wind und Biostrom einspeisen, weil die weltweite Nachfrage steigt und wir mehr importieren müssen. Wie KÖNNTE auch ein "weiterlaufen wie bisher" von einer Energiequelle, die nur ein paar Prozente zu unserer Versorgung liefert, den gesamten Strompreis unten halten? Das soll eine Argumentation sein, wieso wir sie auch gleich abschalten und die Preise durch Ökostrom noch weiter erhöhen können?

      "Wo fahren in Deutschland Autos mit Kernbrennstäben im Tank herum?" - dieser Satz ist wohl die ultimative Frechheit. Habt ihr schon mal Autos mit Wind- oder Solaranlagen auf dem Dach gesehen? Unser langfristiges Ziel heisst Wasserstoff, und für dessen elektrochemische "Herstellung" werden - genau wie für JEDE andere Form von realistischen umweltfreundlichen Antrieben - Unmengen an Strom benötigt. Ich wäre entsetzt darüber, wenn Gabriel das nicht wüsste - aber er betreibt wohl ausgerechnet in jedem Absatz Volksverdummung, in dem er es anderen vorwirft.

      Dann stellt er es so da, als wäre Energieeffizienz ein "Gegenkonzept" zu längeren AKW-Laufzeiten, in Wirklichkeit ist es doch völlig unabhängig und ergänzend dazu, dass wir unseren Strom in jeder erdenklichen Form sparen müssen. Die Nachfrage und die Preise werden weiter steigen, warum sollten wir uns da aufs "sparen" beschränken?

      Herrlich finde ich ja, dass rund um den Globus hunderte AKWs aus dem Boden gestampft werden - USA, China, Frankreich - aber bei unserem lächerlichen Anteil von <10% der AKWs an der Gesamtenergieversorgung wird von Politik der Atomlobbies geredet. Ich würde eher von Ökolobbies sprechen, denn bis jetzt können sich erneuerbare Energien nur durch die Politik und eine Gutmensch-Käuferschicht (bei Solarzellen) auf dem Markt halten. Ich bin selbst Physiker und sprach erst vor kurzem mit jemandem aus der Halbleiterindustrie, der mir detailliert von dem Herstellungsprozess der Solarzellen erzählte (tagelang bei über 14000 Grad (!), die Energie kommt von AKWs und Kohle) und sich selbst darüber lustig machte, dass er eigentlich ein Modeprodukt herstellt, damit sich die Leute hinterher freuen können, sie wären umweltfreundlich und energiesparend.



      Dann kauf dir doch ein Haus direkt neben einem Atomkraftwerk oder Endlager. Meine Fresse.
    • grandhand
      grandhand
      Bronze
      Dabei seit: 06.10.2006 Beiträge: 1.535
      Original von Dodo26
      Du schreibst, dass der Strom aus Erneuerbare Energien teuer ist. Wenn man die externen Kosten der Atomenergie hinzurechnen würde wie man es eigentlich auch macht, wenn man ökonomisch gesehen kein Idiot ist, dann ist Atomstrom nicht mal im Ansatz konkurrenzfähig. Sehr viele Kosten, die eigentlich die Atomwirtschaft tragen müsste, trägt nämlich der Staat: z.B. Atomtransporte, Zwischenlagerung, Endlagerung (die in Deutschland im übrigen noch nicht mal ansatzweise geklärt ist), Kosten bei einem Unfall.
      Äh, hab ich was verpasst? Die Rückstellungen für Endlagerung usw. sind gesetzlich geregelt und weden zu 100 % durch die Betreiber getragen. (Gabs letztens ne Anfrage von Grünen und Linkspartei, ob man diese Mittel nicht in einen Fonds für erneurbare Energien stecken sollte - DAS nenn ich mal verantwortungsbewusst...)

      Und Unfall? Warum denkt eigentlich jeder hierzulande, dass unsere KKW in die Luft fliegen wie damals Tschernobyl? Tun sie nicht, geht technisch garnicht.

      Und letztendlich, was bringt es, wenn Deutschland sich als Technologieführer von der Kernenergie verabschiedet und rundherum neue KKW entstehen? Dabei geht nur Einfluß, unter anderem auch auf die Sicherheitsarchitektur, verloren. Und hier werden - auch dank BMU (und das mein ich ernst) -Standards gesetzt.

      Naja, finds immer wieder seltsam zu sehen, wie Leute, die keine Ahnung von der Technik zu haben scheinen darauf rumhacken.

      Ah, Thema Endlagerung: "Nicht mal im Ansatz geklärt"? Man sieht, dass Du Dich ausführlich mit der Materie beschäftigst und fleißig Greenpeace-Propaganda liest...

      Nix für ungut, wär ich nicht zu faul würd ich glatt ein paar Links zum Thema posten; Problem ist nur, dass es imho nichts unabhängiges gibt. Entweder wird sowas vom BMWi oder Atomforum gesponsert oder halt vom UBA, BMU, Ökoinstitut oder Greenpeace.
    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Original von Dodo26
      will Dich nicht anflamen oder ähnliches, aber hast Du Dich eigentlich mal mit dem Thema ein wenig mehr beschäftigt?
      Ja. Ich habe sogar an einem Lehrstuhl gearbeitet der Grundlagenforschung für organische Solarzellen betrieb, da wurde die Energiepolitik häufig zum Thema.

      Original von Dodo26
      Tatsache ist aber das:
      Im Jahre 2005 (aktuellere Daten findet man leider nicht so leicht) hat Deutschland Strom sogar exportiert und nicht importiert.
      Warum finde ich dann gleich auf der ersten Seite in Google mehrere Links, die den Import quantifizieren, wie zB http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,458934,00.html, und wieso gestehen selbst die Anti-Kernenergie und Ökoleute ein, dass wir einen Großteil unserer Energie importieren?


      Original von Dodo26
      Mehrere aktuelle Studien (darunter auch vom Umweltbundesamt) gehen davon aus, dass der Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2020 (Ausstieg aus der Atomenergie) leicht sinken wird.
      Auch hier ist binnen Sekunden eine Gegenstudie (http://www.onlinezeitung24.de/article/369) gefunden, die von einem Anstieg von 30% bis 2025 ausgeht. Der einzige Fakt ist, dass keine Studie wirklich wissen kann, wie sich der Stromverbrauch entwickelt. Das hängt davon ab, wie gut sich Energiesparmaßnahmen durchsetzen, von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und von neuen Technologien. Eine TENDENZ sehe ich allerdings nach oben, in globalen Maßstäben sowieso. Und die spielen auch eine Rolle, weil erhöhte Nachfrage die Kosten für Importstrom treibt.


      Original von Dodo26
      Du schreibst, dass der Strom aus Erneuerbare Energien teuer ist. Wenn man die externen Kosten der Atomenergie hinzurechnen würde wie man es eigentlich auch macht, wenn man ökonomisch gesehen kein Idiot ist, dann ist Atomstrom nicht mal im Ansatz konkurrenzfähig.
      Konkurrenzfähig zu was? Windkraft, bei dem man eine Fläche von der Größe von Hessen zustellen müsste, um unsere Deckung durch Atomkraftwerke zu ersetzen? Solarenergie, deren höchstens minimale Nettoproduktion mit zunehmend steigenden Rohstoffkosten und einem aufwändigen Herstellungsprozess bezahlt werden muss? Einzige Konkurrenz ist Kohle, und wir alle wissen um das Problem, dass uns langsam aber sicher die fossilen Brennstoffe ausgehen, mal ganz abgesehen von Klimadiskussionen.

      Original von Dodo26
      Sehr viele Kosten, die eigentlich die Atomwirtschaft tragen müsste, trägt nämlich der Staat: z.B. Atomtransporte, Zwischenlagerung, Endlagerung (die in Deutschland im übrigen noch nicht mal ansatzweise geklärt ist), Kosten bei einem Unfall. Der letzte Punkt ist eigentlich das heftigste überhaupt. Die Energiefirmen müssen z.B. bei einem möglichen Supergau "nur" ein paar Hundert Millionen zahlen als Schadensersatz und den Rest übernimmt der Staat. Und falls es mal so einen Supergau geben sollte, was wir alle nicht hoffen wollen, dann wird mit Sicherheit Schaden in Höhe von Milliarden Euro entstehen.
      Die Frage, die ich mir bei "Atomstrom ist doch mindestens genauso teuer" immer stelle, ist wieso andere Staaten diesen dann gewinnbringend exportieren können. Wir in Deutschland haben ja einen "Grund" für unseren Subventionen im Ökobereich, nämlich dass wir unsere Stromversorgung "grüner" gewährleisten wollen. Was für ein Interesse hätte irgendjemand, Atomstrom, der nicht mal für den Eigenbedarf, sondern für den Export gedacht ist, so zu subventionieren dass sich all das nicht lohnt? Allein daran sieht man schon, dass die Kosten von Kernenergie im Vergleich zum Ökostrom überschätzt sein müssen. Wenn man nämlich "okönomisch gesehen kein Idiot ist", so rechnet man auch die Sekundärkosten der konkurrierenden Versorgungsarten ein (Solarzellen zB haben massiven Verschleiß, Kohle wird preislich in Zukunft explodieren, Windparks brauchen aufgrund ihrer Energiespitzen massive Speicheranlagen etc), nicht nur die von AKWs.

      Original von Dodo26
      Des Weiteren werden mittlweile schon 13.5% der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien gestellt, das entspricht der Hälfte vom Atomstrom (26%). Soviel zum Thema "ein paar Prozent".
      Der Löwenanteil daraus kommt aber aus wenig ausbaufähigen Bereichen wie der Biomasse, die weiterhin im Rahmen der Klimadiskussion kritisch sind. Ob sich Gezeitenkraftwerke, Geothermie und Solarthermie lohnen, darüber weiss ich nichts. Jedoch ist das ja auch nicht die Priorität der Regierung.


      Original von Dodo26
      Dein Argument mit den Solarzellen finde ich gut. Das ist sogar mal teilweise richtig, denn die alte Herstellung von Solarzellen war alles andere als umweltfreundlich. Das war aber einmal. Die Technik wurde in dieser Hinsicht verbessert und die Produktionsweise hat sich auch geändert.
      An der Sachlage, dass sie sich vorne und hinten nicht lohnen, hat sich überhaupt nichts geändert, und meine Informationen sind erster Hand. Besonders gerne ignoriert wird, dass die Effizienz von Solarzellen im Laufe ihrer Lebensdauer rapide abnimmt und sie eben nicht ~20 Jahre lang konstant diesselbe Energie liefern. Weiterhin tauchen auch Ausfälle praktisch nie in Studien auf, zB durch Hagel, Unwetter etc.

      Original von Dodo26
      , solltest Du schauen, dass Du über ein Thema redest, in dem Du Dich ein wenig besser auskennst. Das ist bei diesem Thema eindeutig nicht der Fall. Ich selbst kenne ich mich auch nicht super auf diesem Fachgebiet aus, aber schreibe gerade eine Hausarbeit zu diesem Thema. Und selbst mit meinem bisschen angelesenem Wissen kann ich Deine Erläuterungen bereits widerlegen und das sollte Dir eigentlich zu denken geben.
      Dir sollte eigentlich zu denken geben, dass du - trotz einer Rechercheaufgabe - nicht einmal in der Lage bist widerzugeben, dass Studien widersprüchliche Informationen liefern und es je nach Quelle unterschiedliche Meinungen gibt. Und das ist wirklich nicht schwer, wenn bereits die ersten 1-2 Hits in Google für ein Thema dies aufzeigen. Solange deine Hausarbeit nicht lautet "finde Gründe für die Weltherrschaft der Grünen", ist sie einseitig und damit unbrauchbar.

      p.s.: ich wähle überhaupt nicht schwarz
    • drcollosso
      drcollosso
      Bronze
      Dabei seit: 05.05.2006 Beiträge: 3.053
      Einwurf aus energietechnischer Sicht:

      Es muss, um die Netzstabilität zu gewährleisten, immer ein relativ hoher Anteil an konventioneller Energie zur Verfügung stehen, da diese vernünftig regelbar ist, was man der regenerativen Sorte nur bedingt bescheinigen kann. Man kann also nicht einfach die AKW-Energie durch Solar- oder Windkraft ersetzen. Solarenergie hat ja bekanntermaßen nachts so ihre Schwächeperioden und Windkraftanlagen sind zumindest jahreszeitlichen nicht unbeachtlichen Schwankungen unterworfen. Der Transport über tausende Kilometer ist durch die Verluste auch nicht der Königsweg. Eine Speicherung ist auch nicht wirklich möglich.
      Zudem ist der Wirkungsgrad von Solaranlagen in Deutschland sehr fragwürdig und würde anderswo (mit günstigeren Bedingungen) mehr Sinn ergeben, wenn man sie schon effizient einsetzen möchte. Die Wasserkraft stößt an ihre Grenzen.
    • DasWiesel
      DasWiesel
      Bronze
      Dabei seit: 30.06.2005 Beiträge: 1.185
      Warum wird eigentlcih immer sofort davon ausgegangen, daß man schwarz wählt, wenn man pro Atomkraft ist?

      Auch Helmut Schmidt zum Beispiel spricht sich doch für die Rücknahme des Atomausstiegs aus. ( http://www.zeit.de/online/2008/30/schmidt-atomausstieg-spd )

      Mich nervt vor allem das die Debatte über Atomkraft, praktisch garnicht auf Fakten und Argumenten beruht. Stattdessen werden nur Ängste geschürt und die ideologische Keule ausgepackt. So in dem Sinne: "Wer für Atomkraft ist, der frißt auch kleine Kinder"
    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Gold
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.818
      Die Energiefirmen müssen z.B. bei einem möglichen Supergau "nur" ein paar Hundert Millionen zahlen als Schadensersatz und den Rest übernimmt der Staat.


      Das ist eigentlich der entscheidende Punkt, wie zuverlässig respektive gefährlich Atomkraftwerke sind kann man doch als Laie in keinster Weise beurteilen.
      Ohne die entsprechende Informationen zu haben ist eine sachliche Diskussion - nicht nur was die Kosten angeht - daher auch quasi unmöglich.