FL-Spieler will NL antesten

    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Moin zusammen,

      spiele eigentlich FL SH 3/6 - 10/20, will aber mal ein wenig NL ausprobieren.

      In welchen Limit würdet ihr einsteigen? Will eigentlich sofort mit SH beginnen. Hätte ja theoretisch die Bankroll für NL400, aber das wäre wohl Selbstmord. Was meint Ihr von NL50? Denke, wenn ich ganz unten anfange, bekomme ich Probleme, weil ich keinen Respekt vor den Beträgen habe. Und ist Everest eine gute Seite für dieses Limit?

      Mein Ziel ist langfristig NL200-400 zu spielen, was ja ungefähr äquivalent zu meinen FL Limit ist. Ist dies mit sehr viel Aufwand verbunden? Und ist NL200 noch sehr fischig? Bei FL findet man auf Everest eigentlich immer noch Tische mit 2 Fischen auf 10/20. Und was für eine Win-Rate, oder noch wichtiger hourly rate sitzt bei NL200 drin? Also als durchschnittlicher Spieler.

      Und was sind typische Fehler, die FL SH Spieler beim Umstieg immer machen? Und welche Artikel bzw. theoretische Konzepte sind besonders wichtig bzw. wie weit sollte ich den Content überhaupt gelesen haben, bevor ich anfange?

      Gruß,
      Stefan.
  • 28 Antworten
    • Nigg0
      Nigg0
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 1.359
      Hey,
      Dass der Start auf NL400 wohl Selbstmord wäre hast du gut erkannt ;)
      Aber zuerst ma schön Theorie pauken + auf jeden Fall Videos anschauen.
      NL50 wäre ein gutes Einstiegslimit, wenn du dich da einigermaßen wohl fühlst steige aber baldmöglichst auf NL100 auf. NL100 werden dann teilweise deine Steals etc. respektiert und man kann anfangen richtig zu pokern ;) .
      Winrates von ca. 5PtBB (10BB)/100 Hände sind bis NL200 durchaus machbar.

      Da ich von FL keine Ahnung habe weis ich nich welche Fehler "ihr" bei NL macht... ich tippe ma auf Minbets :P *ne quatsch*.
      Lies dir den Content durch und schau Videos, wobei ich immer Videos bevorzugt habe.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      OK, danke erstmal, habe jetzt zumindest bis Silber die Artikel durch und ein Paar Beispielhände gelesen.

      Habe schon eine Frage zum Preflop-Spiel:

      Bei FL gibt es ein Chart von Approx, welches zum einen das ORC enthält, aber was ich bei NL nicht finde sind folgende Charts:

      - BB-Defense
      - 3-betting vs. ORC
      - 3-betting vs. x%-PFR
      - coldcalling vs. ORC / x%-PRF
      - Iso-Raising Limper

      Gibt es hier auch eine Chart-Sammlung? Am besten natürlich übersichtlich auf einer Seite :D

      Gruß,
      Stefan.
    • TimTolle
      TimTolle
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 1.160
      ich fürchte so richtige charts wirst du dafür nicht finden.

      3 betting sind bei FL drei small bets. bei NL ist das ca. 1/3 deines stacks. normalerweise investiert man das preflop nur mit super starken händen, mit denen man preflop den pot aufbauen will.

      BB-defense ist auch nicht so wichtig. vergleich mal die höhe des BB mit dem pot am showdown bei FL und NL. der pot bläht sich bei NL viel schneller auf, so dass dieser eine BB schnell nur noch ein kleiner teil ist. klar kann man gegen bekannte stealer auch mal restealen, aber defenden wie man es bei FL macht, ist bei NL seltener.

      ein isolation raise mit einer mittelstarken hand ist bei FL normal, bei NL will man aber große pötte mit diesen händen vermeiden. z.b. Toppair-hände: mit TPTK sieht man bei FL fast immer den SD, bei NL wird man damit nur selten nen großen pot spielen wollen.

      viel wichtiger bei NL sind die implied odds. deswegen kann man PPs oder SCs aus LP auch mal hinterherlimpen oder nen kleines raise callen.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      So, habe mir jetzt mal eine kleine Richtlinie für den Anfang geschrieben, damit ich nicht allzu loose werde. Gerade im FL wird eine Erhöhung nach den eigenen Raise z.B. IMMER mind. gecallt, und generell viel mehr gespielt.

      Also, First-In spiele ich immer Raise or Fold nach SH-ORC. Für alles andere:

      Jemand raised vor mir

      3-Bet: QQ - AA, AK

      Call 20: 22 - JJ

      Raise > 6 BB : AA + KK, 3-bet
      QQ + JJ + AK, call

      Raise > 10 BB: AA + KK, 3-bet

      Jemand limpt vor mir

      Overlimp: 22 - 99 in late
      A9s - A2s in late
      54s+
      QTs+

      Iso-Raise: TT - AA
      AQ - AT in late

      Min-Raise = Limp

      3-Bet nach mir

      4-Bet: AA + KK
      Call 20: 22 - QQ


      Generelle Raise-Size: 4BB + 1BB / Limper
      Generelle 3-Bet-Size: 3x Raise + 1x / caller


      Ich versuche natürlich, dies den Gegnern anzupassen, aber das soll erstmal eine erste Richtlinie sein, und halt gegen unknown. Passt das so ungefähr?

      Gruß,
      Stefan.
    • TimTolle
      TimTolle
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 1.160
      Original von Speedy84
      ...Gerade im FL wird eine Erhöhung nach den eigenen Raise z.B. IMMER mind. gecallt, und generell viel mehr gespielt....
      <snip>
      ... Passt das so ungefähr?
      Als Platin hat du Zugriff auf jeglichen Content u.a. sämtliche preflop artikel. ne neue strategie musst du nicht entwickeln bevor du spielst. :)

      und vergleich NL-preflop nicht mit FL. ich glaub nicht, dass für NL nen ORC gibt. falls doch, dann hab ich wohl kein zugriff.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      So, habe jetzt alle Artikel durch (und beim Artikel über Nash-Gleichgewichte fast gekotzt :D ) Blind-Defense scheint ja echt ein ganz anderes Thema zu sein als bei FL, ich glaube, ich schmeiß pauschal erstmal fast alles weg :P

      Das NL-ORC für SH gibt es hier:

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/no-limit/188/


      Habe mir die Sachen soweit aus den Bronze-Artikel: Das Spiel vor dem Flop, zusammengesucht.

      Wollte nur wissen, ob ich damit irgendwelche groben Fehler begehe, evtl. zu tight oder zu loose bin, oder es sonst wichtige Anpassungen gibt.

      Ehrlich gesagt kommt es mir z.B. SEHR tight vor, nur QQ-AA + AK zu 3-betten, und alle pockets zu coldcallen. Lightes 3-betten wollte ich aber am Anfang noch nicht betreiben. Das Problem sehe ich nur im balancing. Wenn ich cold-calle, tacker ich mir doch quasi pocket auf die Stirn. Wenn ich 3-bette, steht dort dann sofort monster. Oder merkt das eh keiner auf NL50?

      Gruß,
      Stefan.

      P.S.: Danke natürlich für eure Antworten.
    • Nigg0
      Nigg0
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 1.359
      Das merkt auf NL50 keiner ;)
      DU kannst deine 3betting Range auch im SB oder BB erweitern. Bei nem Loosen BU oder CO openraise 3bette ich auch noch mit 99,TT,JJ,KQ,AT
      Kleine PP am besten IMMER first in raisen und auf 3bets dann meist folden, da die wir dann nicht mehr auf SetValue callen können.
      Auf NL50 folden die Gegner teilweise doch über 80% auf 3bets, von daher kann man da seine Range entsprechend erweitern
    • tomsnho
      tomsnho
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 7.565
      JJ 3bette ich eigentlich bei SH immer preflop und TT gegen die meisten Gegner auch (gg. Unknown eigentlich immer außer bei Raise aus UTG ... wenn ich weiß der Gegner ist eine Nit dann coldcalle ich mit TT nur)

      Auch wenn einer >6BB raist - mit QQ und AK kannst da easy nochmal drüber gehen, alles andere wäre supernitty, sogar für NL50-Verhältnisse.

      Gegen aggressive Spieler kannst auch um einiges lighter 3betten, z.B. auch mal kleine Pockets aus BU vs. CO-Raise oder aus den Blinds vs. BU-Raise (da mit 33 coldzucallen ist gegen postflop halbwegs gute Spieler burning money, weil OOP und ohne Initiative bist und einfach keinen Plan hast wo mit deinem Underpair stehst - downcall wie bei FL geht da nicht).

      Ach ja, coldcallen kannst nicht nur mit Pockets: Du kannst da auch andere Hände die sich gut IP spielen lassen reinmixen, z.B. AJs/ATs (wobei aufpassen musst dass wenn das Ace triffst unter umständen von einem höheren Ace dominiert bist) oder Suited Connectors v.a. wenn schon ein Coldcaller da war.

      Wobei auf NL50 (und auch NL100) Balancing noch sehr nebensächlich ist, gibt ein paar wenige die da halbwegs aufmerksam sind - der Rest spielt bestenfalls nach Stats oder komplett blind.
      Und ab NL100/NL200 spielst dann sowieso automatisch etwas looser.

      Was wichtig ist - mach dir keine fix vorgegebenen Charts sondern passe dich flexibel an die Gegner an, wenn merkst einer raist im CO 30 % seiner Hände kannst mit ganz einer anderen Range drüberballern als wie gegen einen der da 9 % raist.

      Ach ja: In irgendeinem Artikel steht glaub ich (k.a. ob's mittlerweile geändert wurde) dass Conti-Bets ~halbe Potsize haben sollten und Valuebets 3/4 bis ganze Potsize. Dass damit dann wirklich ultra-readable bist sollte von selbst klar sein =) Contis sollten so gewählt werden dass Villain nicht weiß ob du Air hast oder was getroffen.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Hey, vielen Dank euch beide nochmal. Werde dann wohl noch etwas looser werden, und eure Änderungen entsprechend übernehmen.

      Viele Konzepte wie balancing, play vs. bestimmte Ranges, Anpassung am PFR bzw. ATS von Villain, Equity vs. bestimmte Ranges usw. kenne ich ja aus den FL, wollte mir halt nur erstmal ein gewisses Grundgerüst aufbauen, das ich dann natürlich flexibel anpasse.

      Und gerade für diese flexible Anpassung gibt es bei FL z.B. ein Chart von Approx. Hier ist als Beispiel gelistet, welche Hände man bei einen bestimmten PFR von Villain 3-betten kann. Aber NL-Spieler gehen da wohl eher nach "Gefühl".

      Naja, ich werds ja sehen, wie es so läuft. Will heute Abend übrigens meine ersten Session NL spielen, nachdem ich meinen Bonus auf Everest gecleart habe :D

      Gruß,
      Stefan.
    • tomsnho
      tomsnho
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 7.565
      Original von Speedy84
      Und gerade für diese flexible Anpassung gibt es bei FL z.B. ein Chart von Approx. Hier ist als Beispiel gelistet, welche Hände man bei einen bestimmten PFR von Villain 3-betten kann. Aber NL-Spieler gehen da wohl eher nach "Gefühl".

      Naja, ich werds ja sehen, wie es so läuft. Will heute Abend übrigens meine ersten Session NL spielen, nachdem ich meinen Bonus auf Everest gecleart habe :D

      Gruß,
      Stefan.
      Ich denk mal der Hauptunterschied ist, dass es bei FL v.a. um Equity geht, und gegen einen der z.B. 16 % openraist du eine gewisse Anzahl an Händen einfach immer 3betten kannst und die meisten anderen wohl nie. Bei NL hängt das viel mehr vom Gameflow ab, wenn du gerade ein besonders looses und aggressives Tableimage hast, dann ist's besser wenn mit mittelstarken Händen mal nur coldcallst (oder u.U. gar foldest) anstatt 3zubetten - weil einfach nicht mehr die Foldequity hast wie sonst, und weil im Gegensatz zu einem Cap bei FL eine 4bet nicht callen kannst. Umgekehrt kannst wenn deine Blinds z.B. schon lange nicht mehr aktiv defendet hast, easy 87s, 33 oder Axs 3betten, weil die Gegner dir einfach sehr viel Respekt zollen und die 3bet von der enormen Foldequity schon fast direkt profitabel ist.

      Zusätzlich kommen noch spezielle Reads auf Gegner, sodass unabhängig von den Stats gegen manche so und gegen andere wieder komplett anders spielst.

      Alles Gute dann für deinen Start heute Abend =)
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      OK, danke, poste morgen mal mein Ergebnis, wieviel Lehrgeld ich bezahlt habe :D
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      NL suckt ja mal derbe:



      Naja, eigentlich war ich mit meinen Spiel sogar relativ zufrieden, habe bis auf folgende Situationen ungefähr break even gespielt.

      1. Hand

      Known players: (for a description of vp$ip, pfr, ats, folded bb, af, wts, wsd or hands click here)&nbsp;&nbsp;&nbsp;
      Position:
      Stack
      SB:
      $126.76
      Hero:
      $64.80

      0.25/0.50 No-Limit Hold'em (5 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is MP3 with J:spade: , J:diamond:
      Hero raises to $2.00, 2 folds, SB raises to $5.00, BB folds, Hero raises to $20.00, SB calls $15.00.

      Flop: ($40.50) 2:spade: , 8:club: , 3:diamond: (2 players)
      SB checks, Hero bets $30, SB calls $30.00.

      Turn: ($100.50) 4:heart: (2 players)
      SB checks, Hero bets $14.80 (All-In), SB calls $14.80.

      River: ($130.10) 9:heart:


      Final Pot: $130.10

      Results follow (highlight to see):
      SB shows [ Qs, Qc ] a pair of Queens
      Hero shows [ Js, Jd ] a pair of Jacks
      SB wins $128.10 USD with a pair of Queens.


      Hatte nicht auf meinen Stack geachtet, push direkt am Flop? SB war Maniac 85/43/3,5/35. Oder trotzdem nittig bleiben?



      2. Hand


      Known players: (for a description of vp$ip, pfr, ats, folded bb, af, wts, wsd or hands click here)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
      keine.

      0.25/0.50 No-Limit Hold'em (5 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is BB with K:heart: , K:diamond:
      2 folds, BU calls $0.50, SB raises to $2.00, Hero raises to $8.00, BU folds, SB raises to $31.04 (All-In), Hero calls $23.04.

      Flop: ($62.58) J:diamond: , Q:club: , A:club:
      Turn: ($62.58) 4:heart:
      River: ($62.58) 5:diamond:


      Final Pot: $62.58

      Results follow (highlight to see):
      Hero shows [ Kh, Kd ] a pair of Kings
      SB shows [ Ah, 2h ] a pair of Aces
      SB wins $60.58 USD with a pair of Aces.

      Naja, geht wohl nicht anders.


      3. Hand


      Known players: (for a description of vp$ip, pfr, ats, folded bb, af, wts, wsd or hands click here)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
      Position:
      Stack
      BB:
      $104.61
      Hero:
      $50

      0.25/0.50 No-Limit Hold'em (6 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is CO with K:club: , A:spade:
      MP2 folds, MP3 raises to $2.00, Hero raises to $8.00, 2 folds, BB calls $7.50, MP3 folds.

      Flop: ($18.25) 4:spade: , 7:heart: , 6:spade: (2 players)
      BB checks, Hero bets $12, BB calls $12.00.

      Turn: ($42.25) 2:club: (2 players)
      BB checks, Hero checks.

      River: ($42.25) 5:heart: (2 players)
      BB bets $10, Hero calls $10.00.

      Final Pot: $62.25

      Results follow (highlight to see):
      BB shows [ Jc, Js ] a pair of Jacks
      Hero shows [ Kc, As ] high card Ace
      BB wins $59.25 USD with a pair of Jacks.


      Was haltet Ihr davon? Riverbet ist so klein, dass ich halt selten vorne liegen muss. Gegen größere Bet hätte ich aber gemucked.

      Ich weiß, gehört eigentlich ins Handbewertungsforum, aber ist ja quasi mein Erfahrungsbericht hier.

      Und dazu noch ein wenig klein-Zeug, 2x gegen Gutshots, 2x gegen 3-outer und 1x gegen rivered Flush gegen meine Straight verloren.

      Und 4x Asse gehabt, die keinen einzigen Flop gesehen haben :D


      But i keep on fighting.

      Gruß,
      Stefan.
    • tomsnho
      tomsnho
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 7.565
      Hand 1: Gegen 85/43 geh ich vermutlich wenn ich nichts näheres weiß auch broke - wobei hier wichtig ist wie er hohe PFR-Wert zustande kommt. Gibt Leute die regelmäßig minraisen aber ansonsten relativ nitty sind, und Leute die wirklich einem Raises, 3bets und All-Ins um die Ohren knallen.

      Bei letzterem kannst mit Jacks lachend broke gehen, bei ersterem würd ich die 3bet ernst nehmen, die guten Odds die er dir gibt nutzen und nur callen (mit 4bet isolierst dich nur gegen bessere Hände und musst mit Overpair natürlich broke gehen bzw. bei einer 5bet preflop) und entweder das SET treffen und ihn hoffentlich stacken oder ansonsten schauen dass um einen mittelgroßen Pot spielst und wenn er arg aggro wird auch mal einen toughen Fold hinlegen - sind immerhin 130BB Stacks.


      Hand 2: Nice hand, Kings gehen preflop eigentlich immer rein. V.a. weil's hier im Blindbattle ist und die effektiven Stacks nur ~60BB sind.


      Hand 3: Auf solchen Boards kannst die Contibet auch mal weglassen - v.a wird Villain oft ein Pocket haben das er hier ziemlich sicher nicht weglegen wird. Die 2 am Turn ändert auch nichts an der Situation, da nochmal eine 2nd-Barrel abzufeuern wäre vergeudetes Geld. Am River hätte ich bei diesen Odds auch gecallt, musst ca. zu 16 % vorne liegen - hab oft schon welche gesehen die noch mit KQ meinen irgendwas mit diesen Monkey-Bets erreichen zu können. Wobei sehr oft natürlich sowas wie 88 oder 99 zu sehen kriegst.

      Ich hätte in dem Fall checkbehind Flop gespielt und je nach Turnkarte und Gegneraction weitergespielt.

      ---

      Zu deinen Stats ... sind zwar absolut nicht aussagekräftig - aber imo spielst du am Turn ein Stück zu weak (kann aber auch an der geringen Samplesize liegen). Normal sollte der Turn-AF deutlich über dem River-AF leigen bzw. kein so großer Sprung von Flop zu Turn sein.
      Gerade gegen TAGs kannst am Turn z.B. eine Scarecard 2nd-barreln.

      Attempt To Steal könnte auch noch etwas höher sein.

      Aber nach 871 Händen kann das alles auch einfach kompett verzerrt sein - am Besten du postest nach 5 - 6k Händen nochmals und ganz wichtig sind auch die Position-Stats.

      Die 4 Stacks down können ganz normale Varianz sein - und natürlich ist der Umstieg auf ien komplett anderes Spiel nicht leicht, da bezahlt man anfangs wohl meistens Lehrgeld.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Hey tomsnho,

      danke für eine ausführliche Antwort. Dann bin ich ja vielleicht doch nicht ganz sooo schlecht, wie ich dachte, aber muss wohl noch ne Menge lernen. Werde mir jetzt wohl erstmal ein paar Dutzend Hände ausm Handbewertungsforum durchlesen.

      Zum Turn-AF: Hätte dazu schreiben müssen, dass ich nur SEHR selten einen Flop getroffen habe (vielleicht jedes 6. oder 7. Mal), am Flop eine Conti gesetzt habe, und am Turn häufig noch gegen 2 Leute mit A-High da stand, dann cb Turn. Die Tische waren teils recht loose (es sei denn, ich habe mal ein Set getroffen, damit habe ich nämlich keinen einzigen showdown gesehen :D ). Bin dann später hingegangen, und habe die Conti gegen 2 teils auch weggelassen.

      Steal-Raises habe ich eigentlich anfangs nach ORC gespielt, später gegen nittige TAGs aber dies sehr weit erweitert (teils fast any2). Allerdings bin ich auch gegen loose Blinds (FoldetBBtoSteal < 50) tighter geworden.

      Merke jetzt aber, dass ich durch FL schon relativ gut einschätzen kann, wie häufig Villain mit welcher Range ein board getroffen hat. Gegen einen UTG-Raise kann man gegen Nittige TAGs auf ein K82 rainbow board IP auch fast any2 raisen, die folden hier fast alles weg.

      Gruß,
      Stefan.
    • Kreatief
      Kreatief
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 13.896
      Vielleicht hilft es dir ja:

      Umstieg von FL auf NL
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Bevor ich für jede Frage einen neuen Thread aufmache, stell ich einfach meine Anfängerfragen hier rein:

      Thema Pot Control:

      Wir halten eine mittelmäßige Hand ala TPMK auf einen AT63 rainbow board. Flop haben wir gebettet, und am Turn checkt Villain wieder zu uns.

      Wenn wir hier nun behind-checken, kann uns Villain doch easy auf eine Hand readen, die entweder keine 2. Barrel feuern will, oder mittelmäßig stark ist und Pot-Control betreiben will. Somit kann uns Villain mit einer 1,5 PS-Bet oder einen shove einfach aus der Hand bluffen.

      Wie balancen wir das? Mit History könnte man ja auch seine starken Hände behind-checken, um am River zu raisen, aber gegen unknown thinking verlieren wir so Value mit unseren starken Händen.


      Gruß,
      Stefan.


      P.S.: Gestern 1,5 Stacks plus gemacht :D Nach Poker-EV bin ich sogar wieder BE, aber gestern mal wieder gegen ein Runner Runner Full-House vs. meine gefloppte Nut-Straight verloren, und gegen einen 2-Outer am River. Das bei den Beats immer sofort ein Stack drauf gehen muss :evil:

      Aber die Leute sind wirklich Ur-Schlecht und völlig easy readable. Zudem kann man mit Position auf Fische diese sehr gut ausnehmen. :P
    • Kreatief
      Kreatief
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 13.896
      Original von Speedy84
      Thema Pot Control:

      Wir halten eine mittelmäßige Hand ala TPMK auf einen AT63 rainbow board. Flop haben wir gebettet, und am Turn checkt Villain wieder zu uns.

      Wenn wir hier nun behind-checken, kann uns Villain doch easy auf eine Hand readen, die entweder keine 2. Barrel feuern will, oder mittelmäßig stark ist und Pot-Control betreiben will. Somit kann uns Villain mit einer 1,5 PS-Bet oder einen shove einfach aus der Hand bluffen.

      Wie balancen wir das? Mit History könnte man ja auch seine starken Hände behind-checken, um am River zu raisen, aber gegen unknown thinking verlieren wir so Value mit unseren starken Händen.
      Wenn ich den Read habe, checke ich meine made hands immer behind und raise den river oder calle eben seine Over-PSB.

      Der Bluff ist extrem teuer und unprofitabel für Villain, der Bluff muss ja in 100% der Fälle funktionieren.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Klar, mit den Read ist der counter einfach, das hatte ich ja auch geschrieben (mit genauen Reads ist eigentlich fast jede Situation easy)

      Aber so lange Villain weiß, dass er für uns noch unknown ist, bzw. solange Villain noch nicht von uns mit diesen Move erwischt wurde, kann er dies profitabel spielen, weil wir mit unserer offensichtlich schwachen Hand keine Overbet callen werden, oder?
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      So, nach einer Woche Urlaub auf Ibiza :D und ein paar Überlegungen zu meiner zukünftigen Pokerkarriere habe ich mich doch entschieden, wieder nach FL zu gehen.

      Der kurze Ausflug hat mir zwar Spaß gemacht, und ich bedanke mich für eure guten Ratschläge.

      Allerdings gefällt mit FL doch besser. NL wird im Vergleich doch sehr nittig gespielt, man sieht schon selten einen Flop, noch VIIIEEEL seltener einen showdown. Ich glaube, in 5K Händen konnte ich 2 oder 3 mal einen Showdown mit einer besseren Hand als TPTK gewinnen, alles andere war entweder vorher entschieden, oder wurde gerivered :P

      Zudem gefällt mir nicht so, dass vom Prinzip her der Ausgang jeder Session nur von 1 oder 2 großen Pötten abhängt. Psychisch belastet es mich beim FL nicht mehr wirklich, wenn ich ein paar mal hintereinander gerivered werde. Aber wenn ich (zumindest meiner Meinung nach) 500 Hände bei NL recht solide spiele, es langsam aufwärts geht, nur um dann am Ende bei einer Hand broke zu gehen, und +-0 rauszugehen, regt mich das dann wesentlich mehr auf.

      Beende jetzt zwar mit knapp 4 Stacks minus, aber zumindest von PokerEV her nur knapp 1 Stack minus, was wohl noch auf Varianz geschoben werden kann.

      Zumindest hat mir der Ausflug die Erkenntnis gebracht, das NL zwar Unterschiede mit sich bringt, aber nicht ein komplett anderes Spiel ist. Sollte FL irgendwann mal aussterben, weiß ich jetzt, dass NL relativ schnell erlernbar ist, um zumindest NL 100 zu schlagen (dies jetzt aus Erfahrung der Handbewertungen auf den Limit, wenn ich meine Line mit denen der Spieler und Handbewerter vergleiche)

      Gruß,
      Stefan.
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