Shortstack-Strategie: Continuationbets für Fortgeschrittene

  • 12 Antworten
    • ZackiX
      ZackiX
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.549
      Hallo Leute,

      ich habe irgendwie das Gefühl wir rechnen uns die "Wie oft muss die Conti funktionieren, damit sie profitabel ist" schön. Wie sieht den die Praxis bei der SSS aus?

      Nehmen wir eine einfache Standart Hand völlig aus der Luft gegriffen:

      No Limit 50 Stack: 9,25$ (wir waren schon einmal in den Blinds)

      Hero ist Button, mit AK

      Utg1 limp, utg2 limp,rest fold, Hero Raise 3,- $, small, big blind und UTG1 fold, UTG2 call.

      Pot: 7,25


      UTG2 check, hero?

      Conti wäre 1/2 bis 2/3 Pot also ca 3,50 bis 4,50 der Reststack von Hero ist aber nur noch 6,25 was macht er also er geht all in.

      Und schon stimmt unsere ganze schöne Rechnung nicht mehr den jetzt muss der Gegner öffter Folden, damit die Conti profitabel wird.

      Hab ich einen Denkfehler, oder ist das egal?

      Gruß

      ZackiX
    • dozzo
      dozzo
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 367
      Darüber hab ich auch schon nachgedacht. ALS SSS'ler willst Du ja i.d.R.
      spätestens am Flop mit der besten Hand All in sein.
      Ob man das noch als Contibet bezeichnet ist mir auch nicht klar.
      Aber ich versteh schon was Du meinst, da ein klassische CB als
      SSSler ja öfter in einem AI endet.

      Spielst Du gegen einen BSS muss er eigentlich noch öfter folden, da die
      implied odds gegen einen SSSler ja rel. schlecht sind.
      In der Praxis seh ichs allerdings immer wieder, dass es oft umgekehrt
      ist und Big Stacks oft geneigt sind den SSSler nicht so recht ernst zu nehmen
      und sich anscheined sagen "was solls der hat ja nicht viel ich call mal".
      Ich kann das aber nur bis NL50/100 sagen, der Artikel geht ja auch
      auf die höheren Limits ein.
      Das sind dann auch immer die Spots wo man als SSSler verzweifelt
      wenn man dann schöne Suck outs bekommt.
      Ich spiel allerdings kein SSS mehr ;)

      In Deinem Beispiel ist es ja so, dass Du Position hast und je nach Gegner
      und Board und ob Du überhaupt gehittet hast immer noch ein Freecard nehmen
      kannst um eventuell am Turn zu pushen. Die Contibet macht man ja öfter
      OOP.
    • karlo123
      karlo123
      Black
      Dabei seit: 25.06.2005 Beiträge: 10.196
      Original von ZackiX
      Hallo Leute,

      ich habe irgendwie das Gefühl wir rechnen uns die "Wie oft muss die Conti funktionieren, damit sie profitabel ist" schön. Wie sieht den die Praxis bei der SSS aus?

      Nehmen wir eine einfache Standart Hand völlig aus der Luft gegriffen:

      No Limit 50 Stack: 9,25$ (wir waren schon einmal in den Blinds)

      Hero ist Button, mit AK

      Utg1 limp, utg2 limp,rest fold, Hero Raise 3,- $, small, big blind und UTG1 fold, UTG2 call.

      Pot: 7,25


      UTG2 check, hero?

      Conti wäre 1/2 bis 2/3 Pot also ca 3,50 bis 4,50 der Reststack von Hero ist aber nur noch 6,25 was macht er also er geht all in.

      Und schon stimmt unsere ganze schöne Rechnung nicht mehr den jetzt muss der Gegner öffter Folden, damit die Conti profitabel wird.

      Hab ich einen Denkfehler, oder ist das egal?

      Gruß

      ZackiX
      Dein denkfehler in dem Fall ist, dass du neben der Foldequity immernoch Equity hast den Pot zu gewinnen.

      Du kannst es auch in 2 teile zerlegen:

      1/2 Pot Contibet ==> profitabel durch die Foldequity.

      Pusht er dich callst du den rest nach Odds und Outs nach. ==> profitbabel nach Odds und Outs.
    • MaSSahas
      MaSSahas
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2008 Beiträge: 523
      Hallo,

      was ich in dem Artikel nicht ganz verstanden habe: warum ist eine Half-Potsizebet profitabel, wenn sie in 33% der Fälle funktioniert? Sie ist dann doch EV=0?
      1/3xPot-(2/3xPot:2)=0

      Profitabel heißt, ich mache Gewinn! Das hier ist aber break even.

      Dann noch eine Frage zu dieser Passage, die ich inhaltlich nicht verstanden habe (unter der Überschrift "Wann machst du eine Continuationbet?" ---> "DU BIST IN POSITION"):
      "Schauen wir uns an, wie es gegen einen aggressiven Gegner aussieht. Du kannst dir bei dem Board sicherlich 8 discounted Outs geben. 8 Outs kommen zu etwa 17 % am Turn an. In allen anderen Fällen foldest du am Turn auf eine Bet bzw. callst nach Odds und Outs. Zur Vereinfachung wird Villain in allen Fällen am Turn betten. Die Bet von Villain wird in der Regel 2/3 Potsize sein."

      Wenn wir uns 8 Discounted Outs geben, dann haben wir ja nur noch 2 Outs?
      In dem Spot halten wir KQ, der Flop ist J,9,2.

      Kannst du das bitte noch einmal genauer erläutern, wie du hier auf 8 discounted Outs kommst? Zumal wir selber ja ingesamt bloß 10 Outs haben, die unsere Hand verbessern (3xK, 3xQ, und 4xT für die Nuts).
    • karlo123
      karlo123
      Black
      Dabei seit: 25.06.2005 Beiträge: 10.196
      Original von MaSSahas
      Hallo,

      was ich in dem Artikel nicht ganz verstanden habe: warum ist eine Half-Potsizebet profitabel, wenn sie in 33% der Fälle funktioniert? Sie ist dann doch EV=0?
      1/3xPot-(2/3xPot:2)=0 Wenn du so penibel bist, dann machst du sogar Verlust bei 33%. Aber ab 33,4 % machst du Gewinn.

      Profitabel heißt, ich mache Gewinn! Das hier ist aber break even.

      Dann noch eine Frage zu dieser Passage, die ich inhaltlich nicht verstanden habe:
      "Schauen wir uns an, wie es gegen einen aggressiven Gegner aussieht. Du kannst dir bei dem Board sicherlich 8 discounted Outs geben. 8 Outs kommen zu etwa 17 % am Turn an. In allen anderen Fällen foldest du am Turn auf eine Bet bzw. callst nach Odds und Outs. Zur Vereinfachung wird Villain in allen Fällen am Turn betten. Die Bet von Villain wird in der Regel 2/3 Potsize sein."

      Wenn wir uns 8 Discounted Outs geben, dann haben wir ja nur noch 2 Outs?
      In dem Spot halten wir KQ, der Flop ist J,9,2.

      Kannst du das bitte noch einmal genauer erläutern, wie du hier auf 8 discounted Outs kommst? Zumal wir selber ja ingesamt bloß 10 Outs haben, die unsere Hand verbessern (3xK, 3xQ, und 4xT für die Nuts).
      Jo 10 Outs die wir wegen Dominationgefahr im Schnitt auf 8 Outs reduizieren. Die t ist live und der Rest wird standardmäßig auf 4 Discountet.
    • MaSSahas
      MaSSahas
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2008 Beiträge: 523
      Es wird ja immer von Foldequity geschrieben. Kannst du mir sagen, wie ich die Foldequity meines Gegners per Rechenweg ermitteln kann?

      Jo 10 Outs die wir wegen Dominationgefahr im Schnitt auf 8 Outs reduizieren. Die t ist live und der Rest wird standardmäßig auf 4 Discountet.

      Das hab' ich jetzt immer noch nicht verstanden. Kannst du mir das bitte noch einmal in Anfängersprache verständlich machen?

      Überhaupt, wo finde ich hier Artikel zu EV-Berechnungen. Gehört ja zu den Poker-Grundlagen und würde/sollte dazu gerne mehr erfahren. Wäre sehr schön wenn du mir guten Stuff dazu vermitteln könntest, in den ich mich da einarbeiten kann, damit ich solche Berechnungen dann selber souverän handhaben kann. :)
    • MaSSahas
      MaSSahas
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2008 Beiträge: 523
      Ist Karlo in Urlaub bzw. wird hier auch mal auf die Fragen Eurer Community eingegangen (s. mein Posting eins weiter oben)?
    • BoneCS
      BoneCS
      Bronze
      Dabei seit: 14.10.2006 Beiträge: 5.502
      Zu Foldeq:
      das is jetzt zwar auch nur ne vermutung aber wenn du dir den PFR wert anschaust, weißt du ja welche hand er ungefähr hat. je nach board musst du dann überlegen welche schlechteren hände als deine dein gegner haben kann (in abhängigkeit vom PFR des gegners - oder so ähnlich :D ) die ziehst du dann ab von denen, die gleich oder besser sind als deine und du hast deine FE.
      (falls jemand ne erklärung hat, wär ich auch interessiert. was da steht hab ich mir nämlich selbst zusammen gereimt :D )
    • sashdan
      sashdan
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2008 Beiträge: 174
      Schade, dass hier so wenig los ist. :( Mich würde nämlich auch interessieren wie die Foldequity des Gegners auf die Conti bestimmt bzw. abgeschätzt wird.

      Gruß
      sashdan
    • Andy1957
      Andy1957
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2008 Beiträge: 516
      Original von sashdan
      Schade, dass hier so wenig los ist. :( Mich würde nämlich auch interessieren wie die Foldequity des Gegners auf die Conti bestimmt bzw. abgeschätzt wird.

      Gruß
      sashdan
      *Schieb*
    • V0ll3K8nn3
      V0ll3K8nn3
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2008 Beiträge: 381
      Hallo zusammen,

      folgendes verstehe ich nicht ganz:

      "Ist das Board drawlastig, so erhöhst du einfach deine Bet auf 2/3. Allerdings sollte das Board im Heads-up schon mehr als einen Straightdraw oder einen Flushdraw enthalten, da diese beim Gegner im Heads-up doch unwahrscheinlicher sind. "


      Könnte mir jemand den Sinn / Hintergrund näher erklären?
      Ich meine insbesondere den zweiten Satz.


      Gruß
      Die volle Kanne
    • Sonywalkman
      Sonywalkman
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2007 Beiträge: 3.317
      Original von V0ll3K8nn3
      Hallo zusammen,

      folgendes verstehe ich nicht ganz:

      "Ist das Board drawlastig, so erhöhst du einfach deine Bet auf 2/3. Allerdings sollte das Board im Heads-up schon mehr als einen Straightdraw oder einen Flushdraw enthalten, da diese beim Gegner im Heads-up doch unwahrscheinlicher sind. "


      Könnte mir jemand den Sinn / Hintergrund näher erklären?
      Ich meine insbesondere den zweiten Satz.


      Gruß
      Die volle Kanne
      Soll heissen, wenn du mit nur einem Villian am Flop bist, das es gegen einen unwahrscheinlicher ist das er nen Draw hat als gegen 6 Villians.