Bedrohung China?

    • Malone70
      Malone70
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      Dabei seit: 04.05.2006 Beiträge: 240
      Gestern einen Bericht im Länderspiegel über eine Textilfabrik in China gesehen, die Duschvorhänge herstellt, unter anderem für IKEA. Der Unternehmer war durchaus redlich und bot seinen Angestellten für chinesische Verhältnisse recht faire Bedingungen, also zum Beispiel Hütten mit 4 Betten statt 12 und Essen mit Fleischeinlage. Er würde den Arbeiterinnen auch gerne mehr zahlen, aber die europäischen und amerikanischen Auftragsgeber drücken so erheblich auf den Preis, dass dies nicht möglich ist. So drohen diese damit, zum nächsten Hersteller zu gehen, der es noch billiger macht, und erinnern freundlich an die noch erheblich günstigeren Produktionskosten in Vietnam und Kambodscha. Achja, und bei dem Unternehmer kostet ein Duschvorhang 1,70$ in der Produktion, er bekommt von den Auftraggebern maximal 2$. Die Teile werden in Ameropa für 20-30$ verkauft...
  • 15 Antworten
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Und wo siehst du nun genau die "Bedrohung"?
    • Malone70
      Malone70
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      Dabei seit: 04.05.2006 Beiträge: 240
      War ja eine Fragestellung ;) Nun, die Neoliberalen benutzen China ja gerne als Schreckgespenst, um den Westeuropäern möglichst viel Dampf unterm Hintern zu machen. Ich wollte hier zur Debatte stellen, was da wirklich dran ist.
    • fenixguy
      fenixguy
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      Dabei seit: 07.02.2005 Beiträge: 234
    • SlannesH
      SlannesH
      Black
      Dabei seit: 23.01.2005 Beiträge: 7.738
      Wir (Pokerspieler) beuten sogar die aus, die andere ausbeuten! Wir sind Robbin Hood der neuen Welt, nur geben wir es nicht an andere weiter, wieso auch?

      Btw, war im falschen Forum, habs verschoben
    • Tezet
      Tezet
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      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Ist mir immernoch nicht ganz schlüssig, aber ich vermute mal, du meinst das alles rein wirtschaftlich. ^^

      Es ist durchaus eine Bedrohung für den europäischen Markt. Nicht erst seit gestern werden Produktionen und Warenkäufe nach Asien verlagert, weil es dort in jeder Hinsicht billiger ist. Ganz abgesehen davon, dass man da im Bezug auf die Gesetze weniger "Fragen stellt". Es liegt nunmal in der Natur der Wirtschaft, dass die Waren billiger werden je mehr von ihnen vorhanden sind. Die wichtigste Ware Asiens ist nunmal die Arbeitskraft bzw die Menschenmassen, die dahinter stehen. Ohne Sanktionen für den europäischen Markt wird sich daran auch nichts ändern.
    • Behre
      Behre
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      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 1.463
      Original von fenixguy
    • Malone70
      Malone70
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      Dabei seit: 04.05.2006 Beiträge: 240
      Ich möchte mal betonen, dass ich den Beitrag fast wertungsfrei geschrieben habe. Natürlich gönne ich den Chinesen wie anderen Völkern, dass sie aufschließen und Arbeit bekommen, erfreulich ist das ja auch für die Verbraucher in den Dienstleistungsländern. Aber in den Formulierung steckte durchaus Kritik. Zum einen was die Arbeitsbedingungen angeht, zum anderen isst ein wichtiger Hinweis verborgen: wer profitiert denn am meisten von den Verhältnissen? Richtig, die Auftraggeber, die ohnehin milliardenschweren Unternehmen, die sich diese ungeheure Marge einsacken.
    • Btah1
      Btah1
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      Dabei seit: 10.04.2006 Beiträge: 534
      Original von Behre
      Tja der Zug ist aber eigentlich eh schon abgefahren für Deutschland
    • Tezet
      Tezet
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      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Original von Malone70
      Ich möchte mal betonen, dass ich den Beitrag fast wertungsfrei geschrieben habe. Natürlich gönne ich den Chinesen wie anderen Völkern, dass sie aufschließen und Arbeit bekommen, erfreulich ist das ja auch für die Verbraucher in den Dienstleistungsländern. Aber in den Formulierung steckte durchaus Kritik. Zum einen was die Arbeitsbedingungen angeht, zum anderen isst ein wichtiger Hinweis verborgen: wer profitiert denn am meisten von den Verhältnissen? Richtig, die Auftraggeber, die ohnehin milliardenschweren Unternehmen, die sich diese ungeheure Marge einsacken.
      Die Chinesen schließen nicht auf, die ziehen uns davon. Hat man früher die Ressourcen aus Asien gekauft und den Markt kontrolliert, haben nun die Chinesen einen gewaltigen Einfluss am europäischen Markt.
    • berti77
      berti77
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      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 27
      Original von Btah1
      Original von Behre
      Tja der Zug ist aber eigentlich eh schon abgefahren für Deutschland

      wo ist die bedrohung? weil die firmen ins ausland gehen, um sachen billig sachen zu produzieren, die sich die menschen im produktionsland aufgrund des geringen einkommens und die leute in westeuropa, weil ja alle arbeitlos sind, nicht leisten können?

      vor allem weil nur 1% der in dtl. verloren gegangenen arbeitsplätze in den "osten" (und da sind die länder in osteuropa und china gemeint) "gelagert" wurden...
    • berti77
      berti77
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 27
      Original von Malone70
      Ich möchte mal betonen, dass ich den Beitrag fast wertungsfrei geschrieben habe. Natürlich gönne ich den Chinesen wie anderen Völkern, dass sie aufschließen und Arbeit bekommen
      vielleicht kennt einer den text

      Bleibt China. Keine Wirtschaft wächst so stark wie die der Chinesen.

      China ist faszinierend, ja. Aber schauen Sie mal genau hin. In den letzten sieben Jahren sind 15 Prozent aller chinesischen Jobs verschwunden. Auch der chinesische Boom kann an der Wahrheit nichts ändern.
      quelle: klick
    • Malone70
      Malone70
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      Dabei seit: 04.05.2006 Beiträge: 240
      Ja, ich bin bekennender Rifkin-Jünger ;) Leider gibt es keine anderen Quellen, die diese Zahlen bestätigen, was die Argumentation mit Rifkin nicht gerade erleichtert.
    • berti77
      berti77
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      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 27
      ja ein oder mehrere bücher von ihm wollt ich auch schon mal lesen, leider nicht dazu gekommen, eins zu besorgen :)

      wenn die chinesen ihre arbeitslosen zählen, was ja der fall zu sein scheint, wird es in irgend ein wirtschafts-politischen büchlein über die lage in china oder sowat aufgeführt sein... ;)
      einfach mal in die landesbibliothek gehen und sich zeit nehmen mit der suche :D
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      ich kann dem prof nur zustimmen.

      ähnliche thematik: wir brauchen mehr kinder fuer unsere rente! -- warum, wenn jetzt nichtmal alle leute arbeit haben, die wollen/könnten. mehr lebenswichtiges wird dann mit mehr leuten auch nicht produziert, ausser 90% der beschäftigung der zukunft ist in der altenversorgung und jeder braucht seine persönliche schwester. es ist also alles nur eine frage der verteilung, nicht der geburtenrate.
    • Malone70
      Malone70
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2006 Beiträge: 240
      Original von hazz
      ich kann dem prof nur zustimmen.

      ähnliche thematik: wir brauchen mehr kinder fuer unsere rente! -- warum, wenn jetzt nichtmal alle leute arbeit haben, die wollen/könnten. mehr lebenswichtiges wird dann mit mehr leuten auch nicht produziert, ausser 90% der beschäftigung der zukunft ist in der altenversorgung und jeder braucht seine persönliche schwester. es ist also alles nur eine frage der verteilung, nicht der geburtenrate.

      Ja, diese Diskussion ist eine unglaubliche Frechheit. Aber kein etablierter Politiker wird dieses dämliche Rentenversicherungswesen in absehbarer Zeit durch ein zwingend notwendiges, steuerfinanziertes System ersetzen wollen. Weil: wer würde dann stärker zur Kasse gebeten werden müssen? Richtig, Unternehmen und Kapitaleigner, die von der Automatisierung und Rationalisierung alleinig profitieren.