Ansichten eines Clowns...

    • borntocook
      borntocook
      Bronze
      Dabei seit: 16.02.2006 Beiträge: 4.318
      ...und damit meine ich nicht das Buch von Heinrich Böll, sondern eine "Poker"-Seite, die ich beim Googeln aufgetan habe. Hier mal zwei Kostproben vom Gründer dieser Seite:

      Keine Ahnung, ob es dieses Wort ("Enttarnungs-Raise") überhaupt gibt, aber ich habe es mal so genannt. Oft befindet man sich im Poker in einer Situation, in der man nicht genau weiß, ob man das beste Blatt hat. D.h. es fällt schwer die Entscheidung zu treffen, ob man jetzt foldet oder bettet. Ein typisches Beispiel: Man hat selbst den Big Blind mit K J, alle folden und der Button raised den BB um das 3-fache (NL), der Small Blind called. Die Odds liegen also bei 3.5 zu 1 (BB ist 100, SB ist 50, 3-fach Raise = 300, SB bringt 250, d.h. der Pot liegt bei 700 und ich müsste 200 bringen). Der Flop kommt jetzt mit J 8 5 unsuited und der Button bettet 500, der SB foldet. Die Pot Odds sind noch recht anständig (500 müssen sie in einen 1.400 Pot bringen), jedoch haben Sie keinerlei Informationen über die Hand des Buttons erhalten. Hier gibt es eine Technik, die man in solchen Situationen durchaus anwenden kann. Die Gründe für die Anwendung dieser Technik sind offensichtlich: Spieler raisen im Button recht häufig mit schwachen Händen (J10, A6 usw.) und betten danach auch, wenn sie im Flop nicht die richtigen Karten gefunden haben. Wenn Sie bspw. mit 1.000 Raisen, ist der Pot bei 2.400 und der Gegner muss 500 bringen, um im Spiel zu bleiben (entspricht Odds von 5 zu 1). Bei einem OESD (open-ended Straight Draw) wäre ein Call in Ordnung, wenn aber nur ein inside Straight Draw vorliegt, sind die Odds normalerweise zu schlecht und ein Flush Draw erfordert suited Cards im Turn/River (also auch kein Call). Natürlich kann der Gegner auch noch andere Karten haben (z.B. Paare), durch einen Call meines eigenen Raise kann man sogar davon ausgehen, aber wenn er einen Re-Raise macht, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Set. Oder er blufft natürlich. Ich ziehe dann einen Fold vor und von Zeit zu Zeit einen Call, wenn ich kurz vorher in derselben Situation war, oft kann man damit den Gegner bei einem Bluff erwischen und setzt noch Zeichen am Tisch. Um es zusammenzufassen, ein Raise zur richigen Zeit kann gute Informationen bringen, ein re-Raise durch den Gegner heißt normalerweise: "Ich habe dich geschlagen".



      Und noch eine unglaubliche Erkenntnis:


      Die traditionellen Empfehlungen für Freezeout-Tournaments sehen so aus, dass am Anfang ein tightes Spiel empfohlen wird und später, wenn die Blinds steigen, mit einigermaßen guten Händen gepushed wird. Klassisch ist z.B bei short-stack ein All-In für 12 BB mit einem Pair 10. Alle werden sagen, klar, bleibt nix anderes übrig. Ich will heute mal drüber schreiben (und mit euch diskutieren), warum dies nicht immer der richtige Weg sein muss, denn die Frage ist ja: Warum hat man zu diesem Zeitpunkt nur 12BB? Schaut man sich einige Pro's in Tourneys an, fallen immer wieder komische Situationen auf, bspw. ein pre-Flop All-In mit 68s, bei denen man sich fragt, warum sie es riskieren, mit einer solchen Hand aus dem Turnier zu fliegen. Die Antworten sind nicht immer eindeutig, aber was auffällt ist die Tatsache, dass sehr viele Spieler (auch ich) von Wahrscheinlichkeiten und Starthänden getrieben sind, die man im Internet und in diversen Büchern nachlesen kann. Spieler die mit einer oben beschriebenen Hand früh im Turnier pushen, hoffen natürlich, den Pot ohne Kampf zu gewinnen. Um das Ganze mal an Beispielen festzumachen: Blinds sind 50/100 und der eigene Stack liegt bei 600. BB bei mir, der Button (Stack: 900) raised und der SB foldet. Ein Fold würde meinen Stack auf 500 erniedrigen, ein Raise würde meinen Stack natürlich dementsprechend erhöhen (falls ich gewinne). Sagen wir mal, dass ein Gegner im Button in 40% aller Fälle ein All-In folden würde, aber nur in 20% aller Fälle callt. In einem solchen Fall wäre langfristig ein All-In besser. Was ich damit sagen möchte, in einem Turnier kann manchmal die Wahrscheinlichkeit eines gegnerischen Folds wichtiger sein, als die Wahrscheinlichkeit mit seinen eigenen Händen bei einem Call zu gewinnen (also das, was man normalerweise in Büchern nachlesen kann). Aus diesem Grund machen Pro's auch häufig All-In's mit Karten, die zwar keine guten Gewinnaussichten haben, aber trotzdem gespielt werden, weil man mit einem Fold des Gegners rechnet. Am Besten man überlegt sich die folgenden Fragen, wenn man einen Raise auch mit schwachen Händen in Erwägung zieht: - Welche Range an Händen kann ich mit einem Raise repräsentieren - Mit welchen Händen würde mich ein Gegner callen - Falls er callt, wie ist meine Chance zu gewinnen Diese Fragen führen insgesamt zu einem aggressiveren Spiel, gerade in der Anfangszeit eines Pokerturniers. Die ersten beiden Fragen zeigen die sogenannte Fold Equity auf. Ist diese hoch, desto korrekter kann ein Raise sein, auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns bei einem Gegner-Call gering ist.
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