1/2 l√§uft mal wieder Schei√?e

    • Tribe
      Tribe
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 509
      OK dann beschreibe ich mal meine Situation:

      Auf 0.5/1$ bei PP habe ich eigentlich keine Probleme, klar, da läuft es auch manchmal schlechter und manchmal besser, aber ich schlage das Limit mehr oder weniger. Aber schon bei mehreren Wechseln auf 1/2$ lief es einfach nicht mehr bei mir, so dass ich jedes Mal zurück musste. So auch dieses Mal. Siehe Grafik:



      Klar sind da 11.000 Hände noch nicht richtig aussagekräftig, aber man sollte ja rechtzeitig anfangen, sein Spiel zu analysieren, bevor das ganze Geld weg ist.

      Ich sehe ja selber, dass es auch auf 1/2$ superschlechte Gegner gibt und denke eigentlich auch, besser als die meisten dort zu spielen, aber irgendwie schaffe ich es nicht, auf Dauer profitabel zu spielen. Gerade in den letzten 2000 Händen waren sicherlich auch viele Badbeats bei, aber hinzu kommen auch psychologische Faktoren, dass ich gerade durch die Badbeats und durch die Angst, immer mehr zu verlieren, zu passiv spiele und value bets verpasse. Insgesamt spiele ich wohl nicht aggressiv genug, hier mal meine Aggression Werte:

      Flop: 3.89
      Turn: 3.02
      River: 1.38

      Total: 2.39

      VPIP ist 18 und PFR 8.


      Da ich durch Studium + Arbeit + andere Hobbies nicht so wirklich viel Zeit habe zu spielen schaffe ich es nur maximal 10.000 Hände pro Monat zu spielen, in manchen Monaten auch nur die Hälfte davon. Ebenfalls dadurch schaffe ich es leider auch nicht, so viel in Poker-Büchern zu lesen. SSH habe ich bisher 1 Mal gelesen, dann noch Internet Texas Holdem, was ich aber schlecht fand. Meine "Gesamt-Bankroll" wäre eigentlich knapp 3000$, aber nach verschiedenen Cashouts habe ich zur Zeit nur 500$ online. Damit frage ich mich jetzt, wie ich weiter machen soll. Auf 0.5/1$ erstmal wieder etwas Sicherheit erspielen und dazu Bücher / Beispielhände lesen um es dann wieder auf 1/2$ zu probieren? Oder doch weiter 1/2$ spielen im Vertrauen darauf, dass die letzten 2000 Hände ein Downswing waren, der bald wieder vorbei geht?

      Das soll auch kein Heulthread sein, so schlimm ist die Situation ja gar nicht, aber vielleicht kann mir ja hier jemand nützliche Tipps geben, dafür soll der Thread gut sein :)
  • 7 Antworten
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Der Graph kann alles mögliche sein.

      Aber was mir spontan aufgefallen ist: Dein PFR ist um gut 4% zu tief. Arbeite dich mal ein wenig in den Fortgeschrittenen pre-flop Artikel ein =)
      Dein River AF ist auch relativ klein. Du value-bettest denke ich nicht genug.
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.163
      Mhh,... also ich als "Hobby-Graph-Analyser" deute hieraus, dass du ein wenig zu loose-aggressive bist! - Dir fehlt einfach die Kontinuität in deiner Spielweise, was durchaus daran liegen kann, dass du auch nie kontinuierlich hintereinander spielen kannst!

      Deine Stats sind zwar eher tight/semipassive aber vielleicht bist du einfach an den falschen Stellen Opfer vom "great-overthink" (das Wort gefällt mir lol). Auf 1/2 SH sind im Prinzip noch keine moves nötig! Da reicht fast vollkommen die preflop-Anpassung!

      Und da scheint es bei dir auch schon ein wenig zu scheitern...

      Wie Korn schon sagt, sollte dein VPIP bei 20-25 liegen (es geht auch höher; aber je höher desto besser muss man sein) und dein PFR sollte (zumindestens liegt meiner da) wohl anstatt bei 8 so bei 18 liegen!... Das hießt du limpst im Prinzip zu viel!

      Das darfst du nur bei 2 Limpern vor dir machen... (und selbst das ist nicht optimal). Bei einem Limper einfach grundsätzlich IMMER raise oder fold!

      Postflop dann nie overthinken! Einfach standard spielen - auch wenn du das Gefühl hast du wirst verarscht.

      gl und guten Rutsch :)
    • Frohbi
      Frohbi
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2005 Beiträge: 796
      Ich möchte unabhängig von den Postern vor mir etwas grundsätzliches sagen, wo ich schon wieder lese, daß sich jemand für die wenigen Hände vorab entschuldigt:

      Die Anzahl der gespielten Hände spielt eine große Rolle bei spieltechnischen Analysen. Die Sorgenhotline beschäftigt sich mehr mit Problemen der mentalen Art. Hier soll es Rat geben für Situationen, in denen jemand nicht mehr seinen Weg klar vor sich sieht, Selbstvertrauen verloren hat, unsicher geworden ist usw..

      Ich finde die spieltechnische Analyse von Korn und pKay interessant. Die gehört auch als Analyse der Situation hierhin. Nur eben entschuldigen musst Du Dich hier für gar nichts.
      Das schreibe ich, um Mißverständnisse zu vermeiden.

      Tribe, einen nahezu 100-%ig vergleichbaren Fall gab es schon mal. Zu dem Zeitpunkt gab es die Sorgenhotline noch nicht, und die Diskussion und Ideensuche lief rein über E-Mailverkehr zwischen dem Betroffenen und mir ab.

      Die spieltechnische Analyse Deines Spiels ist sicher das A und O. Hast Du jemanden, der Dir mal über die Schulter schauen kann? Diese Art Training scheint sich sehr auszuzahlen.

      Empfindest Du 1/2 schon als ein für Dich sehr unangenehmes Limit? Das schleicht sich ins Gedankenmodell schnell ein, wenn man bei mehreren Versuchen nicht erfolgreich war.

      Wie siehst Du die verdoppelten Einsätze (von Deinem Stammlimit aus gesehen)? Macht das Druck?

      In dem anderen Fall hat der Spieler eine Art "Shot-taking" mal andersrum betrieben.
      Er spielte wesentlich länger auf 0,5/1 und verdiente dort gutes Geld, obwohl seine Bankroll schon lange für 1/2 reichte. Irgendwann war sein Zwischenziel erreicht und er übersprang das Limit 1/2. Der Werdegang bis zu der Entwicklung dieses Plans war Deinem ganz ähnlich.
      Unter anderem zeigte sich, daß für so einen Plan wichtig ist, shorthanded Erfahrung zu sammeln. Da auf höheren Limits viel öfter heads-up Situationen entstehen, ist man besser vorbereitet. (Für Dich ja kein Thema) Außerdem ist stetiges Entwickeln der Spielstärke ein wichtiger Faktor. Der Sprung zu einem höherem Limit heißt sehr oft auch, daß die Spielweise des Tisches sich verändert. Das heißt nichts anderes, als sich fast komplett neu beweisen zu müssen.
      Und das im Normalfall zu doppeltem finanziellen Risiko, bei dieser Herangehensweise zu vierfachem Risiko!

      Dieser Weg ist nicht jedermanns Sache. Ich habe Ihn dafür bewundert, diese Ruhe zu haben, um so einen Plan umzusetzen. Schließlich ist es ja weit verbreitet, daß Spielstärke am Limit gemessen wird.
      Dafür spräche bei Dir, daß Du ja schon Pokergewinne realisiert hast. Du weißt ganz einfach, wo Du auf welche Art konstant Geld verdienen kannst. Und davon nicht wenig! =)

      Deshalb wäre auch eine Abwandlung des genanten Beispiels gut denkbar. Wie wäre es mit einem sehr konservativen Bankrollmanagement? Soll heißen, Du könntest Dir für den nächsten Aufstieg zu 1/2 eine höhere Marke setzen, so daß Du viel mehr Luft nach unten hast. So gewinnst Du Zeit auf dem höherem Limit.

      Hoffentlich ist da etwas brauchbares für Dich dabei. =)
    • Tribe
      Tribe
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 509
      Danke für eure Hilfe, alle 3 Antworten haben mir etwas gebracht :)

      Da ich jetzt müde bin und schlafen gehe, werde ich morgen mal meine Gedanken dazu schreiben.
    • markus1000
      markus1000
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2005 Beiträge: 1.210
      Original von pKay
      Wie Korn schon sagt, sollte dein VPIP bei 20-25 liegen (es geht auch höher; aber je höher desto besser muss man sein) und dein PFR sollte (zumindestens liegt meiner da) wohl anstatt bei 8 so bei 18 liegen!... Das hießt du limpst im Prinzip zu viel!

      18 PFR ist aber für Shorthand gemeint oder?
    • Frohbi
      Frohbi
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2005 Beiträge: 796
      Ja.
    • davidh38
      davidh38
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 833
      Ich würde mir mal das Kapitel über Steal-Raises anschauen und auch wenn eine scare Karte floppt den River for value betten.