mein eigener adv. SSS-Chart - help plz

    • m4rgus
      m4rgus
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2008 Beiträge: 528
      Nachdem ich vor ein paar Tagen auf NL100 aufgestiegen bin, bin ich gleich in einen ordentlichen Downsing geraten und nun wieder zum Abstieg gezwungen.
      Zu Anfang wars einfach Pech, aber letztendlich muss ich mir wohl eingestehen, dass auch einige Stacks auf das Konto von Mr.Tilt gehen...Wenns bei mir schlecht läuft, fange ich an vom Chart abzuweichen und mache dadurch zwangsläufig zusätzlich verlust. Ich denke das liegt vor allem daran, das ich bis jetzt eben nur nach Chart spiele, ohne wirklich nachvollziehen zu können, wieso die Entscheidungen die ich treffe richtig sind.
      Deswegen will ich mir nun meinen eigenen Chart mit dem Equilator und hoffentlich eurer Hilfe erarbeiten. Wie gesagt, ich mache das vor allem, um in Downsingphasen mein A-game zu spielen und nicht weil ich denke, das ich auf NL50 unbedingt ein advanced Chart brauche.
      Folgende Punkte will ich durchgehen:

      1. First-in Raise
      2. Push nach Raise
      3. Push nach Reraise
      4. Steals und Resteals
      (5. Postflopspiel im Freeplay)

      1. First-in Raise

      Hier hab ich im Moment noch keinen richtigen Ansatz. Vielleicht kann mir jemand sagen, welchen Hintergrund der SHC und fiftyfifty´s advanced Chart hier haben?
      Ich hab einfach mal ein paar Hände in den Equilator eingegeben und auf den nachfolgenden
      Positionen „random“ eingegeben und dabei ein paar komische Ergebnisse bekommen:

      JJ aus UTG: ~ 17,5% Equity
      TT aus UTG+1: ~ 17,5% Equity
      AQs aus UTG+1: ~ 20,3% Equity
      99 aus UTG+2: ~ 18,0% Equity

      Wenn man sich die Zahlen anschaut, könnte man meinen, dass man TT, AQs und 99 schon aus früheren Positionen profitabel spielen könnte?!

      2. Push nach Raise

      Der Ansatz hier ist denk ich klar: Wir ermitteln die Raisingrange des Raisers anhand seines PFR ( und unterscheiden nach EP, MP oder LP). Unsere Reraiserange muss nun >50% Equity gegen diese Range haben.
      Weiterhin sollten wir unsere Position beachten, da hinter uns ein Spieler mit einer bessseren Hand sitzen könnte, sowie die Samplesize des Raisers.



      Die erste Spalte(„bis MP1“) stimmt mit der entsprechenden von Fiftyfifty überrein, wenn ich nichts übersehen hab. Die Ranges haben eine Equity von >60%. Die Spalten 2 und 3 haben jeweils eine Equity von >55% bzw >50%.
      Ich habe mir überlegt, das man seine Reraiserange mit späterer Postion und höherer Samplesize weiter auflosen kann. Ich bin mir aber unsicher, ob man schon ab MP2/mittlerer Samplesize mit 55% Equity reraisen sollte, oder ob man lieber Spalte 1 bis CO/ mittlere Samplesize nehmen sollte und anschliessend Spalte 2.
      Was haltet ihr von der Idee und wo würdet ihr die Grenze für die jeweilige Range setzen?



      Die anderen Punkte werd ich die nächsten Tage durchgehen. Wenn ich alles auf einmal reinstell, wirds eh keiner mehr lesen weils zu lang ist ;)

      Wäre echt super, wenn sich das hier ein paar Leute durchschauen würden und mich auf mögliche fehler aufmerksam machen, oder mir an den Stellen helfen, wo ich nicht weiterkomme.

      Mfg
      margus
  • 2 Antworten
    • wettongl
      wettongl
      Bronze
      Dabei seit: 14.05.2007 Beiträge: 1.000
      Hi m4rgus,

      ich hab leider grad net viel zeit, weil ich los muss an die Uni.

      aber drei Sachen ganz kurz:

      1. find ichs gut, dass du dich damit beschäftigst => skillaments
      2. versuch mal deine fragen selbst zu beantworten. Die Überlegungen auf der Suche nach der Antwort bringen dich 100mal weiter, als wenns dir einer direkt sagt.

      und
      Original von m4rgus
      Wenn man sich die Zahlen anschaut, könnte man meinen, dass man TT, AQs und 99 schon aus früheren Positionen profitabel spielen könnte?!
      3. jo, kann man auch. Aber ein wenig gegnerbezogenes Spiel gehört dann schon dazu ;)


      Dann viel erfolg weiterhin, werd wohl tagsüber/abends mal wieder reinschauen.

      mfg
      Ongl
    • m4rgus
      m4rgus
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2008 Beiträge: 528
      @wettongl: danke erstmal für deine antwort!

      zu 2: klar versuche ich erstmal, mir das selbst zu überlegen. das was dabei herauskommt poste ich dann hier und hoffe das mich jemand auf fehler aufmerksam macht oder mir da weiterhilft, wo ich selbst nicht weiterkomme.

      zu 3: Wenn ich dich richtig verstehe meinst du mit "gegnerbezogenes Spiel", dass man z.b. AQs aus UTG+1 nur an tighten tischen spielen sollte, was man dann wohl unter "range auflosen" versteht.
      Dann verstehe ich aber nicht, wieso JJ aus UTG besser ist, als AQs aus UTG+1. Wie ich schon oben geschrieben habe, hat JJ vs 9 random hände eine Equity von 17,5% und AQs vs 8 random eine Equity von 20,3%.


      Hab inzwischen schon bisschen weitergemacht:

      3. Push nach Reraise



      Ganz links die Spalte gibt die ReraiseRange von Villian an. Ich hab die Pushrange für jeweils verschiedene benötigte Equitys berechnet. Neben der Equity steht das Verhältnis "Reststack : Höhe des ursprünglichen Raises ", für das man die entsprechende Equity benötigt.
      Ich hab jetzt bei meiner Berechnung ignoriert, das Villian seine 3bet-range an meinen PFR und meine Position anpassen könnte, aber ich denk das wird erst auf höheren Limits wichtig.
      "alles" bedeutet, alle hände, die geraised werden können profitabel gepusht werden.

      4. Steals und Resteals

      a) Steals

      Der Silberartikel zu diesem Thema war hier eine große hilfe. Ich hab erstmal analog zum artikel den benötigten FBBS für einen Steal vom CO und SB berechnet.(Raise=3 BB, FSBS=0,9, FBUS=0,95)
      SB-Steal: FBBS>62,5%
      BU-Steal: FBBS>74,1%
      CO-Steal: FBBS>77,9%

      Das heißt, bei entsprechenden Werten, könnte ich eigentlich any-two stealen. Das Problem ist nur, das die nachfolgenden Spieler dann von ihrem Standardspiel abweichen und seltener folden.
      Ich hab mir dann folgendes überlegt(Beispiel SB-Steal): Ich steale 35% (100-62,5=37,5 abgerundet) meiner Range. Selbst wenn der BB diese Range genau kennt und perfekt darauf reagiert ( 35% resteal, da Equity=50%), mache ich Gewinn, da der BB 65%( > 62,5%) seiner Hände foldet. Wenn der BB tighter oder loser restealt, ist das für ihn -EV und somit für mich +EV.
      Analog dazu raise ich vom BU 23% und vom CO 20%.

      Was haltet ihr von dieser Range? Irgendein denkfehler drin?

      Resteals kommen morgen.

      Mfg
      margus