Utility in SNGs

    • Prxxxe
      Prxxxe
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 8.363
      In seinem Buch "Poker Tournament Formula 2" geht Autor Arnold Snyder intensiv auf den Faktor Chip-Utility ein, also wie viel uns die Summe unserer Chips zu einem Zeitpunkt von Nutzen ist. Zugegeben, das Buch ist nicht über SNGs, sondern für (live) Deep-Stack-Turniere a la WSOP oder WPT. Meiner Meinung aber ist Utility auch in SNGs von Bedeutung.
      Das Konzept der Utility geht davon aus, das wir, je mehr Chips wir im Vergleich zu unseren Gegnern (und den Blinds) haben, desto mehr Möglichkeiten wir haben diese Chips zu nutzen. Wir können beispielsweise als Big Stack Continuation Bets auf dem Flop machen, die uns als short oder medium stack bereits in gewisser weise comitten würden, da sie einen zu großen anteil unseres Stacks kosten würden. Je mehr chips wir haben, desto mehr sind unsere chips wert, da sie mehr nutzen für uns haben und wir mit mehr chips unsere fähigkeiten besser nutzen können.
      Dies steht im Widerspruch zu dem was zahlreiche andere autoren, unter anderem auch Moshman, schreiben, das je größer unser stack is desto weniger ein einzelner chip wert ist. Wenn ich ehrlich sein will erscheint mir der Gedankenansatz von Snyder weitaus plausibler, da wir als Big Stack die anderen gut "herumschubsen" können und druck auf sie ausüben können.
      Laut Snyder ist ein Chip, den wir gewinnen mehr wert, als ein chip, den wir verlieren. Da wir in einem SNG ja am ende itm sein wollen und es idR möglichst auch gewinnen wollen, ist es doch sinnvoll einen möglichst großen chip-stack anzusammeln.
      Das heißt nich das ich von der ps-sng-strategie total abweichen würde (tu ich auch nich), aber mit snyders ansatz wäre es zum beispiel ein guter move in der frühen phase ein all-in auf dem flop nur mit einem Flush-Draw zu callen, obwohl es in sachen pot-odds -ev ist, dafür sind unsere utility-odds gut genug um den call zu machen. Und laut Snyder ist der Utility-Faktor weitaus wichtiger als zB pot-odds, da es, wenn wir die hand gewinnen, viel wahrscheinlicher ist, das wir das Turnier gewinnen.
      Nun zu meinen Fragen:
      (a) Ist es sinnvoll das Konzept der Chip-Utility in SNGs anzuwenden (was ich tue) oder ist es nur für deepstack-MTTs geeignet?
      (b) Was spricht eurer Meinung für den Ansatz von Moshman, etc. und was für den von Snyder?
      (c) Wie hängt die Bedeutung des Faktors Utility von der Länge der Blindlevels ab?
      (d) Steht das Utility-Konzept im Widerspruch zur PS-Strategie zum Spielen von Draws auf dem Flop?
      http://de.pokerstrategy.com/strategy/sng/762/

      Tut mir Leid das der Beitrag so lang geworden is...Hoffe auf eine interessante Diskussion zu dem Thema und das ich mein Spiel durch die gewonnenen Erkenntnisse bverbessern kann. Danke schonmal.
  • 20 Antworten
    • Bobbs
      Bobbs
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2006 Beiträge: 4.264
      Warum denkst du, dass das "Utility-Konzept" auch in SNGs von Bedeutung ist?
      Kennst du schon meinen Artikel zum Erwartungswert in SNGs?
    • jtpied
      jtpied
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 3.959
      Die allgemeine Theorie (so wie auch bei Moshman) zeigt ja sehr klar und ohne Widerspruch die mathematische Tatsache, dass Chips nicht gleichwertig sind, da gibt es genug Literatur, ich möchte also nicht explizit darauf eingehen.

      Dass wir mit mehr Chips mehr machen können ist aber sehr spekulativ. Denn es geht ja um den effektiven Stack. Du kannst gegen einen Gegner mit 10BB nicht anfangen von pof abzuweichen weil du dir Contis leisten kannst etc. .

      Insgesamt würde ich das Konzept eher verwerfen (bei SNGs), aber ich habe noch einen Gedanken, den ich sowieso mal diskutieren wollte:

      Klassische Situation: Wir haben in der ersten Hand einen Coinflip, der für mich nach $EV negativ ist, weil sich die Equity beim Gewinn der Hand nicht vollständig auf mich überträgt sondern ein Teil auch an die anderen Spieler geht. So weit so gut, aber wenn ich jetzt mit doppeltem Startstack immer folde sagen wir mal theoretisch bis zur Bubble (klar hat man noch Situationen die noch +$EV sind, aber ich geh mal theoretisch da ran), dann busten sich ja die Gegner fortlaufend gegenseitig, wodurch ich ja auch einen Teil der Equity bekomme, gleicht sich das nicht iwie aus? Ich meine ob ich früh abdopple oder dann später ist doch relativ egal oder? Hab ich da einen Denkfehler?
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Ja, aber du willst doch auch später keine Coinflips.

      Coinflips will ich maximal dann wenn die Blinds so hoch sind das sie sich dadurch lohnen, oder mein Stack so klein ist das ich keine Foldequity mehr habe.
    • Prxxxe
      Prxxxe
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 8.363
      @Bobbs: Erstmal danke für den Artikel, den hat ich noch nich gelesen.


      Zuerst ein Grundsatz: Jeder Chip, den wir gewinnen, ist weniger wert als ein Chip, den wir verlieren!


      Macht Sinn, aber ich finde dennoch, dass ich mit mehr Chips meine Skills besser ausspielen kann und Gegner aus Pots rausscaren kann, weil sie gegen mich als Big-Stack ihr SNG nich aufs Spiel setzen wollen [zumindest in der frühen und besonders in der mittleren Phase und bei den niedrigen buy-in den ich spiele (titan, 2$+.4)]. So kann ich dann meinen Chip-Lead weiter ausbauen. Deswegen ist für mich der Chip den ich (in der frühen Phase) gewinne mehr wert, als der, den ich verliere.


      3. Es ist +$EV in einem Sng "rumzuhängen" und zu folden. I


      Das abwarten und "rumhängen" ist für mich auch nur eine weitere Utility-Funktion, so wie die contis oder das Scare-Potenzial, das mein doppelter Stack hat. Mit einem doppelten Chip-Stack kann ich ja auch weitaus länger abwarten, bis das ich durch die ansteigenden Blinds dazu gezwungen werde, selbst wieder aktiv zu werden. Ich kann also im Grunde zugucken, wie sich meine Gegner gegenseitig rausnehmen und grinsend jede Hand folden :D (wenn ich das will). Es is ja anscheinend +$EV.

      Original von jtpied
      Wir haben in der ersten Hand einen Coinflip
      [...]
      aber wenn ich jetzt mit doppeltem Startstack immer folde sagen wir mal theoretisch bis zur Bubble [...], dann busten sich ja die Gegner fortlaufend gegenseitig, wodurch ich ja auch einen Teil der Equity bekomme, gleicht sich das nicht iwie aus? Ich meine ob ich früh abdopple oder dann später ist doch relativ egal oder? Hab ich da einen Denkfehler?
      Ob Coinflip oder nich is ja egal...
      Das is wieder das mit dem "rumhängen" nehm ich an..
      Bis zur Bubble abwarten is vielleicht nen Fehler (10 Leute,3 itm), da du dann mit deinem Stack von (3000 - Blind-Kosten) deutlich unterhalb des durchschnitts-stacks liegst, evtl sogar short-stacked bist. Dennoch würde ich sagen, dass du durch reines standard-strategie spielen, was ich jetzt mal als "rumhängen" ansehe gute chancen hast deinen Stack noch vor der von verzweiflung der anderen spieler geprägten push-or-fold phase weiter ausbauen kannst. Deswegen würd ich vom Utility-Standpunkt her sagen, dass der Coinflip (oder was auch immer) in der ersten Hand besser ist, als der in der späten Phase.

      Aber meine Utility-Überlegungen scheinen ja anscheinend für SNGs suboptimal zu sein.
      Danke jedenfalls für die schnellen Antworten.
    • chicken90
      chicken90
      Einsteiger
      Dabei seit: 30.07.2008 Beiträge: 55
      Auch wenn ich noch ziemlicher Anfänger bin, äußere ich mich doch mal.

      Man sollte vielleicht noch bedenken, dass wenn man direkt am Anfang bei einem Coinflip rausfliegt, man wesentlich weniger Zeit investieren musste, als wenn einem das in der späten Phase passiert...oder meint ihr das spielt keine Rolle?
    • Prxxxe
      Prxxxe
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 8.363
      Original von chicken90
      Auch wenn ich noch ziemlicher Anfänger bin, äußere ich mich doch mal.

      Man sollte vielleicht noch bedenken, dass wenn man direkt am Anfang bei einem Coinflip rausfliegt, man wesentlich weniger Zeit investieren musste, als wenn einem das in der späten Phase passiert...oder meint ihr das spielt keine Rolle?
      omg, genial! ich gehe jetzt immer inner ersten hand all-in & hoffe das ich verliere, damit mein allerliebstes hobby mich nicht mehr so viel zeit kostet! Da bekommt "Zeit ist Geld" ne ganz neue Bedeutung, bei dem, was ich dann verzocke! :D :D :D

      Scheiß auf Chip-Utility, meine Strategie ist es ab sofort zu versuchen möglichst schnell rauszufliegen! :D

      Danke chicken90!
    • Unam
      Unam
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 8.999
      Keine Ahnung warum du dich so über Chickens Aussage lustig machst, er hat recht, wenn du eine BE Situation am Anfang eines SNGs nutzt, dann erhöht das, wenn du eine Edge mit einem großen Stack hast die Varianz und die hourly. (aber ein flip early ist kein BE Spiel)

      Zu "deinen" utility Überlegungen, na klar klappt das auch bei SNGs, aber wesentlich schlechter, und zwar so schlecht, dass der faktro schon fast nicht mehr ins Gewicht fällt.
      Gründe:
      Gegner sind immer nahe an ITM nicht wie bei einem MTT, bei dem man da dann sehr viel Druck aufbauen kann, weil die nur selten mal so weit kommen.
      Die payout Struktur ist viel steiler.
      Du hast viel mehr Shortys, oder besser gesagt kaum Bigstacks, gegen die du wirklich moven kannst, wenn der andere mit seiner Conti committet ist dann GL beim von der Hand moven.
      Der Blind Anstieg in einem SNG ist so schnell, dass du gar nicht so oft einen Situation finden kannst, in der du als BS wirklich spielen kannst, denn bald pushen eh alle.
      Und einer der wichtigsten Gründe, gerade auf low Limits, deine Gegner sind schlecht, das heißt die callen eh mit jedem scheiß und ihnen ist egal, dass du BS bist. Dieses die sind schlecht hat auch zur Folge, dass ein BE Gambel early -EV ist im Vergleich zum Fold, weil die schlechten sich busten würden und den gratis $EV lässt du liegen wenn du BE gambelst.
    • Prxxxe
      Prxxxe
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 8.363
      Original von Unam
      Keine Ahnung warum du dich so über Chickens Aussage lustig machst, er hat recht, wenn du eine BE Situation am Anfang eines SNGs nutzt, dann erhöht das, wenn du eine Edge mit einem großen Stack hast die Varianz und die hourly. (aber ein flip early ist kein BE Spiel)

      Zu "deinen" utility Überlegungen, na klar klappt das auch bei SNGs, aber wesentlich schlechter, und zwar so schlecht, dass der faktro schon fast nicht mehr ins Gewicht fällt.
      Gründe:
      Gegner sind immer nahe an ITM nicht wie bei einem MTT, bei dem man da dann sehr viel Druck aufbauen kann, weil die nur selten mal so weit kommen.
      Die payout Struktur ist viel steiler.
      Du hast viel mehr Shortys, oder besser gesagt kaum Bigstacks, gegen die du wirklich moven kannst, wenn der andere mit seiner Conti committet ist dann GL beim von der Hand moven.
      Der Blind Anstieg in einem SNG ist so schnell, dass du gar nicht so oft einen Situation finden kannst, in der du als BS wirklich spielen kannst, denn bald pushen eh alle.
      Und einer der wichtigsten Gründe, gerade auf low Limits, deine Gegner sind schlecht, das heißt die callen eh mit jedem scheiß und ihnen ist egal, dass du BS bist. Dieses die sind schlecht hat auch zur Folge, dass ein BE Gambel early -EV ist im Vergleich zum Fold, weil die schlechten sich busten würden und den gratis $EV lässt du liegen wenn du BE gambelst.
      Danke! Das macht es mir klar. Dann heb ich mir die Utility mal für die MTTs auf und pass meine SNG-Strategie an. Danke an euch alle!
    • renkenfish
      renkenfish
      Bronze
      Dabei seit: 25.03.2008 Beiträge: 1.021
      nehmen wir aber mal an, was grade auf den low limits nicht der fall ist, dass alle ein perfektes pof haben, ist dann der hier diskutierte ansatz, vielleicht nicht mathematisch, aber praktisch nicht von einem großen "nutzen" *g* ?

      theoretisch müsste ja in der pof phase wenn alle perfekt spielen der gewinn gleich 0 sein, also auf lange frist, da er ja einfach wegkonkurriert wird...

      wäre es dann nicht intelligenter in der erste phase die gewinne zu machen?
    • chicken90
      chicken90
      Einsteiger
      Dabei seit: 30.07.2008 Beiträge: 55
      Original von Prxxxe
      omg, genial! ich gehe jetzt immer inner ersten hand all-in & hoffe das ich verliere, damit mein allerliebstes hobby mich nicht mehr so viel zeit kostet! Da bekommt "Zeit ist Geld" ne ganz neue Bedeutung, bei dem, was ich dann verzocke! :D :D :D

      Scheiß auf Chip-Utility, meine Strategie ist es ab sofort zu versuchen möglichst schnell rauszufliegen! :D

      Danke chicken90!
      Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht was so lustig ist?! Je früher du rausfliegst, desto eher kannst du ein weiteres Turnier spielen. Ergo bedeutet dass, wenn du die gleiche Chance zu verdoppeln früher nutzen kannst, kannst du in weniger Zeit mehr Spiele machen -> mehr Geld.

      Ob nun ein frühes verdoppeln so wertvoll ist wie ein spätes habe ich ja garnicht gesagt. Und selbst wenn es Schwachsinn ist was ich geschrieben habe, glaube ich nicht dass du einen Grund hast dich drüber lustig zu machen, denn wie gesagt, ich fange gerade erst an mich mit der Materie auseinander zu setzen.

      Grüße
    • Raindance86
      Raindance86
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2007 Beiträge: 5.410
      Original von chicken90
      Je früher du rausfliegst, desto eher kannst du ein weiteres Turnier spielen. Ergo bedeutet dass, wenn du die gleiche Chance zu verdoppeln früher nutzen kannst, kannst du in weniger Zeit mehr Spiele machen -> mehr Geld.
      Man merkt, dass du dich noch nicht mit ICM und cEV bzw. $EV auseinandergesetzt hast. Wie Unam schon schrieb, ist deine Überlegung grundlegend gar nicht falsch. Das Problem bei early Situationen mit PPs ist aber, dass deine Gegner noch genügend Zeit haben bzw. du mit PPs oftmals mehrere Gegner hinter dir hast und die Chance, dadurch in bessere Hände zu laufen, erheblich höher ist, als wenn sich das SnG langsam dem Ende neigt und deine Gegner bedeutend weniger Zeit haben, um profitabel auf Monsterhände zu warten. Ich hoffe du verstehst, wie ich das meine. Gute Spieler haben early und im mid-game eine große Edge gegen schlechte Spieler, weil sie wissen, dass es noch profitabel ist, auf sehr gute Hände zu warten, während viele "Fische" wissentlich "Flips" eingehen wollen und nicht selten in ein höheres PP laufen.

      Hinzu kommt außerdem noch, dass Flips in der Push-or-Fold-Phase oftmals profitabler sind, weil du i.d.R. noch einiges an deadmoney mitnimmst.

      Und noch zum angesprochenen ICM: Grundlegend spielt man PPs in der PoF Phase nicht mit dem Gedanken flippen zu wollen, besonders an der Bubble ist so ein Gedankengang "tödlich" - es spielen bei einem Push mit einem PP noch Komponenten wie FoldEquity und Callingrange des Gegners eine Rolle.

      Nur so aus reinem Interesse: Hast du das Quiz noch nicht bestanden oder schon überall einen Account? Es reicht schon, nur einen Punkt zu erspielen und du kannst für immer auf die Bronzesektionen zugreifen.
    • chicken90
      chicken90
      Einsteiger
      Dabei seit: 30.07.2008 Beiträge: 55
      Also, ich habe ja garnicht bezweifelt, dass der Push in der späten Phase mehr +$EV hat. Ich spiele ja selber nur so. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass halt der Zeitfaktor mit einfliesst.
    • Raindance86
      Raindance86
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2007 Beiträge: 5.410
      Original von chicken90
      Also, ich habe ja garnicht bezweifelt, dass der Push in der späten Phase mehr +$EV hat. Ich spiele ja selber nur so. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass halt der Zeitfaktor mit einfliesst.
      War nicht böse oder belehrend gemeint.
      Der Zeitfaktor reicht mir dennoch nicht als Argument bzw. ändert er nichts an meiner Aussage. :)
    • strider1973
      strider1973
      Bronze
      Dabei seit: 16.08.2007 Beiträge: 1.714
      1. Die konventionelle und weitverbreitete Lehre, u.a. propagiert von Moshman, ps.de und den ICM-Anhänngern, besagt:
      Der Nutzen eines gewonnenen Chips ist geringer, als der Nutzen, der mir durch einen verlorenen Chip entgeht. Dies entspricht der BWL-Theorie vom sinkenden Grenznutzen und ist bei SnGs mathematisch leicht nachvollziehbar (am Anfang hab ich mit 10% der Chips 10% Equity, am Ende hab ich als Sieger mit 100% der Chips nur 50% Equity).


      2. Als Big Stack hat man Vorteile, und das kann jeder der ein paar SnGs gespielt hat, bestätigen: zB kann man an der Bubble beliebig in Midstacks pushen, wenn noch ein Shorty am Tisch sitzt. Dh dieser Effekt kompensiert teilweise den Effekt des sinkenden Grenznutzens. Die Frage ist nur, wie stark dies der Fall ist. Ich würde einfach mal behaupten, dass dieser Effekt geringer ist, aber dennoch den Effekt vom sinkenden Grenznutzen abschwächt. Die Schwäche von ICM ist also, dass dieser Effekt gar nicht berücksichtigt wird.


      3. Coinflips sind immer -$EV, ausser wenn wir keinen Rake bezahlen. Es sollte hier hoffentlich jedem ambitionierten Spieler klar sein, dass wenn er mit einem Standard-ps.de Deal spielt (also ohne Rakeback), er bei einem 5 + .50er SnG mit entsprechend 10% Rake nur All-Ins mit 55% $Equity eingehen sollte.
    • Prxxxe
      Prxxxe
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 8.363
      Muss mich glaub ich mal bei chicken90 entschuldigen.
      War gemein, dumm und unpassend. Mir erschien deine Aussage nur zu anfang sehr wirr und naiv. Hab ich drüber nachgedacht...verbessert natürlich nich die hourly wenns immer passiert.

      Ich persönlich scheide ehrlich gesagt lieber an der bubble aus, als als erster oder zweiter, da ich so mehr Hände spiele und dadurch an erfahrung gewinnen kann, was ja gerad als anfänger wichtig ist. Dafür nehm ich die etwas geringere hourly gerne in kauf.

      Sorry nochmal
    • chicken90
      chicken90
      Einsteiger
      Dabei seit: 30.07.2008 Beiträge: 55
      Is ja kein Problem :)

      PS: Angegriffen gefühlt hab ich mich nicht @Raindance
    • renkenfish
      renkenfish
      Bronze
      Dabei seit: 25.03.2008 Beiträge: 1.021
      Original von strider1973
      1. Die konventionelle und weitverbreitete Lehre, u.a. propagiert von Moshman, ps.de und den ICM-Anhänngern, besagt:
      Der Nutzen eines gewonnenen Chips ist geringer, als der Nutzen, der mir durch einen verlorenen Chip entgeht. Dies entspricht der BWL-Theorie vom sinkenden Grenznutzen und ist bei SnGs mathematisch leicht nachvollziehbar (am Anfang hab ich mit 10% der Chips 10% Equity, am Ende hab ich als Sieger mit 100% der Chips nur 50% Equity).


      2. Als Big Stack hat man Vorteile, und das kann jeder der ein paar SnGs gespielt hat, bestätigen: zB kann man an der Bubble beliebig in Midstacks pushen, wenn noch ein Shorty am Tisch sitzt. Dh dieser Effekt kompensiert teilweise den Effekt des sinkenden Grenznutzens. Die Frage ist nur, wie stark dies der Fall ist. Ich würde einfach mal behaupten, dass dieser Effekt geringer ist, aber dennoch den Effekt vom sinkenden Grenznutzen abschwächt. Die Schwäche von ICM ist also, dass dieser Effekt gar nicht berücksichtigt wird.


      3. Coinflips sind immer -$EV, ausser wenn wir keinen Rake bezahlen. Es sollte hier hoffentlich jedem ambitionierten Spieler klar sein, dass wenn er mit einem Standard-ps.de Deal spielt (also ohne Rakeback), er bei einem 5 + .50er SnG mit entsprechend 10% Rake nur All-Ins mit 55% $Equity eingehen sollte.
      ich glaube beim ersten punkt sind sich alle einig, der zweite punkt ist der intessantere, ich habe um ehrlich zu sein nämlich das gefühl ein sng mit einer sehr viel höheren wahrscheinlichkeit als big stack zu gewinnen, als es mathematisch der fall wäre. grade im hinblick auf die gestaltung eines table images und die permante möglichkeit das spiel zu dominieren ist wie ich finde in der praxis oft möglich mit gut der hälfte der chips 3 handed zu spielen.

      der dritte punkt den du ansprichst finde ich auch sehr interessant, also die frage wie der rake die pof entscheidung verschiebt - wenn ich ehrlich bin habe ich mir zwar gedanken darüber gemacht, ihn aber bei der entscheidung ausgeblendet

      grade die frage ob man >55% $equity hat halte ich auf für ziemlich schwer zu beantworten - kann man eine solche einstellung bei sngwiz machen?
    • Michael1709
      Michael1709
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2007 Beiträge: 2.411
      Original von strider1973
      3. Coinflips sind immer -$EV, ausser wenn wir keinen Rake bezahlen. Es sollte hier hoffentlich jedem ambitionierten Spieler klar sein, dass wenn er mit einem Standard-ps.de Deal spielt (also ohne Rakeback), er bei einem 5 + .50er SnG mit entsprechend 10% Rake nur All-Ins mit 55% $Equity eingehen sollte.
      Die Berechnung finde ich sehr stark vereinfacht.

      a) wir bekommen noch auf allen Seiten Boni und damit immer "Rakeback"
      b) ein guter SNG Spieler hat ca. 36% ITM und nicht 50%. Hierbei ist dann auch das Verhältnis der ITM Plätze zueinander wichtig.
      c) Der größere Stack bietet mehr Möglichkeiten (siehe 2), aber wieviel in % kann kein Mensch sagen.

      Meiner Ansicht nach kann man beim besten Willen nicht sagen, wieviel Equity wir beim AI am Anfang des SNGs haben müssen.

      Einfach 2 Zahlen (Coinflip + Rake) zu nehmen und dann zu summieren, hat nix mit Mathematik und nix mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun.

      Es könnten ja auch 48% sein, die uns dann unsere angestrebten 36% ITM sichern ;)
    • Lorlen
      Lorlen
      Bronze
      Dabei seit: 14.05.2008 Beiträge: 77
      Original von strider1973
      3. Coinflips sind immer -$EV, ausser wenn wir keinen Rake bezahlen. Es sollte hier hoffentlich jedem ambitionierten Spieler klar sein, dass wenn er mit einem Standard-ps.de Deal spielt (also ohne Rakeback), er bei einem 5 + .50er SnG mit entsprechend 10% Rake nur All-Ins mit 55% $Equity eingehen sollte.
      Nicht immer sind CoinFlips -$EV. Gerade in der Endphase wenn die Blinds schon hoch sind und diese quasi als Deadmoney im Pot liegen kann ein CoinFlip durchaus auch +$EV sein, selbst bei 10% Rake.
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