Gegnerische Implied Odds auf Hero

    • pooriver
      pooriver
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 427
      Folgendes Szenario: Hero hat am Flop eine Made Hand, aber das Board ist wet. Es wäre möglich das sein Gegner einen Draw hält. Er setzt also so, daß Villain nicht die richtigen Odds hat, um auf seinen Draw zu callen. Angenommen der callt seinen Bet und der Turn bringt eine Karte, die ihm geholfen haben könnte. Darf Hero nun nichts mehr setzen/callen, weil er Villains Flopcall nachträglich korrekt machen würde (Implied Odds)?

      Doofe Frage, aber ich peil's grad nich.
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    • toolz555
      toolz555
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 1.919
      Wenn du nichts mehr callen dürftest müsstest du theoretisch folden, wenn Villain auf nem 67K Flop deine bet callt und am Turn ne 8 kommt.
      Praktisch ist das natürlich so, dass Villain hier alles mögliche am Flop callen kann und du eben mit deinem Set immernoch vorn bist.
      Dass dein Gegner korrekte calls am Flop macht, kannst du nicht verhindern. Du kannst nur versuchen die Anzahl der korrekten Calls im Verhältnis zu den miesen calls zu beeinflussen.
    • SteveWarris
      SteveWarris
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2007 Beiträge: 6.985
      Nehmen wir an du weißt seine Karten, warum auch immer ( Superaccount, Tarotkarten lesen, Hellsehen what ever) und bettest so das er nicht die Odds hat. z.B. Potsize. So hat er immer Odds von 2:1 zu callen, wenn der Flush kommt und du callst und bettest nimmer, ist es für ihn minus ev.

      Das Problem ist in 99,9999999999% der Fälle kannst du seine Karten nicht sehen und weißt nie genau ob er hier nur n Flush oder Straight hat oder schlicht nur Overcards, Overpairs, TPTK etc. gecalled hat.

      Du mußt halt rausfinden wie oft villian hier gerne drawen wird. Tighte spieler werden eher weniger auf draws insbesondere FDs hängen als loose 57/5 Typen.
    • toatreffnix
      toatreffnix
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      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 657
      Man kann auch in bet/fold spots am turn die betsize so anpassen, dass der flopcall immer noch -EV für ihn war.
      Beispiel: Potsize flop, 1/2 potsize turn bei ankommendem draw. Schon ist der call nach wie vor -EV (Er hatte quasi 3.5:1 odds). Natürlich sollte man dann den eigenen angekommenen flush genauso klein valuebetten (vs thinking player).

      Nur als Ansatz.
    • pooriver
      pooriver
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 427
      @toatreffnix
      Das ist eigentlich genau die Richtung, die ich mir vorgestellt habe... Wendest du sowas auch selbst an? Würde mich interessieren, wie die Gegner auf so ein degressives Bettingpattern (Turnbet < Flopbet) reagieren (erstmal ohne selbst auszuprobieren :D ).
    • toatreffnix
      toatreffnix
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 657
      Naja absolut ist die turnbet schon größer als die flopbet, nur halt im Verhältnis zum pot nicht.

      Und ja, das wende ich auch selbst an. Allerdings vergleichsweise selten.
      - regulars raisen, speziell als semibluff, eher den flop. Da fällt das meistens weg.
      - Leute die ihre draws zum floaten benutzen sind oft allgemein notorische floater und selten gute regulars (bzw. ich sehe es so gut wie nie von denen, auf nl50 habe ich das nur sehr vereinzelt mal im bu vs co bzw. blind vs blind wirklich mitbekommen). Da kommt das dann aber durchaus zur Anwendung und wird auch mit eigenen flushs in puncto betsize gebalanced.
      - gegen Fische mache ich das schonmal, um ihre grottigen calls nicht zu rechtfertigen. Allerdings auch nur dann, wenn ich selbst keinen redraw halte, dann ist mir häufig c/c lieber. Allerdings balance ich das dann nicht wirklich, wenn ich mal selbst 'nen flush halte, dafür sind es Fische die ich kaum in der gleichen Situation wieder antreffe.

      Insgesamt kommt das aber einfach wahnsinnig selten vor und was das gegnerische Verhalten auf die betsize angeht, kann ich nicht den geringsten Unterschied feststellen (immerhin geht es um boards mit möglichem flush, da wird denke ich mehr nach eigener equity auf eine bet reagiert, als nach der betsize.)


      Irgendein mod, ich meine Ghostmaster war es, meinte mal: "Ich call am flop mit Flushdraw auch potsize bets". Ich weiß nicht mehr den genauen Zusammenhang, aber vielleicht hat er sich da auch was zu genau dem Thema hier überlegt. Kann gut sein, dass es da um Leute ging, die zu viele und/oder zu große second barrels feuern und dagegen so ein call profitabel ist.
    • pooriver
      pooriver
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 427
      Original von toatreffnix
      Irgendein mod, ich meine Ghostmaster war es, meinte mal: "Ich call am flop mit Flushdraw auch potsize bets". Ich weiß nicht mehr den genauen Zusammenhang, aber vielleicht hat er sich da auch was zu genau dem Thema hier überlegt. Kann gut sein, dass es da um Leute ging, die zu viele und/oder zu große second barrels feuern und dagegen so ein call profitabel ist.
      Hm, grade bei Flushdraws bin ich da ziemlich pingelig, weil bei ankommendem Flush ziemlich oft die Action stirbt. Da folden manche Fische sogar auf nen Minbet. ;( Insbesondere, wenn man den Flopbet "nur" callt, will dann am Turn keiner mehr was investieren...

      Na, auf jeden Fall danke für deine ausführliche Antwort!