Frage zu pot odds

    • beni
      beni
      Black
      Dabei seit: 17.10.2006 Beiträge: 11.684
      Also Spieler A und B zahlen vor dem flop jeweils 10 GE. Spieler B setzt nun 7 GE. Spieler A, der einen flushdraw gefloppt hat muss sich nun entscheiden was er macht.

      Pott odds. 27:7=3,86
      odds: 38:9=4,22 =====> fold

      Wenn er aber spielen würde, würde er bei 10 Spielen 3,5mal gewinnen (Warscheinlichkeit den flush zu treffen 35%) und 6,5 mal verlieren.
      Er käme als auf 17*3,5-17*6,5=-51 GE im Gegensatz zu den -100GE bei 10mal fold.

      Mit fold wäre er hier also schlechter bedient als mit call.

      Die oddRechnung führt also hier zu einem falschen Ergebnis,oder?

      (@mod Ich kann die Hand leider nicht konvertieren weil das gar keine gespielte Hand ist, sondern eine Verständnisfrage zu der odd-rechnung, also bitte nicht wieder schließen)


      @Ajezz
      Das ist No Limit; falsches Forum.

      Dein Denkfehler ist, daß du die Flushwahrscheinlichkeit mit 35 % ansetzt. Das ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Flush bis zum River ankommt.
      Du zahlst aber nur für die Turnkarte, und da hast du 9 Outs, also Odds von 1:4,1 bzw. nicht ganz 20 % Wahrscheinlichkeit auf den Flush.
      Also müsste man ja nach der odd-rechnung folden? (soweit war ich ja auch schon)

      Wenn man also zehn Hände so spielen würde, würde man zehn mal folden und also 100GE verlieren. Wenn man 10 mal spielen würde, würde man 3,5 mal gewinnen und 6,5 mal verlieren (wie oben vorgerechnet) und insgesamt besser abschneiden. Das heißt doch, dass die oddrechnung nicht immer das richtige Ergebnis liefert, oder? Wenn man hier foldet macht man ja mehr Verlust als wenn man callt.
  • 4 Antworten
    • TimTolle
      TimTolle
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 1.160
      Moment! Irgendwie hast du einen grundlegenden Denkfehler in der Analyse.

      Bei 10x Fold verlierst du nicht 10GE, sondern 0GE !

      Geld, was du vorher (preflop) schon eingezahlt hast, ist weg. Das hast du bereits verloren, kannst es aber wieder zurückgewinnen.
      -----

      Zu deinem konkreten Beispiel:

      preflop: 2x10GE
      flop: Bet des Gegners: 7GE, du selbst hast Flush-Draw.

      A) du kannst hier nicht mit 35% wahrscheinlichkeit rechnen, dass du am ende gewinnst. (es sei denn, du bist all-in (siehe B)), sondern du kannst nur mit ca. 19% rechnen, dass du am Turn den fertigen Flush hast ( 9/47 = 19%)
      Das wären dann: 1,9*27GE - 8,1*7GE = 51,3 - 56,7 = -5,4 (Also Verlust fast in der Höhe deines Calls)

      Wenn du 10x foldest, hast du nicht -100GE, sondern genau +/- 0GE! Ich schreib es zweimal, weil das für das Verständnis enorm wichtig ist. (rechnerisch kommst du möglichweise auf das gleiche ergebnis, aber inhaltlich ist das nicht korrekt)

      B) Bist du jedoch mit deinem 7GE-Call am Flop all-in, dann kannst du mit 35% rechnen.
      Also 3,5*27GE - 6,5*7GE = 94,5 - 45,5 = +49 (sogar recht profitabel)

      ---
      Warum kannst man nicht schon am Flop mit 35% rechnen? Angenommen, du triffst am Turn nicht, und dein Gegner bettet erneut, sagen wir 40GE.
      Nach dem Flop sind 34GE im Pot (2x20 preflop + 2x7 flop), mit der Turn Bet sind es 74 GE. Du musst 40 GE callen.
      Also hast du damit insgesamt an Flop und Turn 47 GE investiert. In 35% gewinnst du 67GE (2x20 preflop, 7 gegnerbet flop, 40 gegnerbet turn) und in 65% verlierst du deine investierten 47GE:
      3,5*67 - 6,5*47 = 234,5 - 305,5 = -71

      Das ganze richtet sich natürlich nach der höhe der bets, aber da du nie wissen kannst, was dein gegner später noch tut, kannst du immer nur bis zur nächsten karte rechnen. ausnahme all-in.

      ---
      Achja, benutz in Zukunft statt GE lieber $. Das sind die meisten Leute hier gewohnt und es liest sich daher leichter.
    • Kysus80
      Kysus80
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2006 Beiträge: 1.632
      implied odds solltest du nie ausser acht lassen !
      Sehr viele calls (wenn nicht die meisten) wären aufgrund der pot odds falsch, doch aufgrund deiner implied odds werden diese korrekt.
      Du kannst deshalb fast nie wissen, ob dein call richtig ist, da du ja nicht weisst, ob dein Gegner nochmals Geld investiert, falls du deinen Flush triffst.
      Hinzu kommt, dass du in manchen Fällen selbst bei getroffener Hand noch hinten liegst.
    • beni
      beni
      Black
      Dabei seit: 17.10.2006 Beiträge: 11.684
      @TimTolle

      Danke. Ich fass mal nochmal zusammen wie ichs verstanden hab:

      Bei all-in war meine Rechnung richtig (call besser als fold). Wenn man wüsste, dass der Gegner nach dem turn nichts oder nicht zu viel setzt könnte wäre call auch noch besser. Da man aber nicht weiß wieviel der Gegner setzen wird kann man so nicht rechnen.

      @Kysus80

      Mir gings hier nur um das prinzipielle warum man nach dem flop nur die Warscheinlichkeit ansetzt mit der nächsten Karte zu treffen und nicht die mit den beiden nächsten Karten zu treffen.

      Was würde sich beim limit poker ändern? Da könnte der eine Spieler ja gar nicht so extrem raisen. Da wäre dann ein call öfter gerechtfertigt oder?
    • TimTolle
      TimTolle
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 1.160
      Original von beni
      Was würde sich beim limit poker ändern? Da könnte der eine Spieler ja gar nicht so extrem raisen. Da wäre dann ein call öfter gerechtfertigt oder?
      Ja genau. Bei Fixed Limit kann man einen Flush Draw (mit A oder K high) fast immer callen, oft sogar auch for value betten. Viele schwache Draws (Gutshot straight draw mit 4 Outs oder auf 2 Overcards wie AK bei Flop 44T mit discounted ca. 4 Outs) lassen sich in Multiway Pötten auch oft spielen.

      Bei Flushdraw am Flop kann man mit 9 Outs (ca 4:1 Odds) rechnen. Kommt der Flush am Turn nicht, muss man wieder mit 9 Outs prüfen, ob man die Pot Odds hat, um damit zum River zu gehen.