Equity Berechnung! Brauche Hilfe!

    • Tylasgun
      Tylasgun
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2008 Beiträge: 287
      Hallo Zusammen,

      ich bin oft in Situationen in dennen ich gerraist werde und ich mir meiner hand nicht mir sicher bin. Ich folde zur Zeit viel zu viele dieser Spots, da ich mir nicht mehr sicher bin ob mein QQ auf nem k High Board gut genug ist,ist nur ein belangloses Bsp. Ich habe alles was es bis zu meinem Status zu lesen gibt gelesen jedoch nichts gefunden. Im Forum selbst habe ich einige Rechnungen gefunden die ich nicht verstehe. Wenn ich nun Videos z.B vom Hasenbraten sehe und er in fragwürdigen Spots ist berechnet er immer ob es sich um einen +oder -EV handelt doch leider verstehe ich nicht um was es geht bzw. denn Rechenweg. Ich denke ohne so etwas grundlegendes sollte ich weiter bei Unterwasserhalma bleiben und das Pokern wieder aufgeben, daher hoffe ich auf eure Hilfe um so meinem Ziel etwas näher zu kommen.
      Bitte versucht es so zu erklären das es auch für einen Neuling verständlich ist, da mir die Sprache in vielen Videos schon viel zu viel Englisch und in einer Pokersprache kommuniziert wird, die es dem Neuling sehr schwer macht zu folgen.
      Wäre auch über links oder Hinweise auf Texstellen sehr dankbar!
  • 14 Antworten
    • Shore
      Shore
      Bronze
      Dabei seit: 11.11.2007 Beiträge: 4.086
      Also vorweg: Ich bin selber erst NL-Anfänger und kann dir nur davon erzählen, wie ich das in FL gemacht habe. Aber ich denke, da gibt es keine all zu großen Unterschiede.

      Grundlegend ist, dass man den Gegner auf eine Range setzen muss. Dies fängt schon an, indem man sein Preflopspielweiße beobachtet. Wenn jemand nur limpt, ist seine Range meist größer als wenn er mit um 4BB raised. Er macht das ja nur mit seinen besseren Händen.

      Dann muss man aufgrund des Boards und den Spielzügen von Villain seine Schlüsse ziehen. Mit welchen Händen er halt auf diesem Board spielen könnte (mit was raised er, mit was callt er, mit was foldet er. Rangeteilung usw.), die auch in seiner Preflop-Range liegen. Das selbe macht man dann auf Turn und River.

      Nun kannst du seine Range in Equilator oder Stove eingeben und sie mit deiner Hand vergleichen lassen. Der Prozentsatz sagt dir dann aus wie oft du gewinnst.

      Jetzt kannst du schauen, ob der Pot groß genug ist, damit sich ein Call noch lohnt.

      Beispiel: Du hast mit Equilator herausgefunden, dass du in einem bestimmten Spot in 40% der Fälle gewinnst.

      Der Pot ist sagen wir mal 2$ groß und Villain bettet, so dass du um 1$ callen musst.

      Das Verhältnis von Zu bringenden Einsatz und möglichen Gewinn ist: 1$ : 3$ bzw: 1:3 Du musst also nur in 33% der Fälle gewinnen, damit der Call + EV ist. Da du mit Equilator ausgerechent hast, dass du in 40% der Fälle gewinnst kannst du + EV callen.

      Anders siehts aus, wenn Villain bei gleichem Pot 2$ setzt. Dann musst du in 50% der Fälle gewinnen, was aber nicht gegeben ist. Der Call wäre also -EV
    • tomsnho
      tomsnho
      Silber
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 7.565
      Bei NL geht's oft gar nicht so um die Equity (außer in All-In Situationen) sondern darum wie du die Hand weiterspielen kannst - weil die Implied bzw. Reverse Implied Odds einfach viel stärker zu tragen kommen.

      Sprich - mit QQ auf K-High-Board am Flop könntest du gegen seine Raising-Range viell. sogar noch die nötige Equity haben - aber wenn du z.B. OOP bist spielt sich die Hand einfach ultra-beschissen weiter, sodass ein einfacher Fold die bessere Alternative ist.

      Bei All-In-Situationen ist der EV leichter zu berechnen.

      Sprich du und der Gegner haben 10$ Stacks. Du hast 4$ investiert und noch 6$ left, Villain geht für seine vollen 10$ All-In.

      Du hast 6$ die du zahlen musst um 14$ zu gewinnen. Die Frage ist - wie oft musst du jetzt vorne sein dass es sich rentiert. Insgesamt sind 20$ im Pot, wenn du gewinnst kriegst 20$, wenn verlierst 0$. Wenn du zu X % gewinnst kriegst 20 * X/100. Investieren musst du 6$.

      20 * X/100 = 6 ... d.h. wenn du 6$ im Schnitt gewinnst bist du break-even sprich der Call hat Erwartungswert 0. Wie du leicht ausrechnen kannst ist X = 30.

      Damit weißt du wenn du in der All-In-Situation den Pot im Schnitt öfters als 30 % gewinnst dann ist's +EV, wenn ihn weniger als 30 % gewinnst -EV.

      Angenommen du hast jetzt Nutflushdraw + Gutshot am Flop ... sind 12 Outs (ob sie alle clean sind oder nicht sei mal dahingestellt) - mit 12 Outs am Flop bist du weit über den notwendigen 30 % ... d.h. ohne großartig herumzurechnen weißt das ist ein easy EV+ Call.

      -------------

      Wie gesagt, das Problem bei nicht All-In-Situationen ist, dass du nicht weißt wie die Hand sich am Turn oder River weiterentwicklen wird.

      Bei schwachen Made-Hands kann zwar sein dass der Call am Flop einen positiven EV hat, du aber ma Turn und River vor unangenehmen Entscheidungen gestellt wirst und dort vielleicht noch größere Summen als am Flop investieren musst.

      Dagegen bei drawing Hands (v.a. wenn auf die Nuts drawst) kann sein dass z.B. am Flop nicht die nötige Equity hast um zu callen sprich du zwar nur zu 20 % treffen wirst (und vorne bist), aber so viel investieren musst dass es erst bei sagen wir mal 30 % Break-Even werden würde. Allerdings weißt du, dass du am Turn oder River vom Gegner viell. noch Value kriegst wenn triffst (weil dann fast sicher vorne bist) und deshalb doch callen kannst.
    • Tylasgun
      Tylasgun
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2008 Beiträge: 287
      danke euch beiden endlich kapiert. Tomsnho hat denn Nagel auf denn Kopf getroffen, es ging mir im wesentlichen um die situationen in dennen ich vor die wahl all in oder fold gestellt werde! Sehr gut erklärt von beiden, merci !
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von Tylasgun
      Hallo Zusammen,

      ich bin oft in Situationen in dennen ich gerraist werde und ich mir meiner hand nicht mir sicher bin. Ich folde zur Zeit viel zu viele dieser Spots, da ich mir nicht mehr sicher bin ob mein QQ auf nem k High Board gut genug ist,ist nur ein belangloses Bsp. Ich habe alles was es bis zu meinem Status zu lesen gibt gelesen jedoch nichts gefunden. Im Forum selbst habe ich einige Rechnungen gefunden die ich nicht verstehe. Wenn ich nun Videos z.B vom Hasenbraten sehe und er in fragwürdigen Spots ist berechnet er immer ob es sich um einen +oder -EV handelt doch leider verstehe ich nicht um was es geht bzw. denn Rechenweg. Ich denke ohne so etwas grundlegendes sollte ich weiter bei Unterwasserhalma bleiben und das Pokern wieder aufgeben, daher hoffe ich auf eure Hilfe um so meinem Ziel etwas näher zu kommen.
      Bitte versucht es so zu erklären das es auch für einen Neuling verständlich ist, da mir die Sprache in vielen Videos schon viel zu viel Englisch und in einer Pokersprache kommuniziert wird, die es dem Neuling sehr schwer macht zu folgen.
      Wäre auch über links oder Hinweise auf Texstellen sehr dankbar!
      Ich schreibe grade zu der Thematik einen Artikel, der die Theorie hinter EV-Rechnungen etwas erläutert und extra für Anfänger für die Standardsituationen vorgefertigte Rechenwege enthält.
    • archimedes24
      archimedes24
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 621
      @tomsnho

      All In Situation: Ich investiere 6$ um 14$ zu gewinnen. 14/6 = 2,3!
      Heist: 1 zu 2,3 = 1 / 2,3 = 0,43 = 43% !!
      Ich muss in 43% vorne sein um Break even zu sein, nicht in 30%. Wo ist mein oder Dein Denkfehler?
      Ich investiere nicht 6$ um 20$ zu gewinnen, sondern 6$ um 14$! zu gewinnen...
      Oder??
    • 4A888
      4A888
      Bronze
      Dabei seit: 22.10.2007 Beiträge: 916
      Du investierst $6, um einen Pot von$20 zu gewinnen. Die $14 + deine $6. "Dein Anteil" an dem Pot sind also 30%.

      Wenn der dir laut Wahrscheinlichkeiten zustehende prozentuale Anteil des Pots (Equity) > 30% ist, lohnt es sich die $6 zu investieren, da der EV > $6 ist.
    • archimedes24
      archimedes24
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 621
      ??

      Die 14$ gehören mir nicht (mehr), die 6$ gehören mir! Ich kann auch nur einen Pot von 14$ gewinnen, und nicht von 20$, kann ja schlecht mein eigenes Geld gewinnen. Die 6$ die ich einsetze gehören mir ja und sind nicht Teil des Pots den ich Gewinnen kann.
      Also, nur wenn ich eine Equity von +43% habe lohnt sich der call!
      Na jetzt bin ich gespannt...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      14:6 = 2.2:1 = 1/(2.2 + 1) = 30%
    • archimedes24
      archimedes24
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 621
      Hallo Ghostmaster

      ein Verhältnis von 14:6, was ja 2,3 zu 1 ist, ist: 1/2,3= 0,43, anders 43% von 2,3 sind 1! Nicht 30%. 1 wären von 3,3 30%! Wie hast Du Deine Formel hergeleitet?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Odds = Quote

      2:1 bedeutet, dass man in 2 von 3 Fällen seinen Draw nicht trifft und in einem von 3 Fällen seinen Draw trifft.

      1 von 3 = 33%

      Die Gegenwahrscheinlichkeit X:Y rechnet sich also folgernmaßen in die Trefferwahrscheinlichkeit um: Y/(X+Y)

      Fälschlicherweise wird in Deutschland die Quote teilweise so interpretiert wie du es hier tust.
    • archimedes24
      archimedes24
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 621
      Au Mann...stimmt. Hab hier gerade extrem auf der Leitung gestanden. Nehm alles zurück...
    • Dudlove
      Dudlove
      Silber
      Dabei seit: 18.06.2007 Beiträge: 666
      Original von Ghostmaster
      Odds = Quote

      2:1 bedeutet, dass man in 2 von 3 Fällen seinen Draw nicht trifft und in einem von 3 Fällen seinen Draw trifft.

      1 von 3 = 33%

      Die Gegenwahrscheinlichkeit X:Y rechnet sich also folgernmaßen in die Trefferwahrscheinlichkeit um: Y/(X+Y)

      Fälschlicherweise wird in Deutschland die Quote teilweise so interpretiert wie du es hier tust.
      Die 33 % beziehen sich auf die equity die ich brauche um einen + EV call zu machen, oder?
      Wie berechne ich jetzt meine equity die ich habe (wenns geht schnell am tisch )

      Oder habe ich jetzt was ni verstanden?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn wir in einer Situation 2:1 Potodds bekommen, dann wird ein Call profitabel, wenn wir 1/(2+1 ) = 33% oder mehr Equity gegen die gegnerische Range halten.

      Equity gegen Ranges im Kopf ausrechnen/abschätze ist nicht möglich, wenn man nicht ein paar grundlegende Zahlen für verschiedene Situationen im Kopf hat. Um diese Zahlen in den Kopf zu bekommen, solltest du regelmässig mit dem Equilator (ich persönlich bevorzuge aus Performancegründen noch Pokerstove) Preflop und Postflopsituationen durchspielen, damit du ein Feeling für Ranges und deine Equity gegen diese Ranges bekommst.
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Original von archimedes24
      Die 14$ gehören mir nicht (mehr), die 6$ gehören mir! Ich kann auch nur einen Pot von 14$ gewinnen, und nicht von 20$, kann ja schlecht mein eigenes Geld gewinnen. Die 6$ die ich einsetze gehören mir ja und sind nicht Teil des Pots den ich Gewinnen kann.
      Also, nur wenn ich eine Equity von +43% habe lohnt sich der call!
      Na jetzt bin ich gespannt...
      Die $6 gehoeren die auch nicht mehr wenn du callst, die gehen dann zusammen mit den $14 in den Pot und sind dann erstmal fuer dich weg.

      Jetzt musst du dir ueberlegen wie oft du diesen $20-Pot mindestens gewinnen musst, um deine Investition - also die $6 - wieder zurueck zu kriegen. Und das sind 30%.

      Du hast 2 Moeglichkeiten:

      a) du foldest - dann hast du danach noch immer deine $6

      b) du callst - dann gehen deine $6 in den Pot, den du in 30% aller Faelle gewinnst, dh. langfristig
      gesehen hast du dann immer noch $6.

      Jack