Check/Raise River mit Initiative

  • 3 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Man sollte dazuschreiben, ob die Beispiele auf FR oder SH bezogen sind, denn bei UTG und den Stats macht das einen Riesenunterschied. Ich vermute, alles ist SH.

      Gerade gegen TAGs finde ich diese Linie wenig geeignet, da TAGs in der Lage sind, dünn zu valuebetten. Das Wesen einer dünnen Valuebet ist, dass sie gegen einen Raise gefoldet werden kann, weil man sich dann klar geschlagen sieht. Ich mache das häufig, wenn ich gegen einen anderen TAG dünn valuebette. Ein TAG wird so gut wie nie am River einen Bluffcheckraise mit Initiative machen (ich hab's noch nie gesehen), sondern immer eine starke Hand haben. Wenn mich ein LAG checkraist, dann ist das was anderes. Folglich kann man gegen einen TAG Checkraise mit einer mittelprächtigen Hand gut folden. Ein Checkraiseversuch wird gegen einen TAG immer weniger Value rausholen als eine Bet.

      Beispiele Seite 2, Hero sei der TAG in Position, immer nur River betrachtet:

      1) bet/fold mit 8x, 77, check behind mit schlechteren Händen. Schlechtere Hände sind nicht mehr mit mehr als 50% vorne, wenn sie gecallt werden, sollten also auch nicht gebettet werden.

      2) bet/fold mit QT und schlechter. Eine Bet mit 6x ist schon zweifelhaft, lieber check behind. UTG callt nicht mehr Hände mit Ax als Tx/Jx bzw. checkraise mit starken Händen. Schlechtere Hände als QT wird UTG-TAG nicht checkraisen. Einen Draw, den ich bluffen kann, habe ich selten, da ich den meistens call Flop raise Turn gespielt hätte.

      Wenn man so spielt, dann kann man unvermindert weiter dünn valuebetten gegen TAGs.

      3) Ist ein gutes Beispiel und funktioniert noch besser, wenn die Gegner einen etwas höheren AF haben (1,0-1,2). Dann bluffen sie zunächst fast immer, wenn man zu ihnen checkt (nach ein paar mal vielleicht nicht mehr). Es gibt viele geplatzte Draws, die sie haben könnten. Viele davon callen keine Bet. Die etwas aggressivere Variante bettet hier auch jedes Ass, so dass man keinen Value wegen check behind verliert.

      4) Das hier finde ich wieder nicht gut. Zwar gewinnt man Value gegen ein paar Ax, verliert aber Value gegen alle Pockets, die dieser Gegner check behind spielt (Hero callt aus seiner Sicht keine schlechteren Hände). Starke Pockets wie QQ+, die vielleicht betten könnten, sind nicht in seiner Range, da er die preflop gecappt hätte. Value erhält man gegen die Range A9s+/AJo+ (20 Hände) und verliert sie gegen 77-JJ (30 Hände), also unter dem Strich ein Valueverlust durch Checkraiseversuch. Je mehr Pockets er am Turn foldet, desto eher geht der Checkraise. Pockets > 88 wird er nicht folden, denn damit kann er Hero schlagen. 99-JJ sind auch schon 18 Hände.

      5) Kleiner Fehler in den Positionen am River. SB -> BB. Ich habe den Kommentar zu 2) geschrieben, bevor ich dieses Beispiel gesehen habe. Passt wie die Faust aufs Auge, nicht wahr? Und gilt deshalb auch hier. Wenn BB-TAG den Checkraise callt, dann ist Hero geschlagen, deshalb lohnt sich der Checkraise auf gar keinen Fall. Dazu noch können schlechtere Hände behind checken, die ansonsten eine Bet callen würden. Das hier wird noch nicht mal gegen LAGs funktionieren, weil die die schwächeren Hände, die den Checkraise callen könnten, schon am Flop oder Turn geraist hätten. Und folglich nicht mehr haben.

      Zum Thema dünne Valuebet am River in Position sind die alten Stoxtrader Videos sehr instruktiv.

      Der optimale Gegner für Checkraise am River ist ein Donker, auf den man zufällig gerade keine Position hat.
    • Cornholio
      Cornholio
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2006 Beiträge: 25.674
      alles was du beschreibst, trifft auf einige 2/4 TAGs zu.
      Dies ist aber ein Platin Artikel und geht davon aus, dass einem auch zugetraut wird seine Line zu balancen. Hero und Villain sind jeweils gute Spieler, gegen die man natuerlich nicht ohne weiteres bet/folden kann ohne hart exploitet zu werden.

      abgesehen davon haben viele TAGs (auch sonst gute) noch nie in ihrem Leben bet/fold gegen einen c/r mit ini gespielt, einfach weil sie angst haben exploitet zu werden und in einem grossen pott die beste hand zu folden.

      aber meine annahmen wurden alle im artikel beschrieben.
    • tinobi
      tinobi
      Black
      Dabei seit: 16.07.2007 Beiträge: 1.284
      Also gegen weniger thinking Gegner oder stupide "wenn du checks, dann bette ich (immer)"-Typen oder besonders aggressive Gegner kann amn die Line schon mal einbinden denke ich - quasi eher als Valueline, denn aus Balancing-Gründen.