Wieso steigt der Dollar in der Finanzkrise?

  • 5 Antworten
    • Yaki
      Yaki
      Bronze
      Dabei seit: 17.10.2007 Beiträge: 7.689
      1,38 ich habs erst jetzt gecheckt geiel
    • TheRolly
      TheRolly
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2008 Beiträge: 568
      ... au ja, wär mal interessant zu wissen... der hat sich ja in den letzten Tagen wieder um 10Cent verbessern können wie ich gerade sehe.

      Zeit zum Auscashen!!!
    • SkyReVo
      SkyReVo
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 2.365
      Weil sich die Leute in sichere Anlagen des US-amerikanischen Staates kaufen und geglaubt wird, dass die Europäer die Finanzkrise nächsthin härter treffen wird.
    • nordhorn88
      nordhorn88
      Bronze
      Dabei seit: 20.09.2008 Beiträge: 16
      mein wirtschaftslehrer hat mir uns das so erklärt:

      Viele leute sehen das der dollar auf einem tiefststand ist und dennken das er nicht viel weiter sinkt und deshlab kann man derzeit günstig dollaraktien kaufen.

      Dadurch das viele kaufen ensteht eine größere nachfrage was zur anhebung der preise führt.

      ....sagt mein wirtschaftslehrer
    • Merlinius
      Merlinius
      Platin
      Dabei seit: 30.06.2006 Beiträge: 3.519
      http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Comeback-des-Greenback-Dollar-profitiert-von-Finanzkrise/420800.html

      Dollar profitiert von Finanzkrise
      von Tobias Bayer (Frankfurt)

      Die enttäuschenden Konjunkturzahlen aus den USA häufen sich. Jetzt fiel der Einkaufsmanagerindex so schlecht aus wie seit sieben Jahren nicht mehr. Den Dollar belastet das trotzdem nicht. Er profitiert davon, dass Banken, Haushalte und Unternehmen ihn so dringend brauchen.

      Die Aufwärtsbewegung des Dollar hält an. Am Mittwoch fiel der Euro zum Greenback unter die Marke von 1,40 $. Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September legte der Dollar gegenüber der Gemeinschaftswährung um 1,64 Prozent zu, seit Jahresbeginn liegt das Plus sogar bei vier Prozent. Währungsstrategen gehen davon aus, dass die Bewegung anhält. Sie halten einen Euro-Dollarkurs von 1,20 $ bis Jahresende für möglich.

      In der Spitze ging die Gemeinschaftswährung am Mittwoch auf 1,3976 $ zurück. Später setzte eine leichte Gegenbewegung ein, als der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA gegenüber der Konsensprognose von 49,9 mit 43,5 Zählern deutlich schwächer ausfiel. Dies ist das tiefste Niveau seit Oktober 2001. Die Beschäftigungskomponente ging auf 41,8 von 49,7 zurück. "Damit liefert der ISM-Index eine sehr negative Indikation für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht", sagte Ulrich Wortberg, Devisen- und Rentenstratege bei der Helaba. Die US-Arbeitslosenquote liegt momentan bei 6,1 Prozent.

      "Mutter aller Carry-Trades"

      Dass der Dollar trotz der schwachen US-Konjunkturdaten aufwertet, hat mit der Finanzkrise zu tun: Das Bankensystem braucht dringend Dollar. Über Jahre refinanzierten sich viele europäische und japanische Finanzinstitute billig in der US-Währung. Nun fahren sie ihre Verschuldung zurück, verkürzen ihre Bilanz und müssen ihre Dollarverbindlichkeiten begleichen. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beliefen sich diese zuletzt auf 10.000 Mrd. $. Deshalb fragen sie Dollar nach, was den Kurs der Valuta antreibt.

      "Das ist die Mutter aller Carry-Trades, die hier aufgelöst wird", sagte Hans Redeker, Devisenstratege bei BNP Paribas. Bei einem Carry-Trade verschulden sich die Investoren in einer Niedrigzinswährung und legen ihr Geld höher verzinst im Ausland an. Als Carry-Währungen gelten traditionell der japanische Yen und der Schweizer Franken. Aber eben auch der Dollar.

      Die große Dollarnachfrage spiegelt sich auch an den Geldmarktsätzen wider. Der Libor-Interbankensatz für Dollarausleihungen mit einer Laufzeit von einem Tag kletterten am Dienstag auf das Rekordhoch von 6,88 Prozent. Auch der Libor-OIS-Spread, der als Maß für die Knappheit an Bargeld benutzt wird, hielt sich nahe das historischen Hochs. "An den Geldmarktsätzen lässt sich ablesen, dass die Nicht-US-Banken ein großes Dollarfinanzierungsvolumen haben."

      Haushalte und Unternehmen sind Dollarnachfrager

      Nicht nur die Banken brauchen Dollar. Auch US-Haushalte und Unternehmen sind derzeit starke Nachfrager. Die US-Investoren halten 300 Mrd. $ an ausländischen Vermögenswerten. "Dazu zählen riskante Anlagen wie beispielsweise indische Anleihen. Jetzt verkaufen sie diese und führen ihr Geld wieder in die USA zurück", sagte BNP-Stratege Redeker.

      Das zeigt sich am Beispiel amerikanischer Fonds. Der Anteil an ausländischen Vermögenswerten in US-Investmentfonds fiel im August von 25,4 auf 24,3 Prozent. "Der Trend, dass sich die US-Investoren wie in den sieben vergangenen Jahren im Ausland engagieren, kehrt sich um", sagte Mansoor Mohi-uddin, Währungsstratege bei der UBS.

      US-Unternehmen wiederum repatriieren die Gewinne ihrer Auslandstöchter. Auf das Jahr hochgerechnet lagen die Gewinne nicht-finanzieller Kapitalgesellschaften in den USA im zweiten Quartal bei 489 Mrd. $. Da sie aber 514,2 Mrd. $ an Dividenden in Aussicht stellen, müssen sie die Lücke finanzieren. Das geschieht über Bankkredite oder über Tochtergesellschaften im Ausland. Nach Ansicht mehrerer Experten könnte sich das als weiterer wertsteigender Faktor für den Dollar auswirken.