Leak: Probleme als Nicht-PFA

    • sekundaer
      sekundaer
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2006 Beiträge: 2.526
      Hab grade bischen mit den PT-Filtern rumgespielt und festgestellt, dass ich Losing Player bin, wenn ich preflop nicht geraist habe, sowohl HU als auch multiway. Samplesize insgesamt beträgt ca. 70k hände, also schon halbwegs aussageräftig eigentlich, oder?

      Also wie gehts weiter, habe mir da mehrere Sachen durch den Kopf gehen lassen und brauche euren Rat.

      1) OOP keine 3bets coldcallen.

      - Habe früher/ Neige teils immernoch dazu, mit Händen wie JJ/TT/AQ o.ä. preflop raise/call zu spielen oop. macht wenig sinn oder? OOP dann eher 4bet/call gegen aggrogegner und easy fold gegen nits?

      Allgemein kann man schon sagen, man sollte KEINE 3bet pots OOP ohne initiative spielen, oder?


      2) Blinddefense

      Kann ich allgemein sagen, dass es besser ist einen stealer zu 3betten als zu coldcallen? Und: WENN ich BU oder CO - Openraises coldcallen muss ich ums profitabel zu machen vermehrt auch unimproved donken oder c/raisen?


      3) coldcalling IP

      passiert ja speziell am button ab und zu. UTG raist 3-4 BB, 2 coldcaller vor einem und man hat im BU 65s oder J9o oder auch A4s oder sowas, odds sind gut erstmal udn man overcallt denn ja gerne mal.... LEAK? raise oder besser einfach fold die bessere spielweise in solchen situationen? Trifft man oft genug um das profitabel zu machen? Ich denke nicht, daher kommt wohl auch das verlorene Geld, denn man trifft nicht oft genung und gewinnt den pot auch NIE unimproved gegen 4 gegner.


      4) Coldcalling OOP

      Ich sitze im SB/BB, UTG oder MP openraist, es gibt coldcaller udn ich hab ne mediocre hand. kann man profitabel overcallen wenn man davon ausgeht, NIE unimproved zu gewinnen? Ich glaube kaum. Kann man bei Hit gut Value extrahieren OOP? Nicht wirklich. Kann man OOP mit marginalen Händen den pot kontrollieren? Auch nicht.
      Fazit: In solchen Situationen immer eher folden?

      5) Setvalue

      Mittlerweile glaube ich nicht wirklich mehr an die Existenz von Setvalue. Gegen der BU oder CO - Openraiser mit 55 ausm Blind zu callen ist Schwachsinn, weil seine Range zu weit ist. Gegen UTG Raiser am BU mit Pockets coldzucallen irgendwie auch, weil meine Hand meistens quasi face up liegt.
      Was schließen wir? Pockets auch eher 3betten oder folden ?.. oder kann man die setvalue-calls mit dem coldcallen von SCs oder suited/offsuited facecards mixen um dann besseren payout zu kriegen?




      So, ich hoffe der post wirkt nicht allzu konfus und ihr lest das durch, denkt drüber nach und schreibt zu dem einen oder anderen Punkt von mir mal was.

      danke schonmal
  • 3 Antworten
    • lokopussy
      lokopussy
      Bronze
      Dabei seit: 19.09.2006 Beiträge: 6.412
      1) insgesamt sicher schon weniger 3bets oop callen vor allem bei 100bb stacks. Aber immer folden oder 4betten geht dann imo auch nicht. Man muss halt wissen gegen wen man da gerade spielt und ob man auch mal postflop in der lage ist mit ner mittelstarken hand nen pot zu gewinnen. Monster callen geht natürlich auch.

      2)
      gg co und bu ist es meist schon besser zu 3betten aufgrund des positionsnachteils und der grossen stealrange. Dennoch call ich da auch oft genug nur mal und da gibts ja dann auch genug Möglichkeiten. Man kann was hitten und spielt cc oder cr und man kann natürlich auch ein wenig moven. Secbarrels exploiten ist da recht profitabel. Is halt alles scher zu sagen so pauschal, aber wenn man wirklich gescheite reads hat und postflop gut drauf ist dann klappt das shcon.
      gg sb kann man natürlich noch eher mal callen. Auch hier sollte man ne gesunde Mischung aus 3bet/call/fold haben.
      Gameflow ist hier ein Stichwort. Man weis einfach teils schon das man ge4bettet wird bzw das es langsam mal an der Zeit wäre, wenn man villain schon wieder 3bettet. Oder man weis er wird sich das gefloate nich ständig gefallen lassen und packt halt mal ne 3barrel aus usw....Dagegen muss man dann richtig adapten.

      3)
      Am Bu im raised pot gewinnt man doch auch oft genug ui. Müssen ja auch nich unbedingt 3 gegner sein, gegen 2 zb kann man sich oft den pot mitnehmen nach ch-ch vor einem. Muss man nur aufpassen wer in der hand ist und wie das board aussieht. logischerweise sollte man kein 89t board mit air betten.

      4)
      Auch oop kann man den pot teils gut ui gewinnen. Bsp 2 Gegner board kommt J high mit 2 lowcards und eher wenigen draws. Als nicht pfa checkt man ja eh meist, somit verrät man noch nichts über seine hand und das ist genau der Vorteil den man ausnutzen kann. Die andern beiden verraten nämlich ihre Handstärke. Der pfa checkt oft weil er nich gg 2 cbetten will un der andre checkt auch ab und an -> instabet turn auf ne gescheite karte.
      Jo und ansonsten ist natürlich das valueextrahieren nicht ganz so einfach wie Ip, aber sobald doch ne cbet gemacht wurde klappt das doch und du verpasst keine street. Donken kann man auch je nach hand/board und pot control ist natürlich eine schwierigkeit, das stimmt. Hier spielt man viel bf.

      5)
      hm, face up ist da imo nichts wenn man nicht nur pockets callt. scs mit rein nehmen, auch mal Aq,Aj und shcon ist das nicht mehr so einfach dich auf ne hand zu setzen. GG late position stealer stimmt das mit dem setvalue schon, aber auch da ist ja nicht die einzige Möglichkeit set hitten und sonst folden. Sicher ist das schwieriger ein pp was wenig improve möglichkeiten hat zu spielen und damit auch mal nen move zu starten, aber mit gut ausgewählten spots klappt das schon. Wenn du absolut nicht damit zurecht kommst und dir auch kein setvalue gibst bleibt dir immernoch ne 3bet oder ein fold. 3bet ist wohl meist die beste Wahl.



      so dann hoff ich mal da is halbwegs was brauchbares dabei.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Loko hat ja alles schon recht ausführlich beschrieben, deswegen nenne ich nur ein paar ergänzende Gedanken dazu:

      1.) Grundsätzlich sollte man OOP sicherlich nicht so häufig 3-bets coldcallen. Aber du sprichst da halt gerade die Problemhände JJ/TT an. Sie sind meistens zum 4-bet/callen zu schwachen und für einen direkten Fold zu stark. Wenn du dir Postflop zutraust einen vernünftigen Pot zu spielen, ist ein Call vertretbar bzw. die beste Möglichkeit. Hände wie AQ mag ich dabei aber eher nicht.

      2.) Es geht beides und ist eine Frage des Styles. Früher habe ich viel passiv defendet und meistens gecallt. Es ist aber OOP nicht einfach zu "moven" und wirklich treffen tut man halt eher selten. Wenn man trifft, ist Value extrahieren nicht so einfach.

      Momentan neige ich dazu nahezu immer zu 3-betten gegen Late Position Raise. Will ich eine Hand aus den Blinds spielen, 3-bette ich, ansonsten fold.

      Auch da muss man sich postflop dran gewöhnen, denn mit kleinen PPs/Händen wie AJ/KQ etc. hat man natürlich andere Probleme Postflop und muss da schon gut auf den Gegner eingehen bzw. auch mal in einem 3-bettet Pot ein Toppair folden.

      3.) In Position finde ich einen coldcall ganz ok. Gerade mit drawing hands oder keinen PPs. Die Position ist halt so entscheidend, dass man sich ruhig den Flop anschauen kann, gerade wenn man davon ausgeht dass ein evtl. looser Blind auch noch completet und man somit postflop höhere implied Odds zu erwarten hat wenn man Set/Draw etc. trifft.

      4.) OOP ists halt wieder schwer und verdammt gegnerabhängig.

      Theoretische Ansatzmöglichkeit:

      Pocket Pairs: Eher ein Call

      Suited connectors etc.: Kommt auf die Gegner an. Draws OOP sind nicht leicht zu spielen. Meistens eher fold, ab und an Call, ab und an Squeeze wenns das Image/die Gegner es zulassen

      Mittelstarke Hände wie ATo/KJ etc.: Ich finde hier einen Fold am besten

      Gute Hände wie AQs/KQs: Sind OOP halt auch nicht leicht im MW-Pot zu spielen, finde da selten einen Call, häufiger einen fold und ab und an einen Squeeze.


      5.) Es ist halt eine Frage der Alternativen. Ich werde in Position 55 niemals folden nach einem Raise (OOP wohl auch nie :D ). Also bliebe die 3-bet. Da ist die Frage, wie häufig callt der Gegner meine 3-bet und wie häufig die Contibet am Flop. Habe ich ausreichend FE?

      Es kommt auch auf das Balancing an. Ich will halt nicht jede Hand die ich spielen möchte 3-betten. Denn irgendwann wirst du immer gecallt, und die Gegner machen damit auch keinen Fehler mehr, wenn man soo loose 3-bettet.

      Das Prinzip baut ja auch auf eine gewisse Foldeuquity, und die geht dann teilweise verloren. Deswegen sind Coldcalls in Position - wie oben erwähnt - durchaus möglich und ok. Da ich halt nicht jedes PP 3-betten will, bleibt nur noch der Call über.

      Je nach Gegner und Board kann man dann moven, es spricht aber nichts dagegen häufig einfach zu c/f gegen nicht gerade mitdenkende Gegner.

      Grundsätzlich sollte man sich nicht zu häufig mit marginalen Händen in zu großen Pötten bewegen, ohne seinen Gegner genau einschätzen zu können (=> wenn ich davon ausgehe mein Gegner callt häufig 3-bets und nahezu immer eine Contibet am Flop, und ich deswegen 55 nicht 3-bette, ist mein Gegner ja nicht unbedingt die "große Leuchte". Somit hast du durchaus Set Value. Ist er sehr passiv (CS), wird er dich häufig runtercallen, ist sehr aggro barrelt er viell. 3 Streets durch. Gewisse implied Odds solltest du also meistens haben.)
    • DoktorBet
      DoktorBet
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 3.526
      danke für die erklärungen / den thread, hat mir irgendwie auch geholfen ;)