Turnplay IP - CB vs Bet for free Showdown

    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.999
      Kombi hatte vor einiger Zeit mal einen Kommentar zu einer Hand von Ostapbender geschrieben. Ich habe seinen Post für mich und universell als sehr gut und hilfreich empfunden. Ich wollte dieses Thema nochmal auffrischen und hier allen zur Verfügung stellen.

      Post von Ostapbender im 15/30 30/60 FL Forum:

      Ich hab ne eher allgemeine Frage zum Turnplay IP:

      Wenn wir keine Valuebet am Turn haben und unsere EQ <50% liegt, kann man allgemein sagen, dass wir selbst mehr von der Freecard profitieren, als unser Gegner? Oder sollte diese EQ durch eine Bet beschützt werden, obwohl sie an sich keine Valuebet ist?
      Kann man das so überhaupt allgemein sagen oder ist es zu stark vom Villain abhängig (cr Turn Werte, Blufffrequenz am River nach check usw)?


      Preflop: Hero is BU with J:diamond: , K:heart:
      1 fold, CO raises, Hero 3-bets, 2 folds, CO calls.

      Flop: (7.53 SB) 4:spade: , 8:spade: , 5:diamond: (2 players)
      CO checks, Hero bets, CO calls.

      Turn: (4.77 BB) 2:club: (2 players)
      CO checks, Hero

      45/14/0.97/36 kamerad - keine FE am turn gg A-high, c/r Turn: 9%, cr fl: 12%, 9k hands. Aber ekelige Entscheidung am River falls er nach check reindonkt. Und ich hab am Turn ca 40% EQ, vergebe 6outern ne Freecard. Bet or check?

      Falls bet: b/c, b/f? Falls check und er bettet River: call auf Blanks?

      Antwort von Kombi:

      Der Schlüssel liegt darin, dass Villain nach unserem Check Behind selten den River blufft, aber nicht selten genug als dass wir auf eine Bet folden könnten. Wir müssen mit unseren guten Händen also oftmals sowieso eine Bet in den Pot investieren und haben lediglich die Wahl, ob wir es am Turn tun und damit Villain vor die Wahl stellen entweder EQ zu folden oder seine schlechten Hände nochmal zu callen oder wir überlassen Villain die Entscheidung mit wievielen seiner schlechten Hände er bluffen möchte.

      Wenn der Pot am Turn 4,5 BB ist, muss Villain nur zu 18% am River bluffen um uns vor eine schwere Entscheidung zu stellen. Mal angenommen er hat zur Hälfte 100% EQ am Turn und zur anderen Hälfte nur 10%. Wir haben also ein Equity Defizit. Wenn wir betten und er korrekt foldet, wird er zu 50% einen 5,5 BB gewinnen und hat daher einen EV von 2,75 BB. Wenn wir checken, wird er mit allen besseren Händen (55%) betten und nahe am Optimum bluffen. Er wird also insgesamt 67% seiner Hände betten und egal ob wir am River callen oder folden, wird sein EV 3,0 BB sein.

      Der Knackpunkt liegt also darin, ob man Villain mit der Turnbet in eine Situation bringt, in der er stärker von der optimalen Strategie abweicht, als wenn wir den Turn checken. Daher ist gegen einen Gegner der gut am Turn spielt (also gute Hände und Draws check/raist) oder nicht automatisch nach jeder Turnbet den River checkt oder gegen einen Gegner der übermäßig am River blufft, die free SD Bet ungeeignet.

      Disclaimer: Ich will damit nicht sagen, dass die Bet for free SD der heilige Gral ist. Ich selbst contibette beileibe nicht jeden Turn und finde CB Turn eine nützliche Waffe im Arsenal eines TAGs. Allerdings ist die theoretische Betrachtung etwas schwierig, weil man verschiedene Annahmen über Bluffing Frequencies machen muss und wahrscheinlich auch noch Balancing Aspekte in Betracht ziehen sollte. Oftmals hat Hero ja selbst noch Outs am Turn was die Sache zusätzlich erschwert, vor allem wenn man auf einen c/r womöglich EQ folden muss.[/align]

      Der erste Absatz von Kombi fehlt. Das bezog sich auf die vorausgegangene Diskussion. Hier könnt ihr, falls ihr Diamond seid, nochmal alles nachlesen:

      allgemeine Frage + Beispiel
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