Kapitalmarkt: Basisfrage

    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Hallo,

      für viele mag diese Frage einfach sein, aber ich konnte mir die Antwort nicht ableiten.

      Unternehmen verdienen ja, wenn sie an die Börse gehen, nur vom einmaligen Verkauf der Aktien zum Ausgangspreis. Warum sind sie dann interessiert daran, dass der Kurs möglichst stark ist. Kann ihnen doch eigentlich egal sein? Oder bekommt man dann einfacher Kredite? Was eigtl unlogisch, da sie auf das Kapital, also den Börsenwert, garnicht zurückgreifen können.

      Zweitens, möglicherweise in der Antwort zu 1) mitbehandelt:
      warum lassen Unternehmen ihre Aktien an der Börse handeln? Es gibt auch Unternehmen, die Aktien ausgeben, aber diese dann nicht handeln lassen. Somit entgehen sie der Gefahr, übernommen zu werden. ßbernommen zu werden kann manchmal gut sein, aber kann man dann nicht einfach die Aktien zum Handel freigeben, wenn man übernommen werden will bzw. es nötig ist, um das Unternehmen in Stand zu halten?
  • 23 Antworten
    • oblom
      oblom
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2005 Beiträge: 1.733
      Das Unternehmen gehört ja dann den Aktionären, und der/die Hauptaktionär(e), die natürlich ein offensichtliches Interesse an einem hohen Kurs haben, bestimmen in der Regel auch die Unternehmenspolitik.

      Aktien werden in erster Linie ausgegeben, um das Unternehmenskapital aufzustocken und so Investitionen und Expansion zu finanzieren.
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Der 1. Punkt klingt einleuchtend. Da die Aktionäre ja sozusagen das Unternehmen leiten, wollen sie es zu auf einen hohen Kurs bringen, um max gewinn einzufahren.


      2. ist klar :-)
    • SlannesH
      SlannesH
      Black
      Dabei seit: 23.01.2005 Beiträge: 7.738
      Zu 1) Ein hoher Aktienkurs hat eine geringere Wahrscheinlichkeit einer ßbernahme inne. Da die Manager gerne ihre Posten behalten möchten, liegt es also in ihrem Interesse den Kurs hoch zu haben.

      MfG
    • LemmiHH
      LemmiHH
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 176
      Meine aktive Börsenzeit liegt zwar schon etwas zurück aber ich versuchs mal zu erklären, ein Unternehmen gibt niemals 100% der Aktien zum freien Verkauf, sondern behalten immer mindestens 51% der Aktien selbst um noch alleine Entscheidungen treffen zu können, ergo verdienen sie auch am steigenden Kurs mit und sollte dann mal ein Firmenchef das Bedürfnis haben sich zurückzuziehen will er dies mit möglichst hohem Gewinn tun also ist sein Ziel den Preis hochzutreiben und hochzuhalten. Man könnte es am Beispiel der Mobilcom Aktien ausweiten aber das führt wohl ein bisschen zu weit wens interessiert der kann sich gerne melden ;)
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Aber die Aktien gehören doch dem Unternehmen und nicht einzelnen Leuten des Managements oder? Gehören die Manager nicht eher in den 49% Sparte, der Anleger, die Aktien besitzen, die NICHT dem Unternehmen gehören. Wäre doch krass, dass ein Manager Aktien des Unternehmens zum eigenen Wohlstand verkauft ... stimmt hoffentlich nicht! Soll er doch privat Aktien des Unternehmens kaufen....
    • OurSilence
      OurSilence
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 1.673
      Eine Notierung an einer Börse ermöglicht neben dem Kapital auch noch andere Möglichkeiten. Ein mittelmäßiges deutsches Unternehmen z.B. wird es nicht schaffen an der NYSE notiert zu werden. Für Konzerne wie Daimler etc. ist dies jedoch weniger ein Problem. Der Vorteil aus dieser Situation ist der Zugang zu enorm großem Kapital. Z.B. die Rentenfonds in den USA beinhalten nur Unternehmen die an der NYSE notiert sind. Die Menge an Geld die dort stecken kann man ja gerade noch erahnen.

      Zu Deiner zweiten Frage:

      Es gibt "feindliche" und "freundliche" ßbernahmen. Ausserdem muss man zwischen dem asset und share deal unterscheiden. Das Wort feindlich ist jedoch nicht so negativ zu beurteilen wie es im ersten Moment klingen mag. ßber feindlich kann man sich bei einer Zerschlagung unterhalten. Dafür muss aber eine gewisse Struktur und Wertigkeit des Unternehmens gegeben sein, damit eine Zerschlagung profitabel ist. Alles in allem kann man die Frage nur situationsabhängig beantworten.

      Man kann aber sagen, dass es manchmal gut ist übernommen zu werden. Auch wenn diese ßußerung sehr sehr dünn ist.


      Original von Sleyde
      Aber die Aktien gehören doch dem Unternehmen und nicht einzelnen Leuten des Managements oder? Gehören die Manager nicht eher in den 49% Sparte, der Anleger, die Aktien besitzen, die NICHT dem Unternehmen gehören. Wäre doch krass, dass ein Manager Aktien des Unternehmens zum eigenen Wohlstand verkauft ... stimmt hoffentlich nicht! Soll er doch privat Aktien des Unternehmens kaufen....
      Das kommt ganz auf die Holdingstruktur an. Aber ein Manager kann nicht Aktien verkaufen und sich das Geld einstecken, das geht nicht. :)
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      @slaan und oblom.

      ihr beantwortet beide frage 1. aber warum lässt ein Unternehmen dann seine Aktien handeln, wenn es die Möglichkeit hat, Emissionsgewinne einzustreichen ohne ßbernahmerisiko. Das wäre mit Lemmis Erklärung zu erklären, aber ist es wirklich so, dass das Management sich selbst hochwirtschaftet?!
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      @silence. freundlich, feindlich und situationsbedingt hört sich gut an. Damit ist die Frage 2) allgemein beantwortet ;)
    • OurSilence
      OurSilence
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 1.673
      Original von Sleyde
      @silence. freundlich, feindlich und situationsbedingt hört sich gut an. Damit ist die Frage 2) allgemein beantwortet ;)
      ich hab noch mehr:

      feindlich nennt man auch unkoordiniert! :D Es kommt auch immer auf den Standpunkt an. Ein Manager z.B. wird jedes ßbernahmegebot DIREKT an die Aktionäre als feindlich bezeichnen.
    • OurSilence
      OurSilence
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 1.673
      Scheiße hier gings was schief ;)

      Original von Sleyde
      @slaan und oblom.

      ihr beantwortet beide frage 1. aber warum lässt ein Unternehmen dann seine Aktien handeln, wenn es die Möglichkeit hat, Emissionsgewinne einzustreichen ohne ßbernahmerisiko. Das wäre mit Lemmis Erklärung zu erklären, aber ist es wirklich so, dass das Management sich selbst hochwirtschaftet?!
      Du weichst dem Faktor Angebot und Nachfrage aus und Jein, das Management wirtschaftet sich nicht DIREKT selbst hoch. Aber je höher der Gewinn des Unternehmens ist, umso höher sind die nicht fixen Gehaltsanteile der Manager. So sind sie lediglich indirekt mit dem Aktienkurs verknüpft.
    • Goaranga
      Goaranga
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 1.666
      Eine liquide Börse ist im Sinne der Eigentümer, weil diese ohne Probleme Zu/Verkaufen können. Es gibt nichts schlimmeres für einen Investor, der sein Wertpapier nicht in Geld tauschen kann. Außerdem ist es leichter Investoren zu finden.
      (Bei Namensaktien hast du immer das Problem einen Abnehmer finden zu müssen - und dieser kann dir auch einen entsprechend schlechten Preis machen...)
    • OurSilence
      OurSilence
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 1.673
      Original von Goaranga
      Es gibt nichts schlimmeres für einen Investor, der sein Wertpapier nicht in
      Doch! Das Unternehmen geht mit AA All-In und wird am Turn und River von 72o weggeluckt. ;(
    • LemmiHH
      LemmiHH
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 176
      Wie gesagt ich möchte hier nicht unnötig ausschweifen weil das hier wohl kein Wirtschafts-Forum ist und auch keins werden soll denke ich mal aber das von mir genannte Beispiel wurde so aufgebaut das der Chef selbst 51% der Aktien gehalten hat, ich gebe zu das es bei Porsche und Daimler Chrysler mit Sicherheit nicht so ist das der Firmengründer selbst den Großteil der Aktien hält, aber auch da dürfte er noch einer der Groß-Aktionäre sein, zumindest wäre er schön blöd wenn er es nicht wäre und sich in der eigenen Firma sagen lassen müsste wie er seinen Laden zu führen hat.
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Original von OurSilence
      Scheiße hier gings was schief ;)

      Original von Sleyde
      @slaan und oblom.

      ihr beantwortet beide frage 1. aber warum lässt ein Unternehmen dann seine Aktien handeln, wenn es die Möglichkeit hat, Emissionsgewinne einzustreichen ohne ßbernahmerisiko. Das wäre mit Lemmis Erklärung zu erklären, aber ist es wirklich so, dass das Management sich selbst hochwirtschaftet?!
      Du weichst dem Faktor Angebot und Nachfrage aus und Jein, das Management wirtschaftet sich nicht DIREKT selbst hoch. Aber je höher der Gewinn des Unternehmens ist, umso höher sind die nicht fixen Gehaltsanteile der Manager. So sind sie lediglich indirekt mit dem Aktienkurs verknüpft.
      Was meinst du mit "nicht fixen Gehaltsanteile"? (Kursgewinne?)

      Aber zur Grundlage: es ist so, dass die Manager einen hohen Kurs befürworten, um nachher selbst (privat) davon profit zu erzielen oder?
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      @lemmi.

      unterscheiden wir zwischen mal zwei pools. in einem sind 49% der aktien und im anderen 51%. die 51% gehören dem unternehmen? dem wirklichen unternehmen oder den leuten, die dort arbeiten?

      oder hält der vorstandsvorsitzende aktien aus dem 49% pool und der 51% pool bleibt unantastbar?
    • xxshadyxx
      xxshadyxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 221
      Original von LemmiHH
      Wie gesagt ich möchte hier nicht unnötig ausschweifen weil das hier wohl kein Wirtschafts-Forum ist und auch keins werden soll denke ich mal aber das von mir genannte Beispiel wurde so aufgebaut das der Chef selbst 51% der Aktien gehalten hat, ich gebe zu das es bei Porsche und Daimler Chrysler mit Sicherheit nicht so ist das der Firmengründer selbst den Großteil der Aktien hält, aber auch da dürfte er noch einer der Groß-Aktionäre sein, zumindest wäre er schön blöd wenn er es nicht wäre und sich in der eigenen Firma sagen lassen müsste wie er seinen Laden zu führen hat.
      Stimmt schon. Aber in vielen Firmen ist zwar der Firmengründer noch Aktienbesitzer, aber ncihtmehr im Vorstand.
      Häufig ist es so, dass das Management nur einen geringen Anteil der Aktien hält und der Großteil von institutionellen Anlegern wie Banken oder Fonds gehalten werden.
    • xxshadyxx
      xxshadyxx
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 221
      Original von Sleyde
      @lemmi.

      unterscheiden wir zwischen mal zwei pools. in einem sind 49% der aktien und im anderen 51%. die 51% gehören dem unternehmen? dem wirklichen unternehmen oder den leuten, die dort arbeiten?

      oder hält der vorstandsvorsitzende aktien aus dem 49% pool und der 51% pool bleibt unantastbar?
      Nein, die Aktien gehören nicht dem Unternehmen. Wenn der Vorstand Aktien besitzt, dann hat er diese privat gekauft oder sie sind Bestandteil der Vorstandsvergütung. Es bleiben auch nicht 51% der Aktien im Unternehmen. Sobald eine Firma an die Börse geht, sind einzig und alleine die Shareholder die Besitzer der Firma. Es war sogar sehr lange in Deutschlang so, dass Unternehmen keine Aktien zurückkaufen durften (um zum Beispiel Aktienoptionsprogramme zu bedienen), mit der juristischen Begründung, dass die Firma "nicht Mitglied an sich selbst" sein kann (was zum Glück mittlerweile geändert wurde, weil es Quatsch ist).
      Aber es bleiben nicht 51% der AKtien "im Unternehmen". Es kann aber sein, das wenn eine Firma an die Börse geht, sich der Firmengründer die Mehrheit der Aktien sichert.
    • LemmiHH
      LemmiHH
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 176
      Also wenn die Firma das macht um zu expandieren werden 49% der Aktien auf den Kapitalmarkt geworfen und zur Summe X angeboten, die restlichen 51% behält die Firma in welcher Form auch immer, bei den großen AG's ist es das Unternehmen an sich bei den kleineren behält der Chef sie selbst um weiterhin wirklich Chef zu sein und selbst entscheiden zu können, um den Preis in die Höhe zu treiben wird er jetzt wieder ein paar Prozent der Aktien die er ausgegeben hat zurückkaufen um die Nachfrage zu erhöhen und wenn das ganze dann am Laufen ist lehnt er sich zurück und guckt wie seine Aktie bis zur Summe Y steigt dann stösst er alles bis auf die 51% wieder ab und so macht er Gewinn und dadurch das er das Geld der ausgegebenen 49% reinvestiert in sein Unternehmen, steigt der Wert des Unternehmens bzw. werden hohe Gewinne erwirtschaftet was wiederum die Aktionäre freut die dadurch eine höhere Dividende am Jahresende erhalten. Durch die positiven Geschäftsberichte wiederum werden andere Investoren aufmerksam und kaufen sich jetzt ebenfalls ein und dann steigt der Preis der Aktien weiter an.

      So ich hoffe mal das es einigermaßen verständlich ist, ansonsten nachhaken ich versuchs gerne zu erklären ;)
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      shady und lemmi, ihr widersprecht euch oder?

      shady sagt, dass die aktien nicht dem unternehmen gehören, sondern dass 100% dem Markt zur Verfügung stehen.

      lemmi meint das Gegenteil.


      Was stimmt? =)
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